Ein atemberaubend spannender und klaustrophobischer Weltraum-Thriller
Hester Marley war einst die beste KI-Trainerin des Sonnensystems, doch dann verlor sie bei einem Terroranschlag beinahe das Leben und strandete auf einer kleinen Raumstation, wo sie als Security Officer arbeitet. Als sie von einem Freund, ebenfalls ein Überlebender des Anschlags, eine kryptische Botschaft erhält und kurz danach erfährt, dass er unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen ist, nimmt sie die Ermittlungen auf. Sie fliegt in die abgelegene Asteroiden-Mine – und entdeckt dort ein Geheimnis, das besser in der Schwärze des Alls verborgen bleiben sollte …
Ausgezeichnet mit dem Philip K. Dick Award!
Kundinnen und Kunden meinen
2.5/5.0
Bewertung
3/5
10.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Popcorn-würdiges Leserlebnis
Wenn ihr Lust auf einen spannenden Science-Fiction-Thriller im Weltall habt, solltet ihr euch «Dead Space» von Kali Wallace, dass letztes Jahr im Heyne-Verlag erschienen ist, einmal genauer ansehen. Übersetzt wurde das Buch von Bernhard Kempen.
Stell dir vor, du bist eine KI-Forscherin und verlierst bei einem Attentat im Weltall nicht nur deine Forschung, den Grossteil deiner Freunde und Teile deines Körpers. Allein der Umstand, dass man dir das Leben gerettet hat, bürdet dir eine gewaltige Schuldenlast auf. Schulden, die du bei jener Firma abarbeiten musst, der du dein Überleben verdankst. Genau das ist die Ausgangssituation, in der sich Hester Marley am Anfang des Romans wiederfindet. Um ihre Schulden jedoch abzubezahlen, betreibt Hester Marley jedoch keine Forschung, sondern wird Ermittlerin. Nachdem ein Freund aus Forschungstagen sich bei ihr meldet, und kurze Zeit später tot aufgefunden wird, muss sich Hester ihrer Vergangenheit stellen.
Diese Geschichte kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe nach etwas gesucht, das mich richtig gut unterhalten kann und etwas Nervenkitzel enthält. Genau das habe ich bekommen. Auch wenn die Geschichte anfangs ruhig startet, so fliegt man spätestens im letzten Drittel nur so durch die Seiten. Ich konnte mich vor Anspannung gar nicht mehr von diesem Buch losreissen! An dieser Stelle muss jedoch erwähnt werden, dass es vom Rhythmus her durchaus ein Ungleichgewicht gibt. Das Buch hat gerade in der Mitte einige Längen und der Ermittlungsteil braucht etwas Zeit, bis er etwas schneller vorangeht. Das hat mich persönlich aber nicht an der Lesefreude gehindert.
Die Atmosphäre ist düster, teils etwas deprimierend, aber ohne, dass es zu schwer wirkt. Das Buch wird oftmals unter Horror-Sci-Fi beworben, dem würde ich aber nicht zustimmen. Natürlich gibt es einige unangenehme Momente, die dem einen oder anderen Gänsehaut bescheren könnten, aber ich sehe es eher als düsteren Thriller. Nicht vergleichbar mit dem ersten Alien-Film, der vielmehr in diese Genrebeschreibung passt, beispielsweise.
Besonders gefallen haben mir die Hintergründe der Konzerne. Das gab dem ganzen Welttraum-Setting eine Cyberpunk-Atmosphäre, die mir wirklich gut gefallen hat. Gerade die Thematik dieses Hyperkapitalismus gefällt mir sehr gut. Denn Hester wurde gerettet, ohne dass man sie zuvor über die Konsequenzen und die damit verbundenen Schuldendieser Rettung informiert hat. Ihr Bein, ihr Arm und Teile ihres Gesichts sind aus Metall. Um sich nicht noch mehr zu verschulden, entschied sie sich dafür, diese Metallkörperteile nicht mit einer hautähnlichen Substanz zu kaschieren, was ihr die Interaktionen mit anderen Menschen zunehmend erschwert. Denn diese können nicht anders, als sie dafür ständig anzustarren. Diese ganze Situation und die Tatsache, dass ihre Vergangenheit höchst traumatisch ist, führen dazu, dass sich Hester von ihren Mitmenschen abgrenzt. Auch wenn sie offensichtlich romantische Beziehungen führen kann, so scheint sie keinen richtigen emotionalen Zugang zu ihnen finden zu können. Sie ist somit stark isoliert. Hester ist für diese Geschichte eine gelungene Protagonistin. Gerne hätte ich mir aber mehr charakterliche Tiefe gewünscht.
Obwohl Hester stark traumatisiert ist und unter PTSD leidet, so bekommt man davon als Leser:in relativ wenig wirklich mit. Auch wenn dies klar ein handlungsgetriebener Roman ist, so hätte ich mir wirklich gewünscht, dass den Figuren etwas mehr Raum gegeben worden wäre.
Alles in allem hat mir dieser Roman tolle Lesestunden beschert, und wer Lust auf eine Ermittlung im All, mit Intrigen, Grosskonzernen und künstlichen Intelligenzen hat, soll sich definitiv an diesem Buch versuchen.
Bewertung
2/5
26.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Konzeptuell interessant
Das Buch hat eine vom Konzept her interessante Handlung: Ein Freund der Protagonistin wird aus ungeklärten Gründen auf einer Raumstation ermordet auf der er Wartungsarbeiten durchgeführt hat. Die Gründe aus denen er sterben musste werden im späteren Verlauf der Handlung klar und sind erschreckend. Praktisch gesehen ist das Buch für mich jedoch sehr seltsam geschrieben. Zuerst als Rechtschreibfehler interpretiert, fiel mir irgendwann auf, dass absichtlich die Personalpronomen unverständlich geschrieben werden um die Präferenz der Protagonistin bei ihrer Partnerwahl zu verdeutlichen. Das hat mich komplett aus dem Lesefluss gebracht und zu Verständnisproblemen geführt wodurch ich irgendwann die Lust verloren habe weiterzulesen. Schade, denn die Handlung hat nichts damit zu tun daher verstehe ich die Notwendigkeit dafür nicht.
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