Produktbild: In dunklen Zeiten - Widerstand

In dunklen Zeiten - Widerstand

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.02.2025

Abbildungen

15, 4 der Abbildungen stammen aus dem Familienalbum der von Wedels. (Wedige von Wedel ist einer der Haupt-Akteure im Roman). Jedes Kapitel beginnt mit einem s-w- Fotos, das zur Zeit passt: z. B. Luftschiff über dem Olympiastadion während der Spiele in Berlin 1936.

Verlag

Mackingerverlag

Seitenzahl

313

Maße (L/B/H)

20,7/14,7/3 cm

Gewicht

472 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-902964-72-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.02.2025

Abbildungen

15, 4 der Abbildungen stammen aus dem Familienalbum der von Wedels. (Wedige von Wedel ist einer der Haupt-Akteure im Roman). Jedes Kapitel beginnt mit einem s-w- Fotos, das zur Zeit passt: z. B. Luftschiff über dem Olympiastadion während der Spiele in Berlin 1936.

Verlag

Mackingerverlag

Seitenzahl

313

Maße (L/B/H)

20,7/14,7/3 cm

Gewicht

472 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-902964-72-4

Herstelleradresse

Mackinger Verlag
Wolfauweg 1
5101 Bergheim
AT

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  • Bewertung

    5/5

    28.03.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Beklemmend und erschreckend - sehr empfehlenswert!

