Produktbild: Waldeck

Waldeck Kriminalroman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

18.09.2025

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

18,9/12,5/3,1 cm

Gewicht

401 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-71043-6

Beschreibung

Rezension

»Jürgen Heimbach hat viele geschichtliche Details recherchiert und baut sie geschickt in die Handlung ein. Immer wieder zieht die Spannung an, aber mindestens so stark wirken die Milieustudien. Die Stimmung zieht den Leser förmlich ins Geschehen. Ein detailreicher, historischer Krimi, auch für zartbesaitete Gemüter zu empfehlen.« ("SWR")
»Der gut recherchierte Roman schildert in einem ruhigen, gleichwohl seinen Sog entfaltenden Erzählton den Aufbruch einer jungen Generation aus der spießigen Welt der Nachkriegszeit, in der die dunkle Vergangenheit immer noch nachwirkt und alte Nazis weiter ihr Unwesen treiben. Statt ›Tatort‹ mal diesen Krimi!« ("GoodTimes")
»Es ist ein raffinierter Kniff, dass Jürgen Heimbach seine Geschichte praktisch vom Ende her erzählt, dann noch einmal eine gute Woche zurückblendet und in einem letzten Abschnitt einen Blick voraus ins spätere Jahr 1964 wirft. Das schafft Spannung, weil die ersten Seiten auch noch nicht verraten, wie die Konfrontation eines neuen Weltgefühls mit den dunklen Schatten der Vergangenheit denn letztlich ausgeht.
»Historisch gut recherchiert, lenkt der Autor die Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte, in dem Welten aufeinanderprallen und der Aufbruch zu spüren ist.« ("Der Freitag")
»Eine packende Mischung aus persönlicher Entwicklung, historischen Hintergründen und spannenden Verstrickungen.« ("Viel Spaß Magazin")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

18.09.2025

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

18,9/12,5/3,1 cm

Gewicht

401 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-71043-6

Herstelleradresse

Nördlinger Verlagsauslfg
Augsburger Str. 67a
86720 Nördlingen
DE

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  • moneslesecouch

    5/5

    04.10.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Neuere deutsche Geschichte und spannender Roman

    Der Autor führt uns gut recherchiert in die junge Bundesrepublik, in der ältere Männer versuchen, ihr Vergangenheit umzuschreiben und sich auf der Grundlage des neuen Rechtssystems reinzuwaschen. Die Charaktere hier sind glaubhaft und mit Tiefe gezeichnet und anhand einer Familiengeschichte, um die sich alles dreht auch leicht und gut nachvollziehbar zu lesen. Da ist die junge Silvia, die aus ihrer Welt ausbricht nachdem sie eine ihre moralischen Vorstellungen erschütternde Entdeckung gemacht hat. Auf der anderen Seite der Journalist Ferdinand, der an einer neuen Story dran ist. Eine Frau hat einen ehemaligen SS-Arzt erkannt und als Ferdinand zu ihr fährt ist sie tot. Die Suche nach den Hintergründen führt ihn in eine gefährliche Mischung aus Bedrohung, Vertuschung und Verbiegung von Wahrheiten und Rechten. In diesem Kriminalroman tauchen wir tief in die deutsche Nachkriegsgeschichte ein, in die Epoche einer verklemmten Gesellschaft, die die Augen vor den Taten und Gräuel der Kriegszeit auch gerne noch verschließt. Auf der anderen Seite ist da der Aufbruch einer jungen Generation, die die verkrusteten Strukturen aufbrechen, sich entwickeln und eine neue Geschichte schreiben möchte. Ich habe das Buch richtig gern gelesen, da es mir ein weiteres Kapitel deutscher Geschichte sehr nahe gebracht hat und verständlich Historie und Spannung in einem Roman verwoben hat. Eine große Leseempfehlung für alle, die sich für jüngere deutsche Geschichte interessieren und diese gerne in einem stark recherchierten und spannend aufbereiteten Kriminalroman lesen.

