«Wie gut und ermutigend, dass es Natascha Wodin und ihre Bücher gibt!» Marko Martin, Welt am Sonntag
Was bedeutet es, wenn man sich in hohem Alter noch einmal verliebt? Wenn nicht mehr viel Zeit füreinander bleibt und man sich eigentlich schon im Alleinsein eingerichtet hat? In Natascha Wodins neuem Buch wagt die Erzählerin den Versuch, die Liebe über die Einsamkeit siegen zu lassen, ein letztmögliches Lebensexperiment, in dem sich die Fragen nach Liebe und Tod mit existenzieller Dringlichkeit stellen und die Mühen des Alters zum Alltag gehören. Die Geschichte des Paares ist der rote Faden im Text, einem Gewebe aus Erinnerungen, Reflexionen, Beobachtungen - aufgezeichnet an einem mecklenburgischen See mit Blick auf das Wasser und den gegenüberliegenden Horizont.
Natascha Wodin erzählt berührend, ehrlich und poetisch über widersprüchliche Gefühle, über Nähe und Fremdsein in einer Beziehung, ihre Gedanken an den näher rückenden Tod und den Schmerz des unaufhaltsamen Abschieds.
«Die Sprache Wodins nimmt dem, was sie erzählt, nicht den Schrecken. Im Gegenteil: Sie macht ihn spürbar, nachvollziehbar. Und gleichzeitig spendet ihre Kunst den so nötigen Trost.» Der Spiegel
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Magdalena
aus Köln
4/5
25.12.2025
eBook (ePUB 3)
Einblicke ins Leben der 80jährigen Autorin
Die späten Tage von Natascha Wodin ist eine autobiographische Erzählung über das Leben der 80jährigen Autorin. Ihr Buch „Sie kam aus Mariupol“ wurde 2017 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.
Natascha Wodin wirft einen Blick zurück auf ihr Leben, ihre neue Beziehung und den von Altersbeschwerden und Gebrechen geprägten Alltag. Ihr neuer Partner Friedrich ist sechs Jahre älter als sie. In der Anfangsphase der Beziehung war er noch fit und unternehmungslustig, doch von Tag zu Tag geht es ihm schlechter, er lebt mit Schmerzen und hofft, dass die in einigen Monaten geplante Hüft-OP seine Lebensqualität verbessern wird.
Natascha wurde 1945 als Tochter ukrainischer Zwangsarbeiter geboren. Ihre Eltern sind nach dem Krieg aus Angst von Stalins Repressalien in Deutschland geblieben. In der Schule war sie das Russenkind. Zunächst arbeitete sie als Stenotypistin, später als Übersetzerin.
Die unbeschönigten Beschreibungen des Alterns und des Verfalls haben mich berührt und betroffen gemacht. Meine Eltern sind genauso alt wie Natascha und Friedrich, und ich erkenne viele ihrer Altersbeschwerden wieder: Schlaflose Nächte in Folge von Gelenkschmerzen in Armen und Beinen, stark nachlassende Sehkraft, die Notwendigkeit von Hörgeräten, fehlende Energie für Unternehmungen, die Kraft und Überwindung kosten. „Das sogenannte Jammern, das wir von alten Menschen kennen, ist nicht mehr als die Spitze des Eisbergs. Wahrscheinlich könnten die Jungen ihr Leben nicht leben, wären sie nicht geschützt vor dem Wissen darum, wohin sie gehen und was sie schließlich erwartet.“
Die Autorin hat einen poetischen Schreibstil, über ihre neue Beziehung schreibt sie: „Wir befanden uns in einem Wettlauf mit der Zeit, wir zählten sie nicht in Jahren, sondern in Tagen, in Stunden. Während wir uns fanden, nahmen wir ständig Abschied, wir konnten uns kaum noch voneinander lösen, weil wir nicht wussten, ob es eine nächste Umarmung geben würde. In dem kleinen Rest Zeit, der uns blieb, einem Rest, der uns gar nicht mehr zustand, der eine höchst unsichere Zugabe war, mussten wir so vieles nachholen, ein ganzes gemeinsames Leben.“
Sie hat Verständnis für Freunde und Bekannte, die freiwillig aus einem Leben geschieden sind, das sie nicht mehr für lebenswert gehalten haben. „Es ist nicht die Zeit, Verbindungen zu festigen, es ist die Zeit, sie langsam zu lösen. Das Sichentfernen beginnt lange vor dem Sterben. So ist es von der Natur vorgesehen. Die Kinder wachsen nach und nach in die Welt hinein, die Alten nach und nach aus ihr hinaus.“
Das Buch ist großartig geschrieben, aber es hat mich bedrückt zurückgelassen. Es bestätigt, was seinerzeit meine Oma und heute meine Eltern sagen: Es ist nicht schön, alt zu sein, die Zukunftsaussichten sind alles andere als vielversprechend.
