Produktbild: Die bosnische Liebe

Die bosnische Liebe

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.03.2025

Verlag

BoD - Books on Demand

Seitenzahl

536

Maße (L/B/H)

19/12/3,7 cm

Gewicht

564 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96763-361-0

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Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.03.2025

Verlag

BoD - Books on Demand

Seitenzahl

536

Maße (L/B/H)

19/12/3,7 cm

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564 g

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1. Auflage

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Deutsch

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978-3-96763-361-0

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Der neue und leicht verqueere Krimi von Reimer Boy Eilers

Jakob Krajewsky aus Hamburg am 25.03.2025

Bewertungsnummer: 2448315

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Nun hatten wir schon eine feministische Außenpolitik. Und jetzt einen feministischen Roman – von einem Mann geschrieben! Auch Männer versuchen sich als Feministen/innen und außen. So kannte ich einen Literaturprof und Romancier namens Reuven Kritz mit Wiener Wurzeln, der schrieb in Israel unter Pseudonym mit einem weiblich klingenden Namen. Es war seine zweite oder dritte Karriere als Autorin sozusagen. Er bekam viele Zuschriften, nachdem er das Geheimnis lüftete, dass er ein Mann sei, die besagten, dass er sich sehr gut in Frauen hineinzuversetzen vermag. So auch hier bei Reimer Boy Eilers. Manchmal erscheint es allerdings auch etwas holzschnittartig, wenn die Protagonistin ‚Bienchen‘ spricht und in dem ihr eigenen Bewusstseinsstrom unbeschreiblich weiblich denkt. „Als Erkennungszeichen für Horvat hatte ich blonde, mittellange Haare und ein eierschalenfarbenes Jackett genannt. Wenn ich wollte, konnte ich eine Blondine geben, für die ein Taxifahrer den Rückspiegel verstellte (Seite 165).“ Gut – warum nicht! Als auktorialer Erzähler begibt sich Eilers hier ganz intim in die Niederungen des Balkankrieges und in das plüschige Milieu von St. Georg, Lange Reihe, Steindamm und Hansaplatz, doch auch Wandsbek und die Schanze erscheinen vor dem inneren Auge der Betrachtenden. Und schließlich ist da ein Mord, den die private Ermittlerin, die Hauptprotagonistin und ihre bosnische Busenfreundin, aufklären müssen. Denn Dino, der Schwager der zünftig mit pinkem Kopftuch bedeckten Bosnierin Elvedina und Bruder ihres Mannes Munir, sitzt im Knast wegen eines Mordes an einem Schlachter, Kollega im Bazar, den er nicht begangen haben will. Und so führen verschiedene Spuren und ein mysteriöser Anrufer ins Balkanmilieu in der Hansestadt in besagten Supermarkt. Es wird spannend und die Lesenden bleiben somit gern hart am Geschehen, werden gefesselt von der Fabulierkunst des Autors und seiner Protagonistinnen. Der Literat persifliert auch ein wenig die Gendersprache, z.B. an dem Wort ‚Laie‘ und ‚Laiein‘, es sieht zumindest ausgeschrieben komisch aus. Etwas mehr als im ‚Tod in Venedig‘, nur seitenverkehrt geschlechtlich gesehen, wird mit den Wechselspielchen der Geschlechter und Liebenden gearbeitet. Männer werden als mufflige Schurken und hinterwäldlerische Balkanesen gezeichnet, die tief den muslimischen Machotraditionen verhaftet sind, nach denen Frauen nichts gelten. Um so mehr wird die Solidarität unter Frauen beschworen, die Männer als hirnlose Golems wahrnehmen. Und in einem Nebensatz werden die Hamburger Luden als Frauenschänder geoutet. Poetic Justice! Die Deutschen erscheinen fast ausnahmslos mit typischen Namen der Boomergeneration. Auch das Lebensgefühl der 1970er, 1980er und 1990er Jahre mit ihrer Promiskuität, sichtbar in der Biografie von ‚Bienchen‘ Sabine, lebt wieder auf, u.a. auch mit der Erwähnung der Punkband Hansaplast aus Hannover. Ferner bestätigt sich dieses auch durch die seltsame Beziehung zu ‚Tante Mieze‘, eine entfernte verwandte Figur, die die Lesenden in Verwirrung bringen könnte. Eindrücklich wird die Welt der gouvernantenhaften Erzieherinnen, Soz.Päds und Psychologinnen geschildert, die sich frauenkämpferisch verbündeten, um die verlorenen Schäfchen zu retten und sich ihrer zu bedienen. So kommt auch selbst die Ermittlerin Bienchen, Sabine, aus schwierigen Verhältnissen, Mutter drogensüchtig, Vattern ist abwesend - in einer Hippiekolonie in Portugal lebend. Nur ‚Tante Mieze‘ hat Bienchen es zu verdanken, dass aus ihr noch was geworden ist: Dr. Sabine Heim nämlich – mit akademischem Grad, dem Adelstitel der Bürgerlichen, wie es bei manchen heute so schön heißt. Wortgewaltig und kenntnisreich erzählt Reimer Boy Eilers wie gewohnt diesmal über die Zusammenhänge des Balkankrieges. Namen ziehen vorüber wie Srebenica, Mostar, Sarajewo, es geht um Bosnier, Kroaten, Serben und Kosovaren, die auf schreckliche Weise im gegenseitigen Morden nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens verbunden sind. Massaker, KZ’s, Jagd auf Zivilisten, das ganze Elend des Krieges entfaltet sich. Friedenapostel wie der Bremer Bürgermeister Hans Koschnik erscheinen als Lichtgestalten, sowie Bill Clinton, der zwang Milosevic aus Belgrad, Tujman aus Zagreb und Izetbegovic aus Sarajevo (wer waren die noch gleich?) nach dreieinhalb Jahren Bürgerkrieg 1995 zum Friedensabkommen von Dayton. Wär auch heute mal eine Maßnahme mit Russland-Ukraine und Israel, Gaza und Iran …, oder? Im Roman geht es noch weiter, wird es bizarrer: Kriegsverbrecher mit gestohlener Identität von längst Verstorbenen im Hamburger Supermarkt, ein Seitenhieb auf die Naziconnection 1945 über katholische Klöster und priesterliche Gewährsleute nach Südamerika, Barbie und Eichmann, u.v.a.m. mit neuer Identität, bilden einen Rückgriff auf Parallelen in der deutschen Geschichte. Ein Exkurs nach Brasilien mit Orischa-Kulten, Candomblé, Capoeira und Arbeit unter Straßenkindern aus Favelas geben einen kosmopolitischen Touch, und es erklärt, wie Bienchens Helfersyndrom entstanden ist. Wie heißte es selbstkritisch im Text: „Schließlich war es eine relevante Frage, ob Leser und Hörer zwischen Werk und Person trennen sollten oder nicht?“ Eine Frage, die auch Literaturwissenschaftler/innen und außen stellen: Wie weit schreibt sich der Autor/innen selbst in den Text, in die Intertextualität des Gesagten, mit hinein? Eine interessante und offene Frage … Eine Reise der beiden Frauen im Liegebus von Hamburg nach Bosnien soll Licht ins Dunkel des Mordkomplotts im Hamburger Balkansupermarkt bringen und befeuert das amouröse Verhältnis der beiden ungleichen Frauen. Wir kommen in wiederaufgebaute Städte mit Rosenbalkonen in Bosnien, nach Sarajewo und Mostar. Hinter der Fassade lauert Liebe, Gewalt, Tod; jede Menge Animösitäten, Massengräber, Massenmörder, Geheimgesellschaften, Marienerscheinungen, teuflische Priester und ein Attentat auf die allzu neugierigen Ermittlerinnen. Eine Romeo-und-Julia Geschichte erwartet uns und der Autor huldigt der bosnischen Dichterin und Künstlerin Emina Kamber, die in Hamburg lebt, mit einer Hommage. In Eilers Prosatext verirren sich einstweilen schöne bosnische Gedichte. Es bleibt spannend bis zuletzt. Die beiden Frauen, die Protagonist/innen und außen dringen immer tiefer ein in den Wirrwarr der Beziehungen zwischen den Völkern und Menschen nach dem Zusammenbruch von Titos blockfreiem sozialistischen Musterstaat Jugoslawien. Bei einem Schneider aus Mostar laufen alle Fäden wie bei einer Spinne zusammen und es kommt zum Grand Finale!