  • Jo Ann Martin

    5/5

    04.08.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Packender Krimi rund um das Liedermacherfestival auf Burg Waldeck

    Als ich diesen spannenden historischen Krimi zu Ende gelesen hatte, war mein erster Gedanke, dass der Stoff verfilmt werden müsste. Jürgen Heimbach entführt uns mit seinem Roman in eine Zeit, die ich ohnehin sehr interessant finde, die 60er Jahre im geteilten Deutschland. Eine Zeit, die geprägt ist vom beharrlichen Schweigen derer, die den Krieg miterlebt hatten, unabhängig davon, ob sie an den nationalsozialistischen Gräueltaten beteiligt waren oder nicht. Eine Zeit, in der NS-Täter in der jungen Republik hohe Ämter bekleiden, ob als Juristen, Ärzte oder im Bundesnachrichtendienst. In den 60er Jahren meldet sich eine junge Generation zu Wort, die nicht länger bereit ist, dieses Schweigen, diese totale Verdrängung der NS-Zeit hinzunehmen. Sie beginnen, unbequeme Fragen nach der Vergangenheit zu stellen und sich mit der Rolle der eigenen Familie auseinanderzusetzen. Auch die Presse unternimmt erste zaghafte Schritte der Berichterstattung und Recherche in einem Deutschland, das sich aus den Trümmern erhoben hat und von seiner Vergangenheit nichts mehr wissen will und das ist nicht ganz ungefährlich. Vor diesem Hintergrund beschert uns Jürgen Heimbach einen Krimi, der durch seine Authentizität, seine akribische Recherche und seine vielschichtige Herangehensweise besticht und die Atmosphäre wunderbar einfängt. Eine packende Verfolgungsjagd zieht sich durch das Buch und endet auf Burg Waldeck, wo im Mai 1964 das erste Liedermacherfestival stattfindet. Die Musik der Jugend, die hier gefeiert wird, steht sinnbildlich für die Aufbruchstimmung. Sehr einfühlsam fängt der Autor das Aufeinanderprallen der beiden weiblichen Protagonistinnen mit den eingefahrenen Denkmustern ihrer Familien, der Rolle der Frau und der Infragestellung dieser Wertvorstellungen hin zu einem selbstbestimmten Leben und selbstgewählten Partnern ein. Und das alles ist ein Krimi? Oh ja, hochspannend, ich bin begeistert.

  • clematis

    5/5

    10.05.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Politkrimi

    Deutschland, 1964: Journalist Ferdinand Broich braucht nach der letzten Niederlage eine erfolgversprechende Geschichte. Als eine alte Frau anruft und erzählt, dass sie einen ehemaligen SS-Arzt gesehen hätte, entwickelt sich jedoch alles anders als erwartet. Silvia, in wenigen Tagen volljährig, entdeckt ein Geheimnis aus der Vergangenheit ihres Vaters und steckt in der Zwickmühle, wie sie auf seine Lügen reagieren soll. Und schließlich geht es auch noch um Mine, die ihre Schwangerschaft verheimlicht, um nicht aus dem Elternhaus gejagt zu werden. Etliche historisch belegte Details geben diesem Kriminalroman seine ganz besondere Note. Eine Welt zwischen Aufbruch und Schwelgen in Vergangenem lässt Heimbach hier lebendig werden, eine Welt, in der Hitleranhänger auf Kommunisten und sogenannte „Gammler“ treffen, eine Welt, in der sich Konflikte zwischen Generationen ergeben, zwischen jenen, die immer noch Kriegszeiten verherrlichen und anderen, die sich mit Gitarre und Gesang von den Alten abgrenzen. Die Ruine Waldeck mit einem der Realität nachempfundenen Festival und bekannten Namen wie Reinhard Mey oder Katja Ebstein passt gut ins Geschehen, stellt sie doch eine Zuflucht dar für die beiden jungen Frauen auf der Suche nach Freiheit und Unabhängigkeit. Bestens gewählt sind auch alle anderen Personen, die der Handlung Authentizität und Glaubwürdigkeit verleihen und wie nebenbei vieles aus der damaligen Zeit erzählen. Der Krimi in seinen unterschiedlichen Handlungssträngen ist komplex und tiefgründig, grenzt sich ab vom Üblichen, indem er ohne Ermittler auskommt und einfach einen Spiegel der Zeit darstellt. Ein hervorragendes Buch mit spannendem Inhalt – Geschichte auf den Punkt gebracht, und das in formvollendeter Sprache. Interessante und wahrlich vergnügliche Lesestunden darf man mit Waldeck verbringen, weshalb ich gerne eine Empfehlung für diesen ganz besonderen Kriminalroman ausspreche.

