Jokkmokk am Polarkreis. Ein einsamer Landstrich im hohen Norden. Die Zweige der Kiefern biegen sich unter den Schneemassen, auf dem zugefrorenen See finden Husky-Rennen statt. Man sollte meinen, bei Temperaturen bis zu minus fünfundzwanzig Grad gehen nur die aus dem Haus, die unbedingt müssen. Aber die Einheimischen bereiten vorfreudig wie jedes Jahr den samischen Wintermarkt vor. Bis ein junger Mann aus ihren Reihen ermordet wird, grausam geschlachtet wie ein Rentier. Linda Lundin aus dem südschwedischen Lund hat gerade erst den Job als Hauptkommissarin von Jokkmokk angetreten und nimmt gemeinsam mit ihren neuen Kolleg*innen Bengt Karlsson und Margareta Mattsson die Ermittlungen auf. Wer hat den neunzehnjährigen Lucas getötet, der bei allen so beliebt war? War der tragische Tod seines besten Freundes Emil, der im Dezember im See ertrank, gar kein Unfall? Muss das Dorf mit weiteren Morden rechnen?
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Sagota
aus Saarbrücken
5/5
08.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Linda Lundin's 1. Fall im winterlich-frostigen Lappland
Vorneweg möchte ich sagen, dass ich die Autorin bereits aus dem belletristischen Bereich kannte und sie wegen ihrer authentischen, atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen Lapplands sehr schätze ("Helle Tage, helle Nächte"). Daher war ich auf diesen Kriminalroman und den 1. Fall für Linda Lundin mehr als gespannt! Erschienen ist der Kriminalroman im Oktopus Verlag, Zürich (tb, 317 S., 2025).
Worum geht's?
"Jokkmokk am Polarkreis. Ein einsamer Landstrich. Die Zweige der Kiefern biegen sich unter den Schneemassen, auf dem zugefrorenen See finden Husky-Rennen statt. Man sollte meinen, bei Temperaturen bis zu Minus 25 Grad gehen nur die aus dem Haus, die unbedingt müssen. Aber die Einheimischen bereiten wie jedes Jahr vorfreudig den samischen Wintermarkt vor. Bis ein junger Mann aus ihren Reihen ermordet wird. Linda Lundin aus dem südschwedischen Lund tritt gerade erst ihren Job als Kriminalkommissarin des größeren Ortes Gällivare an, als sie für die Ermittlungen nach Jokkmokk berufen wird. Wer hat den 19jährigen Lucas getötet, der bei allen so beliebt war? War der tragische Tod seines besten Freundes Emil, der im Dezember im See ertrank, gar kein Unfall? Muss das Dorf mit weiteren Morden rechnen?"
(Quelle: Buchrückentext des Oktopus-Verlags)
Meine Meinung:
Ein spannender Kriminalfall entrollt sich vor den Augen des Lesers in Jokkmokk, einem sonst eher ruhigen Ort mit leichten Delikten. Es ist die Zeit des Wintermarktes und die Bewohner bereiten wie jedes Jahr das traditionelle samische Fest vor, als ein Mord geschieht: In einem früheren Café auf dem Berg wird Lucas gefunden, ein 19jähriger Abiturient, der bei allen beliebt war. Ein Schock für Per-Ante, den Enkelsohn der alten Satu, die fortan besorgt ist um die Sicherheit ihres Enkels. Als Julla, eine Journalistin, die einen Bericht über die Medizin der Samen schreiben möchte, in Jokkmokk eintrifft, kann sie sich bei Satu einquartieren und nimmt teil an den nun einsetzenden spannenden Ermittlungen. Linda, noch nicht lange im Polizeidienst und zur Kriminalkommissarin aufgestiegen, wird kurzerhand nach Jokkmokk zur Ermittlung berufen und lernt vor Ort, dass die Polizei dünn gesät ist - und zudem das Büro völlig ausgekühlt ist, da die Heizung ausfiel. Zur Seite steht ihr Bengt Karlsson (der sich neben Linda, die ebenfalls sehr sympathisch ist, zu meiner Lieblingsfigur entwickelt) und zwei weitere Hilfspolizisten. Doch der Fall ist vertrackt: Emil, Per-Ante und Lucas waren Freunde. Emil hatte einen Scooter-Unfall und ertrank auf tragische Weise im See. War es ein Unfall oder Mord? Was sind die Hintergründe, die dazu führten, dass Lucas wenig später erstochen aufgefunden wird; mit einem Messer, das eine - wenn auch in diesem Falle ungeschickte - samische Hand gefertigt hat? Ist der Besitzer der Mordwaffe, die von der Spurensuche gefunden wird, auch gleichzeitig der Mörder von Lucas? Und was hat es mit den vielen Kronen auf Lucas Konten auf sich: Woher hatte ein 19jähriger Abiturient so viel Geld auf der Bank?
