Hannes will raus. Raus aus seiner Zelle, raus aus diesem Land. Als ein Sturm die Mauern seines Gefängnisses einreißt, gelingt ihm zwar die Flucht, doch damit beginnen die Gefahren erst. Verfolgt vom Sicherheitsapparat entkommt Hannes nur mit Hilfe von Moa, der dem Regime aus ganz anderen Gründen ein Dorn im Auge ist. Denn Hannes ist nicht der Einzige, der sich gegen das System auflehnt: Im Verborgenen formiert sich immer stärkerer Widerstand gegen die Mächtigen. Und selbst ein Mädchen aus der Elite kann sich auf die Seite der Unterdrückten schlagen, wie Greta-Anna, die Hannes zwar das Leben rettet, aber sein Herz in große Gefahr bringt. Doch keiner von ihnen ahnt, wie weit das Regime gehen wird, um seine Gegner zum Schweigen zu bringen…
Tomorrow Land: Eine packende Dystopie, realistisch erzählt von Antonia Michaelis und Peer Martin
Leben oder Tod: Spannendes Jugendbuch über die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Widerstand gegen die Staatsgewalt: Auf der Suche nach Freiheit kämpft Hannes mit seinen Freunden gegen ein autoritäres Regime, das die Menschen unterdrückt.
Gesellschaftskritische Themen: Der dystopische Roman behandelt den Rechtsruck, die Ausgrenzung von Geflüchteten und die Folgen des Klimawandels.
Brandaktuell: Das aufrüttelnde Dystopie-Buch inspiriert junge Leser*innen dazu, sich für eine bessere Zukunft einzusetzen.
Packend und düster: Ein politisch engagierter Roman von Erfolgsautorin Antonia Michaelis und Jugendliteraturpreis-Gewinner Peer Martin.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
Book Circle Community
5/5
09.10.2025
Buch (Taschenbuch)
2084 in Deutschland
Ich hatte zugegebenermassen sehr hohe Erwartungen an dieses Buch. Peer Martin schreibt immer sehr aktuell und politisch; Antonia Michaelis hatte mich damals mit Der Koffer der tausend Zauber überzeugt. Und Tomorrow Land hat mich nicht enttäuscht, obwohl mich das Cover überhaupt nicht anspricht.
Eine packende Geschichte, die in der nahen Zukunft spielt - mit all den Themen, die uns aktuell beschäftigen. Rechtsdruck, Klimawandel, Flüchtlinge, Fake News und ganz zum Schluss sogar KI.* Ein Buch, das aufrüttelt, kritische Fragen stellt und letztendlich das Menschliche ins Zentrum rückt. Ein wichtiges Buch, das mich ab und an auch ein bisschen erschreckt hat, und von dem ich mir wünsche, dass das eine Dystopie bleibt.
* Mich hätte es auch ohne KI beeindruckt. Kurz dachte ich da, als das Wort KI zum ersten Mal gefallen ist, “Warum das auch noch?” Denn das Buch ist sehr dicht mit brisanten Themen und die KI hätte für mich als solches nicht explizit erwähnt werden müssen. Es war klar, dass Technik eine grosse Rolle spielt und ja, es braucht die KI als das, was sie ist, aber vielleicht hätte man das auch anders lösen können. (: Nichts desto trotz ein nachhallendes Buch.
Steffi Sky
aus Iserlohn
5/5
16.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Vielleicht ist Gott auch tot
„Vielleicht ist Gott auch tot“, sagte Moa. „Die Menschen haben ihn umgebracht.“ (S. 219)
Tomorrow Land von Antonia Michaelis und Peer Martin entwirft ein bedrückendes Zukunftsszenario Deutschlands im Jahr 2084. Die Nähe zu unserer Vergangenheit und aktuellen Politik macht die Geschichte erschreckend realistisch – viel mehr, als man es sich eingestehen möchte.
Im Mittelpunkt steht der Jugendliche Hannes, der wegen Schulden in der JVA sitzt. Als sich ihm überraschend die Möglichkeit zur Flucht bietet, wird er endgültig zum Ausgestoßenen. Auf seiner Reise trifft er Moa, einen Nigerianer, der allein wegen seiner Nationalität in ständiger Gefahr lebt. Ausländer wurden systematisch abgeschoben, die Geschichtsschreibung wurde zensiert, und Russland hat seine Macht über Deutschland ausgebreitet. Das Land verdorrt – den Klimawandel leugnet die eine Partei, die einst mit großen Versprechen für ein „besseres Deutschland“ an die Macht kam. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst, Ghettos entstehen.