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
06.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was bedeuten diese späten Tage für uns?!?!
Mein erstes Buch von Natascha Wodin war „Der Fluss und das Meer“. Und genau dieses Buch ließ mich aufhorchen. Denn diese Autorin kann schreiben, ihre Schreibe bewegt und berührt. Nach solch einer Lektüre will ich natürlich mehr. Und dieses Mehr kam mit „Die späten Tage“.
Ein Buch übers Älterwerden. Wenn man nicht mehr ganz so taufrisch ist, gewinnt solch ein Buch an Bedeutung. Denn einiges kennt man schon, anderes wieder wartet noch auf seine Zeit. Und so liest sich dieses „Die späten Tage“ doch recht schnell weg. „Die späten Tage“ ist ein Blick auf Natascha Wodin, ein Blick auf ihr Leben, ein Blick auf das Altwerden. Und dieses ganze Konglomerat ist liebevoll und empathisch geschrieben. Ich liebe ihre Schreibe, ihre Sichten, ihre Gedanken. Natascha Wodin, am 8. Dezember 25 wurde sie 80 Jahre, blickt in ihrem im November 25 erschienenen Buch ehrlich auf ihr Jetzt und auf ihr Gestern, beschäftigt sich mit ihrem Alterungsprozess und mit dem Danach, welches ja irgendwann auf uns alle wartet, denn dieses Leben überleben schafft ja bekanntlich niemand. Und doch wird genau dieses Thema, unser Sterben, ja meist irgendwie ausgeblendet. Ich arbeite im Krankenhaus und ja, in unserem Berufsalltag ist der Tod kein Thema, dem man dort ausweichen kann. In der Psychiatrie ist es noch einmal anders, dort kommt der Suizid noch dazu. Auch etwas mit dem man klarkommen muss. Denn gerade psychiatrisch Erkrankte kommen oft wieder und ja, man baut Bindungen auf, ob man will oder nicht. Denn unser menschliches Empfinden kann man ja nicht mit dem Einloggen auf Arbeit ablegen. Will man ja auch nicht! Ich auf gar keinen Fall und meine Kolleginnen auch nicht. Doch auch das Älterwerden und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten werden meist weggeschoben und nicht betrachtet. Warum eigentlich? Weil es weh tut?! Nun wir schreiben sehr viel über die Liebe!?!? Diese kann ja auch sehr schmerzhaft sein. Wird aber dennoch betrachtet. Immer und immer wieder. Meiner Meinung bedarf aber auch der Blick auf das Alter einer genaueren Betrachtung. Denn da passiert so einiges. Und völlig unbedarft dort hinzukommen. Nun ja. Meines Erachtens sollte ein anderer Umgang mit diesem doch recht einschneidenden Prozess in unserer Gesellschaft Einzug halten. Wir werden älter, haben also länger etwas vom sogenannten Altwerden. Völlig ahnungslos da hinein schlittern. Nun ja, das wirkt auf mich etwas blauäugig.
Denn nur wenn ich mich weigere mich mit etwas auseinanderzusetzen, heißt dies ja dann nicht, dass ich davon verschont bleibe.
„Die späten Tage“ ist auf jeden Fall ein Buch, welches ungeschönt und ehrlich auf dieses Älterwerden und das daran anschließende Gehen schaut. Ein empathisches Buch! Ein berührendes Buch! Ein Tipp!
