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Caledonian Road Roman | Komprimierte Zeitgeschichte in ihrer unterhaltsamsten Form

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.11.2025

Verlag

Ullstein Taschenbuch

Seitenzahl

784

Maße (L/B/H)

20,5/13,4/4,6 cm

Gewicht

618 g

Farbe

Moosgrün / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Manfred Allié + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-548-07360-6

Beschreibung

Rezension

»Dabei entwickelt der kühne Text auch kunstgeschichtliche und literarische Diskurse, erinnert mitunter an Charles Dickens, Oscar Wilde oder Evelyn Waugh und lässt einen nicht los. Man steht nachts nochmal auf, um ein paar Seiten zu lesen und sitzt schon vor dem Frühstück wieder über dem Buch. Auch wenn im Text oft darüber philosophiert wird, dass Kunst und Künstler nichts wagen: hier ist endlich mal das Gegenteil der Fall.« ("MDR Kultur")
»Das Resultat ist ein mitreißendes Buch von wahrhaft Tom Wolfe-hafter Anmaßung und Größe, dem es trotz der bisweilen allzu breitbeinigen Attitüde überzeugend gelingt, künstlerischen Anspruch mit dem Besten aus guter Unterhaltungsliteratur zu vereinen.« ("SR2 Kulturradio")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.11.2025

Verlag

Ullstein Taschenbuch

Seitenzahl

784

Maße (L/B/H)

20,5/13,4/4,6 cm

Gewicht

618 g

Farbe

Moosgrün / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

  • Manfred Allié
  • Gabriele Kempf-Allie

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-548-07360-6

Herstelleradresse

Ullstein Taschenbuchvlg.
Friedrichstraße 126
10117 Berlin
DE

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  • drawe

    aus Landau

    5/5

    27.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein gewaltiges Panorama der britischen Gesellschaft

    Caledonian Road, kurz Cally genannt, ist eine Londoner Straße im Stadtteil Islington, und dort wohnt der Protagonist: Professor Campbell Flynn, ein ambitionierter Kunsthistoriker, bekannt und geliebt für seine Kolumnen. Flynn ist ein gesellschaftlicher Aufsteiger, der sich aus den Arbeitervierteln Glasgows durch seine Heirat mit der jungen Gräfin Elizabeth in die höchsten Gesellschaftskreise katapultiert hat. Er freundet sich an mit Milo Mangasha, einem seiner Studenten, dessen Mutter vor dem Bürgerkrieg aus Äthiopien geflüchtet war, und engagiert ihn als Forschungsassistent. Von diesem Kern ausgehend, entfaltet der Autor ein gewaltiges Panorama Englands in der Zeit nach dem Brexit und nach Corona. Ein ebenso gewaltiger Figurenreigen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und beruflichen Schichten tritt auf. Zeitungsleute, Freunde des Forschungsassistenten, die upper class, Klimaaktivisten, missratene Söhne, Politiker, Medienleute, Straßenrowdies etc. – es gibt keine gesellschaftliche Gruppe, die der Autor nicht in sein Panorama hineinzieht. Bis hin zum brisanten Thema der Raubkunst („Wir sind ein Volk von Dieben“) und der fehlenden Aufarbeitung des britischen Imperialismus, die Flynn provokant und mit Vehemenz einfordert. So unterschiedlich die Gruppen auch sind: alle sind sie miteinander verbunden durch ihre Gier nach Macht und Geld und ihre schmutzigen Geschäfte. Niemand ist sich nicht zu schade, sozial gebundene Gelder zu veruntreuen, zu schmuggeln und zu hehlen und sich an illegalen Arbeitern und Migranten zu bereichern, die wie Sklaven ausgebeutet werden. Dazu kommt nach dem Brexit der Ausverkauf Englands an russische Oligarchen und Kleptokraten zum Zwecke der Geldwäsche und die wachsende Abhängigkeit von russischem Geld. Und das Versagen der Finanzmarktaufsicht und auch der Steuerbehörden, denn Herkunft und Vermögen bleiben untrennbar miteinander verbunden. Flynns Forschungsassistent Milo erweist sich als begnadeter Hacker und spürt den dubiosen Geschäften und Verwicklungen der upper class nach. Er fasst seine Aktivitäten als privaten Rachefeldzug an einer erstarrten und moralisch verderbten Gesellschaft auf. Dabei macht er auch vor seinem Gönner Campbell nicht halt. Campbell Flynns Freund aus Studientagen, William Byre, ist das erste Opfer, und sein Absturz wirkt wie ein Wetterleuchten vor der nahenden Katastrophe. Ein sehr deprimierendes Bild des heutigen Englands! Der Autor vermittelt diesen schwergewichtigen und düsteren Stoff aber sprachlich leicht und flüssig. Vor allem sein Sinn für Komik und Süffisanz machen das Lesen zu einem Vergnügen. Ob das die Wellness-Verrücktheit mit Winterschneckenschleim-Gesichtsmasken ist oder der Kunstmarkt ist, der ein abgebrochenes Gipsohr zum teuren Objekt hochstilisiert: man muss über diese grotesken Auswüchse lachen. Je deutlicher sich aber die Katastrophe abzeichnet, um so mehr vergeht dem Leser das Lachen. Ein opulentes Panorama. 833 Seiten – und keine Sekunde langweilig.

