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Band 331

Der Sohn und das Schneeflöckchen »Ein Roman gegen den Krieg und für die Liebe. Ein großes Glück!« Saša Stanišić

Aus der Reihe Debütromane in der FVA
10

27,50 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.09.2025

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

448

Maße (L/B/H)

20,6/13,7/4,2 cm

Gewicht

566 g

Farbe

Koralle / Schwarz

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-627-00331-9

Beschreibung

Rezension

»Was Krieg für das eigene Leben bedeuten kann und wie gewalttätig er in den Alltag und die intimsten Beziehungen eindringt, aber auch, wie widerständig Solidarität und Lebenswille sein können, das wird hier erfahrbar. Vernesa Berbos Debütroman ist ein Aufschrei gegen den Wahnsinn des Krieges und hilft, zu verstehen, wie unfassbar grausam die Auswirkungen sind. Ein beeindruckendes Buch.«



Klaus Werner, Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung Flensburg






»Ein beeindruckendes Romandebüt, voller Tempo und erzählerischer Kraft, mit schwarzem Humor, poetischer Ader und Wortspielen.«



Berliner Morgenpost






»Ich bin sehr froh, dass es dieses Buch gibt!«



Podcast Blauschwarz Berlin






»Berbos Prosa ist ungemein dicht, temporeich und packend. Egal ob es um eine Straße unter Scharfschützenbeschuss geht, die waghalsige Gefangennahme eines feindlichen Soldaten oder um eine Nacht im Keller, in den sich ein Sterbender rettet – Berbo schildert alles mit einer beinahe filmischen Eindringlichkeit.«



Berliner Tagesspiegel






» ›Der Sohn und das Schneeflöckchen‹ überzeugt mit eindringlicher Sprache und großem Gespür für ihre Figuren. Berbo findet Worte für das Unerklärliche: das Grauen des Krieges, die Angst, die zum Alltag wird, den Ekel, die beißende Kälte und die lähmende Langeweile, des schier endlosen Wartens. Vor allem aber erzählt sie die Geschichte der Frauen, von Verwundung und Stärke, von Verlust und Sehnsucht. Zwei Schwestern, die nicht aufgeben und die noch lange in Erinnerung bleiben werden. Ein faszinierender und eindringlicher Roman, bewegend und unbedingt lesenswert.«



Buchkultur






»Immer wieder findet Vernesa Berbo poetische, anrührende Bilder, doch beschönigt sie nichts. Sie beschreibt konkret und detailliert, dass es aus diesem Krieg über weite Strecken auch beim Lesen kein Entrinnen gibt.
Doch neben dem Schmerz, der in diesen Seiten steckt, ist auch die Liebe immer gegenwärtig.«



NDR






»Ein eindringliches Romandebüt! Berbo, die selbst nach Berlin floh, holt die Schrecken des Bosnienkriegs nah ran und lässt mit unerwartet feinem Humor die Solidarität, den Kampfgeist und die Warmherzigkeit der Menschen spüren, die sich dem Irrsinn entgegenstellen. Sehr bewegend!«



Emotion






»Auf 446 Seiten spannt Berbo nicht zuletzt den Bogen bis ins Heute: Zum schamlosen dark tourism an den Kriegsschauplätzen Sarajevos, zur ›Tagesschau‹, die Bosnien nur kennt, wenn ein neues Massengrab geöffnet wird, zu den wenigen Kriegsverbrecher-Prozessen, und den vielen Täter:innen auf freiem Fuß. Ein detailgenaues, berührendes, reflektiertes und oft unerwartet witziges Romandebüt.«



Theater heute






»Der Gewalt und Grausamkeit des Krieges stellt sie zwei kämpferische, doch zutiefst menschliche Hauptfiguren entgegen, von denen sie abwechselnd erzählt. Ein schmerzhaftes, zuletzt aber hoffnungsvolles Plädoyer für Frieden und die Liebe zwischen Schwestern.«



kulturnews






»Was für ein Buch! Vernesa Berbo beschreibt die Belagerung von Sarajevo aus der Perspektive der Frauen. Das unterscheidet dieses Debut von vielen anderen Büchern zum Thema.«



rrb Bücherpodcast »Orte und Worte«

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.09.2025

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

448

Maße (L/B/H)

