Maya und Samuel sind zusammen erwachsen geworden und haben sich als beste Freunde ineinander verliebt. Mittlerweile wohnen sie zusammen in einem hübschen Haus. Maya schreibt Artikel für die lokale Zeitung und hat ein Fotostudio, während Samuel einen Gamingchannel betreibt und in seiner Freizeit gärtnert. Die beiden ergänzen sich perfekt: Maya ist forsch, wirft sich ins Leben. Samuel denkt über alles ein bisschen zu lange nach, aber er ist ihr Ruhepol. Sie sind glücklich miteinander – bis ein Verlust sie auseinanderreißt. Sie trauern beide für sich und mit ihren Mitteln: In Maya ist alles zerbrochen, trotzdem tastet sie sich als Fotografin langsam wieder hinaus in die Welt. Samuel flüchtet sich während seiner Streams in seine Community und versucht, ihren gemeinsamen Alltag aufrechtzuerhalten. Während sie früher voller Worte füreinander waren, scheint es jetzt keine mehr zu geben. Doch selbst in ihrem Schweigen gelingt es ihnen mit der Zeit, wieder aufeinander zuzugehen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
ancla_books4life
aus Schwerte
5/5
02.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das bleibt und noch lange nachhallt!
**** Mein Eindruck ****
Danke, Franziska Fischer, fürs Hinsehen und Hinfühlen! Dieses Buch bringt zwei einzigartige Figuren hervor, die du und ich sein könnten und die mitten im Leben stehen. Der Anfang, der Schmerz und das, was dann kommt. Was ist das? Das sieht wohl für jede*n anders aus. Maya und Samuel wären beinahe daran zerbrochen, und doch haben sie uns den Weg gezeigt und ein kleines Licht geschenkt, das viel bewegt und lange nachklingt. Fischer wählt hierbei eine kurze und ausdrucksstarke Sprache. Ich habe einige Sätze markiert und möchte diese kurze Rezension mit folgendem Dialog beenden: „Danke.“ „Was ist?“ „Dass du hingeschaut hast. Ich habe gespürt, dass du hingeschaut hast.“
**** Empfehlung? ****
Maya und Samuel sprechen für sich, und wer diese beiden Figuren nicht besucht, hat etwas verpasst. Fischer schreibt über das Wahrhaftige im Leben. Über das Leben selbst. Intensiv, einfühlsam und mit einem geschärften Blick für das Wesentliche.
Bewertung
aus Braunschweig
5/5
22.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
So eine feine, stille Erzählung!
Für Franziska Fischers Bücher braucht man Aufmerksamkeit. Die der guten Art. Sie beherrscht noch die große Kunst, wirklich zu zeigen statt alles auszubuchstabieren. Mit Maya und Samuel nimmt sie uns mit in eine Paarsituation, die so viele Menschen betrifft, und für die es so wenig Raum in der Gesellschaft gibt. Empathisch und mit viel Liebe für ihre Figuren zeichnet sie Mayas Ringen um Normalität, Samuels Flucht ins Virtuelle und das vorsichtige Tasten zurück ins Leben.
Wunderbares Buch!
Alrik Gerlach
aus NordWestMecklenburg
5/5
04.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Kameralicht und Stream: Wenn Liebe neu lernen muss
Mitten im Alltag passieren die großen Dinge oft ganz leise. Maya und Samuel ist so ein Buch: kein Drama-Kasper, kein künstlicher Herzschmerz, sondern eine ehrliche Beobachtung davon, wie Verlust in eine Beziehung schleicht und wie Liebe sich neu erfinden muss. Maya, die mit der Kamera auf Menschen zugeht, und Samuel, der lieber nachdenkt als spricht, leben zusammen, lachen zusammen — bis ein Schicksalsschlag sie auf unterschiedliche Weise aus der Bahn wirft. Das wirkt vertraut, nicht konstruiert, und genau das macht den Reiz dieses Romans aus.
Als Leser stolpere ich nicht über aufgesetzte Sentimentalität; Franziska Fischer schreibt mit einer Leichtigkeit, die tiefe Stellen nicht übermalt. Maya taumelt durch ihre Fotoprojekte, versucht, Erinnerungen sichtbar zu machen. Samuel flüchtet in Streams und Gießkannen — und plötzlich sind es die kleinen Rituale, die wieder halten. Die Dialoge sitzen, die Alltagspassagen haben Witz, und trotzdem bleibt alles nah an der Trauer. Genau diese Balance — humorvoll, aber respektvoll — ist schwer zu treffen, und hier gelingt sie oft sehr gut.
Ein paar Szenen hätten mehr Mut vertragen: Mehr in Samuel hineinzoomen, mehr inneres Ringen zeigen, statt nur das äußere Verhalten zu schildern. Manche Passagen bleiben mir zu angedeutet; ich will den Kern lauter gehört haben. Trotzdem: Die Bildsprache passt zur Protagonistin, und die Mischung aus Fotosinn und Streaming-Realität ist erfrischend modern.
Wer eine warme, realistische Liebesgeschichte sucht, die nicht nur die schönen Zeiten feiert, sondern auch das Dazwischen — das Schweigen, die kleinen Brüche und das langsame Wiederfinden — liegt mit diesem Buch richtig. Perfekt für Couch-Abende, für Menschen, die ein Buch wollen, das zugleich tröstet und nicht beschönigt. Für mich ein starkes, sensibles Buch mit nur winzigem Vorbehalt.