All' diese Fragen stellen sich Linda und es macht Spaß und ist sehr interessant, auf welche Schlussfolgerungen sie und ihr Kollege Bengt kommen. Die Krimihandlung ist sehr spannend, durchwebt mit interessanten Charakter und stimmig: Sie ist aber auch weit mehr als "bloß" ein guter Krimi! Das Buch begeisterte mich wiederum mit vielen Fakten, die ich über die Samen nicht wusste (etwa, dass sie eigentlich 8 Jahreszeiten haben, die sich an den Rentieren orientieren). Auch ist es kulturell ein Gewinn, Hiltrud Baier, die selbst über zwei Jahrzehnte in Lappland zu Hause ist, vieles Interessante über die Kultur der Samen, hier z.B. des Winterfestes in Jokkmokk, zu lesen. So besucht man ein Eishotel, nimmt an einem Hundeschlitten-Rennen teil und ist immer wieder begeistert von den faszinierenden, wunderschönen Landschaftsbeschreibungen, die 'ganz nebenbei' in den Kriminalroman mit einfließen. Zum Ende wird es - wie meist in guten Krimis - besonders spannend und es gibt überraschende Wendungen, die so nicht vorhersehbar waren. Mir hat "Tod unter Nordlichtern" sehr gut gefallen und mir die nordische samische Kultur überdies näherbringen können.
Fazit:
Für den spannenden, unterhaltsamen und sehr atmosphärischen Kriminalroman, der auch kulturell eine Bereicherung darstellt (das Volk der Samen) vergebe ich die volle Punktezahl und 100° auf der Krimi-Couch sowie eine absolute Empfehlung. Ich freue mich bereits auf weitere Fälle von Linda Lundin im Hohen Norden!
Bewertung
aus Düsseldorf
5/5
19.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Tod unter Nordlichtern
Meine Meinung:
Als ich das Buch gelesen habe, hatten wir hier einen „Wintereinbruch“ und viele haben gestöhnt. Tja, es weiß wohl keiner, wie kalt es dort ist, wo die Samen leben. Dagegen war es hier richtig warm
Der See ist zugefroren und alle fahren voller Begeisterung mit ihren Motorschlitten übers Eis. Leider verunglückt ein junger Mann, weil er mit dem Schlitten in ein Wasserloch fährt und ertrinkt. Ein tragischer Unfall denken viele. Als kurze Zeit später ein junger Mann ermordet wird, nimmt die neue Hauptkommissarin Linda Lundin mit den ihren Kollegen die Ermittlungen auf und es kommt einiges zu tage. Auch der vermeintliche Unfall wird dabei berücksichtigt.
Die Autorin beschreibt nicht nur sehr ausführlich, wie die Arbeit vorangeht, sie baut langsam eine Spannung auf. Außerdem erfahre ich vieles aus dem Privatleben der Ermittler und über das Leben im Norden am Polarkreis. Gleichzeitig serviert sie mir viele Verdächtige und am Ende werde ich auch überrascht, denn mit diesem Täter hatte ich nicht gerechnet.
Fazit:
Gerne habe ich Kommissarin Lundin bei ihren Ermittlungen in Lappland begleitet und gebe eine Leseempfehlung. Über weitere Folgen würde ich mich sehr freuen, denn ich bin neugierig, wie sich alles im privaten Bereich entwickelt.
Jürg K.
5/5
13.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Spannender Nordkrimi
Ein sehr passendes und eindrückliches Cover zu diesem Buch. In dem abgelegenen verschneiten Dorf in Lappland scheint alles friedlich zu verlaufen. Mit der Idylle ist es vorbei als der beliebte neunzehnjährige Lucas grausam ermordet wird. Abgeschlachtet wie ein Rentier. Hauptkommissarin Linda Lundin aus Lund übernimmt die Ermittlungen. Gemeinsam mit Bengt Karlsson und Margareta Mattsson stösst sie auf ein Netz aus Schweigen, alten Wunden und einem weiteren Todesfall. Lucas bester Freund, Emil ertrank im Dezember im See, war das wirklich ein Unfall? Ich wurde beim Lesen in die samische Kultur eingeführt. Hiltrud Baier versteht es, die Kälte nicht nur meteorologisch, sondern auch emotional spürbar für den Leser zu machen. Die Spannung in dieser Geschichte entsteht durch psychologische Tiefe und das langsame Aufdecken von Geheimnissen. Linda Lundin ist eine Ermittlerin mit frischem Blick, jedoch mit innerer Zerrissenheit. Lucas und Emil, sind zwei junge Männer, deren Schicksale das Dorf erschüttern. Die Dorfbewohner sind vielschichtig, schweigsam, oft tragisch. Die Protagonisten sind glaubwürdig und tragen die Geschichte mit stiller Kraft. Für mich ein Krimi wie ein Polarlicht, still, geheimnisvoll und voller Schatten. Sehr empfehlenswert.