Was bedeutet es alt zu werden, alt zu sein? Natascha Wodin beschreibt gnadenlos, wie es ihr geht, was die Alterungsprozesse mit ihr gemacht haben. Daraus kann man Schlüsse ziehen. Denn ein Wissen über das Kommende lässt vielleicht ein Gegensteuern zu. Der unausweichliche Muskelabbau und die damit einhergehende schwindende Kraft sind sicher nichts Schönes. Doch ist man dem hilflos ausgeliefert oder hat man vielleicht doch über Bewegungstherapie, angepasste Übungen eine Möglichkeit da etwas zu verbessern, sich sein Leben schöner zu gestalten. Ebenso wie ein Überdenken der Ernährung, des Flüssigkeitshaushaltes hier durchaus hilfreich sein kann. Es gibt hier sicher noch mehr, was man tun kann.
Nur eines hilft sicher nicht, den Kopf in den Sand stecken.
Die Lektüre von „Die späten Tage“ ist empathisch berührend, aber ebenso höchst informativ. Denn dieses Älterwerden ist ein Thema, mit dem wir uns beschäftigen müssen!
Lesetipp und Leseempfehlung!
Bewertung
aus Villach
5/5
25.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein unglaublich berührendes, unter die Haut gehendes Buch über das hohe Alter
Natascha Wodin beschreibt ihr Leben als hochbetagte 80-jährige Frau. Mit Friedrich findet sie ihre späte Liebe, obwohl trotz des reifen Alters der beiden das Zusammenleben nicht immer einfach ist. Die Jahre haben Prägungen hinterlassen, die nicht mehr zu ändern sind.
Natascha Wodin beschreibt ihr hohes Alter, von außen betrachtet, wie man es sich wünschen würde: sie ist gesund, fit im Kopf, führt eine Partnerschaft, kann noch schreiben, Autofahren und sich selbst versorgen. Welcher Kraftaufwand jedoch dahintersteckt, den Alltag zu bewältigen, wie viel Überwindung das Leben und welchen Stress es kostet, wenn abseits der täglichen Routinen Aufgaben zu bewältigen sind, wird hier sehr sensibel und berührend beschrieben: Der Schlaf ist nicht mehr tief, zum Spazierengehen benötigt man Stöcke (eventuell bald einen Rollator), die Angst vorm Sterben ist präsent, wie soll man da längerfristige Pläne schmieden. Immer steht die Frage im Raum, wird sie Friedrich heute zum letzten Mal umarmen, wird er oder sie morgen noch leben?
Der Tod begleitet ständig ihre Gedanken und es ist unerträglich für sie, dem Tod so nahe zu sein. Und trotzdem hofft sie, dass der Tod sie nicht heimsuchen wird, obwohl bis jetzt alle Menschen, die geboren wurde, auch gestorben sind. Sie schreibt vom großen Irrtum, dass man im Alter keine Angst mehr vom Tod hat oder dass man bereit und einverstanden wäre zu sterben.
Ein unglaublich berührendes, unter die Haut gehendes Buch über das hohe Alter. Natascha Wodin gelingt es zu zeigen, wie schwer es ist alt zu sein, trotz guter Gesundheit, Und was es heißt, sich mit der Endlichkeit auseinanderzusetzen.
