500 Jahre Täuferbewegung: Die Täufer prägten Gesellschaft und Glauben, forderten Toleranz und die Trennung von Staat und Religion. Ihr Mut machte sie zu Vordenkern, die Widerstand entfachten und ins Exil gezwungen wurden. Das Buch lässt ihre Geschichte lebendig werden – und zeigt ihre Relevanz heute.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
5/5
12.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Eine sensationelle historische Arbeit. Ich bin Begeistert.
Diese historische Arbeit bietet interessierten Leser*innen neue Einblicke in eine weitgehend unbekannte Welt einfacher Menschen. Sie zeigt den Umgang der Herrschenden mit einfachen Bürgern und bringt historisch einzigartige Begebenheiten in den Vordergrund, wie die Disputationen, die in der christlichen Zeitgeschichte einzigartig waren. Christian Scheidegger ist hier ein einzigartiger Wurf gelungen, der historisch wertvoll, kritisch in seiner Betrachtung und versöhnlich in der Findung und Zeitgeschichte ist. Revolutionäre des Glaubens empfand ich als eine lohnende Investition meiner Zeit.
Martina B.
aus Lilienthal
4/5
27.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Interessantes Sachbuch
Die unerhörte Geschichte der Schweizer Täufer, verspricht eine interessante Geschichten und das ist es auch.
Sehr gut lesbar, gut recherchiert und einige sehr schöne Bilder.
Glaube im Wandel der Zeit, Missverständnisse und Menschlichkeit sind immer und überall mit verbunden mit Streit und Spaltung und doch setzt Jesus Christus am Ende durch und zeigt, was wahrer Glaube ist, auch wenn er sich für uns Menschen oft unterscheidet.
Dieses Buch ermutigt dran zu bleiben und sich selber treu zu bleiben, denn Glauben kann man nicht machen, sondern man muss ihn erleben, dann kann ihn keiner streitig machen!
Viele Quellenangaben machen dieses Buch sehr glaubwürdig.
Bewertung
4/5
04.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Historisch fundiert & relevant für heute!
Heutzutage ist es selbstverständlich, dass sich Einzelne und Familien aufgrund persönlicher Überzeugungen für eine Taufform entscheiden dürfen, genauso wie die Wahl von Kirchen- und Gottesdienstform allen freisteht und keine staatlichen Repressalien nach sich ziehen darf.
Doch mitten in Europa, in idyllischen Schweizer Ortschaften, erlebten die Täufer genau das: Ihre Sehnsucht nach einer authentischen, bibelnahen Glaubensform verunsicherte die Zürcher Regierung, die eine institutionalisierte Form des reformierten Glaubens vertrat. Es folgten Wellen von Unterdrückung und brutaler Gewalt gegen die (pazifistischen!) Täufer.
Zum 500. Jubiläum dieser mutigen und standhaften Bewegung legt Christian Scheidegger eine historisch fundierte, gut verständliche Aufarbeitung ihrer Geschichte vor. Anhand historischer Quellen (in sehr guter Qualität auch im Buch zu bestaunen) zeichnet er das Bild einer lebendigen, vernetzten und doch auch heterogenen Gemeinschaft nach, die um ihres Glaubens willen viele Kämpfe ausfocht. Diese machten sie, so der Autor, zu Wegbereitern des Toleranzgedankens. Die Trennung von Staat und Religion gilt heute als Verdienst religionskritischer Aufklärer, aber die Quellen zeigen, dass bereits die Täufer dies forderten.
Damit setzt der Autor auch ein geschichtswissenschaftliches Statement: Nicht nur die Ideen elitärer Denker schrieben Geschichte & sollten studiert werden, sondern auch die 'kleinen Leute', deren Lebenszeugnis den Zeitgeist herausforderte.
Das Buch endet mit einer Reflexion über das heutige Verhältnis zwischen Staat, Kirche(n) und Glaubenspraxis, pointiert formuliert und mit überraschenden, bewegenden Einsichten.
Auch mich als Nicht-Historikerin hat das Buch abgeholt und begeistert! Die inhaltliche Tiefe, aber auch die sprachliche Qualität und die Relevanz der weiterführenden Gedanken haben mich beeindruckt. Einen kleinen Abzug gibt es für Struktur & Storytelling, da hätte ich mir etwas mehr Leserführung gewünscht. Dennoch eine sehr wertvolle & klar zu empfehlende Lektüre!
