Ferdinand Saalbach rennt um die Welt. Weil er von etwas getrieben ist, das er noch nicht kennt. Und gleichzeitig von etwas nach unten gezogen wird, von dem er noch so gar nichts weiß. In seinem Erstlingswerk „Steine im Rucksack“ hat Saalbach beschrieben, wie er seine traumatische Kindheit im Rahmen einer psychoanalytischen Therapie aufgearbeitet hat. Dieses Buch setzt nun fünf Jahre davor an und zeigt, wie er versucht, nach seiner ersten Kündigung mit einer Weltreise seine innere Mitte wiederzufinden – wie es so viele von uns tun. Die Erlebnisse auf diesem Weg scheinen aber oft nur ein Pflaster zu sein für etwas, das noch viel tiefer liegt. Nichtsdestotrotz offenbart ihm die Reise erstaunliche Erkenntnisse. Über sich selbst, über die Welt und darüber, dass vieles ganz anders erscheinen kann, wenn man es aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Mit dieser Perspektive kann er selbst seinen fünf Tagen in Nordkorea jede Menge Positives abgewinnen. Denn dort entdeckt er eine Form von Gelassenheit und Glück, die er so zuvor noch nie erlebt hat. Und er findet auch Gründe dafür. Diese Art, die Welt zu betrachten, zu beobachten und zu interpretieren, sorgt für Verständnis. Für die Welt, aber eben auch für sich selbst. Und das hilft ihm mal mehr und mal weniger, sorgt aber immer dafür, dass es etwas gibt, über das es sich nachzudenken lohnt. Mit dieser Mischung aus Abenteuerlust, Selbstreflexion und humorvollen Anekdoten nimmt Ferdinand Saalbach den Leser mit auf seine ganz persönliche Reise, die weit über das bloße Umrunden der Welt hinausgeht und tief in die menschliche Psyche eintaucht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
20.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Viel unterwegs, wenig angekommen?
In Wie ich mit Steinen im Rucksack um die Welt rannte verarbeitet Ferdinand Saalbach die Eindrücke einer Weltreise, die bereits einige Jahre zurückliegt. Dabei ist das Buch weit mehr als ein klassischer Reisebericht. Zwar führt die Reise durch zahlreiche Länder und Kulturen, im Mittelpunkt stehen jedoch vor allem die Gedanken, Erinnerungen und Reflexionen des Autors.
Besonders gefallen haben mir die lebendigen Schilderungen der Menschen, denen der Autor begegnet. Immer wieder nutzt er seine Erlebnisse als Ausgangspunkt für persönliche, gesellschaftliche und politische Betrachtungen. Die „Steine im Rucksack“ stehen dabei sinnbildlich für die Belastungen und Erfahrungen, die ihn begleiten und die sich auch durch eine Reise ans andere Ende der Welt nicht einfach ablegen lassen.
Ihre größte Stärke entfaltet die Erzählung dort, wo äußere Erlebnisse und innere Auseinandersetzung zusammenfinden. Die Passagen über Herausforderungen, Zweifel und persönliche Reflexionen sind oft besonders eindringlich und geben dem Buch Tiefe.
Manche Reiseabschnitte bleiben jedoch vergleichsweise oberflächlich. Während einige Erlebnisse ausführlich geschildert werden, werden andere Stationen eher knapp abgehandelt oder in einer Art Aufzählung zusammengefasst. Dadurch bleiben manche Orte und Begegnungen überraschend blass. Oft erfährt man, was der Autor getan hat, aber weniger, wie sich ein Ort angefühlt oder welche Eindrücke er hinterlassen hat.
So entstand bei mir stellenweise tatsächlich der Eindruck, dass hier jemand „um die Welt rennt“ – ganz im Sinne des Titels. Die Reise wirkt häufig geprägt von Planung, Organisation und dem ständigen Weiterziehen. Das mag die Realität vieler Langzeitreisen widerspiegeln, ließ mich aber auch fragen, ob eine solche Reise manchmal nicht mehr Stress als Freiheit bedeutet.
Trotz dieser Kritikpunkte habe ich das Buch gerne gelesen. Wer einen klassischen Reisebericht mit ausführlichen Länderporträts erwartet, wird hier vielleicht nicht ganz fündig. Wer sich jedoch für die Verbindung von Weltreise, persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Beobachtungen interessiert, findet eine nachdenkliche und lesenswerte Reiseerzählung.