20,6/13,7/4,2 cm

Gewicht

566 g

Farbe

Koralle / Schwarz

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-627-00331-9

Herstelleradresse

Frankfurter Verlags-Anst.
Arndtstraße 11
60325 Frankfurt
DE

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  • Bewertung

    aus Villach

    5/5

    30.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein großartiges Debüt

    Der Roman wird von der in Jugoslawien geborenen und 1993 nach Berlin geflüchteten Autorin Vernesa Berbo in einer Rückschau erzählt. Handlungsrahmen ist der Balkankrieg, der 1992 begonnen hatte und menschliche Gräuel verübt wurden, von denen hier erzählt wird. Dada lebt seit 30 Jahren in Deutschland, weil sie vor dem Krieg aus Sarajevo geflohen ist. Sie arbeitet am Gericht als Übersetzerin. Die Rollen der beiden Schwestern der in Sarajevo lebenden Familie sind klar verteilt: Dijana ist die ältere, sie ist mutig, stark, unerschrocken – der Vater nennt sie Sohn. Dada, die jüngere, ist das genaue Gegenteil. Als der Jugoslawienkrieg ausbricht, macht Dijana es sich zur Aufgabe, die Familie und insbesondere ihre jüngere Schwester zu beschützen. Der Vater kann diese Aufgabe nicht übernehmen, da er zu Kriegsbeginn einen Herzinfarkt erleidet und im Krankhaus liegt und ist auch später nicht dazu in der Lage. Die beiden Schwestern sind damals 15 und 18 Jahre alt. Nach einem Streit mit ihrer Schwester ist Dada verschwunden. Die Familie weiß auch Jahre danach nicht, ob sie noch am Leben ist. Vernesa Berbo gelingt es sehr gut, die sich intensivierenden Kriegsgräuel zu erzählen: einerseits aus der Perspektive von Dijana, die sich als Soldatin für den Kriegseinsatz meldet und die Verteidigung für die Familie übernimmt, und andererseits aus dem Blickwinkel von Dada, die stellvertretend für die Zivilbevölkerung steht. Bei jedem Alarm müssen sie schützende Keller aufsuchen, das Essen wird knapp und das Leben wird insgesamt sehr gefährlich. Jeder Weg nach draußen kann tödlich sein. Es kommt zu Überfällen, die Bevölkerung leidet an Hunger, Vergewaltigungen stehen an der Tagesordnung. Die Geschichte der beiden Schwestern Dijana und Dada berührt, schockiert und geht sehr zu Herzen. Der Roman hat eine besondere Atmosphäre: die Leser*in kann sich gut in den Kriegsalltag hineinversetzen, mit all seiner Brutalität, dem Hunger, der Angst, den kalten Wintern und den ständigen Granaten, Sirenen und Fluchten in Schutzräume. Titel und Cover würden suggerieren, dass es sich hier um einen Wohlfühlroman handelt – genau das Gegenteil ist der Fall. Ich kann den Roman von Vernesa Berbo sehr empfehlen und wünsche, dass viele Leser*innen zu dieser Lektüre greifen.

  • Bewertung

    5/5

    12.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Krieg, Liebe und Schwesternmut – eine Geschichte, die bleibt

    Ich durfte die Autorin auf der Buchmesse bei einer Lesung erleben und wusste schon da, dass das ein Buch für mich sein würde. Ich hatte recht. Was für eine Geschichte. So berührend, so stark, so schön erzählt. Ich könnte so viel schreiben, aber ihr müsst die Geschichte selbst erleben. Wir lernen Dada kennen, die seit rund 30 Jahren in Deutschland lebt, nachdem sie während des Krieges aus Sarajevo geflohen ist. Warum sie keinen Kontakt mehr zu ihrer geliebten Schwester Dijana und den Eltern hat, erfährt man nach und nach. Der Vater nennt Dijana „Sohn“, denn sie ist zäh, mutig, kämpferisch und trotzdem Mädchen. Dada dagegen ist das „Schneeflöckchen“, fein, empfindsam und stark auf ihre Weise. Die Autorin nimmt uns mit ins Jahr 1992, mitten in das belagerte Sarajevo. Wir spüren die Kälte, die Angst, den Hunger. Menschen, die in Kellern überleben, frieren, sterben. Und trotzdem erzählt Vernesa Berbo ihre Geschichte nicht (nur) als Kriegsroman. Sie erzählt vom Leben, von Familie und Freundschaft, Liebe und Hoffnung, mit einer Leichtigkeit und Wärme, die man in dieser Brutalität kaum für möglich hält.Ich fand es beeindruckend, wie sie zwischen Schmerz und Humor balanciert, ohne dass etwas davon unecht wirkt. Während des Lesens habe ich so oft gedacht: Das ist keine Geschichte über den Krieg, sondern über Menschen, die trotz allem lieben, lachen, füreinander da sind. Über Frauen, die durchhalten, beschützen, weitergehen, selbst wenn alles verloren scheint. Ich habe Dada und Dijana tief ins Herz geschlossen, auch ihre Mutter. Jede steht auf ihre Weise für Mut und Überleben, für Zusammenhalt und Menschlichkeit. Ein starkes, intensives Buch über Geschwisterliebe und Verlust, das aufwühlt, aber gleichzeitig tröstet. Vernesa Berbo schreibt nicht mit Pathos, sondern mit Gefühl: ehrlich, klar und wunderschön. Bitte unbedingt lesen!

