Produktbild: Diebe, Dirnen, Dienstboten

Diebe, Dirnen, Dienstboten Geschichten von Menschen am Rande

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

27.02.2025

Verlag

Amalthea Signum Verlag

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

10859 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783903441422

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

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Erscheinungsdatum

27.02.2025

Verlag

Amalthea Signum Verlag

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

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1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783903441422

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Ein Buch mit vielen interessanten Details über Berufe und Tätigkeiten, die wir heute nur mehr vom Hörensagen kennen.

Peter Krackowizer aus Neumarkt am Wallersee am 09.05.2025

Bewertungsnummer: 2486715

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Hamann beleuchtet verschiedene Randgruppen aus dem Blickwinkel in Wien. Er beginnt seine Zeitreise im Mittelalter mit den Themen Bürgerspital und Lepraschau. Letzteres bedeutete für den Erkrankten Separierung von der Gesellschaft, also alles Weltliche zurückzulassen. Die „Hübschlerinnen“, wie in Wien im Spätmittelalter Prostituierte genannt wurden, waren damals durchaus angesehene Frauen. Der Scharfrichter wurde aus Steuereinnahmen aus Frauenhäusern bezahlt. Seine grausige Tätigkeit wird im nächsten Kapitel beschrieben und weshalb Scharfrichter auch Abdecker genannt wurden. Bettler gab es in Wien dermaßen viele, dass es eigene Häuser für sie gab. 500 und mehr Bettler wohnten in solchen Unterkünften. Unglaublich, wie brutal man während und nach den Türkenkriegen mit Gefangenen in Wien umging. Sie waren Sklaven. Soldaten wurden ebenfalls immer gebraucht, starben doch bei Schlachten stets mehrere Hunderttausende von ihnen. Wie sie rekrutiert wurden, lebten und kämpfen mussten, erfährt der Leser in einem Kapitel. Dem Unwesen von Räuberbanden um 1800 ist ebenfalls ein Kapitel gewidmet. Kinder und Frauen in der Textilindustrie in der Zeit Maria Theresia bis in die Biedermeierzeit. Die Unternehmer wurden reich, Kinder und Frauen vegetierten bei Hungerlöhnen und mangelnder Hygiene und Sicherheit am Arbeitsplatz in Substandardwohnungen, meist nur einem Zimmer Die Bandlkramer und Scherenschleifer aus dem Waldviertel waren ab dem 18. Jahrhundert ein gewohntes Bild im Land. Von ihren Wanderungen berichtet ein Kapitel. Köhler waren Einzelgänger, die im Wald lebten, arbeiteten und dort auch oft einsam starben. Von ihrer gefährlichen und schlecht bezahlten Arbeit, dem Produkt Holzkohle, das für viele Betriebe sehr wichtig war, liest man in einem weiteren Kapitel. Frauenarbeit zwischen Alpenromantik und bitterem Alltag beschreibt das Leben von Sennerinnen auf Almen und die romantisierenden Zeitungsartikel, fernab der harten Realität dieser Frauen. Im Revolutionsjahr 1848 wurde mit dem Bau der Semmeringbahn begonnen, um die hohe Arbeitslosigkeit zu verringern. 20.000 Menschen aus allen Teilen der Monarchie sollen es gewesen sein, die entlang der Bahnstrecke arbeiteten und hausten. Ja, hausten, denn für so viele Menschen konnten nur notdürftige Hütten errichtet werden. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit dem Dienstmädchen im Dienst bei den „gnädigen Herrschaften“ in Wien um 1900. Rechtlos, oft geschlagen, manchmal nicht einmal ein eigenes Bett, sondern in Badewannen schlafend, bei 13-Stunden-Tagen ein freier Nachmittag in der Woche oder oft nur alle zwei Wochen. Erst der sozialdemokratischen Arbeiterpartei gelangen Verbesserungen, die in den 1920er-Jahren in die de-facto-Abschaffung des „Dienstmädchen“-Status mündeten. Ein Buch mit vielen interessanten Details über Berufe und Tätigkeiten, die wir heute nur mehr vom Hörensagen kennen. Schwerpunkt der Beiträge von Hamann ist Wien und Umgebung. Aber die grundsätzlichen Informationen dürfen wohl für ganz Österreich zugetroffen haben. Ein mehrseitiges Literaturverzeichnis und Personenregister befinden sie am Ende des Buches. Das Buch, illustriert mit einigen Schwarzweißbildern und -zeichnungen, lässt sich angenehm lesen. Es bietet einen guten Einblick in das Leben von „Dieben, Dirnen, Dienstboten“… und Köhlern, Sennerinnen, Sklaven in Österreich, in Bürgerspitälern und frühen Industriebetrieben.

Ein Buch mit vielen interessanten Details über Berufe und Tätigkeiten, die wir heute nur mehr vom Hörensagen kennen.