    Am 30. Januar 1933 übernehmen die Nationalsozialisten die Macht. Einen Tag später fliegt Wedigo von Wedel im Auftrag der Abwehr nach England. In den nächsten Jahren erlebt Deutschland den Aufstieg des Bösen. Zusammen mit anderen Offizieren plant Wedigo von Wedel den Widerstand, doch alle Versuche, Hitler auszuschalten, scheitern. Dann bricht der Krieg aus… Ein deutscher Offizier im Zwiespalt zwischen vorgeblicher Pflicht und seinem Gewissen. Soweit die Beschreibung des Buches. Zum Ausklang ergänzt Dr. Ostertag: Mit diesem Band…endet die 2012 begonnene Reihe. Ihr Ziel war es, zentrale Abschnitte der jüngeren deutschen Geschichte aus einer persönlichen Perspektive heraus darzustellen und deutsche Positionen aufzuzeigen. Geschichte ist lebendig und resultiert aus dem Handeln und Nichthandeln realer Menschen. Neben Schwarz und Weiß gibt es zahlreiche Nuancen von Grauwerten. Diese erleben die beiden Helden Wedigo und seine Frau Melissa. Dr. Heiger Ostertag hat sich einer schwierigen Aufgabe gewidmet und als Historiker und Schriftsteller Geschichte und Roman miteinander verwoben, wobei für mich als Leserin die Schwierigkeit für den Autoren in diesem letzten Band eindeutig darin bestand, dass Geschichte überwog, überwiegen musste und die Geschichte darin gleichzeitig nicht versickern durfte. Während des Lesens dachte ich mehrfach: Wo genau ist der Widerstand, warum wirkt gerade Wedigo zeitweise blass, warum haben seine Kinder keine wirklichen Konturen entwickelt im Laufe ihres Heranwachsens, da hätte sich in Schulen, im Umgang mit anderen Kindern mehr Konturenschärfe einstellen können? Und in der Tat hätte ich wahrscheinlich die Schwerpunkte etwas anders gesetzt. Ich bin aber auch keine Historikerin und ich war auch niemals eine Offizierin in Deutschland. Und, das wurde mir während des Lesens immer klarer: Damit der roten Faden nicht verloren geht, damit dieser überhaupt gesehen werden kann, musste ein Blickwinkel her, von dem aus auf das Zeitgeschehen geschaut werden konnte. Ich finde, Heiger Ostertag hat mit seinen Protagonisten eine gute Wahl getroffen. Dass diese im Vergleich zum vorangegangenen Band nicht mehr so stark hervortreten konnten, liegt in den wirklich dunklen Zeiten, die der Autor mit vermeintlich leichter Feder beklemmend realitätsnah auferstehen ließ, eingebettet in eine persönliche Geschichte. Der Autor schreibt aus einem durchaus konservativen Blickwinkel heraus. Wie ich schon in einer vorherigen Rezension zum Vorgängerband „1924: Der Fall Odin“ anmerkte, mag man diesen Blickwinkel mögen oder nicht. Ich stehe jedoch zu meiner Einschätzung, dass diese Sichtweise Aufgeregtheiten und „Seiten“ vermeidet und somit einen klareren Blick aufs Gesamtgeschehen bietet. Heiger Ostertag schreibt im Fall Odin: „Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. … Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf.“ In dunklen Zeiten beginnt 1933. Und da war es zu spät. Aus dem Schneeball war eine Lawine geworden, die niemand mehr aufhalten konnte. Auch nicht unsere Protagonisten, die zum einen ihre Möglichkeiten nutzen, zum anderen als Menschen ihrer Zeit mit den Entwicklungen hadern. Diese Zeit darzustellen, mit der Sprache der Zeit, ihren Bedingungen, den Folgen eines verlorenen Krieges, den internationalen Gegebenheiten und Interessenlagen, der ewigen politischen Machtgier – ist dem Autoren gelungen. Er beschreibt gute 10 Jahre einer Entwicklung, die im Ergebnis logische Konsequenz menschlichen Versagens war. Kein Schwarz, kein Weiß, sondern mehr als 50 Grauschattierungen. Denn vielleicht hätte es doch noch Möglichkeiten gegeben, die ganz große Lawine aufzuhalten, hätten nicht Interessen überwogen, hätte ein Chamberlain, hätten andere, rechtzeitig eingegriffen, wären nicht Antisemitismus und rechtes Gedankengut überall wie giftige Pilze aus dem Boden gekrochen und hätten doch unterirdisch tödliche Vernetzungen gebildet. Der Schneeball rollt und wächst sich spätestens ab Kapitel 9 „Olympia“ zur Lawine aus. Schlag auf Schlag reihen sich die Ereignisse aneinander, manche klein und kaum bemerkt, andere gewichtig. Ich muss sagen, ich habe in diesem Buch geschichtliche Zusammenhänge aufgezeigt bekommen, die mir vorher in diesem Umfang nicht bekannt waren. Woher auch? Auf Seite 280 wird Chamberlain zitiert, der bei seiner Rückkehr aus Deutschland von einem Treffen mit Hitler voller Stolz berichtet: „This morning I had another talk with the German Chancellor, Herr Hitler and here is the paper which bears his name upon it as well as mine. … We regard the agreement signed … as symbolic of the desire of our two peoples never to go to war with one another again.“ Das war 1939!! Was mir während des Lesens besonders des dritten Teils des Buches stellenweise beinah den Atem raubte, waren die Parallelen zu heute, die mir buchstäblich ins Gesicht sprangen. Wieder einmal gehen wir Menschen merkwürdige Wege, Antisemitismus nimmt Fahrt auf, Autokratie und Diktatur rücken näher, Meinungen stehen sich nahezu unversöhnlich gegenüber und national wie international versuchen Politiker und Politikerinnen, ihre Länder in einem Sinne zu verformen, die demokratische und menschenfreundliche Strukturen vernichten werden – wenn wir nicht höllisch aufpassen. Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch. Ich kann es nur empfehlen. Hätte ich sein Ende so gewählt? Vielleicht nicht, aber es passt schon. Diese dunklen Zeiten veränderten die Welt und mit dem fürchterlichen Ende war auch eine Ära am Ende angelangt. Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis heute zu beschreiben, bräuchte neue Protagonisten, die seinerzeit junge Generation. Anbetracht der derzeitigen Entwicklung vielleicht eine Anregung an den Autoren. 

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