Manche sagen: Wenn Mütter ihren Kindern antipatriarchales Wissen vermitteln würden, hätten wir schnell echte Gleichberechtigung. Dass es so einfach nicht ist, davon handelt dieser Essay. Denn während junge Frauen zunehmend feministisch denken, wenden sich junge Männer verstärkt rechtem und frauenfeindlichem Gedankengut zu. Misogyner Content ist überall, vor allem Jugendliche konsumieren ihn millionenfach. Was können wir dem in Familie und Gesellschaft entgegensetzen? Ist es wahr, dass Männer im Patriarchat nur Vorteile haben - oder zeigt ein genauerer Blick ein anderes Bild? Warum sind sie im feministischen Kampf immer nur das Dagegen, nie das Dafür, nie das Miteinander? Wie funktioniert überhaupt patriarchale Sozialisierung und weshalb ist es wichtig, sich dagegenzustemmen?Ein Plädoyer für einen neuen Feminismus, der alle einschließt - und befreit.Ein Denkanstoß für Mütter von Söhnen und die Söhne selbst. Für alle Frauen, die mit Männern zu tun haben. Für alle Männer, die in dieser Gesellschaft leben.Ein möglichst nachhaltiger Genuss dieses Hörbuches ist uns ein besonderes Anliegen. Bitte höre deshalb nach Möglichkeit über eine WLAN-Verbindung und verringere die Audioqualität.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
oceanloveR
5/5
29.05.2025
Hörbuch-Download (MP3)
MUSTREAD!
Leute, ich bin so begeistert. Ihr MÜSST dieses Buch einfach lesen oder euch die Hörbuchfassung, von der Autorin selbst eingesprochen, zu Gemüte führen.
Feminismus ist oft (verständlicherweise) wütend. Das ist Mareike Fallwickl auch. Und zugleich so versöhnlich, so ermutigend, so verständnisvoll... Sprachgewandt und einfühlsam zeichnet sie auf, warum Männer (auch) Opfer des Patriarchats sind und zugleich sich mit dem Verweis auf fehlende (bessere) Vorbilder sich ihrer Verantwortung nicht entziehen können; ihre Worte sind so stark und hoffnungsvoll und ich liebe dieses Format des an eine enge Freundin gerichteten Briefs. Lest/hört diesen Essay unbedingt; ich werde ihn mir auf jeden Fall noch als Buchformat zulegen, um ihn ausleihen und erneut lesen zu können ♥
Viel mehr kann ich dazu gerade nicht sagen; ich bin dankbar für die Worte dieses Essays und wünsche mir, dass sie viele erreichen.
Bewertung
aus Horn-Bad Meinberg
5/5
18.04.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Für neue Wege
Die Autorin Mareike Fallwickl kannte ich vor diesem (Hör-) Buch noch nicht, der Titel und das Thema haben mich aber direkt angesprochen, so dass ich mich gerne auf den Inhalt und die formulierten Gedankengänge eingelassen habe. Verfasst ist das (Hör-) Buch in Form eines Briefes, den die Autorin an ihre Freundin Jorinde schreibt. Sofort entstanden erste Assoziationen an das Märchen der Gebrüder Grimm über das Paar Jorinde und Joringel und die Gefahren, die Jorinde in der gefährlichen Welt drohten. Und damit sind wir wieder beim Thema des Buches: Einer patriachalen Gesellschaft, in der Frauen lieber mit einem Bär alleine im Wald sind statt mit einem fremden Mann. Wie kann es nun gelingen Veränderungen zu erreichen, das sich die Gefahrensituation für Frauen verringern kann und auch Männer beginnen, das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren und zu verändern. Fallwickl plädiert in diesem Essay für einen neuen Feminismus, der ein Miteinander auf Augenhöhe zwischen den verschiedenen Geschlechtern ermöglicht und nicht für ein Beibehalten des Kampfes zwischen Ihnen. Sie entwirft Ideen, Fragen und Vorschläge, ohne aber zu postulieren, die eine Antwort gefunden zu haben. Ich habe mich gerne auf diesen Brief eingelassen und konnte mitdenken und mitfühlen. Und ich werde schauen, ob ich einzelne Ansätze auch in der Praxis anwenden kann.
seitenmusik
4/5
28.06.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Starke Worte, (mir bereits) bekannte Thesen
In ihrem ersten Sachbuch "Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen" widmet sich Mareike Fallwickl einer drängenden gesellschaftlichen Frage: Wie erreichen wir Gleichstellung, wenn junge Frauen immer aufgeklärter und feministischer denken – während junge Männer sich zunehmend misogynem Gedankengut zuwenden? Fallwickl, die seit Jahren als Lektorin, Bloggerin und Autorin aktiv ist, wechselt in diesem Werk erstmals in den essayistisch-politischen Bereich – und bleibt doch ihrem Stil treu: sprachlich präzise, emotional aufgeladen, dabei immer zugänglich.
Worum geht’s?