Unterwegs begegnen Hannes und Moa der reichen „Prinzessin“ Greta-Anna. Obwohl ihr Umfeld fest hinter dem Regime steht, lässt sie sich von Neugier leiten und unterstützt die beiden Flüchtigen.
Das Thema des Romans ist hochaktuell und komplex. Manchmal hätte ich mir mehr Tiefe und „Zeit zum Atmen“ gewünscht. Gerade gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, was wohl auch der begrenzten Seitenzahl geschuldet ist. Dennoch bleibt die Ernsthaftigkeit spürbar und die Botschaft klar.
Warum ich dem Buch trotz kleiner Kritikpunkte 5 Sterne gebe? Weil Thematik und Handlung wichtiger sind als jede formale Schwäche. Tomorrow Land zwingt zur Auseinandersetzung mit unserer Zukunft und warnt davor, blind politischen Versprechen zu folgen. Es zeigt mögliche Folgen, die in erschreckender Weise an eine Vergangenheit erinnern, die viele verdrängen wollen.
Fazit: Dieses Buch sollte unbedingt an Schulen gelesen werden – und nicht nur von Jugendlichen. Es ist drastisch, manchmal übereilt, aber immer eindringlich. Vor allem ist es ein Diskussionsstarter für alle, die sich kritisch mit der politischen Gegenwart und einer möglichen Zukunft auseinandersetzen wollen.
Carolinchen89
aus Tiefenbronn
4/5
24.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Das Buch habe ich bereits vor…
Das Buch habe ich bereits vor einer Woche fertig gelesen. Und trotzdem schreibe ich erst jetzt meine Rezension, weil ich die Geschichte erstmal verdauen musste, weil sie tiefer ging, als ich erwartet hatte. "Tomorrowland" spielt im Jahr 2084 in Deutschland. Eigentlich noch weit entfernt, von den politischen Verhältnissen im Buch jedoch sehr nah an unserer Realität. Und genau das ist es, was schockiert, aufwühlt und mitnimmt. Das Buch zeigt schonungslos die Folgen auf, was passieren könnte, wenn wir nicht jetzt anfangen zu handeln. Wenn wir nicht jetzt die Dinge hinterfragen und versuchen zu ändern. Die rechte Strömung in diesem Buch ist so präsent, dass mir nicht nur einmal schlecht und himmelangst beim Lesen wurde. Die Menschen in der Geschichte haben absolut gar nichts aus der Vergangenheit gelernt. Die Bezeichnung, die sich hinten auf dem Buch findet "eine aufrüttelnde, düstere Dystopie" trifft es ganz genau. Wobei es in Teilen nicht mal wirklich eine Dystopie ist, die per Definition eine fiktionale, in der Zukunft spielende Geschichte ist. Natürlich ist die Geschichte fiktiv, aber sie ist so nah an unserer Realität, dass es mir wirklich Angst macht. Die Autorin und der Autor erzählen die Geschichte schonungslos. Die Altersangabe "ab 16" ist unbedingt zu beachten und meiner Meinung nach auch einzuhalten. Vor Szenen, die Gewalt schildern wird ebenso kein Halt gemacht, wie vor unfassbar traurigen und düsteren Szenen. Für diese Art der Geschichte ist das auch absolut nötig und richtig. Die Geschichte würde nicht so tief gehen und aufwühlen, wenn sie nicht die schlimmsten Seiten der Menschheit zeigen würde. Sie ist so eindringlich erzählt, dass sie sicherlich noch sehr lange nachhallen und nicht in Vergessenheit geraten wird. Meiner Meinung nach ist das Buch eines, das sich sehr gut als Schullektüre eignet. Sie bietet eine gute Grundlage für Diskussionen , Gespräche und dafür über das eigene Weltbild nachzudenken. Sie bietet so viele Möglichkeiten wachzurütteln, dass sie genau in die Hände von Jugendlichen gehört. Die Geschichte ist mit guten 300 Seiten recht kurz