Anna
5/5
10.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Stimmungsvoller Krimi
Ein grausamer Mord an einem jungen Mann im winterlichen Lappland. Nur allmählich nehmen die Ermittlungen Fahrt auf, was hier gut passt. Denn nebenbei erfährt man viel über die Lebensweise der Samen und taucht ein in die Farben des Winters. Klirrende Kälte, Polarlichter, der zugefrorene See - das alles wird gut in Szene gesetzt und weckt Sehnsüchte. Eine stimmungsvolle Reise in den hohen Norden mit überraschenden Wendungen und sympathischen Ermittlern. Hat mir gefallen!
Yvonne
aus Frankfurt am Main
4/5
11.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Atmosphärische Landschaftsbeschreibungen von Lappland und seiner Bevölkerung faszinieren hier besonders
Hiltrud Baier hat einen atmosphärisch dichten, Lappland und seine Bevölkerung sehr authentisch beschreibenden Roman vorgelegt, der auch einen Kriminalfall beinhaltet. In diesem werden die einzelnen handelnden Personen im Einzelnen beschrieben. So startet die Geschichte mit einem Unglücksfall auf dem eingebrochenen Eis, bei dem der 19jährige Emil an seinem Geburtstag im See in Jokkmokk ertrinkt, angeschnallt an seinen Motorschlitten. Seine beiden Freunde Lucas und Per-Ante versuchen ihn noch zu retten. Ein wenig später geschieht das Unfassbare, am Tag des Marktfests in der Nacht des Samedans wird Lucas, ebenfalls an seinem Geburtstag in einem abgelegenen alten Café, das nicht mehr genutzt wird, umgebracht. Ganz gezielt, so wie man ein Rentier tötet, mit einem Messer von hinten in den Hals. Und hier beginnen die Ermittlungen der örtlichen Polizisten Margareta und Bengt. Diese werden verstärkt durch die für den Fall hinzugezogene Kommissarin Linda Lundin, die für den Fall anreist. Es werden nicht nur die Einwohner befragt und Schlüsse gezogen. Warum und mit wem hat sich der Tote in der Nacht so abgelegen in dem Café getroffen, warum hat er so viel Bargeld daheim und auf seinem Konto gehabt, besteht ein Zusammenhang mit dem Tod von Emil und könnte einer der Einwohner der nächste sein?
Die Autorin erzählt den Krimi spannend, aber langsam aufbauend, so dass sehr viel Zeit für Landschaftsbeschreibungen und die Bewohner von Jokkmokk und deren Leben bleibt. Dieses fand ich sehr gut gemacht, da ich mehr von dem Leben in Lappland wissen wollte. Da die Autorin dort selbst lebt, ist es wirklich sehr bildhaft und authentisch beschrieben. Dieses gilt auch für die Jahreszeit mit dem Schnee und der Kälte. Ebenfalls werden regionale Besonderheiten gut dargestellt, wie beispw. die Messerschnitzereien, das Leben in einer sehr kleinen Ortschaft bei minus 30 Grad, die Besonderheiten der Nordlichter. Ich konnte dieses alles sehr plastisch vor mir sehen. Jeder der Protagonisten trägt die Geschichte in relativ kurzen Kapiteln weiter. Mir war der Kriminalfall dabei selbst nur sekundär wichtig, da mich die Beschreibungen der Örtlichkeiten und Personen mehr faszinierten. Er wird jedoch über den gesamten Roman weitergetragen und war spannend, gegen Ende nahm er dann nochmals richtig Fahrt auf. Auf die Lösung selbst bin ich so nicht gekommen, da immer mal wieder kleinere Puzzleteile auch in andere Richtungen wiesen. Mir hat der Roman gut gefallen und es ist von der Autorin der zweite Teil früher bereits unter einem Pseudonym erschienen, so dass ich hoffe, er kommt bald auch als Oktopus Buch bei Kampa heraus. Ich möchte gerne wissen, wie es mit den Polizisten und der Bevölkerung, die man schon kennengelernt hat, weiter geht. Von mir eine klare Leseempfehlung für Leser von unblutigen Krimis, die auf gute Landschaftsbeschreibungen und fremde Orte Wert legen, zudem sympathische Hauptprotagonisten mögen.
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