Der Text ist als langer, offener Brief an eine Jorinde geschrieben – eine fiktive Repräsentantin der nächsten Generation. Die Autorin reflektiert, wie schwer es ist, in einem patriarchalen System Kinder so zu erziehen, dass sie Gleichberechtigung nicht nur verstehen, sondern auch leben. Besonders im Fokus steht das Unverständnis darüber, dass viele Männer sich immer noch nicht als Teil der Lösung begreifen. Fallwickl analysiert das Zusammenspiel von gesellschaftlicher Erwartung, fehlenden männlichen Vorbildern und der allgegenwärtigen TikTok-Misogynie – und plädiert für einen inklusiven Feminismus, der nicht trennt, sondern verbindet.
Meine Meinung
Ich bin ein großer Fan von Mareike Fallwickls Romanen – entsprechend gespannt war ich auf ihr erstes Sachbuch. Herzlichen Dank an NetGalley.de und Argon Hörbuch für das Rezensionsexemplar. Das Hörbuch wird von Fallwickl selbst gesprochen, was ich besonders gelungen finde, denn so transportiert sich die Emotionalität des Textes noch direkter.
Zunächst das Positive: Das Buch liest sich sehr angenehm, der Stil ist persönlich, dabei aber nie belehrend. Die vielen Praxisbeispiele machen Einiges greifbar(er), und der Aufbau als Brief verleiht dem Text eine intime, fast poetische Note. Für alle, die sich bisher wenig mit Feminismus beschäftigt haben, dürfte das Buch ein wertvoller Einstieg sein.
Doch so sehr ich den Tonfall und den Mut zum Perspektivwechsel schätze, so konnte mich das Buch inhaltlich nicht ganz mitnehmen. Viele Thesen sind mir bereits aus anderen feministischen Schriften bekannt, und ich stellte mir öfter die Frage, ob Fallwickls zentrale Aussage – dass es keinen Fortschritt ohne Männer geben kann – (innerhalb des Feminismus) wirklich umstritten ist. Der Appell an mehr Miteinander ist wichtig und richtig, aber vielleicht etwas zu vorsichtig formuliert, um tatsächlich die Männer zu erreichen, um die es geht. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob viele von ihnen dieses Buch überhaupt zur Hand nehmen würden.
Besonders stark fand ich die Abschnitte, in denen Fallwickl zur Einheit unter Feministinnen aufruft und den Diskurs um intersektionale Perspektiven beleuchtet. Auch ihre Kritik an Adultismus war für mich ein unerwarteter und kluger Beitrag – denn auch innerhalb feministischer Kreise wird über Macht zwischen Generationen noch zu wenig gesprochen.
Die gewählte Form – ein Brief – war für mich ein zweischneidiges Schwert. Einerseits schafft sie Nähe, andererseits wirkte sie an manchen Stellen etwas zu konstruiert. Gerade weil das Buch mit nicht einmal 100 Seiten doch eher ein kurzer Essay ist, hätte ich mir an manchen Stellen mehr analytische Tiefe gewünscht.
Fazit
"Liebe Jorinde..." ist ein sprachlich starkes, klug geschriebenes Buch, das wichtige Fragen stellt. Es eignet sich vor allem für feministische Einsteiger:innen und Eltern, die sich fragen, wie sie ihre Kinder in dieser Welt begleiten sollen. Wer sich jedoch schon länger mit feministischen Theorien beschäftigt, wird wenig Neues entdecken. Trotzdem bleibt Fallwickls Stimme eine wichtige in der Debatte – und dafür lohnt sich die Lektüre. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.
SternchenBlau
5/5
29.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Luft zum Atmen
Ein schmales Bändchen, mit 89 Minuten als Hörbuch hat es quasi nur die Länge eines kurzen Spielfilms – und doch legt Mareike Fallwickl ein gewichtiges Werk vor, das zwischen Essay und Brief hin und her changiert. Briefe finde ich meist eine merkwürdige Form, hier klappt das aber wirklich gut.
Jorinde, die Adressatin, ist Regisseurin, für dessen Theaterstück #motherfuckinghod schrieb Fallwickl den Text. Je länger ich Fallwickl Autorinnenlesung lauscht, umso mehr wurde „Jorinde“ zu einem kollektiven Gegenüber, bei dem ich mich selbst abgesprochen fühlte. Es fühlt sich an, als würde ich mit Fallwickl ein Gespräch führen, darüber, wie wir zu einer feministischen Welt gelangen, gerade, weil der Backlash durch Trump und die Manosphere immer stärker alles bisher schon erreichte zu zerlegen droht.
Viele Gedanken, um die Fallwickl kreist, sind für mich jetzt nicht per se neu. Sie schafft in den Zeilen allerdings so eine gelungene Verdichtung und eine Sogkraft, dass ich das Gefühl hatte, nach Hause zu kommen.
