Wolfgang Schaller rennt an gegen Zeitenwände. Und beweist einmal mehr, dass er, wie einst Dieter Hildebrandt über ihn sagte, »nicht den leichten Weg des bloßen Spaßmachers, sondern den schweren des politischen Satirikers« geht. Links und rechts und ganz rechts des Weges stößt er auf so allerlei: auf die Dreieinfältigkeit der Ampel-Kollision, auf alte weiße Männer, die »Zigeunerschitzel« statt »Schnitzel ohne festen Wohnsitz« bestellen, auf die »Kriegstüchtigkeit« der Strack-Zacks und Hofreiters, was den Wunsch nach einem eigenen Leo weckt, »wenn nur die Stellflächen in der Tiefgarage nicht so eng wären«, und nicht zuletzt auf die Frage: »Wer ist ostdeutsch und warum und bis wohin?« Seine Kolumnen fügen sich zu einer satirischen Chronik des letzten Jahrfünfts und senden die frohe Botschaft aus: Es wird schon nicht so schlimm werden, wie es jetzt schon ist.
Kundinnen und Kunden meinen
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Gisela.1318
5/5
14.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Satiren aus dem politischen Alltag
In seinem neuesten Buch, das die Absurditäten des Alltags beleuchtet, reflektiert Wolfgang Schaller mal wieder ganz hervorragend den politischen Alltag . Mit einem feinen Gespür für Ironie beschreibt er die oft grotesken Verhaltensweisen von Politikern, die den Wählerwillen ignorieren und stattdessen in einem Labyrinth aus Bürokratismus und rhetorischen Spielchen gefangen sind. Und immer wieder stellt sich die Frage, wie viel von unserem täglichen Leben tatsächlich von den Entscheidungen derer beeinflusst wird, die im Namen des Volkes agieren. Vielen Dank, ich wurde gut unterhalten.
j.h.
aus Berlin
5/5
17.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
ZEITENWÄNDE – Wolfgang Schallers satirisch-kritischer Kolumnisten-Blick auf die Gegenwart
Wolfgang Schaller (*1940) war seit 1970 beim legendären Dresdner Kabarett „Die Herkuleskeule“ tätig. In kabarettistische Sketchs verpackt konnte in der DDR schon etwas freier gesprochen werden – vor allem, wenn das Publikum zwischen den Zeilen zu lesen verstand. Und ganz ähnlich ist es auch heute – in den Zeiten immer stärker eingeschränkter Meinungsfreiheit. Das zeigen auch die für das Buch ausgewählten Kolumnen, die Schaller ab 2020 im Wesentlichen für die in Dresden erscheinende „Sächsische Zeitung“ schrieb. Ein perfektes Beispiel dafür sind die im September 2022 erschienenen „Gedanken eines Lumpenpazifisten“: „Natürlich verteidigen wir in der Ukraine die Demokratie, da bin ich optimistisch: Wenn der Krieg vorbei ist, können in der Ukraine Oligarchen und Korruption ab- und Pressefreiheit und unabhängige Justiz angeschafft werden, und Selenskyj kann seine Military Weste wieder im Theaterfundus abgeben, aber vorher muss er noch Biden fragen, wann er den Krieg beenden darf, nämlich erst, wenn Russland so geschwächt ist, dass es nie wieder (grob übersetzt) mit dem Arsch hochkommt, die Chancen stehen gut wie nie für Amerika, also für die westlichen Werte …“ (S. 117) Entsprechend findet die ZEITENWÄNDE in der Verballhornung einer sprachlichen Worthülse des abgewählten Bundeskanzlers auch gleich im Titel ihren Niederschlag.
In insgesamt 42 Kolumnen nimmt Wolfgang Schaller Vorgänge in der großen Politik (und damit verbundene Verlogenheit der öffentlichen Wiedergabe) ebenso aufs Korn wie Absurditäten des Alltags, die vor allem aus zum Exzess getriebener political correctness resultieren. Welches unaussprechliche Wort (wohl gleich nach dem nahezu indizierten N-Wort angesiedelt) steckt wohl hinter einem „Schnitzel ohne festen Wohnsitz“? Auch der alltägliche Wahnsinn während des Corona-Lockdowns – heute schon fast tragikomisch – wird in Erinnerung gerufen. Nicht jede tagesaktuell verfasste Kolumne ist im Jahr 2025 noch gleichermaßen von Interesse – hinreichend Stoff zum Nachdenken bieten aber alle.
Der aus Anlass des 85. Geburtstages des Autors im Eulenspiegel Verlag erschienene Sammelband mit dem Untertitel „Atemlos durch die Macht und andere satirische Jahresringe“ sei Freunden politischer Satire uneingeschränkt ans Herz gelegt.
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