Lauren und Jean sind schon lange verheiratet. Sie begehren sich immer noch, doch Lauren hat sich einen Liebhaber genehmigt: ihren Kollegen Maxime. Es plagt sie nicht das geringste schlechte Gewissen. Sie nimmt sich von Maxime, was sie möchte, und sie bestimmt die Regeln. Das irritiert Maxime, der von Frauen anderes gewohnt ist. Noch mehr würde er sich wundern, wenn er wüsste, von wem seine Frau Nadia derweil träumt ...
In raffiniert verwobenen Perspektiven und mit einem untrüglichen Gespür für erotische Nuancen erzählt Liaisons von der Macht der Fantasie, der Ambivalenz der Freiheit - und dem köstlichen Risiko, sich selbst zu verlieren.
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Jean, Lauren, Maxime, Nadia und Emma und die Liebe
Kaffeeelse (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 21.02.2026
Bewertungsnummer: 3053788
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Liaisons“ von Céline Robert war ein wunderschönes Buch, nach dem kühlen Vorgänger wieder ein Herzensbuch voller Empathie und Wärme, ein Buch, welches ich gebraucht und sehr geliebt habe, „Liaisons“ ist ein Buch, welches Blicke auf Menschen ermöglicht, auf ihre Wünsche, auf ihr Leben, auf die Liebe, sehr intensiv und einfach wunderschön, verführerisch, französisch und tief.
5 Charaktere stehen in dem Buch zentral, 5 ebenbürtige Charaktere, die nacheinander zu Wort kommen, in der Art eines Episodenromans gezeichnet. 5 Charaktere und ihre Sicht auf das Leben. Das Leben, wie es plätschert, wie es wütet. Und ja, die Liebe steht zentral. Und der Gegensatz, zwischen dem, wie man sich selbst wahrnimmt und wie dies unsere Gegenüber tun. Sicherheiten, die fragil werden. Denn auch wenn man sich lang kennt, wenn man sich liebt und miteinander lebt, sagt man immer jede Wahrheit?! Wohl kaum. Denn manchmal verlangt das Leben kleine Lügen, sonst würden wir uns wohl alle ganz schnell gegenseitig vernichten. Wie viel Wahrheiten verträgt unser Gegenüber? Ein Thema des Buches. Ebenso wie der Lauf des Lebens ein Thema ist, denn es ist wohl ein sehr schwieriges Unterfangen, sich den Respekt und den Rang, den man gegenseitig einmal füreinander empfand, im Laufe der Jahre zu bewahren. Ein schwieriges Unterfangen, welches wohl nur wenige Menschen völlig problemlos durchstehen. Ja, die Kraft der Konversation, des gegenseitigen Sehens und Verstehens. Schwierig. Wir alle sind wohl voller Fehler und Unwägbarkeiten, die genau das sehr schwer gestalten. Ein Hoch auf diejenigen unter uns, die dies meistern. Sicher mit vielen Kompromissen.
Die 5 Charaktere in „Liaisons“ schaffen dies bedingt, denn wie der Buchtitel dies schon aussagt. Es geht um „Liaisons“. Affären, die man vielleicht eingeht. Wobei genau dies von der Autorin nicht bewertet wird. Was ich für mich sehr schön finde. Denn dies ist nicht bewertbar. Meiner Meinung nach. Monogamie. Ein Konstrukt. Lebensformen und Lebenskonstrukte gibt es unserer Geschichte, in den vielen Kulturen der Erde durchaus viele. Wobei ich finde, dass unsere monotheistischen Religionen sehr viel Veränderung in diese Lebenskonstrukte brachten und die Welten der bisher animistisch und polytheistisch lebenden Gruppen durchaus scharf umstrukturierten. Ob dies gut oder schlecht ist, darf jeder selbst für sich beantworten. Genau wie der Nutzen dieser Glauben für die herrschenden Klassen ein nicht zu vernachlässigender Gedanke ist. Was nun diese Monogamie für uns tun soll. Auch dies darf sich jeder selbst beantworten. Wer mit offenen Augen in unseren Gesellschaften unterwegs ist, wird diese „Liaisons“ überall bemerken. Und so scheint dieses Thema ja überall zu sitzen. Demzufolge könnte man meinen ein Buch mit einem wichtigen Thema vor sich zu haben. Denn was genau treibt uns in diese „Liaisons“?