Lesereise
4/5
14.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Bestens recherchierte Kirchengeschichte der Schweizer Täufer
Christian Scheidegger nimmt den Leser in „Revolutionäre des Glaubens“ zunächst mit in die frühen Anfänge des 16. Jahrhunderts. Er zeigt das Aufbrechen der herkömmlichen Kirchenstrukturen zur Zeit der Reformation auf, als Kirche und Staat noch eng miteinander verknüpft waren. Es wird die aufkommende Täuferbewegung und das aufrichtige Ringen vieler Personen, die in der Bibel selbst die Grundlagen ihres Glaubens suchten, aufgezeigt. Auch welche Intoleranz gegenüber denen herrschte, die das häufig korrupte System von Kirche und Staat in Frage stellten. Gut recherchiert wird der Verlauf der Geschichte der Täufer hauptsächlich in der Schweiz beschrieben. Wie sich bereits 1530 die Gefängnisse mit ihnen füllten, die leidvolle Geschichte weiterging, mit ihrer Ermordung, Vertreibung und auch der Enteignung täuferischen Vermögens, um alles zu versuchen, die Täufer von ihrem Glauben abzubringen. Viele Männer und Frauen standen treu zu ihrem Glauben, trotz des Drucks, der ihnen auferlegt wurde.
Das Buch zeigt das hohe Maß der Kenntnis des Autors mit der Kirchengeschichte und der Täuferbewegung. Es ist ein Buch, das die Geschichte auf wissenschaftlichem Niveau aufarbeitet und am Ende zur Diskussion anregt, wie heute Kirche und Staat und andere neben ihr bestehenden Religionsgemeinschaften pluralistisch nebeneinander existieren und wie sie sich gegenseitig beeinflussen oder auch distanzieren können. Das Buch ist eine Bereicherung für alle, die sich intensiv mit der Geschichte der Schweizer Täuferbewegung auseinandersetzen möchten.
Bewertung
aus Attenhofen
4/5
12.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Bereit für ihre Überzeugung zu sterben
Wie kann es sein, dass Christen andere Christen grausam hinrichten – und dabei noch glauben, im Namen Gottes zu handeln? Diese Frage stellt sich beim Lesen dieses Buches über die Täufer im 16. Jahrhundert. Besonders erschütternd ist, wie Reformatoren, die selbst erst kurz zuvor gegen die Staatskirche aufbegehren, nun mit Härte gegen Andersgläubige vorgehen.
Das Buch erzählt eindrucksvoll von mutigen Männern und Frauen, die wegen ihres Glaubens verfolgt, eingesperrt, verbannt oder gar getötet werden. Trotz aller Grausamkeit breitet sich die Bewegung rasant aus.
Der Autor kennt die Geschichte der Schweizer Täufer sehr gut. Er zeichnet jedoch keine ausführlichen Biografien der Märtyrer, sondern zeigt die historischen Entwicklungen anhand prägender Persönlichkeiten und Ereignisse. Wer also nur auf fesselnde Lebensgeschichten hofft, könnte etwas enttäuscht sein. Stattdessen bietet das eher wissenschaftlich gehaltene Buch wertvolles historisches Wissen über den couragierten Einsatz der Täufer für die Freiheit, selbst zu entscheiden, was sie glauben. Doch es enthält auch einige spannende Geschichten, die teilweise so außergewöhnlich sind, dass sie sich lesen wie ein Roman.
Der Autor beschreibt Lebensläufe, zitiert Quellen, fügt passende Bibelstellen hinzu, und veranschaulicht das Gesagte mit abgedruckten Bildern. Er ist davon überzeugt, dass die Erfahrungen dieser Menschen für unsere Zeit wichtig und relevant sind, denn Religionsfreiheit und Toleranz sind auch heute wichtige Themen.
Der Text ist zwar anspruchsvoll und manchmal wegen der vielen Namen schwer zu folgen, aber die geschilderten Schicksale berühren und fesseln. Obwohl der Autor Sympathie für die Täufer zeigt, verschweigt er nicht ihre Fehler, wodurch das Buch ausgewogen und glaubwürdig wirkt.
Fazit: Ein lesenswertes und bewegendes Buch über eine oft vergessene Glaubensbewegung, das von Menschen erzählt, die bereit sind, ihren Besitz, ihre Familie und sogar ihr Leben für ihren Glauben hinzugeben. Es regt zum Nachdenken über Einigkeit und Streitigkeiten unter Christen an, über Toleranz und Religionsfreiheit. Empfehlenswert für alle, die sich für Geschichte und für mutige Menschen mit Überzeugung interessieren.
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