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Dünnes Eis

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.06.2025

Verlag

Dörlemann

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

20/12,8/2,7 cm

Gewicht

314 g

Farbe

Altweiß

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-03820-600-2

Beschreibung

Rezension

»Es gelingt der Autorin, Gefühle plausibel zu machen und Handlungen

nachvollziehbar. Der Roman berührt. ... Das Buch weckt den Wunsch, die

eigene Großmutter anzurufen.«
Jana Ballweber / Frankfurter Rundschau 

»Viele der so zarten, poetischen Sätze möchte man aufbewahren.«
Daniela Zinser / Welt am Sonntag kompakt 

»Den klug komponierten, bildstarken und menschlich anrührenden Roman

durchzieht ein Grundton an Melancholie, aber auch von Lebenszuversicht.

Er macht Mut, sich dem eigenen Leben zu stellen und sich zugleich

stärker für seine Mitmenschen zu engagieren.«
Ronald Schneider / Rheinische Post 

»Essmann macht deutlich, dass die Kette des Lebens trotz aller schrecklichen Erinnerungen weitergehen kann.«
Christoph Brodesser / Westfälische Nachrichten 

»Eine ungemein berührende, wirklich zu Herzen gehende Geschichte«
Sigismund von Dobschütz / Saale-Zeitung 

»Es ist ein stilles Buch, das sich lohnt, ganz langsam zu lesen, damit man jeden Satz möglichst lange geniessen kann.«
Luzia Keusch / Buchhandlung Untertor in Sursee 

»
Dünnes Eis
ist trotz des unglaublich harten Themas, eine solche Sprachschönheit … Ich hatte mehr als einmal sehr nasse Augen, schwelge ob der Sprache noch in höheren Sphären.«
Nicole Kleber / Instagram

»Sie vollbringt das Kunststück, von den Wunden des Zweiten Weltkriegs zu

erzählen und trotzdem ihre Protagonistin und uns Leser getröstet aus dem

Roman zu entlassen. Das ist nachhaltig beeindruckend.«
Heide Koller-Duwe / Buchhandlung Friedrich Schaumburg

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.06.2025

Verlag

Dörlemann

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

20/12,8/2,7 cm

Gewicht

314 g

Farbe

Altweiß

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-03820-600-2

Herstelleradresse

Verlegerdienst München
Gutenbergstraße 1
82205 Gilching
DE

Email: webmaster@verlegerdienst.de

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Was bleibt, ist die Gewalt

Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 29.03.2026

Bewertungsnummer: 3093366

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Einstieg ist etwas sprunghaft. Die verschiedenen Ebenen – Gegenwart in der Seniorenresidenz, Erinnerungen an das Kriegsende und die Zeit mit dem zweiten Ehemann – wechseln häufig. Besonders die Passagen mit Elias wirken zunächst eher ruhig, teilweise fast banal. Im Laufe des Lesens habe ich sie aber immer mehr als bewussten Kontrast verstanden zu den anderen Ebenen, die emotional extrem intensiv sind. Ohne diese ruhigeren Teile wäre das Buch wahrscheinlich kaum auszuhalten. Und genau darin liegt eine große Stärke dieses Romans. Die Erinnerungen an die Zeit nach dem Krieg sind unglaublich eindringlich. Es wird nichts beschönigt, nichts erklärt, nichts abgefedert. Es ist einfach da. Fakt. Man liest das nicht mehr wie eine Geschichte, sondern eher wie ein Zeugnis. Wie ein „factum brutum“, etwas, das passiert ist und sich nicht einordnen lässt. Diese Stellen sind schwer auszuhalten und genau deshalb so stark. Ich musste mich beim Lesen oft zusammenreißen, war nahe an den Tränen. Nicht, weil es sentimental ist, sondern weil es so direkt ist. Die Sprache ist dabei beeindruckend. Einerseits poetisch und fein, voller Bilder, und dann wieder ganz reduziert, hart, fast nur noch einzelne Sätze oder Wörter. Gerade in den intensivsten Momenten wird sie einfacher – und trifft genau deshalb umso mehr. Es gibt Bilder und Gedanken, die bleiben. Besonders die Idee, dass Erinnerungen unsere Gefühle bewahren, aber nicht verändern, hat sich bei mir festgesetzt. Dass sie eingeschlossen bleiben, wie eine Fliege im Bernstein. Was mich besonders beschäftigt hat, ist die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Roman zeigt, wie sich Gewalt und Verlust durch Zeiten hindurchziehen, ohne sich wirklich aufzulösen. Das wird nicht laut erzählt, sondern entsteht langsam, zwischen den Szenen – und genau dadurch entfaltet es seine Wirkung. Dieses Buch ist nicht vollkommen gleichmäßig, aber gerade das hat mich am Ende nicht mehr gestört. Im Gegenteil: Die stärksten Passagen haben eine solche Intensität, dass sie alles andere überstrahlen. Wichtig: Das ist nichts für empfindliche Leser*innen. Es gibt sehr direkte, schonungslose Darstellungen von Gewalt, auch sexualisierte Gewalt. Das muss man aushalten können. Am Ende bleibt für mich: Ein Roman, der Zeit braucht, der sich entfaltet – und der in seinen stärksten Momenten eine Wucht erreicht, die man nicht mehr vergisst. Und genau deshalb lohnt er sich sehr. Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil

Was bleibt, ist die Gewalt

Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 29.03.2026
Bewertungsnummer: 3093366
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Einstieg ist etwas sprunghaft. Die verschiedenen Ebenen – Gegenwart in der Seniorenresidenz, Erinnerungen an das Kriegsende und die Zeit mit dem zweiten Ehemann – wechseln häufig. Besonders die Passagen mit Elias wirken zunächst eher ruhig, teilweise fast banal. Im Laufe des Lesens habe ich sie aber immer mehr als bewussten Kontrast verstanden zu den anderen Ebenen, die emotional extrem intensiv sind. Ohne diese ruhigeren Teile wäre das Buch wahrscheinlich kaum auszuhalten. Und genau darin liegt eine große Stärke dieses Romans. Die Erinnerungen an die Zeit nach dem Krieg sind unglaublich eindringlich. Es wird nichts beschönigt, nichts erklärt, nichts abgefedert. Es ist einfach da. Fakt. Man liest das nicht mehr wie eine Geschichte, sondern eher wie ein Zeugnis. Wie ein „factum brutum“, etwas, das passiert ist und sich nicht einordnen lässt. Diese Stellen sind schwer auszuhalten und genau deshalb so stark. Ich musste mich beim Lesen oft zusammenreißen, war nahe an den Tränen. Nicht, weil es sentimental ist, sondern weil es so direkt ist. Die Sprache ist dabei beeindruckend. Einerseits poetisch und fein, voller Bilder, und dann wieder ganz reduziert, hart, fast nur noch einzelne Sätze oder Wörter. Gerade in den intensivsten Momenten wird sie einfacher – und trifft genau deshalb umso mehr. Es gibt Bilder und Gedanken, die bleiben. Besonders die Idee, dass Erinnerungen unsere Gefühle bewahren, aber nicht verändern, hat sich bei mir festgesetzt. Dass sie eingeschlossen bleiben, wie eine Fliege im Bernstein. Was mich besonders beschäftigt hat, ist die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Roman zeigt, wie sich Gewalt und Verlust durch Zeiten hindurchziehen, ohne sich wirklich aufzulösen. Das wird nicht laut erzählt, sondern entsteht langsam, zwischen den Szenen – und genau dadurch entfaltet es seine Wirkung. Dieses Buch ist nicht vollkommen gleichmäßig, aber gerade das hat mich am Ende nicht mehr gestört. Im Gegenteil: Die stärksten Passagen haben eine solche Intensität, dass sie alles andere überstrahlen. Wichtig: Das ist nichts für empfindliche Leser*innen. Es gibt sehr direkte, schonungslose Darstellungen von Gewalt, auch sexualisierte Gewalt. Das muss man aushalten können. Am Ende bleibt für mich: Ein Roman, der Zeit braucht, der sich entfaltet – und der in seinen stärksten Momenten eine Wucht erreicht, die man nicht mehr vergisst. Und genau deshalb lohnt er sich sehr. Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil

Kluge Aufarbeitung unserer Geschichte

MarieOn am 05.02.2024

Bewertungsnummer: 2124197

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Marietta wird morgen Einhundert Jahre alt, jetzt ist es 24 Uhr, sie liegt unruhig im Bett. Nicht wegen ihres Geburtstags, sondern wegen der Schatten, die die Dunkelheit wirft. Sie setzt sich an ihren Schreibtisch und kramt ein paar Fotos aus der Schublade hervor, so, wie sie es immer macht, wenn sie nicht schlafen kann. Sie dreht ein Bild um und schaut auf ihren Heinrich, “den der russische Winter verschluckt hat”. Zwei Jahre hatten sie miteinander gehabt und daraus war ihr Johann entstanden. Ihr Johann …ganz dünnes Eis. An Gisela denkt sie, als sie das Foto mit Emil umdreht, Giselas Wellensittich. Sie hatte neben ihr gewohnt in der Residenz, wo sie nun schon seit zwanzig Jahren wohnt. Damals, als Elias sie verließ, ihr zweiter Mann, Psychoanalytiker. Als sie sich fühlte wie ein verlassenes Haus, durch dessen zerbrochene Fenster und leere Räume der Wind fegt. S. 48 Ihr Elias, der so bestrebt war herauszufinden, warum sie beim Sex mit ihm, immer, die Augen schloss, aber sie konnte es ihm nie sagen. Nach Elias hatte sie 250 Quadratmeter gegen diese 45 getauscht, in denen sie nun lebt. Zuerst war sie als freiwillige grüne Dame von Zimmer zu Zimmer gegangen und hatte das Gespräch angeboten, das lag ihr einfach. Wenn sie jetzt aus dem Fenster schaut sieht sie die Container mit den Flüchtlingen, die von weit übers Meer hirher, zu uns gekommen sind. Neulich erzählte ihr jemand, dass ein fünfzehnjähriges syrisches Mädchen und ihr kleiner Bruder von Männern durch den Park gejagt wurden. Da packte es sie wieder, der Druck in den Schläfen, Augen flackern, Knie wie Pudding. Atmen, ruhig, atmen. Fazit: So eine wichtige Geschichte, so gut egemacht. Die Autorin hat klug erzählend, unsere Geschichte aufgearbeitet und mit großer Sensibilität, die Auswirkungen des Krieges, anhand von Marietta gezeigt. Wir vergessen nicht, dass wir einen völlig sinnlosen Krieg angezettelt und Völkermord begangen haben. Aber wir haben vergessen, was wir unseren Großeltern und damit den folgenden Generationen angetan haben. Unsere Frauen, die wie Vieh behandelt, gedemütigt und vergewaltigt wurden, ihre Männer und Kinder ganz verloren, oder versehrt und verändert zurück bekommen haben. All dieser unnötige Schmerz, das macht was mit einem. Ich hoffe, das passiert tatsächlich: Nie wieder!

Kluge Aufarbeitung unserer Geschichte

MarieOn am 05.02.2024
Bewertungsnummer: 2124197
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Marietta wird morgen Einhundert Jahre alt, jetzt ist es 24 Uhr, sie liegt unruhig im Bett. Nicht wegen ihres Geburtstags, sondern wegen der Schatten, die die Dunkelheit wirft. Sie setzt sich an ihren Schreibtisch und kramt ein paar Fotos aus der Schublade hervor, so, wie sie es immer macht, wenn sie nicht schlafen kann. Sie dreht ein Bild um und schaut auf ihren Heinrich, “den der russische Winter verschluckt hat”. Zwei Jahre hatten sie miteinander gehabt und daraus war ihr Johann entstanden. Ihr Johann …ganz dünnes Eis. An Gisela denkt sie, als sie das Foto mit Emil umdreht, Giselas Wellensittich. Sie hatte neben ihr gewohnt in der Residenz, wo sie nun schon seit zwanzig Jahren wohnt. Damals, als Elias sie verließ, ihr zweiter Mann, Psychoanalytiker. Als sie sich fühlte wie ein verlassenes Haus, durch dessen zerbrochene Fenster und leere Räume der Wind fegt. S. 48 Ihr Elias, der so bestrebt war herauszufinden, warum sie beim Sex mit ihm, immer, die Augen schloss, aber sie konnte es ihm nie sagen. Nach Elias hatte sie 250 Quadratmeter gegen diese 45 getauscht, in denen sie nun lebt. Zuerst war sie als freiwillige grüne Dame von Zimmer zu Zimmer gegangen und hatte das Gespräch angeboten, das lag ihr einfach. Wenn sie jetzt aus dem Fenster schaut sieht sie die Container mit den Flüchtlingen, die von weit übers Meer hirher, zu uns gekommen sind. Neulich erzählte ihr jemand, dass ein fünfzehnjähriges syrisches Mädchen und ihr kleiner Bruder von Männern durch den Park gejagt wurden. Da packte es sie wieder, der Druck in den Schläfen, Augen flackern, Knie wie Pudding. Atmen, ruhig, atmen. Fazit: So eine wichtige Geschichte, so gut egemacht. Die Autorin hat klug erzählend, unsere Geschichte aufgearbeitet und mit großer Sensibilität, die Auswirkungen des Krieges, anhand von Marietta gezeigt. Wir vergessen nicht, dass wir einen völlig sinnlosen Krieg angezettelt und Völkermord begangen haben. Aber wir haben vergessen, was wir unseren Großeltern und damit den folgenden Generationen angetan haben. Unsere Frauen, die wie Vieh behandelt, gedemütigt und vergewaltigt wurden, ihre Männer und Kinder ganz verloren, oder versehrt und verändert zurück bekommen haben. All dieser unnötige Schmerz, das macht was mit einem. Ich hoffe, das passiert tatsächlich: Nie wieder!

Kundinnen und Kunden meinen

Dünnes Eis

von Theres Essmann

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