  • Edith Berger

    aus 3istau

    5/5

    17.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    ungemein großes Lesevergnügen

    Irgendwie läuft es nicht mehr rund. Großbritannien hat schon berauschendere Zeiten erlebt. Das Fest ist zu Ende. Auch Campbell Flynn, der eigentlich keinen Grund zur Sorge hat, wird von Unruhe und Zweifeln erfasst. Campbell ist 52 Jahre alt, Intellektueller und Buchautor, glücklich mit Elizabeth, einer Psychotherapeutin verheiratet. Seit seiner Heirat mit Elizabeth, Tochter der Gräfin von Paxford, gehört er zur Elite des Landes. Sie haben 2 erwachsene Kinder. Während er zu seiner Tochter Kenzie ein gutes Verhältnis hat, kommt er mit seinem Sohn Angus gar nicht zurecht. Seine souveräne Gelassenheit bekommt Sprünge. Nicht nur, weil sein bester Freund seit Jugendzeiten, Sir William Byre die Schlagzeilen beherrscht. Dem Kaufhauskönig werden mehrere Vergehen zur Last gelegt. Sein Adelstitel wurde ihm bereits aberkannt. Und da ist noch Campbells Student Milo Mangasha. Klug, erfrischend respektlos in intellektuellen Auseinandersetzungen. Allerdings verfolgt der hoch motiviert seine eigenen Pläne und Interessen

  • Sue

    aus Uelzen

    4/5

    24.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Anspruchsvoller, komplexer Gesellschaftsroman