Céline Robert gibt in ihrem Buch Einblicke in die Lebenswelten der 5 Hauptcharaktere und fesselt damit ungemein. Denn ihre Charaktere sind du und ich. Sind wir alle. Und was genau jeden von uns antreibt, darf jeder selbst entscheiden. Es ist einfach in den Charakteren des Buches eigenen Anteile zu finden. Und damit ermöglicht dieses Buch dieses so wichtige Sinnieren, welches ich ja so oft in meinen Rezensionen erwähne, welches ich so oft lobend und voller Feuer benenne. Ja, das Leben. Das feurige Leben, vor dem man sich nicht verstecken sollte. Denn unser Aufenthalt hier ist begrenzt. Viva la Vida! Ja Frieda!
In „Liaisons“ schildert Céline Robert die jeweiligen Lebenssituationen von Jean, Lauren, Maxime, Nadia und Emma. Sie umreißt sie kurz auf diesen 192 Seiten, aber völlig ausreichend und ungemein aussagekräftig und liebevoll. Ja, die Liebe zu unserem Tun und unserem Denken scheint ein wichtiger Aspekt für mich zu sein in der Lektüre. Wobei man dies nicht falsch verstehen sollte, diese Charaktere sind keine Wohlfühlcharaktere, die ich liebe. Aber es sind liebevoll und empathisch gezeichnete Charaktere mit Fehlern und Schwächen, die nicht bewertet werden. Als Lesende darf man die eigenen Schlüsse zum Tun der Hauptpersonen ziehen. Was gut ist! Es steckt alles in diesen 192 Seiten, was in das Buch/in die Thematik hineingehört. Der Rest steckt in uns selbst. Lesen!
Eine Liebeskomödie als bemerkenswertes Debüt
Eva am 26.11.2025
Bewertungsnummer: 2663463
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Vorhang auf und wir sind mitten drin in der ersten Szene einer säuerlichen und Liebeskomödie. Der Roman wird erzählt von fünf Stimmen, teils unwissentlich verwoben durch ein Geflecht aus Begierde, Machtverhältnissen, Befreiungsversuchen, Abhängigkeiten.
Lauren ist 41, verheiratet, hat einen angesehenen Beruf, lebt ohne Dramen. Sie legt sich einen Liebhaber zu, ihren Kollegen Maxime. Er ist schön, leicht beschränkt und völlig verunsichert von der Tatsache, dass Lauren nicht seinem Klischee der bedürftigen Maitresse entspricht. Sie bestimmt die Regeln und nimmt sich, was sie will. Das geht doch so nicht? Maxime ist verheiratet mit Nadia.
Nach einem Burnout versucht sie, der Schublade zu entkommen, in der sie das bourgeoisen Rollenverständnis gefangen hält. Entfremdet von ihrem Ehemann und sichtlich erschöpft kämpft sie um Selbstbehauptung und sucht das Loslassen in der Ekstase der Nacht. Gemeinsam mit ihrem Kindermädchen Emma.
Emma ist Studentin, klug, engagiert und sich ihrer verführerischen Jugend in eine, begehrenswerten Körpers sehr bewusst. Sie lebt das dionysische Prinzip und umgarnt ihren Professor Jean. Jean ist verheiratet mit Lauren und leidet unter der Entfremdung zu Lauren.
Zwischen den alltäglichen Dingen des Lebens entfaltet sich ein Spiel um menschliche Verletzlichkeit, das Wechselspiel zwischen dem Drang nach Freiheit und den Preis, den es dafür zu zahlen gilt und die Ambivalenz der Liebe.
Was bedeutet es, die Kontrolle zu verlieren? Für das eigene Leben, die Glaubenssätze, die Beziehung?
Sprachlich hinreißend pointiert und scharfzüngig führt der Debütroman von Céline Robert in einen erotischen Kosmos aus Wünschen, mühsam aufrecht erhaltenen Fassaden und Begehren. Die Grenzen zwischen Erotik und Sehnsucht nach Nähe verschwimmen ebenso wie die traditionellen Parameter für Anstand und Moral.
Ein wahres Lesevergnügen in einer hervorragenden Übersetzung, die den sprachlichen Witz gekonnt einfängt.
Herrlich kurzweilig, ideal zum Verschenken und absolut erfrischend. Eine uneingeschränkte Empfehlung!
Diese Autorin wird sich sicherlich innerhalb kürzester Zeit einen Namen machen.
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