  • Bewertung

    5/5

    26.04.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Packende Geschichtsstunde

    1964, der Journalist Ferdinand Broich ist bei seiner letzten Story falschen Informationen aufgelaufen und braucht nun dringen einen neuen Job, um seine Reputation wieder herzustellen. Sein Spezialgebiet – das Aufspüren von ehemaligen Kriegsverbrechern, die, meist unter einer falschen Identität, nach wie vor unbehelligt in Amt und Würde sind. Da kommt ihm der Anruf einer Überlebenden des Holocausts gerade recht, die in München einen ehemaligen Zahnarzt aus dem Lager Majdanek wiedererkannt haben will. Doch bei Broichs Eintreffen ist die alte Dame bereits verstorben. Zufall? Silvia will sich nicht ihrem Vater beugen, der ihr verbietet, Kunst zu studieren, sie stattdessen mit einem wohlhabenden Juristen verheiraten will. Außerdem hat sie herausgefunden, dass ihr Vater ein schreckliches Geheimnis verbirgt. Wenige Tage bevor sie großjährig wird, überschlagen sich die Ereignisse, und sie muss früher fliehen als geplant. Ihr Ziel ist das Waldeck-Festival, wo sie sich mit einem jungen Mann treffen will. Währenddessen versucht Mine auf einem Dorf im Hunsrück, ihre ungeplante Schwangerschaft vor ihrer Familie zu verheimlichen. Auch sie soll einen Mann heiraten, den sie nicht liebt. Sollte sie sich weigern, bliebe ihr nur eine Zukunft als bessere Magd auf dem elterlichen Hof, unter der Knute ihres strengen Großvaters, eines glühenden Hitleranhängers, bei dem alle in Schweigen versinken, wenn er an der sonntäglichen Kaffeetafel ins Schwadronieren über die guten alten Zeiten vor 45 gerät. Heimbach erzählt in seinem multiperspektivischen (Kriminal)Roman von einem Generationenkonflikt, der exemplarisch für die 60er Jahre ist. Obwohl die eigentliche Handlung nur acht Tage umfasst, gelingt ihm ein außerordentlich stimmungsvolles Bild, das den Zeitgeist eines Aufbegehrens perfekt widerspiegelt. Eine Jugend, die sich gegen den Mief ihrer Elterngeneration auflehnt, was sich im Besonderen in der Musik niederschlägt. Heimbach wählt dafür das erste Festival auf der Burgruine Waldeck als Kulisse, aus dem sich eine neue Kultur, die der Liedermacher entwickelte, wie z.B. Hannes Wader oder Katja Ebstein. Die jungen Menschen, die sich dort versammeln und über neue Ideale diskutieren, sind als Gammler und Kommunisten den Vorgenerationen ein Dorn im Auge. Die, die eine neue linke Gefahr und sich in ihren Werten bedroht sehen. Was für eine erschütternde Parallele zur heutigen Zeit! »Aber ich fürchte, … dass die Ideen der Nazis weiterleben, dass Zeiten kommen werden, in denen vergessen sein wird, was passiert ist, in denen man es wahrscheinlich sogar als lästig ansieht, dass immer wieder aufs Neue an die Gräueltaten der Nazis erinnert wird. Ein Vogelschiss in der Geschichte, werden sie sagen, sei das gewesen.« S.147 Gleichzeitig möchten die Alten über die Kriegsjahre und die damit begangenen Verbrechen den Mantel des Schweigens ausbreiten, nach dem Motto: Jetzt muss aber auch mal gut sein. Und das in dem Wissen, dass nicht wenige der Täter unbehelligt unter ihnen leben. Auch in angesehener Stellung, wie im Roman der Zahnarzt Fischer. Ihm zur Seite stellt Heimbach den pensionierten BND-Mann Winter, einen Mann fürs Grobe, der hinter Fischer aufräumt. Denn durch die 1963 begonnenen Auschwitz-Prozesse in Frankfurt werden manche von ihnen äußerst nervös. Mit Mine und Silvia zeichnet der Autor zwei sehr authentische Frauenfiguren, die es satthaben, nach den alten Vorstellungen ihrer Väter zu leben, die sich nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung sehnen und voller Zuversicht und Glauben an sich selbst die ersten Schritte in ein freies Leben gehen. Ein Buch, das mir einiges an Geschichte vermittelt hat, bin ich doch später und auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs aufgewachsen. Die Sehnsucht einer neuen Generation, Gerechtigkeit walten zu lassen, die Vergangenheit aufzuarbeiten und den Opfern Wiedergutmachung zukommen zu lassen. Denn auch heute redet man nicht gern davon, wie viele Nazis sich in Wirtschaft, Justiz und Politik nie zur Verantwortung gezogen wurden und gesellschaftliches Ansehen genießen konnten.

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