Eine triumphale Neuerzählung der Menschheitsgeschichte
Auf einer Reise von der Chauvet-Höhle in Frankreich durch das klassische Griechenland, die Bibliotheken der Azteken, Ashokas Indien, das China der Tang-Dynastie, Nofretetes Ägypten und weitere Epochen: Diese leicht verständliche und unterhaltsame Big History des deutschamerikanischen Literaturwissenschaftlers Martin Puchner enthüllt die Entstehung und Gründe menschlicher Kultur - und wie kulturelle Aneignung dies ermöglichte. Wozu brauchen wir Kunst und Kultur überhaupt? Warum sollten wir uns mit unserer Vergangenheit beschäftigen? Martin Puchner erzählt mitreißend, warum wir nur durch Kultur in der Lage waren, unsere Fähigkeiten zu entwickeln, und wie sie durch unsere Begegnungen, kollektiven Verluste und Wiederentdeckungen, Innovationen, Nachahmungen und Übernahmen Gesellschaften über die Jahrhunderte vorangetrieben und unser Überleben gesichert hat. Kultur kann daher nicht als Ressource einer Gemeinschaft gesehen werden, sondern entsteht im Austausch mit anderen, als geliehene Form und Verschmelzung von Ideen - durch Zeichnen, Sprechen, Speichern von Wissen. Wie ein riesiges Recyclingprojekt werden kleine Fragmente aus der Vergangenheit hervorgeholt und neu genutzt. Anhand bisher unbekannter Bespiele ermöglicht Puchner einen spannenden, neuen Blick auf die Menschheit und liefert ein wichtigen Beitrag zur Debatte über Originalität und kulturelle Aneignung.
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Eine etwas andere Kulturgeschichte
Kaffeeelse (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 05.10.2025
Bewertungsnummer: 2616463
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Blicke auf die verschiedenen Kulturen unserer Erde begeistern und interessieren mich schon eine recht lange Zeit. Diese ethnographischen und historischen Sichten in Verbindung zu den kulturellen Leistungen dieser Kulturen zu bringen ist für mich absolut interessant, da es für mich persönlich alte Interessen in Verbindung bringt zu meinen jetzigen Sichten, in denen die Literatur eine größere Rolle spielt als noch vor ein/zwei Jahrzehnten.
Besonders gereizt hatte mich in dem Buch der Blick auf die Azteken, da mich gerade die autochthonen Bewohner der Amerikas in der Ethnographie am meisten faszinieren, ebenso aber auch die Bewohner des ethnographischen Gebietes Sudan, die Adivasi-Gruppen Indiens, die Bergstämme in Südostasien und die australischen Ureinwohner. Aber nicht nur auf die Azteken blickt Martin Puchner in seinem Buch. Die Reise in dem Buch beginnt in der Chauvet-Höhle in Frankreich, blickt auf eine Zeit vor 35000 Jahren, weiter geht es ins alte Ägypten, zu den alten Griechen, zu König Ashoka ins alte Indien, ins alte Rom, nach China und Japan, in den Irak zu den Kalifen in Bagdad, ins alte Äthiopien, zu Hildegard von Bingen, in die Zeit der Entdeckungen mit einem besonderen Blick auf die Rolle Portugals, in die Zeit der Unabhängigkeitsbestrebungen von Haiti, dann wird es besonders interessant mit einem Blick auf George Eliot, einem Blick auf die japanische Kunst und einem Blick auf die Unabhängigkeitsbestrebungen in neuerer Zeit mit einem besonderen Blick nach Nigeria. Der Epilog dann erzählt von dem Projekt der Future Library und ich bin nach der Lektüre des Buches absolut begeistert.
Denn Martin Puchner beschreibt hier nicht einfach trocken und etwas verstaubt diese Blicke in die Vergangenheit. Er vermag es diese Sichten recht modern und absolut interessant zu vermitteln. Martin Puchner zeichnet Zusammenhänge, die die Kulturen verbanden, die auch später noch nachwirkten. Er zeichnet ein ganzheitliches Bild, welches unsere Erde zusammenhängender erscheinen lässt. Denn Begegnungen und Austausch fanden schon immer statt und hatten natürlich Folgen, ließen Verbindungen zu. Der Literaturwissenschaftler blickt in seinem Buch dabei auch recht kritisch auf unsere westliche Kultur und ihre Übernahmementalität, was mir ebenfalls sehr gefallen hat. Und er blickt ebenso auf Männer und Frauen, stellt auch weibliche Blicke zentral, was in unserer doch recht patriarchal geprägten Welt weniger zu finden ist. Denn Frauen waren in der Kultur auch früher schon aktiv, siehe George Eliot und viele andere, die weniger Erwähnung finden als ihnen eigentlich zustände. Insgesamt betrachtet ist das Buch „Kultur“ ein Buch, welches ich sehr gern empfehle. Es ist modern und klug geschrieben, vermittelt ein ungeheures Wissen in einer absolut gelungenen Form. Liebe ich! 432 Seiten, die im Flug an mir vorbeirauschten. ❤
Und dieser Blick im Epilog auf die Future Library. Einfach Zucker. Denn wo steht die Welt dann im Jahre 2114, wenn die Future Library geöffnet wird, wir zu Staub zerfallen sind und unsere Nachfahren darauf schauen, so wie wir heute auf die Vergangenheit schauen? Was werden Margaret Atwood, Tommy Orange und viele andere wohl unseren Nachfahren sagen? Eine geniale Idee. Kunstprojekt und eigentlich auch so viel mehr.