gehalten. Dies führt zum einen dazu, dass eigentlich permanent Spannung vorhanden ist. Dass die Geschichte sehr schnell vorwärts kommt und immer wieder zu überraschen weiß. Leider führt dies aber auf der anderen Seite auch dazu, dass die Charaktere nicht die benötigte Tiefe und Entwicklung bekommen, die ihnen gut tun würde. Ich hätte sie sehr gerne noch viel besser kennengelernt, um sie zu verstehen. Auch hätte es den Beziehungen untereinander gut getan, noch etwas mehr Zeit zu bekommen. Da dies aber eine Vorgabe des Verlages war und nicht in der Hand der Schreibenden lag, ist das so zu akzeptieren und ich finde auch, dass die beiden es für diesen geringen Umfang wirklich sehr gut gemacht und alles wichtige untergebracht haben. Ich wünschte, der Verlag hätte hier mehr Mut gehabt und der Geschichte den verdienten Raum gegeben, denn ich bin mir sicher, dass sie dann noch mehr Tiefe gehabt hätte. Neben dem Thema der Rechtsradikalität ist nämlich auch der Klimawandel ein Thema, welches hier sehr präsent ist und gut verarbeitet wurde. Hier wird mit wenigen erschreckenden Bildern aufgezeigt, wie es sein könnte, wenn wir zum Beispiel keine Bienen mehr haben. Wie es sein könnte, wenn die Wasserversorgung auch hierzulande bedrohlich knapp wird. Beide Themen wurden wunderbar miteinander verflochten und vor allem der Klimawandel benötigte nicht viele Worte um so eindringlich geschildert zu werden, wie es in dem Fall nötig ist. Aber auch hier wäre es natürlich schöner gewesen, wenn die Autorin und der Autor Zeit gehabt hätten, dieses Thema noch weiter auszubauen, auch wenn das Thema Klimawandel trotz des geringen Umfangs sehr gut umgesetzt wurde. Das Ende ist passend zur Geschichte gewählt. Ich möchte hier keine Spoiler verbreiten, deshalb werde ich mich zur Art des Endes nicht äußern. Allerdings muss ich zugeben, dass dies der Teil des Buches ist, der mir am wenigsten gefallen hat. Das liegt noch nicht mal so sehr am Ausgang der Geschichte. Nein, viel mehr liegt es daran, dass ganz am Ende nochmal mehrere "neue" Themen in die Geschichte geworfen wurden und das auf den letzten Seiten. Das war für meinen Geschmack einfach etwas zu viel des Guten. Ansonsten hat die Geschichte aber den Ausgang bekommen, der zum Verlauf passt. Eine gelungene Dystopie, die leider viel zu nah an unserer Realität ist. Die schockiert, Angst macht, schonungslos erzählt und dabei nicht nur einmal zum Nachdenken anregt.
Caro1893
aus Tiefenbronn
4/5
24.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Bewegend, erschreckend, düster
"Tomorrowland" erzählt die Geschichte von Hannes. Hannes der im Gefängnis sitzt und durch einen Sturm die Chance bekommt zu fliehen. Bei seiner Flucht trifft er auf Moa. Moa, der aus Nigeria kommt und sich gar nicht in Deutschland befinden dürfte, denn Menschen wie er sind nicht erwünscht, nicht erlaubt. Gemeinsam mit Moa flieht er vor dem Sicherheitsapparat und trifft dabei auf ein Mädchen aus besseren Kreisen: Greta-Anna. Als sie die beiden kennenlernt, hinterfragt sie alles, was bisher für sie die Wahrheit war. Gemeinsam finden sie Dinge heraus, die schockierender sind, als sie sich jemals vorstellen konnten. Dabei geraten sie in große Gefahr.
Das Buch habe ich bereits vor einer Woche fertig gelesen. Und trotzdem schreibe ich erst jetzt meine Rezension, weil ich die Geschichte erstmal verdauen musste, weil sie tiefer ging, als ich erwartet hatte.
