Eine Woche Segelkurs in Los Angeles, Blitzheirat in Las Vegas und schon beginnt das Abenteuer ihres Lebens: Mit einer selbstgebauten Expeditionsyacht brechen Claudia und Jürgen zu einer zehnjährigen Weltreise auf, sie überleben Stürme am Kap Horn und lassen sich in Grönland zum überwintern im Eis einfrieren. Sie durchqueren die Nordwestpassage, bezwingen die Brüllenden Vierziger und verlieben sich in die Pinguine der Antarktis.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Rosi
aus Neuendettelsau
5/5
28.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein ehrlicher und aufrichtiger Reisebericht, der Spaß macht
MEINE MEINUNG
Dieses Buch ist unterteilt in verschiedene Kapitel die uns schon einen kleinen Einblick geben.
Als ich bei diesem Buch die ersten paar Seiten gelesen habe, fühlte ich mich sofort wieder an meine eigene Tour auf einem Segelboot erinnert. Auch wir hatten ein Unwetter und bei sehr hohen Wellen liefen wir nach Portugal ein. Der Weg den Tejo entlang war am Anfang für mich wirklich beängstigend und ich kann hier Claudia auf jeden Fall verstehen.
Was ich aber hier schon sagen kann ist, das dieses Buch so realistisch und auch ehrlich geschrieben ist, was das ganze schon sehr interessant macht.
Da mein Mann auch sehr lange zur See gefahren ist und ich auch auf zwei Reisen dabei sein durfte, kann ich verschiedene Dinge absolut nachvollziehen. Auch das ankommen im Hafen und die neuen Eindrücke machen es einem manchmal schwer, sich von einem Land zu verabschieden.
Ich liebe solche Bücher, denn sie erinnern mich auch immer an meine Reisen, überhaupt, wenn sie so ehrlich geschrieben sind. Es ist hier überhaupt nichts beschönigt, oder überzogen, NEIN, es ist genauso, wie es eben ist. Es ist schön zu lesen, das es auch noch Segler gibt, die segeln als Genuss erleben und nicht auf Zeit und Druck arbeiten. Beim Segeln sollte man nicht den Zeitdruck haben, denn das Wetter dirigiert dir deinen Weg.
Sehr schön finde ich auch die Bilder, die etwa in der Mitte des Buches sind, die ich aber schon mal als erstes angeschaut habe. Ich bin ja nicht neugierig, aber das musste ich mir zuerst anschauen. Immer wenn in einem Buch in der Mitte Bilder zu sehen sind, dann muss ich mir die anschauen.
Ich habe dieses Buch genossen und ich konnte in manchen Situationen Claudia so gut verstehen. Dieses Buch macht wirklich sehr viel Freude und wer selbst schon mal segeln war, der weiß, das es nicht immer super schön ist. Es ist anstrengend und manchmal auch nervenaufreibend, wenn es keinen Wind gibt. Das haben die beiden hier wirklich sehr ehrlich und offen erzählt. Hier wurde nichts beschönigt, hier wurde alles genau so erzählt, wie die beiden es tatsächlich erlebt haben und ich glaube den beiden hier jedes Wort.
Ich kann diesem Buch hier durchaus die vollen 5 Sterne geben und auch eine Leseempfehlung aussprechen, denn so viel Ehrlichkeit muss auch belohnt werden. Dieses Buch sollten alle lesen, die gerne segeln oder dies auch mal tun wollten.
Jasika
4/5
20.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein beeindruckender Reisebericht
„Sturm auf See, das ist rohe Gewalt, das ist ein polternder, schreiender, krachender Lärm. Das Heulen des Windes, das Krachen und Stampfen des Bootes, das Tosen der heranrollenden Wellen und der dumpfe Aufschlag, wenn die Wellen über dem Deck zusammenbrechen.“
Dieser Satz lässt sofort erahnen, in welche Welt man mit Hart am Wind von Claudia und Jürgen Kirchberger eintaucht. Eine Welt aus Wasser, Wind und Wagemut. Die beiden Autoren haben nicht einfach eine Segelreise unternommen, sie haben sich auf eine Lebensreise eingelassen, die sie in die entlegensten Regionen der Erde führt.