Besonders berührt haben mich ihre Gedanken als Mutter eines Sohnes berührt. Die Angst, ihn auf eine Welt loszulassen, die ihm Härte vorlebt, und ihn zum (Mit)Täter machen möchte, weil Männer in dieser Welt das nunmal zu sein haben, oder zumindest nicht zu nett dürfen sie sein, damit sie nicht aussortiert werden in einer Sendung wie "Love is Blind". Und selbst, wenn sie nicht zu Tätern werden, dann schauen sie oft genug weg.
Fallwickl erzählt vom Fall Pelicot und dass es Männer gab, die sich weigerten mitzumachen. Aber selbst die alarmierten nicht die Polizei. Und dann erzählt sie von der Naivität und Zuversicht in ihren Schulworkshops von der Frage, ob Frauen lieber mit Bär oder Mann allein sein möchten. Und ein etwa 13jähriger Junge antwortete, dass es doch auch ein netter Mann sein könnte, der aus dem Wald hinaus helfen würde. Und ich wünsche mir so sehr für alle jungen Männer, dass sie sich nicht von den Andrew Tates dieser Welt ihre Freiheit nehmen lassen, denn, wie Fallwickl so auf den Punkt bringt:
„Ich glaube nicht an das Vakuum, das Jungs angeblich handlungsunfähig macht. Ich glaube vielmehr daran, dass das Aufbrechen patriarchaler Muster uns allen – Männern, Frauen, nichtbinären und trans Menschen – Luft zum Atmen gibt und die weltbewegende Chance, das Miteinander der Zukunft mit einer neuen Ausrichtung auf Fürsorge, Empathie und Menschlichkeit zu gestalten.“
Abschließend noch ein paar Gedanken zum Verlag, denn Kleine, unabhängige Verlage sind sooo wichtig. Kjona besteht erst seit November 2021, aber hat schon einige wirklich spannende Bücher herausgebracht. Das wundervolle Design, gedruckt wird dazu im Cradle-to-Cradle-Verfahren, fiel mir erst kürzlich wieder auf der Leipziger Buchmesse ins Augen. Schon dem Start der Reihe "Briefe an die kommenden Generationen" mit "Lieber Jonas oder Der Wunsch nach Selbstbestimmung" von Linus Giese will ich einem Band davon lesen. Nun habe ich endlich mit dem 5. Band "Liebe Jorinde". Der Essay/Brief gefiel mir so gut, dass ich die mittlerweile sechs weiteren Bände auch bald nachholen möchte.
Lasst uns diese Freiheit nutzen. Fallwickls Brief gibt viele wertvolle Gedanken dazu. 5 von 5 Sternen.
Majo C.
aus Wien
5/5
26.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Aufheiternd für zwischendurch
In einem Brief an ihre Freundin und Kollegin schenkt Fallwickl uns Hoffnung, neue Blickwinkel auf aussichtslose Strukturen und Schwesterlichkeit. Sie teilt ihre Sorgen und macht Platz für die unseren.
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5/5
01.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Warum Feminismus nicht nur Frauen betrifft.
Feminismus ist für alle. Das verdeutlicht Mareike Fallwickl in ihrem Brief an Jorinde. Das Patriarchat betrifft nicht nur Frauen. Es betrifft nicht nur FLINTA*-Personen. Es betrifft auch Männer. Wann wird endlich verstanden, dass Feminismus KEIN Männerhass ist? Feminismus kämpft für Gleichberechtigung. Wir kämpfen für Gleichberechtigung! Es geht nicht darum, die Männer zu stürzen, es geht darum, dass sich jeder frei entscheiden und entwickeln darf, dass jeder die gleichen Möglichkeiten hat. Es geht darum, eine gleichberechtigte Gemeinschaft zu sein. Eine Gemeinschaft, in der jeder Gefühle zeigen darf, in der jeder für sein Kind da sein kann, in der jeder das Recht hat, ohne Angst zu leben.
Mareike hat in nur 70 Seiten zusammengefasst, was es braucht, um unsere Gesellschaft für unser aller Wohl zu verbessern.
Ich lege dieses Buch jedem ans Herz und, wie bei jedem Mareike Fallwickl-Buch, vor allem den Männern!
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5/5
30.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lies dieses Buch!
Mareike Fallwickls Brief an ihre Freundin Jorinde ist ein Brief an uns alle.
Denn es reicht nicht, dass die Mütter ihre Kinder antipatriachal erziehen. Für eine Veränderung in unserer Gesellschaft brauchen wir auch die Männer dazu. Wir brauchen einen Feminismus des Miteinander aller Geschlechter.
Dieses Buch liest sich ganz rasch, man möchte die Gedanken von Mareike Fallwickl inhalieren und in die Welt hinaustragen.
"Der Feminismus braucht neue, zugewandte und liebende Männer. Der Feminismus braucht ein kraftvolles Miteinander aller Geschlechter und aller Menschen. Die ganze Welt braucht emotional verfügbare, mit uns, der Erde und einander verbundene Männer."
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