"Tomorrowland" spielt im Jahr 2084 in Deutschland. Eigentlich noch weit entfernt, von den politischen Verhältnissen im Buch jedoch sehr nah an unserer Realität. Und genau das ist es, was schockiert, aufwühlt und mitnimmt. Das Buch zeigt schonungslos die Folgen auf, was passieren könnte, wenn wir nicht jetzt anfangen zu handeln. Wenn wir nicht jetzt die Dinge hinterfragen und versuchen zu ändern. Die rechte Strömung in diesem Buch ist so präsent, dass mir nicht nur einmal schlecht und himmelangst beim Lesen wurde. Die Menschen in der Geschichte haben absolut gar nichts aus der Vergangenheit gelernt.
Die Bezeichnung, die sich hinten auf dem Buch findet "eine aufrüttelnde, düstere Dystopie" trifft es ganz genau. Wobei es in Teilen nicht mal wirklich eine Dystopie ist, die per Definition eine fiktionale, in der Zukunft spielende Geschichte ist. Natürlich ist die Geschichte fiktiv, aber sie ist so nah an unserer Realität, dass es mir wirklich Angst macht.
Die Autorin und der Autor erzählen die Geschichte schonungslos. Die Altersangabe "ab 16" ist unbedingt zu beachten und meiner Meinung nach auch einzuhalten. Vor Szenen, die Gewalt schildern wird ebenso kein Halt gemacht, wie vor unfassbar traurigen und düsteren Szenen. Für diese Art der Geschichte ist das auch absolut nötig und richtig. Die Geschichte würde nicht so tief gehen und aufwühlen, wenn sie nicht die schlimmsten Seiten der Menschheit zeigen würde. Sie ist so eindringlich erzählt, dass sie sicherlich noch sehr lange nachhallen und nicht in Vergessenheit geraten wird.
Meiner Meinung nach ist das Buch eines, das sich sehr gut als Schullektüre eignet. Sie bietet eine gute Grundlage für Diskussionen , Gespräche und dafür über das eigene Weltbild nachzudenken. Sie bietet so viele Möglichkeiten wachzurütteln, dass sie genau in die Hände von Jugendlichen gehört.
Die Geschichte ist mit guten 300 Seiten recht kurz gehalten. Dies führt zum einen dazu, dass eigentlich permanent Spannung vorhanden ist. Dass die Geschichte sehr schnell vorwärts kommt und immer wieder zu überraschen weiß. Leider führt dies aber auf der anderen Seite auch dazu, dass die Charaktere nicht die benötigte Tiefe und Entwicklung bekommen, die ihnen gut tun würde. Ich hätte sie sehr gerne noch viel besser kennengelernt, um sie zu verstehen. Auch hätte es den Beziehungen untereinander gut getan, noch etwas mehr Zeit zu bekommen. Da dies aber eine Vorgabe des Verlages war und nicht in der Hand der Schreibenden lag, ist das so zu akzeptieren und ich finde auch, dass die beiden es für diesen geringen Umfang wirklich sehr gut gemacht und alles wichtige untergebracht haben. Ich wünschte, der Verlag hätte hier mehr Mut gehabt und der Geschichte den verdienten Raum gegeben, denn ich bin mir sicher, dass sie dann noch mehr Tiefe gehabt hätte.
Neben dem Thema der Rechtsradikalität ist nämlich auch der Klimawandel ein Thema, welches hier sehr präsent ist und gut verarbeitet wurde. Hier wird mit wenigen erschreckenden Bildern aufgezeigt, wie es sein könnte, wenn wir zum Beispiel keine Bienen mehr haben. Wie es sein könnte, wenn die Wasserversorgung auch hierzulande bedrohlich knapp wird.
Beide Themen wurden wunderbar miteinander verflochten und vor allem der Klimawandel benötigte nicht viele Worte um so eindringlich geschildert zu werden, wie es in dem Fall nötig ist. Aber auch hier wäre es natürlich schöner gewesen, wenn die Autorin und der Autor Zeit gehabt hätten, dieses Thema noch weiter auszubauen, auch wenn das Thema Klimawandel trotz des geringen Umfangs sehr gut umgesetzt wurde.
