Produktbild: Jahre ohne Sprache

Jahre ohne Sprache Roman | Feministischer und wütender Gesellschaftsroman, der dem Schweigen und der Sprachlosigkeit etwas entgegensetzt | Für Fans von Mareike Fallwickl und Ruth Maria Thomas

12

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

25.11.2025

Verlag

Ecco Verlag

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

2167 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783753001227

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Nein

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  • ARIA-Rollen vorhanden

Erscheinungsdatum

25.11.2025

Verlag

Ecco Verlag

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

2167 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783753001227

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  • Rina

    aus Mannheim

    4/5

    28.11.2025

    eBook (ePUB)

    Zwischen Sprachlosigkeit und Aufbegehren

    „Jahre ohne Sprache“ begleitet Nao, die inzwischen mit ihrer Wahlfamilie in einem besetzten Haus lebt. Obwohl sie Glaznitz, ihre Heimat, hinter sich gelassen hat, bleibt die Vergangenheit allgegenwärtig: die Sommer ihrer Kindheit, das Aufwachsen mit ihrem besten Freund und die familiären Brüche. Am präsentesten ist die Hand, die plötzlich auf ihrem Bein lag und Grenzen überschritt. Nao, früher Natasha, versucht zu verstehen, was damals wirklich geschehen ist. Sie sucht nach Anhaltspunkten für ihre Erinnerungen und kämpft gleichzeitig damit, im Alltag überhaupt zurechtzukommen. Das Buch erzählt in einer stillen, unaufgeregten Sprache, in der dennoch viel aufgestaute Wut mitschwingt. Wir beobachten, wie Nao in ihrem neuen Umfeld nach Trost und Zugehörigkeit sucht. Zwischendurch tauchen ab und zu verwirrende Flashbacks auf. Meiner Meinung nach passt das gut zu ihrer Suche nach der Wahrheit und zu der Unsicherheit, welchen Erinnerungen sie trauen kann. Besonders bewegt hat mich der Blick auf das jugendliche Erleben: wie schwer es ist, eigene Grenzen zu benennen, wenn man noch gar nicht versteht, was richtig und falsch ist, und wie früh Mädchen mit ihrer Sexualität und mit Grenzverletzungen konfrontiert werden. Das Buch zeigt sehr kraftvoll, wie komplex der Umgang mit sexualisierter Gewalt ist, vor allem, wenn das Umfeld nicht wirklich zuhört oder das eigene Empfinden kleingeredet wird. Im Gegensatz zu vielen lauteren „Female-Rage-Büchern“ erzählt Esswein sehr leise. Gerade dieser zurückhaltende Ton hat für mich gut zu Naos Gefühlswelt gepasst. Die Autorin bietet hier keine Lösungen, sondern lässt der Sprachlosigkeit ihren Raum. Für mich ein wichtiger Blick aus der Perspektive einer Heranwachsenden auf ein Problem unserer Gesellschaft.

  • Lesens_werte

    5/5

    16.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Starkes Buch

    In ihren Erinnerungen beginnt es an einem Abend auf dem Sportplatz. Die Bilder in Nataschas Kopf verschwimmen immer wieder, nur eins sieht sie klar vor Augen: die Hand. Und was eine unbeschwerte Jugend im provinzialen Glanitz hätte sein können, wird vernichtet von diesem Missbrauch und der inneren Stimme, die ihr unbegründet die Mitschuld gibt. Mittlerweile nennt sich Natascha "Nao", ist erwachsen und entkommt doch nicht den Schatten der Vergangenheit. Ihr fehlt Rückhalt, vor allem familiär, die neuen Freunde sind zwar da, wissen aber nicht um den Kern ihrer Probleme Bescheid. Nao baut zunehmend Wut auf, bekommt Fantasien, wie sie sich rächen könnte und hat doch auch Angst vor so einer Situation. Die große Stärke dieses Buchs ist die plastische Greifbarkeit dieser Angst und des Schamgefühls. "Die Hand" bekommt in den Schilderungen wenig Gesicht, wenig Attribute und auch die Handlungen selber bleiben sehr vage, was mir persönlich aber sehr gut gefallen hat. Dieser Stil symbolisiert für mich Nataschas Verdrängen, der Wunsch einen Deckel über die Geschichte zu legen, der mit ihrer Wut und Lust zur Konfrontation konkurriert. Ich bin beeindruckt von der Wucht dieses inhaltlich und sprachlich starken Buches.