Bewertung
4/5
11.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Reisebericht der etwas anderen Art
Schon der Titel hat mich direkt neugierig gemacht. Ich denke, jeder kennt es, Steine mit sich zu schleppen. Im metaphorischen Sinne. Als schwere Last auf unseren Schultern, die wir einfach nicht loswerden. Genauso ergeht es dem Autor auf seiner Reise. Alles perfekt durchgetaktet, kein Platz für einfach sein und jede Abweichung wird zu einer Herausforderung. Vor allem mental.
Ich bewundere den Mut des Autors in diesem Buch so viele persönliche Dinge preiszugeben. In vielem davon habe ich mich selbst wiedergefunden. Vieles hat mich auch zum Nachdenken gebracht.
Die Fotos im Buch lockern das Geschriebene sehr gut auf, wobei aber eine Bildunterschrift hilfreich gewesen wäre, um sich besser orientieren zu können, da sich die Fotos meist erst am Ende des Kapitels befinden.
Ich konnte viel Neues mitnehmen aus dem Buch. An manchen Stellen war es mir aber auch zu langatmig und ausschweifend.
Es ist nicht nur eine Reise im Äußeren sondern auch im Inneren. Wie man sich im Laufe einer Reise weiterentwickelt. Welche Sinneseindrücke man gewinnt und was sie in einem auslösen. Auch über die Geschichte der einzelnen Länder gibt es so einige wissenswerte Informationen.
Ein Reisebericht der etwas anderen Art aber auf jeden Fall sehr lesenswert!
welikaja
aus Löbejün
4/5
10.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Führt die Reise um die Welt auch zu sich selbst?
Ferdinand Saalbachs "Wie ich mit Steinen im Rucksack um die Welt rannte" ist ein ungewöhnlicher Reisebericht, der nicht nur die äußere Welt, sondern auch die innere Suche nach dem Sinn des Lebens und der Hintergründe des Autors thematisiert. Das Buch besticht durch seine authentische und detaillierte Darstellung der bereisten Länder, die weit über die klassischen Touristenpfade hinausgeht. Besonders gelungen sind die Beschreibung der Menschen und der lokalen Atmosphäre – selbst als Leser, der die beschriebenen Orte nicht kennt, fühlt man sich gut informiert und kann sich in die Stimmungen hineinversetzen.
Das Buch überzeugt auf den ersten Blick durch seine wertige Aufmachung: schweres, qualitativ gutes Papier, ein ordentlicher Druck und eine ansprechende Bindung. Ein besonderes Lob verdient das Lektorat – für ein Selfpublishing-Projekt ist die Qualität echt gut. Auch das Layout ist sehr lesefreundlich gestaltet. Besonders positiv fällt auf, dass die Kapitel nicht zwingend auf einer neuen Seite beginnen, was bei kürzeren Abschnitten Platz spart – eine kluge Entscheidung, da die zahlreichen Fotos im Buch bereits viel Raum einnehmen. Diese Fotos sind nicht nur optisch ansprechend, sondern auch inhaltlich bereichernd. Ihre unterschiedliche Qualität und der kreative gerissene Rand passen perfekt zum Charakter des Reiseberichts. Sie veranschaulichen die beschriebenen Erlebnisse und machen das Buch lebendiger. Ohne sie würde der Bericht deutlich trockener wirken.
Kritikpunkte
Das Inhaltsverzeichnis wirkt etwas nüchtern und sachlich – fast wie das einer wissenschaftlichen Arbeit. Hier hätte eine etwas ansprechendere Gestaltung den Gesamteindruck noch verbessern können. Zudem wäre eine Karte der Reiseroute eine wertvolle Ergänzung gewesen, um den Lesern einen besseren Überblick über die Route zu geben.
Ein weiterer Punkt, der mich nicht ganz überzeugt hat, ist die Balance zwischen Reisebericht und philosophischen Reflexionen. Während die Gedanken zu Themen wie Glück, Sinn des Lebens oder unterschiedlichen Gesellschaften und Traditionen zu Beginn sehr anregend und interessant sind, wirken sie im Laufe des Buches immer wieder etwas zu dominant. Die häufigen Abschweifungen in die Gedankenwelt des Autors lenken mit der Zeit zu stark von den eigentlichen Reiseerlebnissen ab. Hier hätte eine etwas straffere Struktur dem Buch gutgetan.