    "Ein echter Schriftsteller enthüllt die Wahrheit nicht. Er sucht ihr ein schönes Versteck." Mit "Caladonian Road" liefert Andrew O'Hagan auf knapp 800 Seiten einen komplexen Gesellschaftsroman, der ein kritisches Auge auf die Macht und Privilegien der britischen Elite wirft und auch immer wieder die Frage der Moral aufwirft. Im Zentrum der Geschichte steht der intellektuelle Kunsthistoriker und Professor Campbell Flynn. Er freundet sich mit dem Informatikstudent und Hacker Milo an und engagiert ihn für ein Forschungsprojekt. Milo hält nicht viel von der sogenannten Elite der Gesellschaft und setzt alles daran deren dubiosen Geschäften auf due Spur zu kommen. In seinem Fokus steht vor allem auch Campbells langjähriger Freund und Unternehmer Sir William Byres. Zu diesen Hauptfiguren kommt eine riesige Bandbreite an weiteren Figuren aus sämtlichen gesellschaftlichen Millieus: verwöhnte und missratene Söhne der Upper Class, Politiker, Umweltaktivisten, Rapper, zwielichtige Unternehmer, Menschenhändler und, und, und. So verschieden sie alle auch sind, hängen sie doch alle in ihrer Gier nach Geld, Macht und Ansehen zusammen. O'Hagan geht in diesem Roman hart zu Gericht. Die Geschichte spielt nach Corona und nach dem Brexit und so prangert der Autor die stetig wachsende Abhängigkeit von russischem Geld und den russischen Oligarchen an, genauso wie die Ausbeutung von illegalen Arbeitern. Er macht deutlich, dass die Elite zwar massenhaft Gutes tun mag, das Ganze aber eine einzige Heuchelei ist. Auch hier geht es nur um das eigene Ansehen und Prestige, wirklich Interesse an den Problemen der weniger Privilegierten haben sie nicht. Anfangs fiel es mir wirklich schwer einen Zugang zu der Geschichte zu finden und letztlich war es auch nicht ganz die Geschichte, die ich nach dem Lesen des Klappentextes erwartet hatte, doch mit der Zeit kam ich besser rein - phasenweise zog sich die Geschichte für mich jedoch etwas zu sehr in die Länge. Auch blieben für mich einige Figuren etwas zu unnahbar, das empfindet aber auch jeder anders. Alles in allem war es eine interessante, wenn auch sehr anspruchsvolle Lektüre, bei der man sich am Anfang vielleicht etwas durchbeißen muss. Der angenehme, leichte Schreibstil und die Süffisanz des Autors haben es mir dann aber auch leicht gemacht dran zu bleiben. Übersetzt aus dem Englischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié.

  • Buchverliebt und leselustig

    3/5

    23.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Keinen Zugang gefunden

    Manchmal trifft man auf ein Buch, das vielversprechend klingt, aber dennoch keinen Zugang bietet. So erging es mir mit Caledonian Road. Der Roman wirbt mit einem tiefgreifenden Gesellschaftsporträt rund um den öffentlichen Intellektuellen Campbell Flynn und seiner Welt aus Macht, Reichtum und moralischen Abgründen. All das klang nach einem spannenden Einblick in die Verflechtungen der Eliten, gespickt mit Verbrechen und Geheimnissen – aber leider konnte ich das Buch auch nach zwei Anläufen nicht beenden. Der Roman ist ohne Frage anspruchsvoll geschrieben, doch mangelt es mir an einem erzählerischen Sog. Die Figuren wirken distanziert und bleiben mir fremd, was die emotionale Bindung erschwert. Besonders Flynn, der als zentrale Figur dient, ist so gefangen in seiner privilegierten und elitären Welt, dass ich nur schwer Interesse für seine inneren Konflikte entwickeln konnte. Hinzu kommt, dass die Handlung trotz der erwähnten Skandale und Verstrickungen in einem gleichmäßigen Ton verharrt, was das Lesen zu einer geduldigen Übung machte, die mich immer wieder ermüdet hat. Meine Bewertung reflektiert vor allem den hohen literarischen Anspruch und das Potenzial, das der Roman in sich trägt, das mich jedoch leider nicht erreichen konnte. Ich schätze den Versuch, die britische Elite zu demaskieren und ein umfassendes Zeitbild zu zeichnen, doch letztlich blieb das Buch für mich eine unzugängliche Lektüre. Manchmal sind die Erwartungen höher als das Leseerlebnis – und das war hier leider der Fall. Für Leserinnen und Leser, die komplexe Gesellschaftsromane mit einer kritischen Analyse von Macht, Privilegien und moralischen Verstrickungen schätzen, könnte "Caledonian Road“ dennoch interessant sein. Wer Freude an tiefgründigen, vielschichtigen Charakterstudien und an einem reflektierten Blick auf die Abgründe der politischen und intellektuellen Elite hat, wird hier auf anspruchsvolle, aber herausfordernde Literatur stoßen.

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