Peter Krackowizer aus Neumarkt am Wallersee am 09.05.2025
Bewertungsnummer: 2486715
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Hamann beleuchtet verschiedene Randgruppen aus dem Blickwinkel in Wien. Er beginnt seine Zeitreise im Mittelalter mit den Themen Bürgerspital und Lepraschau. Letzteres bedeutete für den Erkrankten Separierung von der Gesellschaft, also alles Weltliche zurückzulassen. Die „Hübschlerinnen“, wie in Wien im Spätmittelalter Prostituierte genannt wurden, waren damals durchaus angesehene Frauen. Der Scharfrichter wurde aus Steuereinnahmen aus Frauenhäusern bezahlt. Seine grausige Tätigkeit wird im nächsten Kapitel beschrieben und weshalb Scharfrichter auch Abdecker genannt wurden. Bettler gab es in Wien dermaßen viele, dass es eigene Häuser für sie gab. 500 und mehr Bettler wohnten in solchen Unterkünften. Unglaublich, wie brutal man während und nach den Türkenkriegen mit Gefangenen in Wien umging. Sie waren Sklaven. Soldaten wurden ebenfalls immer gebraucht, starben doch bei Schlachten stets mehrere Hunderttausende von ihnen. Wie sie rekrutiert wurden, lebten und kämpfen mussten, erfährt der Leser in einem Kapitel. Dem Unwesen von Räuberbanden um 1800 ist ebenfalls ein Kapitel gewidmet. Kinder und Frauen in der Textilindustrie in der Zeit Maria Theresia bis in die Biedermeierzeit. Die Unternehmer wurden reich, Kinder und Frauen vegetierten bei Hungerlöhnen und mangelnder Hygiene und Sicherheit am Arbeitsplatz in Substandardwohnungen, meist nur einem Zimmer Die Bandlkramer und Scherenschleifer aus dem Waldviertel waren ab dem 18. Jahrhundert ein gewohntes Bild im Land. Von ihren Wanderungen berichtet ein Kapitel. Köhler waren Einzelgänger, die im Wald lebten, arbeiteten und dort auch oft einsam starben. Von ihrer gefährlichen und schlecht bezahlten Arbeit, dem Produkt Holzkohle, das für viele Betriebe sehr wichtig war, liest man in einem weiteren Kapitel. Frauenarbeit zwischen Alpenromantik und bitterem Alltag beschreibt das Leben von Sennerinnen auf Almen und die romantisierenden Zeitungsartikel, fernab der harten Realität dieser Frauen. Im Revolutionsjahr 1848 wurde mit dem Bau der Semmeringbahn begonnen, um die hohe Arbeitslosigkeit zu verringern. 20.000 Menschen aus allen Teilen der Monarchie sollen es gewesen sein, die entlang der Bahnstrecke arbeiteten und hausten. Ja, hausten, denn für so viele Menschen konnten nur notdürftige Hütten errichtet werden. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit dem Dienstmädchen im Dienst bei den „gnädigen Herrschaften“ in Wien um 1900. Rechtlos, oft geschlagen, manchmal nicht einmal ein eigenes Bett, sondern in Badewannen schlafend, bei 13-Stunden-Tagen ein freier Nachmittag in der Woche oder oft nur alle zwei Wochen. Erst der sozialdemokratischen Arbeiterpartei gelangen Verbesserungen, die in den 1920er-Jahren in die de-facto-Abschaffung des „Dienstmädchen“-Status mündeten. Ein Buch mit vielen interessanten Details über Berufe und Tätigkeiten, die wir heute nur mehr vom Hörensagen kennen. Schwerpunkt der Beiträge von Hamann ist Wien und Umgebung. Aber die grundsätzlichen Informationen dürfen wohl für ganz Österreich zugetroffen haben. Ein mehrseitiges Literaturverzeichnis und Personenregister befinden sie am Ende des Buches. Das Buch, illustriert mit einigen Schwarzweißbildern und -zeichnungen, lässt sich angenehm lesen. Es bietet einen guten Einblick in das Leben von „Dieben, Dirnen, Dienstboten“… und Köhlern, Sennerinnen, Sklaven in Österreich, in Bürgerspitälern und frühen Industriebetrieben.

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Diebe, Dirnen, Dienstboten

von Georg Hamann

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Sigrid Klonner

Thalia Salzburg – Europark

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5/5

Geschichte ohne Pomp

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch gibt Einblick in die Verhältnisse der sogenannten "kleinen Leute" im österreichischen Raum bzw. habsburgischen Reich vom (Spät-)mittelalter bis um 1900. Wandernde Arbeiter, die Sennerin beim Heumachen, der Räuberhauptmann - vielfach gehen romantische Vorstellungen mit diesen Begriffen einher. Das Buch zeigt uns, dass diese Menschen oft ein hartes Auskommen hatten. Und wer weiß außerdem schon über die Menschen Bescheid, die die Semmeringbahn gebaut haben? Neben vergessenen Berufen, hartem Leben und tlw. Unvorstellbarem gibt es aber auch Berührungspunkte (Armut, Ausgrenzung) mit der Gegenwart. Ein höchst interessantes und gut erzähltes Sachbuch über Menschen, die im Geschichtsunterricht zu kurz kommen. Große Leseempfehlung!
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  • Buchhändler/-in

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Geschichte ohne Pomp

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Dieses Buch gibt Einblick in die Verhältnisse der sogenannten "kleinen Leute" im österreichischen Raum bzw. habsburgischen Reich vom (Spät-)mittelalter bis um 1900. Wandernde Arbeiter, die Sennerin beim Heumachen, der Räuberhauptmann - vielfach gehen romantische Vorstellungen mit diesen Begriffen einher. Das Buch zeigt uns, dass diese Menschen oft ein hartes Auskommen hatten. Und wer weiß außerdem schon über die Menschen Bescheid, die die Semmeringbahn gebaut haben? Neben vergessenen Berufen, hartem Leben und tlw. Unvorstellbarem gibt es aber auch Berührungspunkte (Armut, Ausgrenzung) mit der Gegenwart. Ein höchst interessantes und gut erzähltes Sachbuch über Menschen, die im Geschichtsunterricht zu kurz kommen. Große Leseempfehlung!

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