Zusammenfassend:
Insgesamt ist "Wie ich mit Steinen im Rucksack um die Welt rannte" ein gelungener und inspirierender Reisebericht, der durch seine Detailverliebtheit, die hochwertige Aufmachung und die persönlichen Einblicke des Autors besticht. Wer sich für ungewöhnliche Reisen und die damit verbundenen inneren Prozesse interessiert, wird hier fündig. Vier von fünf Sternen sind absolut gerechtfertigt – mit etwas mehr Fokus auf die Reise selbst und einer klareren Trennung zwischen Bericht und Reflexion hätte das Buch sogar noch mehr überzeugen können.
Moma
aus Forchheim
4/5
15.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Von Träumen und Bestimmung
Mit seinen 385 Seiten wiegt dieses Buch ziemlich schwer - dies liegt allerdings am Papier, nicht an der Größe. Zum Inhalt: Der Autor Ferdinand Saalbach rennt/fliegt um die Welt und wie er selbst sagt, "weiß er gar nicht warum". In 100 Tagen, 15 Länder und einen Rucksack voller Erlebnisse - das klingt spannend und will von mir (selbst seit vielen Jahren rund um die Welt reisend - allerdings mit Muse und nicht nur abhakend) unbedingt gelesen werden. Dem Autor geht es jedoch nicht nur um das Reisen selbst. Er begibt sich nach eigener Aussage "mit Steinen im Rucksack" auf die Reise. Mir ist klar: Jeder hat sein Päckchen zu tragen, der eine mehr, der andere weniger und von Mensch zu Mensch werden diese Päckchen (oder hier im Buch, die Steine) anders aufgearbeitet. Und sollte das Päckchen besonders schwer sein überwiegen oft die Gedanken. Seine große Reise führte ihn zwar um die Welt, aber nicht zu ihm selbst.
Meine Meinung zum Buch: Die Reiseerlebnisse sind zum größten Teil sehr authentisch und für mich als Vielreisende wirklich glaubwürdig beschrieben, da ich viel Beschriebenes selbst erlebt habe. Die große Befreiung fand meiner Meinung nach für den Autor in seinen Tauchgängen statt. Diese wurden ebenfalls sehr detailliert beschrieben. Sicher muten manche Ausführungen an ein etwas ausführlicheres Tagebuch an. Trotzdem finde ich, gerade auch wegen den eingefügten Bildern, ist die Reise gut nachvollziehbar. Durch diese Bilder und das dafür notwendige hochwertige Papier kommt auch die Schwere des Buches zustande.
Fazit: Auch wenn die "Steine im Rucksack" nicht unbedingt weniger wurden - Der Autor beschreibt auf seine Art und Weise in einem gut lesbaren und flüssigen Schreibstil eine Reise zu sich selbst, um die Welt und versucht nach einer traumatischen Kindheit sein Glück zu finden. von mir 3,8 Sterne und eine Leseempfehlung für Leute, die sich für Länder außerhalb der Komfortzone begeistern können.
Bewertung
3/5
18.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Interessant aber zu sehr Tagebuch
Ich bin grundsätzlich ein großer Fan von Reise berichten. Deshalb machte auch dieser mit dem spannenden Titel Steine Rucksack keine Ausnahme. Der Titel verspricht eine tiefe Selbsterkenntnis, die der Autor auf seiner Reise erlangt hat.
Nachdem er seinen Job verloren hat, macht er sich, scheinbar orientierungslos und planlos auf den Weg, die Welt zu erkunden. Dabei erlebte so einiges, zum Beispiel Fehler dafür, dass sie ein Brasilien seine wichtigsten Papiere und seine Reisebegleiter, ein Stoffelefant abhanden kommen. Shahbaz, Silos und wahllos reißt er in einer scheinbar unfassbaren Geschwindigkeit durch Welt und Orte. Man hat das Gefühl, dass er gar nicht richtig zur Ruhe kommt.
Fällt sehr stark auf, dass immer wieder angedeutet wird, was die Probleme sind, die den Autor zu dieser Reise bewegt haben, aber es ist vielmehr eine Schilderung der Abläufe, erst haben wir das gemacht und das, als wir gegessen hatten, haben wir dies und jenes gemacht, dass ich Bereits früh im Buch anstrengen zu lesen und etwas kindlich empfand. Man merkt, dass der Autor sein Erlebnis wirklich intensiv erlebt und auch immer noch erinnert, jedoch schafft er es aus meiner Sicht nicht, aus einem Tagebuch wirklich eine interessante Erzählung zu machen und sich entsprechend des Titels zu fokussieren.
gut gefallen haben mir die Bilder
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