Eine etwas andere Kulturgeschi…
kaffeeelse aus D am 05.10.2025
Bewertungsnummer: 2963623
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine etwas andere Kulturgeschichte Blicke auf die verschiedenen Kulturen unserer Erde begeistern und interessieren mich schon eine recht lange Zeit. Diese ethnographischen und historischen Sichten in Verbindung zu den kulturellen Leistungen dieser Kulturen zu bringen ist für mich absolut interessant, da es für mich persönlich alte Interessen in Verbindung bringt zu meinen jetzigen Sichten, in denen die Literatur eine größere Rolle spielt als noch vor ein/zwei Jahrzehnten. Besonders gereizt hatte mich in dem Buch der Blick auf die Azteken, da mich gerade die autochthonen Bewohner der Amerikas in der Ethnographie am meisten faszinieren, ebenso aber auch die Bewohner des ethnographischen Gebietes Sudan, die Adivasi-Gruppen Indiens, die Bergstämme in Südostasien und die australischen Ureinwohner. Aber nicht nur auf die Azteken blickt Martin Puchner in seinem Buch. Die Reise in dem Buch beginnt in der Chauvet-Höhle in Frankreich, blickt auf eine Zeit vor 35000 Jahren, weiter geht es ins alte Ägypten, zu den alten Griechen, zu König Ashoka ins alte Indien, ins alte Rom, nach China und Japan, in den Irak zu den Kalifen in Bagdad, ins alte Äthiopien, zu Hildegard von Bingen, in die Zeit der Entdeckungen mit einem besonderen Blick auf die Rolle Portugals, in die Zeit der Unabhängigkeitsbestrebungen von Haiti, dann wird es besonders interessant mit einem Blick auf George Eliot, einem Blick auf die japanische Kunst und einem Blick auf die Unabhängigkeitsbestrebungen in neuerer Zeit mit einem besonderen Blick nach Nigeria. Der Epilog dann erzählt von dem Projekt der Future Library und ich bin nach der Lektüre des Buches absolut begeistert. Denn Martin Puchner beschreibt hier nicht einfach trocken und etwas verstaubt diese Blicke in die Vergangenheit. Er vermag es diese Sichten recht modern und absolut interessant zu vermitteln. Martin Puchner zeichnet Zusammenhänge, die die Kulturen verbanden, die auch später noch nachwirkten. Er zeichnet ein ganzheitliches Bild, welches unsere Erde zusammenhängender erscheinen lässt. Denn Begegnungen und Austausch fanden schon immer statt und hatten natürlich Folgen, ließen Verbindungen zu. Der Literaturwissenschaftler blickt in seinem Buch dabei auch recht kritisch auf unsere westliche Kultur und ihre Übernahmementalität, was mir ebenfalls sehr gefallen hat. Und er blickt ebenso auf Männer und Frauen, stellt auch weibliche Blicke zentral, was in unserer doch recht patriarchal geprägten Welt weniger zu finden ist. Denn Frauen waren in der Kultur auch früher schon aktiv, siehe George Eliot und viele andere, die weniger Erwähnung finden als ihnen eigentlich zustände. Insgesamt betrachtet ist das Buch „Kultur“ ein Buch, welches ich sehr gern empfehle. Es ist modern und klug geschrieben, vermittelt ein ungeheures Wissen in einer absolut gelungenen Form. Liebe ich! 432 Seiten, die im Flug an mir vorbeirauschten. ❤ Und dieser Blick im Epilog auf die Future Library. Einfach Zucker. Denn wo steht die Welt dann im Jahre 2114, wenn die Future Library geöffnet wird, wir zu Staub zerfallen sind und unsere Nachfahren darauf schauen, so wie wir heute auf die Vergangenheit schauen? Was werden Margaret Atwood, Tommy Orange und viele andere wohl unseren Nachfahren sagen? Eine geniale Idee. Kunstprojekt und eigentlich auch so viel mehr.
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