Verbrenn das Negativ
Thriller | Eine Hommage an die Horror-Kult-Filme der 1970er, 80er und 90er | Eine coole Mischung aus Psychothriller, Horror und Whodunit
Dreißig Jahre lang hat sie sich vor ihrer Vergangenheit versteckt. Acht ungeklärte Todesfälle. Ein gespenstischer Horrorfilm. Und kein Ausweg mehr.
Die Journalistin Laura Warren kommt nach L.A., um über das Remake eines Horrorfilms zu berichten - eines verfluchten Films, in dem sie vor dreißig Jahren die Hauptrolle spielte: ein kleines Mädchen mit der schrecklichen Gabe, den Leuten ihren Tod vorhersagen zu können. Als damals tatsächlich acht Mitglieder der Besetzung und der Crew auf unheimliche Weise starben, beendete die traumatisierte Laura ihre Filmkarriere und änderte ihre gesamte Identität. Doch jetzt, auf dem Weg zum Filmset, springt ein Mann von einer Brücke und schlägt direkt hinter ihrem Wagen auf. Es hat wieder angefangen , denkt sie. Diesmal ist Laura entschlossen, den Fluch ein für alle Mal zu brechen. Wenn er sie nicht vorher einholt...
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
AerdnaLiest
5/5
11.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Cineastisch fantastisch!
Verbrenn das Negativ ist ein echter Knüller!
Dieses Buch ist so viel mehr, als ausschließlich ein Thriller.
Definitiv einer der Titel, die man nach dem Lesen nicht sofort wieder vergisst.
Bei mir in den Top 3 für 2025!
Josh Winning vereint meisterlich subtilen Horror mit psychologisch perfidem Thrill.
Mit einem Skript im Skript Konzept hat man das Gefühl, in einem Making Of in der illustren aber auch morbiden Szenerie Hollywoods gelandet zu sein; man möchte sich mit Popcorn in den Kinosessel fläzen, um das Buch in atemloser Spannung in einem Zug durchzulesen!
Der starke Whodunit Charakter hat mich am meisten - und völlig unerwartet - überrascht. Es könnte jeder gewesen sein und dann ploppt plötzlich ein nahezu abstrus erschütternder Verdacht auf, der sich eisig-kalt von hinten anschleicht.
Die faszinierende Set-Kulisse tut ihr übriges: nichts ist unmöglich, alles im Superlativ, typisch Film. Sozial und emotional durch ihre Vergangenheit und jüngste Ereignisse isoliert, stolpert Protagonistin Laura durch eine Stage, bei der hinter jeder Ecke das Böse zu lauern und Auswege sich unerreichbar zu verschieben scheinen. Halb hier, halb dort, immer irgendwie in einem Dazwischen gefangen; zwischen Vergangenheit und Jetzt, Fiktion und Realität.
Die Idee eines fatalen Hollywood Remakes ist nicht bahnbrechend neu; das kleine Mädchen im gelben Kleid, Singsang flüsternde Kinderstimmen, anknüpfend an ES, keine Neuerfindung des Rades. Und doch: kindlich-unbedarfte Unschuld gepaart mit Horror funktioniert immer als Gänsehaut-Garant.
Zudem setzt sich das Konstrukt der Geschichte in der Geschichte durch Laura's Zerrissenheits-Erleben stringent fort und fügt dem Spannungsbogen eine weitere Dimension hinzu. Es entfalten sich parallel mehrere Handlungsstränge, zwischen Gestern und Heute, die als vorerst lose Enden schlussendlich zu einem komplexen Finale zusammenlaufen, in dem nicht mehr klar ist, wem Laura am wenigsten trauen kann: allen anderen oder am Ende sogar sich selbst?
Durch Traumata isoliert und irritiert, bewegt Laura sich, oft mehr schlecht als recht, wie im Nebel durch ihren Alltag. Durch Alkohol und Schlaftabletten unterstützt, wird weggedrückt, was sich nicht ignorieren lassen will. Doch was wir unterdrücken, kehrt bekanntlich mit aller Macht zurück und führt auch in Laura's Fall zu ungewöhnlichen und mitunter fatalen Entscheidungen.
Neben dem so gelungenen subtil-kribbeligen Horror, dem omnipräsenten Atem des fiktiven Bösen im Nacken, das die Armhärchen aufstellt, liefert Josh Winning hier mit einer unheimlich starken, pointierten Beobachtungsgabe ein tiefgehend berührendes Portrait einer traumatischen Kindheit, geprägt von Nicht-Liebe und mangelndem Getragen-Sein; und der Auswirkungen einer solchen Erfahrung, die das ganze spätere Leben durchwirkt und zu einem Kreislauf des Horrors führt - Bilder, die eine laute Sprache sprechen und Verbrenn das Negativ aus der Masse hervortreten lassen.