Das Ende ist passend zur Geschichte gewählt. Ich möchte hier keine Spoiler verbreiten, deshalb werde ich mich zur Art des Endes nicht äußern. Allerdings muss ich zugeben, dass dies der Teil des Buches ist, der mir am wenigsten gefallen hat. Das liegt noch nicht mal so sehr am Ausgang der Geschichte. Nein, viel mehr liegt es daran, dass ganz am Ende nochmal mehrere "neue" Themen in die Geschichte geworfen wurden und das auf den letzten Seiten. Das war für meinen Geschmack einfach etwas zu viel des Guten. Ansonsten hat die Geschichte aber den Ausgang bekommen, der zum Verlauf passt.
Eine gelungene Dystopie, die leider viel zu nah an unserer Realität ist. Die schockiert, Angst macht, schonungslos erzählt und dabei nicht nur einmal zum Nachdenken anregt.
Bewertung
4/5
17.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Schöne neue Welt?
In der Regel beschäftigen sich Dystopien mit übersteigerten negativen Aspekten unserer Welt – was wäre wenn... Ein schlechter Ort wird beschrieben, das Gegenteil einer Utopie, die auf eine gute, schöne friedfertige Zukunft verweist. Der neue Roman „Tomorrowland“ der beiden renommierten Autoren Antonia Michaelis und Peer Martins beschreibt eine Horrorversion Deutschlands in gut 60 Jahren und es geht unter anderem um Freiheit, Liebe und Freundschaft, Menschenrechte, Ausbeutung, Krieg, Ressourcen, Umweltverschmutzung, Artensterben, Naturkatastrophen und Klimawandel. Viele Themen, die in das 320-Seiten-starke Jugendbuch passen, und es geht gleich rasant zur Sache mit einem eindrucksvollen Anfang: das Unwetter, die Flucht aus dem Gefängnis, die Rettung aus größter Not. Moa rettet Hannes und dann sind sie gemeinsam auf der Flucht, landen bei der Prinzessin Greta-Anna, die ihnen wie eine Märchenfigur aus einer anderen Welt erscheint und erstaunlicherweise hilft. Zwei sehr unterschiedliche Lebenswelten treffen aufeinander, 3-D-Wälder, gechippte Gefangene, Hunger, Ghettos, Armut und dann diese luxuriöse Welt der Prinzessin. Sie hilft den beiden aller Vernunft zum Trotz, obwohl ihr Vater ein hohes Tier bei der Sicherheit ist und sie sich in Gefahr begibt - und damit beginnt ihre Involvierung im wahren Leben, die Spirale, die alles zu sprengen droht. Ihr Freund Wilhelm scheint eine ganz andere Einstellung zu haben und kann ihr Verhalten nicht nachvollziehen. Ein alter, unheimlicher Mann hat außerdem seine Finger im Spiel und es ist nicht klar, auf welcher Seite er steht, der Chronist der Zeit, Mahner und Intellektueller, Schuldiger?
Das rasante Tempo des Anfangs wird eingehalten und die Ereignisse überschlagen sich, für mich passiert etwas zu viel aufeinander und der Leser kann kaum Atem holen. Dieses Nebeneinander und die Flucht- und Gefahrensituationen ufern sehr aus, ein lebensbedrohliches Abenteuer jagt das nächste, die Orte wechseln, die Gefahr vergrößert sich, die KI übernimmt die Regie und Horrorszenarien werden Wirklichkeit.
Dabei bleiben die Figuren z.T. eindimensional und ich hätte mir etwas mehr Tiefe und Hintergrundinformationen gewünscht, vor allem bei Moa, der gute Freund, aber was hat er auf seiner langjährigen Flucht alles erlebt? Welche Eigenschaften charakterisieren ihn neben seiner Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und seinem Mut? Und auch Shirin und Jahle bleiben eine Tochter und eine Mutter auf der Flucht, hilfsbereit, sympathisch, unschuldig, aber keine Menschen aus Fleisch und Blut. Vielleicht eher Stellvertreter für die Unterdrückten? Möglicherweise ist das bei diesem spannenden Jugendroman auch zu viel verlangt, atemberaubend zu lesen ist er auf alle Fälle und eine Lektüre, die breiten Raum für Informationen, Diskussionen und weiterführende Recherche bietet allemal. Vielleicht sogar als Schullektüre geeignet - als mitreißende Verfilmung allemal denkbar und die Hoffnung auf eine bessere Welt wird am Schluss greifbar, die Möglichkeit zur Veränderung und zu aktivem, verantwortungsvollen Handeln als Auftrag.
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