Der neue und leicht verqueere Krimi von Reimer Boy Eilers

Jakob Krajewsky aus Hamburg am 25.03.2025
Bewertungsnummer: 2448315
Bewertet: eBook (ePUB 3)

Nun hatten wir schon eine feministische Außenpolitik. Und jetzt einen feministischen Roman – von einem Mann geschrieben! Auch Männer versuchen sich als Feministen/innen und außen. So kannte ich einen Literaturprof und Romancier namens Reuven Kritz mit Wiener Wurzeln, der schrieb in Israel unter Pseudonym mit einem weiblich klingenden Namen. Es war seine zweite oder dritte Karriere als Autorin sozusagen. Er bekam viele Zuschriften, nachdem er das Geheimnis lüftete, dass er ein Mann sei, die besagten, dass er sich sehr gut in Frauen hineinzuversetzen vermag. So auch hier bei Reimer Boy Eilers. Manchmal erscheint es allerdings auch etwas holzschnittartig, wenn die Protagonistin ‚Bienchen‘ spricht und in dem ihr eigenen Bewusstseinsstrom unbeschreiblich weiblich denkt. „Als Erkennungszeichen für Horvat hatte ich blonde, mittellange Haare und ein eierschalenfarbenes Jackett genannt. Wenn ich wollte, konnte ich eine Blondine geben, für die ein Taxifahrer den Rückspiegel verstellte (Seite 165).“ Gut – warum nicht! Als auktorialer Erzähler begibt sich Eilers hier ganz intim in die Niederungen des Balkankrieges und in das plüschige Milieu von St. Georg, Lange Reihe, Steindamm und Hansaplatz, doch auch Wandsbek und die Schanze erscheinen vor dem inneren Auge der Betrachtenden. Und schließlich ist da ein Mord, den die private Ermittlerin, die Hauptprotagonistin und ihre bosnische Busenfreundin, aufklären müssen. Denn Dino, der Schwager der zünftig mit pinkem Kopftuch bedeckten Bosnierin Elvedina und Bruder ihres Mannes Munir, sitzt im Knast wegen eines Mordes an einem Schlachter, Kollega im Bazar, den er nicht begangen haben will. Und so führen verschiedene Spuren und ein mysteriöser Anrufer ins Balkanmilieu in der Hansestadt in besagten Supermarkt. Es wird spannend und die Lesenden bleiben somit gern hart am Geschehen, werden gefesselt von der Fabulierkunst des Autors und seiner Protagonistinnen. Der Literat persifliert auch ein wenig die Gendersprache, z.B. an dem Wort ‚Laie‘ und ‚Laiein‘, es sieht zumindest ausgeschrieben komisch aus. Etwas mehr als im ‚Tod in Venedig‘, nur seitenverkehrt geschlechtlich gesehen, wird mit den Wechselspielchen der Geschlechter und Liebenden gearbeitet. Männer werden als mufflige Schurken und hinterwäldlerische Balkanesen gezeichnet, die tief den muslimischen Machotraditionen verhaftet sind, nach denen Frauen nichts gelten. Um so mehr wird die Solidarität unter Frauen beschworen, die Männer als hirnlose Golems wahrnehmen. Und in einem Nebensatz werden die Hamburger Luden als Frauenschänder geoutet. Poetic Justice! Die Deutschen erscheinen fast ausnahmslos mit typischen Namen der Boomergeneration. Auch das Lebensgefühl der 1970er, 1980er und 1990er Jahre mit ihrer Promiskuität, sichtbar in der Biografie von ‚Bienchen‘ Sabine, lebt wieder auf, u.a. auch mit der Erwähnung der Punkband Hansaplast aus Hannover. Ferner bestätigt sich dieses auch durch die seltsame Beziehung zu ‚Tante Mieze‘, eine entfernte verwandte Figur, die die Lesenden in Verwirrung bringen könnte. Eindrücklich wird die Welt der gouvernantenhaften Erzieherinnen, Soz.Päds und Psychologinnen geschildert, die sich frauenkämpferisch verbündeten, um die verlorenen Schäfchen