Last but not Least ist die Gestaltung ein Volltreffer. Besonderes Highlight sind für mich die auf einzelnen Seiten eingestreuten Skriptseiten und Protokolle, die Stück für Stück die Ereignisse um den ursprünglichen Film und dessen Todesfälle enthüllen. Auf tiefschwarzen Seiten, die mit der beschriebenen Schwärze am Set in der Produktionshalle korrelieren. Man fühlt sich mitten drin in dieser dumpf-drückenden stillen Dunkelheit.
Der Titel wird sowohl inhaltlich aufgegriffen, als auch in der Farbgebung des Covers und dem Titelbild. Ein dekadent goldenes Feuerzeug verbrennt einen zerkratzten Filmstreifen auf flammend rotem Grund. Dargestellt wird ein verschwommenes, unkenntliches Männergesicht mit beängstigender Ausstrahlung, das nun abfackelt. Ist das der Needle-Man?!
Das Buch hat zwei doppelte Klappen, in denen sich das Cover-Motiv fortsetzt und die man als Lesezeichen nutzen kann. Ich liebe das bei Büchern. Für mich riecht das Papier nach Sommer und Sonnenliege im an den Füßen kitzelnden Gras und nach kuscheligem auf dem Sofa fläzen im Winterfrost. Die Buchgröße ist angenehm handlich und neben dem stabilen, schützenden Umschlag das Papier trotzdem leicht, was es dafür prädestiniert überallhin mit zu reisen und sich zum Schmökern in jede nur erdenkliche Nische und Position zu lümmeln, ohne dass die Arme lang werden. Rundherum gelungen!
Leseprinzessin59
5/5
11.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Rückkehr des Horrors
Laura, eine Journalistin, kommt am Set der Neuauflage eines Horrorfilms aus den 90er Jahren, in dem sie als Kind die Hauptrolle spielte, in Los Angeles an.
Während der Dreharbeiten starben acht Mitglieder der Besetzung und der Crew. Ihre Tode spiegelten die grauenhaften Szenen im Film wider.
Diesmal soll sie über das Remake berichten
Gleich nach ihrer Ankunft sieht sie einen Mann von einer Brücke springen und weiß, dass das Grauen erneut beginnt.
Laura, als eine der Überlebenden, versuchte ihrer Vergangenheit zu entfliehen, doch nun, wo sie zurück ist, beginnen die Todesfälle von Neuem. Ist es der zum Leben erwachte Mörder von damals? Oder steckt etwas Menschlicheres dahinter?
Wie in vielen Horrorgeschichten geht es auch hier um Vergangenheitsbewältigung und darum, sich mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen.
Es spricht wichtige Punkte wie Kindheitstraumata, Schuldgefühle und Geheimnisse an.
Die Geschichte erinnert mich stark an die "Final Destination" Reihe aus den Anfängen dieses Jahrtausends bis heute.
Natürlich ist das Buch Fiktion und enthält übernatürliche Elemente, aber mich hat es gut unterhalten.
Gelungen fand ich die Ausschnitte aus Zeitungen, Posts aus den sozialen Medien, Scripts und ähnliches am Anfang jedes Kapitels. Wirkte auflockernd.
Fünf Sterne
Bewertung
aus Hallstadt
5/5
19.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannung bis zum Schluß
Das Cover zu dem Buch "Verbrenn das Negativ" von Josh Winning passt zum Buch wie die Faust aufs Auge.
Der Schreibstil von Winning ist leserfreundlich und flüssig geschrieben. Man kann das Buch fast gar nicht aus der Hand legen, da es einem von Anfang an fesselt.
Das Buch ist eine Mischung aus Thriller und Horror.
Es erzählt die Geschichte von Laura Warren, die als Kind in einem Horrorfilm mitspielt. Die gesamte Besatzung des Films inkl. Regisseur sterben auf mysteriöse Art und Weise. Warren beendet ihre Filmkarriere und nimmt eine andere Identität an. Sie reist als Journalistin nach L.A. um über das Remake des Filmes zu schreiben.
Jedoch liegt auf diesen Film ebenfalls ein Fluch und die Abenteuer beginnen.
Man kann sich jederzeit in die verschiedenen Charakteren hineinversetzen inkl. dem mysteriösen Needle Man.. Die Geschichte ist für jederman der Thriller liebt.
chuckipop
Thalia Book Circle Community
5/5
14.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Nervenkitzel, Gänsehaut und Horror - wenn das Grauen erneut beginnt!
“Verbrenn das Negativ” von Josh Winning ist als Taschenbuch bei Suhrkamp erschienen, hat 374 Seiten und wurde ins Deutsche übersetzt von Stefan Lux.
Laura Warren ist Journalistin und soll in L.A. über das Remake eines Horrorfilm-Klassikers in Serienform aus den 90er Jahren berichten.
Das Besondere dabei: In der Originalversion hat Laura als 8-Jährige selbst die Hauptrolle gespielt und nach dem Dreh kamen acht Mitwirkende ums Leben. Laura war daraufhin stark traumatisiert, gab ihre Filmkarriere auf, tauchte unter und legte sich eine komplett neue Identität zu.