  • all.the.books.i.read.before

    5/5

    08.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leise aber eindrücklich

    ✨ Rezension ✨ Jahre ohne Sprache | Ann Esswein | Ecco | 192 Seiten | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Jahre ohne Sprache ist eine Geschichte, über eine junge Frau, der die Worte fehlen für das, was ihr in der Jugend passiert ist. Wir begleiten die Protagonistin in der Gegenwart, wo sie mit anderen Menschen in einer Knopffabrik lebt. Gemeinsam schlagen sie sich durch, unterstützen sich, aber hinterfragen sich dabei nicht. In Rückblicken kommen wir langsam all den Erlebnissen näher, die Nataschas Leben geformt haben. Man versteht ihre Struggle dabei immer besser, aber nie ist es die ganze Geschichte. Immer bleibt auch Raum für eigene Interpretationen und Gefühle. Für mich hat sich dabei auch der Horizont erweitert, denn es gibt Einblicke in Lebensrealitäten, die mir fremd sind. Wohnungslosigkeit und Armut, sowie diese Wortlosigkeit, weil man das Erlebte nicht verarbeiten konnte. Flashbacks und Fantasien, die immer konkreter werden ziehen sich dabei durch die Geschichte und werden zum Ende immer dichter. Von mir eine Empfehlung für diese leise aber bedeutungsschwere Geschichte.

  • zeilen_echo

    5/5

    07.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Female Rage hat eine Vorgeschichte

    „Jahre ohne Sprache“ von Ann Esswein ist ein Roman über weibliche Wut und darüber, wie sie entsteht. Von der ersten Seite an liegt eine spürbare Anspannung in der Hauptfigur Natasha, die in jungen Jahren missbraucht wurde. Sie ist leise, unsicher, angepasst. Ein typisches „braves Mädchen“, das gelernt hat zu schweigen. Doch unter dieser Oberfläche wächst etwas: Wut. Nicht plötzlich oder plakativ, sondern schleichend. Was dieses Buch stark macht, ist der Fokus jenseits des eigentlichen Täters. Esswein zeigt unmissverständlich dass sexualisierte Gewalt nicht mit der Tat endet. Die eigentlichen Brüche entstehen oft später bspw. durch Mitwisser, Wegsehen und Schweigen. Durch Eltern, die Täter prägen. Durch eine Mutter, die nie schützt. Und auch durch das Opfer selbst, das gelernt hat, sich klein zu machen, um zu überleben. Die Charakterentwicklung von Natasha ist konsequent und unbequem. Vom verschüchterten Mäuschen zur Figur, die sich ihr Leben zurückholt ob man diesen Weg als Emanzipation oder als Rache liest, bleibt dabei bewusst offen. Genau darin liegt die Stärke des Romans: Er moralisiert nicht, er erklärt. „Jahre ohne Sprache“ ist ein wütendes Buch. Ein notwendiges.
Wer verstehen will, wie Female Rage als Reaktion auf systemisches Versagen entsteht sollte diesen Roman lesen. Kurz gesagt:
Kein leichter Stoff. Keine falsche Empathie. Aber literarisch überzeugend und thematisch auf den Punkt.

  • Christopher Bahn

    Book Circle Community

    5/5

    26.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Unsagbare benennen

    Ein sehr eindringlicher Roman über eine Jugend in der Provinz, die von einer mysteriösen Hand begleitet wird, die allgegenwärtig ist und den jungen weiblichen Körper missbraucht. Jahre später lebt die Protagonistin in einer alternativen Fabrik mit ihrer großen Wahlfamilie, doch die Erinnerungen an die Hand verfolgen sie immer wieder. Der Roman ist auch so aufgebaut, im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, und zeigt den großen Einfluss unserer Vergangenheit auf unser Leben. Besonders gefallen hat mir die klare, doch unaufdringliche Sprache und die sehr ausdrucksstarke Zeichnung der Charaktere. Sehr empfehlenswert.

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