zu retten und sich ihrer zu bedienen. So kommt auch selbst die Ermittlerin Bienchen, Sabine, aus schwierigen Verhältnissen, Mutter drogensüchtig, Vattern ist abwesend - in einer Hippiekolonie in Portugal lebend. Nur ‚Tante Mieze‘ hat Bienchen es zu verdanken, dass aus ihr noch was geworden ist: Dr. Sabine Heim nämlich – mit akademischem Grad, dem Adelstitel der Bürgerlichen, wie es bei manchen heute so schön heißt. Wortgewaltig und kenntnisreich erzählt Reimer Boy Eilers wie gewohnt diesmal über die Zusammenhänge des Balkankrieges. Namen ziehen vorüber wie Srebenica, Mostar, Sarajewo, es geht um Bosnier, Kroaten, Serben und Kosovaren, die auf schreckliche Weise im gegenseitigen Morden nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens verbunden sind. Massaker, KZ’s, Jagd auf Zivilisten, das ganze Elend des Krieges entfaltet sich. Friedenapostel wie der Bremer Bürgermeister Hans Koschnik erscheinen als Lichtgestalten, sowie Bill Clinton, der zwang Milosevic aus Belgrad, Tujman aus Zagreb und Izetbegovic aus Sarajevo (wer waren die noch gleich?) nach dreieinhalb Jahren Bürgerkrieg 1995 zum Friedensabkommen von Dayton. Wär auch heute mal eine Maßnahme mit Russland-Ukraine und Israel, Gaza und Iran …, oder? Im Roman geht es noch weiter, wird es bizarrer: Kriegsverbrecher mit gestohlener Identität von längst Verstorbenen im Hamburger Supermarkt, ein Seitenhieb auf die Naziconnection 1945 über katholische Klöster und priesterliche Gewährsleute nach Südamerika, Barbie und Eichmann, u.v.a.m. mit neuer Identität, bilden einen Rückgriff auf Parallelen in der deutschen Geschichte. Ein Exkurs nach Brasilien mit Orischa-Kulten, Candomblé, Capoeira und Arbeit unter Straßenkindern aus Favelas geben einen kosmopolitischen Touch, und es erklärt, wie Bienchens Helfersyndrom entstanden ist. Wie heißte es selbstkritisch im Text: „Schließlich war es eine relevante Frage, ob Leser und Hörer zwischen Werk und Person trennen sollten oder nicht?“ Eine Frage, die auch Literaturwissenschaftler/innen und außen stellen: Wie weit schreibt sich der Autor/innen selbst in den Text, in die Intertextualität des Gesagten, mit hinein? Eine interessante und offene Frage … Eine Reise der beiden Frauen im Liegebus von Hamburg nach Bosnien soll Licht ins Dunkel des Mordkomplotts im Hamburger Balkansupermarkt bringen und befeuert das amouröse Verhältnis der beiden ungleichen Frauen. Wir kommen in wiederaufgebaute Städte mit Rosenbalkonen in Bosnien, nach Sarajewo und Mostar. Hinter der Fassade lauert Liebe, Gewalt, Tod; jede Menge Animösitäten, Massengräber, Massenmörder, Geheimgesellschaften, Marienerscheinungen, teuflische Priester und ein Attentat auf die allzu neugierigen Ermittlerinnen. Eine Romeo-und-Julia Geschichte erwartet uns und der Autor huldigt der bosnischen Dichterin und Künstlerin Emina Kamber, die in Hamburg lebt, mit einer Hommage. In Eilers Prosatext verirren sich einstweilen schöne bosnische Gedichte. Es bleibt spannend bis zuletzt. Die beiden Frauen, die Protagonist/innen und außen dringen immer tiefer ein in den Wirrwarr der Beziehungen zwischen den Völkern und Menschen nach dem Zusammenbruch von Titos blockfreiem sozialistischen Musterstaat Jugoslawien. Bei einem Schneider aus Mostar laufen alle Fäden wie bei einer Spinne zusammen und es kommt zum Grand Finale!

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