Als nun auf Lauras Weg zum Drehort erneut jemand auf mysteriöse Weise zu Tode kommt, beschließt sie, dass das Grauen ein Ende haben muss…
Josh Winning hat einen mega spannenden, bildhaften und wendungsreichen Schreibstil, der mich direkt mitgerissen und vor Allem gruselige Bilder vor meinem inneren Auge erzeugt hat.
Laura ist voller Ängste und unbewältigter Vergangenheitstraumata und es stellt sich bald die Frage, ob jemand herausbekommen hat, wer sie wirklich ist, und die erneuten Morde mit ihr persönlich zu tun haben. Oder ist das alles ein grauenhafter Zufall und sie befindet sich unfreiwillig in einem Realität gewordenen, zermürbenden Déjà-Vu?!
Dieser Thriller ist definitiv das Richtige für die Fans von Horrofilmen, er erzeugt die passenden Bilder durch die dichte, gruselige Atmosphäre und die entsetzlichen Vorgänge.
Schuld, Vergangenheit und Verdrängung vermischt der Autor gekonnt mit der Realität und so standen mir fast permanent die Nackenhaare zu Berge und eine Gänsehaut überzog meinen ganzen Körper…
Aufgewertet wird dass Ganze noch durch die zahlreichen Zeitungsausschnitte, Bezüge zum damaligen und weiteren Horrorfilmen etc., die immer wieder zwischen den Kapiteln eingestreut sind - klasse gemacht!
Düster, nervenaufreibend, wendungsreich - nichts für schwache Nerven oder einsame Nächte…
verhei
5/5
12.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Thriller mit Horrormovie-Elementen
Das Remake eines berühmt berüchtigten Horrorfilms wird in L.A. gedreht und Journalistin Laura Warren von ihrem Magazin beauftragt darüber zu berichten. Doch was eigentlich nur ihre Familie weiß, ist, dass Laura Warren vor dreißig Jahren die Hauptrolle in diesem Film spielte - ein Mädchen, dass die Fähigkeit hatte den Tod vorherzusagen. Im Laufe der Jahre haben acht Mitglieder der Produktion auf dem ein oder anderen Weg den Tod gefunden. Der Film scheint verflucht zu sein. Als Lauren mit ungutem Gefühl den Weg zum Filmstudio antritt stürzt ein Mann hinter ihrem Wagen von der Brücke. Als weitere außergewöhnliche Ereignisse passieren, ist sie sicher, dass das Unglück von vorne beginnt.
Das Buch ist vereint (Mystery)Horror, Thriller und ein wenig klassische Suche nach dem Täter. Auch einen gewissen Dokumentationscharakter kann man dem Werk zuordnen, da vor jedem Kapitel Elemente des Ursprungsfilm „The Guesthouse“ bzw. des Mythos um diesen- im Stile einer Dokumentation präsentiert werden. Interessant ist auch, auf wie viele berühmte Horrorfilme der 1980er und 1990iger hier Bezug genommen wird wie Poltergeist oder der Exorzist.
Der Spannungsbogen bleibt meiner Meinung nach, über große Teile flach mit kleinen Peaks und steigert sich erst im letzten Drittel, zum Showdown. Der Mittelteil schwächelt allerdings etwas. Die Spannung ergibt sich aus der Frage, was tatsächlich passiert und welcher Ereignisse sich rein in Lauras Kopf abspielen. Man befindet sich, obwohl man im sonnigen, perfekten L.A. ist, dauernd in dunkler Stimmung. Lauras Vergangenheit als Kinderstar bricht immer wieder durch, und man ahnt bald, dass nicht alles eitel Wonne war. Kurzum man fängt an alles zu hinterfragen, bis einem ein doch etwas turbulentes und abgedrehtes Ende präsentiert wird, dass allerdings doch schlüssig ist.
Figurentechnisch sticht Lauren Warren, der ehemalige Kinderstar und jetzt Journalistin hervor. Sie wird von ihrem Kindheitsruhm und den Schwierigkeiten als Kindheitsstar verfolgt, genauso wie von den Ambitionen, die ihre „Eislaufmutter“ mit ihr hatte. Man kann all ihr Unbehagen gut nachempfinden, auch wenn die Schilderung teilweise sehr repetitiv auftreten. Allerdings landet man auch nicht so schnell am Grund aller Problemen. Den Charakter ihrer Schwester Amy fand ich auch gut gelungen, denn auch sie trägt ihr Päckchen als Schwester des Filmstars, der ihren Traum lebte.
Einen Thriller, den ich so noch nicht kannte, der mich allerdings gut mitnahm, auch da er sehr atmosphärisch ist und gut konstruiert war. Definitiv etwas, das Liebhaber des Horrorgenres versuchen sollten.
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