Bewertung
4/5
10.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Haus ist nicht automatisch ein Zuhause
Ab und an lese ich Bücher, die nicht laut sind, sondern leise unter die Haut gehen. Dieses hier ist genau so eines.
„Manchmal schaue ich abends vor dem Einschlafen etwas, doch die Bilder machen mich nervös, sie zeigen Realitäten, die absolut nichts mit meinem Leben zu tun haben, und wenn sie sich doch echt anfühlen, ertrage ich sie noch weniger..“ – dieser Satz hat sich bei mir festgesetzt. Vielleicht, weil er so ehrlich zeigt, wie sehr uns Dinge berühren können, die wir gar nicht leben. Und wie schwer es ist, wenn sie sich plötzlich doch echt anfühlen.
Die Geschichte von Maya und Samuel wird in zwei Ebenen erzählt: Vergangenheit und Gegenwart. Früher - voller Nähe, Leichtigkeit, Verbundenheit. Heute - still, distanziert, fast fremd. Und genau dieses Wechselspiel hat mich beim Lesen nicht mehr losgelassen.
Ich habe gespürt, wie zwei Menschen sich verlieren, ohne dass es laut passiert. Wie Gespräche weniger werden. Wie Nähe verschwindet, obwohl man noch im selben Zuhause lebt. Dieses Gefühl von Einsamkeit zu zweit… hat mich wirklich getroffen.
Und dann diese Rückblicke: so warm, so lebendig. Zwei junge Menschen, die zusammen wachsen, sich halten, sich verstehen. Beste Freunde. Familie. Alles. Zu wissen wie es war, macht das, was ist, umso schwerer auszuhalten.
Man merkt schnell: Da ist etwas passiert. Ein Bruch. Ein Verlust. Etwas, das nicht laut ausgesprochen wird, aber alles verändert hat. Während Maya daran zerbricht, versucht Samuel irgendwie weiterzumachen. Und genau darin liegt diese leise Tragik.
Der Schreibstil ist klar, reduziert und gleichzeitig unglaublich intensiv. Kurze Kapitel, viele Dialoge – ich bin nur so durch die Seiten geflogen und hatte trotzdem das Gefühl, jede Emotion ganz tief zu spüren.
Für mich ist das kein Buch über dramatischen Herzschmerz. Es ist viel ehrlicher. Viel näher. Es zeigt, wie Beziehungen sich verändern. Wie Liebe sich verliert oder vielleicht neu finden muss.
Und am Ende bleibt dieses eine Gefühl:
Ein Haus ist nicht automatisch ein Zuhause.
Ein stilles, melancholisches Buch, das lange nachwirkt.
Silke - Buchgespür -
4/5
18.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie übersteht die Liebe einen schweren Verlust?
Maya und Samuel erzählt die Geschichte zweier Menschen, die sich seit ihrer Kindheit kennen und im Laufe des Lebens mehr als Freundschaft entwickeln. Maya, eine lebensfrohe Fotografin und Journalistin, und Samuel, ein stiller, nachdenklicher Streamer und Gärtner, ergänzen sich perfekt, bis ein schwerer Verlust ihre Beziehung tief erschüttert. Sie trauern auf unterschiedliche Weise und ziehen sich voneinander zurück, obwohl sie sich doch so nah sind. Der Roman begleitet sie auf dem schwierigen Weg, wieder zueinander zu finden, indem Kommunikation, Nähe und Vertrauen neu entdeckt werden.
Der Aufbau des Romans mit zwei Zeitebenen fand ich für diese Geschichte perfekt. Die Rückblicke in die Vergangenheit fand ich so intensiv, weil sie zeigen, wie Maya und Samuel sich als junge Menschen gefunden haben und aus welchem sozialen Umfeld sie stammen. Diese Einblicke verleihen der Geschichte Tiefe und machen vieles im gegenwärtigen Handeln der Figuren nachvollziehbar. Gerade diese Erklärungen aus der Vergangenheit haben mir geholfen, ihre Beziehung besser zu verstehen.
Sehr greif- und fühlbar fand ich zudem die Darstellung von Einsamkeit unter einem gemeinsamen Dach. Das Gefühl, zusammen zu leben und sich dennoch fremd zu sein, wird sensibel und mit viel Feingefühl beschrieben. Hier zeigt sich für mich, dass ein Haus noch lange kein Zuhause ist. Diese innere Leere, trotz gemeinsamer Räume, wirkt hier sehr gegenwärtig. Umso berührender war der Weg, auf dem Maya und Samuel langsam wieder zueinanderfinden. Es ist ein vorsichtiger, tastender und dadurch umso glaubwürdigerer und herzerwärmenderer Prozess.
An einigen Stellen hätte ich mir mehr sprachliche Eigenständigkeit gewünscht, manche Sätze wirkten sehr allgemein formuliert, zu sehr wie kleine Lebensweisheiten. Dadurch ging für mich stellenweise etwas von der Individualität verloren, die die Figuren sonst so glaubwürdig machten.
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