Ich habe beim Lesen oft das Gefühl gehabt, direkt mit an Bord der „La Belle Epoque“ zu sein – das Holz knarzt, der Wind peitscht, das Meer tost. Startpunkt ist Österreich, von dort aus führt der Weg flussaufwärts über die Donau Richtung Norden, bis nach Tromsø, dem Tor zur Arktis. Von der Finnmark in Norwegen segeln sie weiter nach Island, folgen der alten Wikingerroute über die unberechenbare Irmingersee bis nach Grönland. Dort zeigt sich, was es bedeutet, sich wirklich auf das Leben auf See einzulassen: Kälte, Einsamkeit, Stürme und die Entscheidung, in einer einsamen Bucht Grönlands zu überwintern, eingeschlossen im Eis.
Besonders eindrücklich fand ich die Passage über die verlassene Geisterstadt Nordafar. Beim Landgang über das Eis zu den alten Ruinen konnte ich mir die Szenerie lebhaft vorstellen: der Frost knirscht unter den Stiefeln, das Schweigen über den leeren Häusern, die einst von Fischern bewohnt waren. Diese stillen Momente kontrastieren wunderbar mit den gefährlichen Etappen auf See, bei denen die beiden auch vom Tod eines anderen Weltumseglers erfahren, dessen Yacht einer Monsterwelle zum Opfer fiel.
Ein Höhepunkt des Buches ist ihre Durchquerung der legendären Nordwestpassage von Grönland nach Alaska ohne Eisbrecherunterstützung. Ein Abenteuer, das Respekt und Staunen weckt. Weiter geht es durch das Beringmeer, wo sie in einer kleinen Bucht vor einem Orkan Schutz suchen, bevor sie den Prinz-William-Sund erkunden, Wölfe beobachten und den majestätischen Columbia-Gletscher sehen. Fast ein Jahr verbringen sie in Alaska, bevor ihre Route weiterführt: über Kalifornien, Mexiko und Französisch-Polynesien bis nach Neuseeland.
Je weiter die Reise fortschreitet, desto stärker spürt man, wie die beiden zu Beobachtern einer anderen Welt werden. Der folgende Satz fasst ihre Haltung wunderbar zusammen:
„Unser Leben auf dem Ozean ist davon geprägt, immer weiterzuziehen, stets Veränderungen zu erleben. Gleichzeitig sind wir Beobachter geworden. Beobachter einer klaren Wasserwelt, wo der Lärm und die Ablenkung unserer Zeit keine Bedeutung haben.“
Dieses Leben fernab von Medien, Werbung und Beurteilung verleiht dem Buch eine fast meditative Tiefe. Man merkt, dass es ihnen nie darum ging, Orte abzuhaken, sondern sie wirklich zu begreifen, Menschen, Natur, Atmosphäre.
Die beiden erzählen in abwechselnden Tagebucheinträgen, was das Lesen besonders lebendig macht. So entsteht ein authentisches Bild ihrer Erlebnisse, das zwischen sachlicher Beobachtung und persönlicher Reflexion pendelt.
Was mir gefehlt hat, sind jedoch Einblicke in den Alltag an Bord. Wie sah das Leben zwischen den großen Momenten aus? Wie kochten sie, wenn frisches Obst und Gemüse Mangelware waren? Wie hielten sie durch, wenn die Tage eintönig wurden oder jemand krank war? Diese menschlichen Details hätten den Bericht noch greifbarer gemacht und emotional vertieft.
Trotzdem bleibt Hart am Wind ein eindrucksvoller Reisebericht voller Respekt für das Meer, den Mut und die Hingabe zweier Menschen, die sich dem Abenteuer ihres Lebens gestellt haben. Ihre Route liest sich wie eine Chronik der Extreme – von der Arktis bis zur Antarktis, von Eiswüsten bis zu Korallenriffen. Ein Buch, das die Sehnsucht nach Freiheit weckt, aber auch zeigt, wie fordernd sie sein kann.
Fazit:
Ein starkes, sachliches und zugleich faszinierendes Logbuch zweier Abenteurer, das mich beeindruckt, aber an manchen Stellen emotional mehr hätte berühren dürfen. Für Segelbegeisterte, Entdecker und alle, die das Meer lieben, ein empfehlenswerter Reisebericht.
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