Uneingeschränkte Empfehlung
CK
aus Raum Stuttgart
5/5
08.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Beständigkeit der Liebe:…
Die Beständigkeit der Liebe: Lebenskluges Buch über das Altwerden Seit ich Natascha Wodins berührendes Buch „Sie kam aus Mariupol“ gelesen hatte, bin ich ein großer Fan dieser Autorin und habe mich daher sehr über diese Neuveröffentlichung gefreut. In „Die späten Tage“ schrebit sie sehr ehrlich, poetisch und unbeschönigt über das Älterwerden und das unausweichliche Sterben. „Ich glaube, dass niemand weiß, wie man alt wird. Niemand hat uns das gesagt, niemand hat uns darauf vorbereitet. Alle werden vom Alter überrumpelt und sind ratlos, auf einem fremden, unergründlichen Gelände, von dem man nicht weiß, ob es Wirklichkeit ist oder ein Traum. Man weiß nur, dass man aus diesem Alptraum nie mehr erwachen wird.“ Aber es geht auch um ihre späte Liebe zu einem Mann namens Friedrich, über ihre nicht immer einfache Beziehung und um widersprüchliche Gefühle. „Ich weiß nicht, wie es möglich ist, dass Friedrich sich einst in dieses Haus verlaufen hat. Und ich weiß auch nicht, wie es möglich ist, dass ich mich hierher verlaufen habe. Weil ich nicht wusste, wohin ich sonst gehen sollte? Weil Friedrich meine einzige Möglichkeit war? Im Grunde ist es nichts Neues für mich, was ich jetzt erlebe. Es war immer schon so bei mir. Ich war immer in der Fremde, ich konnte nie bleiben und nie gehen so sehr ich es auch wollte.“ Natascha Wodin blickt auf ihr bisheriges Leben zurück; die Texte sind eine gelungene Mischung aus Erinnerungen, Rückblicken sowie aktuellen Beobachtungen. Und auch, wenn ich noch längst nicht im Alter der Autorin (sie ist gerade 80 geworden) bin, haben mich viele ihrer Worte zum Nachdenken gebracht. „Die gegenständliche Welt ist nicht für alte Menschen gemacht, der Alltag in dieser Welt wird zu einer ständigen Überforderung, zum Dauerstress, zu einer Leistung, die man nicht mehr erbringen kann. Und damit verbunden ist die Scham darüber, dass man es nicht mehr kann, dass man es immer weniger kann, weil man immer schwächer, hilfloser und konfuser wird. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich alte Menschen in meinen jungen Jahren wahrgenommen habe. Ich fühlte etwas zwischen Grauen, Mitleid, Verständnislosigkeit und Aversion bei ihrem Anblick, und ich hielt es für ausgeschlossen, dass ich irgendwann genauso werden würde wie sie. Jetzt fühlen und denken junge Menschen genau dasselbe von mir, wenn sie mich sehen.“ Niemand denkt gerne über den eigenen Tod nach, wie auch die Autorin klug erkannt hat: „Bisher sind alle Menschen, die geboren wurden, gestorben. Zum jetzigen Zeitpunkt sollen über acht Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sie werden ebenfalls alle sterben. Ich auch? Manchmal denke ich immer noch, nein, das wird mir nicht passieren, irgendwie werde ich davonkommen, das ist mir doch bis jetzt immer gelungen. Warum können wir alle nicht glauben, dass wir sterben müssen? Weil der Gedanke unerträglich ist oder weil uns ein natürlicher Instinkt sagt, dass es den Tod nicht gibt?“ Natascha Wodins Worte haben mich oft tief berührt: „Ich kann kein neues Leben mehr anfangen, dazu ist es zu spät, ich kann nur noch bleiben, wo ich bin und mich in der Beständigkeit der Liebe üben.“ Das Buch mag keine „leichte Kost“ sein, aber ich habe jede Seite genossen. So klug und vielschichtig - und hoffentlich noch nicht das letzte Werk dieser großartigen Schriftstellerin! Vielen Dank an den argon Hörbuch-Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! Martina Gedeck liest wirklich grandios; fast könnte man vergessen, dass sie nicht über ihr eigenes Leben spricht. - Nur leider sind Hörbücher einfach nichts für mich; ich brauche das geschriebene Wort von meinen Augen. Daher habe ich mir gleich darauf das Buch noch selbst gekauft. So gefiel mir „Die späten Tage“ noch viel besser und ich vergebe 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für dieses kluge Buch!
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
08.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Beständigkeit der Liebe: Lebenskluges Buch über das Altwerden
Seit ich Natascha Wodins berührendes Buch „Sie kam aus Mariupol“ gelesen hatte, bin ich ein großer Fan dieser Autorin und habe mich daher sehr über diese Neuveröffentlichung gefreut.