  • Tanja Theoria

    aus Wo die Bücher mich hinführen

    5/5

    01.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Angst, Menschlichkeit und Erinnerung

    „Der Sohn und das Schneeflöckchen“ ist ein stilles, aber schweres Buch. Es erzählt die Jugend zweier Schwestern im Schatten des bosnischen Krieges, voller Dinge, für die es keine Worte gibt, weil Gefühle manchmal zu groß für Sprache sind. Vieles geschieht zwischen den Zeilen, und gerade dort liegt die eigentliche Wucht. Diese Buch hat mich ausgesucht. Ich habe es völlig zufällig auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt. Es war das erste, das ich in die Hand genommen habe, ohne dass Cover oder Titel etwas verraten hätten. Und doch war es, als hätte ich im selben Moment einen Deckel geöffnet, unter dem Erinnerungen lagen, die ich tief in mir vergraben hatte. Nicht aus Vergessen, sondern aus Selbstschutz. Denn auch ich habe meine Kindheit im Bosnienkrieg verbracht. Die Geschichte wird aus muslimischer Perspektive erzählt. Ich selbst habe den Krieg als serbisches Kind erlebt. Aber das ändert nichts am Kern: Ein Kind erlebt keinen „Konflikt zwischen Völkern und Religionen“. Ein Kind erlebt Angst, Ohnmacht, Verlust. Eine Welt, die plötzlich nicht mehr sicher ist. Das Buch hat die Atmosphäre der damaligen jugoslawischen Gesellschaft sehr authentisch eingefangen: Menschen, die keinen Krieg wollten, aber hineingezogen wurden. Nachbarn, die tags zuvor zusammen an einem Tisch saßen und am nächsten Tag Feinde sein sollten, weil Propaganda erst Angst, dann Misstrauen und schließlich Hass säte. Die vielen Toten auf allen Seiten. Die Rache, die nie Heilung bringt, nur neue Verletzungen. Es ist furchtbar und unbegreiflich, dass die Menschheit immer wieder Kriege führt, Massen manipuliert und die Mehrheit den Hass weiter füttert, statt die Waffen stillzulegen. In Bosnien war es der Krieg der Religionen, etwas das eigentlich Mitgefühl, Barmherzigkeit und Vergebung lehren soll, aber stattdessen als Rechtfertigung für Gewalt diente. Alles, was in diesem Buch vorkommt: die Brutalität, die Angst, keine funktionierende Infrastruktur, Hunger, Durst, kein Strom, keine Heizung, kalte Winter, ständige Sirenen und das panische Flüchten in den Keller, die Tiere, die ebenso litten, Monster auf der eigenen Seite und auf der anderen Seite , Vergewaltigungen, Granaten, viele Tote, der Austausch von Gefangenen, die ständige Angst, Verlust, all das ist zutreffend und so bildhaft beschrieben, dass mir beim Lesen Tränen kamen. Weil ich mich erinnert habe. An eine Zeit, die ich verdrängt hatte. Zum Glück blieben mir manche Grausamkeiten erspart, weil ich noch sehr klein war, aber ich habe vieles im Umfeld mitbekommen, und tägliche Beerdigungen, weinende Verwandte, waren Alltag. Solche Erfahrungen machen nicht nur einzelne Menschen krank, sie lassen ganze Generationen kollektiv erkranken. Man wächst auf mit einem unsichtbaren Riss, mit einer seelischen Narbe, die nie wirklich heilt. Der Krieg zeichnet einen fürs Leben, auch wenn man überlebt. Es ist unheilbar, weil es in das hineinwächst, was man ist. Dieses Buch zeigt nicht nur eine persönliche Geschichte, sondern einen Zustand: wie zerbrechlich Menschlichkeit wird, wenn Angst das Denken übernimmt. Und wie Kindheiten zu Kriegsgebieten werden, lange bevor Granaten fallen. Das Schneeflöckchen im Titel steht genau dafür: etwas Zartes, Einmaliges, das nie eine echte Chance hatte zu bestehen. „Der Sohn und das Schneeflöckchen“ bleibt nicht einfach im Kopf, es bleibt im Inneren. Dort, wo man die Dinge aufbewahrt, die man nie wirklich hinter sich lassen konnte. Für mich war dieses Buch genau das, was mein erwachsenes Ich gebraucht hat: den Mut, ein Trauma zuzulassen, das ich so lange still in mir getragen und verdrängt habe, weil ich weit, weit weg von dem Ort der Grausamkeit geflohen bin. Eine klare Leseempfehlung für alle, die verstehen wollen, was Krieg mit Menschen macht.