In „Die späten Tage“ schrebit sie sehr ehrlich, poetisch und unbeschönigt über das Älterwerden und das unausweichliche Sterben.
„Ich glaube, dass niemand weiß, wie man alt wird. Niemand hat uns das gesagt, niemand hat uns darauf vorbereitet. Alle werden vom Alter überrumpelt und sind ratlos, auf einem fremden, unergründlichen Gelände, von dem man nicht weiß, ob es Wirklichkeit ist oder ein Traum. Man weiß nur, dass man aus diesem Alptraum nie mehr erwachen wird.“
Aber es geht auch um ihre späte Liebe zu einem Mann namens Friedrich, über ihre nicht immer einfache Beziehung und um widersprüchliche Gefühle.
„Ich weiß nicht, wie es möglich ist, dass Friedrich sich einst in dieses Haus verlaufen hat. Und ich weiß auch nicht, wie es möglich ist, dass ich mich hierher verlaufen habe. Weil ich nicht wusste, wohin ich sonst gehen sollte? Weil Friedrich meine einzige Möglichkeit war? Im Grunde ist es nichts Neues für mich, was ich jetzt erlebe. Es war immer schon so bei mir. Ich war immer in der Fremde, ich konnte nie bleiben und nie gehen so sehr ich es auch wollte.“
Natascha Wodin blickt auf ihr bisheriges Leben zurück; die Texte sind eine gelungene Mischung aus Erinnerungen, Rückblicken sowie aktuellen Beobachtungen.
Und auch, wenn ich noch längst nicht im Alter der Autorin (sie ist gerade 80 geworden) bin, haben mich viele ihrer Worte zum Nachdenken gebracht.
„Die gegenständliche Welt ist nicht für alte Menschen gemacht, der Alltag in dieser Welt wird zu einer ständigen Überforderung, zum Dauerstress, zu einer Leistung, die man nicht mehr erbringen kann. Und damit verbunden ist die Scham darüber, dass man es nicht mehr kann, dass man es immer weniger kann, weil man immer schwächer, hilfloser und konfuser wird. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich alte Menschen in meinen jungen Jahren wahrgenommen habe. Ich fühlte etwas zwischen Grauen, Mitleid, Verständnislosigkeit und Aversion bei ihrem Anblick, und ich hielt es für ausgeschlossen, dass ich irgendwann genauso werden würde wie sie. Jetzt fühlen und denken junge Menschen genau dasselbe von mir, wenn sie mich sehen.“
Niemand denkt gerne über den eigenen Tod nach, wie auch die Autorin klug erkannt hat:
„Bisher sind alle Menschen, die geboren wurden, gestorben. Zum jetzigen Zeitpunkt sollen über acht Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sie werden ebenfalls alle sterben. Ich auch? Manchmal denke ich immer noch, nein, das wird mir nicht passieren, irgendwie werde ich davonkommen, das ist mir doch bis jetzt immer gelungen. Warum können wir alle nicht glauben, dass wir sterben müssen? Weil der Gedanke unerträglich ist oder weil uns ein natürlicher Instinkt sagt, dass es den Tod nicht gibt?“
Natascha Wodins Worte haben mich oft tief berührt:
„Ich kann kein neues Leben mehr anfangen, dazu ist es zu spät, ich kann nur noch bleiben, wo ich bin und mich in der Beständigkeit der Liebe üben.“
Das Buch mag keine „leichte Kost“ sein, aber ich habe jede Seite genossen. So klug und vielschichtig - und hoffentlich noch nicht das letzte Werk dieser großartigen Schriftstellerin!
Vielen Dank an den argon Hörbuch-Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!
Martina Gedeck liest wirklich grandios; fast könnte man vergessen, dass sie nicht über ihr eigenes Leben spricht. - Nur leider sind Hörbücher einfach nichts für mich; ich brauche das geschriebene Wort von meinen Augen.
Daher habe ich mir gleich darauf das Buch noch selbst gekauft. So gefiel mir „Die späten Tage“ noch viel besser und ich vergebe 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für dieses kluge Buch!
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