  • Christopher Bahn

    Book Circle Community

    5/5

    20.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwei Frauen im Krieg

    Ein poetischer Roman über zwei Schwestern im belagerten Sarajevo, der sowohl zeitlich nach vorne als auch nach hinten entwickelt wird. Die Sprache ist wunderschön und die Geschichte erzählt uns den Schrecken des Krieges und seinen Einfluss auf die Betroffenen. Ein beklemmendes Bild der Menschen in Sarajevo. Sehr empfehlenswert.

  • Lesepixie

    5/5

    04.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wunderschön aber sehr traurig

    Der Klappentext machte mich neugierig, da ich tatsächlich viel zu wenig über den Balkankrieg weiß. Beim Lesen durfte ich mich dann über ein unglaublich eindringliches Buch freuen. Zuerst begegnen wir Dada, dem Schneeflöckchen, 2022 in Berlin, wo sie nun bei Isolde wohnt, die sie aus dem Flüchtlingsheim mit nach Hause nahm, um sich um sie zu kümmern. Das ist nun 30 Jahre her. Dada ist Übersetzerin und übersetzt das Unübersetzbare, sie dolmetscht in Kriegsverbrecherprozessen. Immer wieder erinnert sie sich an die Vergangenheit - Kindheitserinnerungen, Erinnerungen an ihre Großmutter, an ihre Schwester Dijana - den Sohn, an Mirza - ihre große Liebe, an den Krieg. Wir erfahren auch, dass sie ihre Familie nie wissen ließ, dass sie noch lebt. Danach lernen wir Dijana und ihre Eltern kennen, die nie aufgehört haben, nach ihr zu suchen. Ein Zeitsprung versetzt uns in das Familienleben in Sarajevo vor dem Krieg, danach erfahren wir wie es der Familie ab März 1992 erging. Immer abwechselnd aus Dadas und Dijanas Sicht, wobei Dadas Sicht von einem Erzähler in der 3. Person erzählt wird und nur Dijana als Ich-Erzählerin auftritt. Wir erfahren über die Vorboten des Krieges, wie sich plötzlich Freunde, die zusammen in derselben Stadt aufgewachsen sind, zu Feinden wandeln, und wie der Krieg beginnt. Anfangs mutet die Erzählung trotz der schrecklichen Kriegsereignisse noch leicht an, was wohl daran liegt, dass die Familie der beiden Schwestern trotz Hunger wohlauf und beisammen ist, Dijana mit ihrem Erfindungsreichtum und ihrem Mut irgendwie immer Lösungen findet, alle noch voller Hoffnung sind und die beiden Mädchen sich verlieben, in Mirza und Zuka. Doch je länger der Krieg andauert, als desto schrecklicher empfindet ihn auch der Leser. Nun ist die Familie direkt betroffen, Vater und "Sohn" sind an der Front, Mirza verschwindet, die Hoffnung schwindet immer mehr. Dabei sind nicht die direkten Kampfhandlungen das Bedrückenste sondern andere Ereignisse, die der Krieg mit sich bringt, die alle Hoffnung zunichte machen, die ein "normales" Leben - auch nach dem Krieg - unmöglich machen und einen mit Trauer über verpasste Chancen und verlorene Jahre zurücklassen. Auch die Kriegsverbrecherprozesse 30 Jahre später können daran nichts ändern. Besonders erschreckend fand ich auch die Erkenntnis, wie schwer das Leben für Menschen meinen Alters dort heute noch ist, in Ländern, in denen viele Menschen heute unbeschwert Urlaub machen, ohne sich über das Trauma der Bewohner Gedanken zu machen. Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch.

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