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Band 1

Wir hol'n jetzt unser Haus! Über 50 Jahre Tübinger Jugendzentrum Epplehaus zwischen Hausbesetzung, Selbstverwaltung und Subkultur

39,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

12 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

16.01.2025

Herausgeber

Elias Raatz + weitere

Verlag

Dichterwettstreit deluxe

Seitenzahl

140

Maße (L/B/H)

29,7/21/0,9 cm

Gewicht

428 g

Auflage

4. Auflage 2026; erschienen bei EDITION Analyse & Subkultur

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9880903-6-2

Beschreibung

Rezension


Lieber Leser in spe,


ich sag's mal gleich: "Die Lektüre hat sich für mich gelohnt", so wie es sich die Herausgeber am Ende vom potentiellen Leser wünschen. Und dies sagt ein Oldie mit 85, der die 68er Jahre in Frankreich miterlebt hat und sich schon vom Titel des aufwändig gestalteten Text-/Bild-Bandes her in die eigene Zeit als Student in Göttingen zurückversetzt sieht:


"Wir hol’n jetzt unser Haus! Über 50 Jahre Tübinger Jugendzentrum Epplehaus zwischen Hausbesetzung, Selbstverwaltung und Subkultur" (Edition Analyse & Subkultur 2025, Dichterwettstreit deluxe, 140 S., Hrsg. Elias Raatz & Lucius Teidelbaum)


Ich schaue mir erstmal die Infos auf dem rückwärtigen Bucheinband an. Da fallen gleich 3 Fotos ins Auge: ein altes graues Haus, darunter ein rötlich angestrichenes renoviertes, und dann ein bunt bemaltes Haus. Besonders das 3. Foto hat’s mir angetan; wie ich später noch erfahre, von einem Kind treffend als "tätowiertes Haus" benannt. Daneben die 3 Kurzcharakteristiken "Jugendzentrum Epplehaus: ein Stück gelebte Utopie", "Hausbesetzungen, Selbstverwaltung und Subkultur", "Tiefgehende und unterhaltsame historische Aufarbeitung".


Meine Neugier ist geweckt. Aber ich ahne bereits: eine geballte Ladung bebilderter Information erwarten nicht nur mich. Ich selbst hab den umfangreichen, Detail-gestützten Band natürlich mit zunehmender Spannung in mir aufgenommen, will dir aber hier den Spaß beim Lesen nicht vorab mit Einzelheiten verderben. Deshalb jetzt nur ein paar persönliche Eindrücke und Anmerkungen:


Wer war denn nun der Namengeber für dieses Jugendzentrum? Ich stutze: Richard Epple, ein 1972 durch die Schüsse aus einer Polizeiwaffe verstorbener 17-jähriger Lehrling. Ich denke gleich an Benno Ohnesorg, der als 26-jähriger Student 1967 als Teilnehmer einer Demonstration in West-Berlin mit einem Pistolenschuss von einem Polizisten hinterrücks erschossen wurde. Bei den daraufhin bundesweit stattfindenden Demonstrationen war ich in Göttingen dabei.


"Das Epplehaus lebt weiter", auch im 21. JH., so der Titel eines der insgesamt 40 Beiträgen dieses großformatigen Sammelbandes. Facettenreich wie in einem Kaleidoskop wird die Geschichte dieses Jugendzentrums lebendig und leserfreundlich eingefangen. Was für eine Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen, seit 1972 ausgesetzt der Politik und angefüllt mit Musik, Jugendarbeit und Selbstverwaltung!


Ich stehe staunend vor der Leistung der beiden Herausgeber: Was für eine Mühe hat es gemacht, so viele Beiträger überhaupt erstmal ausfindig zu machen! Und dann auch noch dazu zu bewegen, als am Geschick dieses stets umkämpften Jugendzentrums betroffene Teilnehmer ihre Erinnerungen und Erfahrungen Preis zu geben - und dies in persönlicher, ausgewogener und sachlicher Art und Weise!


Lieber Leser in spe, greif zu! Sonst geht ein herausragender Beitrag zur Geschichte der Jugendzentren an dir vorbei. Das Epplehaus steht zwar in Tübingen, steht aber als Beispiel stellvertretend überall in Deutschland.

("Epplehaus-Sachbuch: Ein einmaliges Zeitdokument")

[...] Für das größere Projekt eines Buches sei der Verein Epplehaus auf ihn zugekommen, erzählt Herausgeber Elias Raatz. "Eine so spannende Geschichte kann man sich nicht entgehen lassen.« Zusammen mit Lucius Teidelbaum hat er das Projekt in Angriff genommen. Es kam ein 140 Seiten starker reich bebilderter Sammelband dabei heraus, der viel mehr ist als ein Buch über ein Jugendzentrum. Es ist der lebendige Bericht über ein Stück Tübinger Stadtgeschichte. Viele haben dabei mitgewirkt. Neben Zeitzeugenberichten hat das umfangreiche Archiv im Epplehaus als wichtigste Grundlage gedient. [...] Nach wie vor könne man im Jugendhaus in der Karlstraße so sein, wie man möchte. Zumindest, wenn man nicht aus dem rechten Lager kommt. Denn auch an der politischen Ausrichtung hat sich über die Jahre nichts geändert. Das Jugendzentrum war und ist links orientiert und antifaschistisch.

("Die Geschichte des Epplehauses")

Auch Rebellen werden eines Tages museal. Im Tübinger Stadtmuseum sind jetzt Teile einer Bar aufgebaut. Von einem Ort, der einmal großen Teilen der Tübinger Stadtgesellschaft eher als Lasterhöhle suspekt war: dem Epple-Haus. Jetzt schafft das selbstverwaltete Jugendhaus es zu seinem über 50-jährigen Bestehen in die Dauerausstellung. "Weil es ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte ist, gerade zum Thema Hausbesetzungen oder Wohnungsproblematik", sagte Kurator Bruno Wiedermann-Kashepour am Mittwochabend [bei der Vorstellung des Sachbuchs zum Epplehaus im Stadtmuseum]. [...]


Wo steht das Epple-Haus heute? Es ist mittlerweile sogar eine touristische Aktion, mit den slogan-übersäten Wänden ein beliebter Selfie-Spot. [...] "Es ist nach wie vor ein Ort, an dem viel geschieht, es ist nach wie vor ein Zuouchtsort", sagt Autor Lucius Teidelbaum. [...] "In jedem Fall ist es ein Ort zur Selbstverwirklichung und für Träume. Es ist unbequem und soll es bleiben – gerade weil die Zeiten schwieriger werden." [...]


Zu dem 140-Seiten-Werk haben etliche Autorinnen und Autoren Beiträge beigesteuert, Marc Amman, einer der Podiumsgäste der Buchvorstellung, zum Beispiel eine Chronik aller Tübinger Hausbesetzungen. Die Herausgeber konnten sich auf ein mustergültiges Archiv im Epplehaus stützen. "Ein toller Fundus, in den ich tauchen konnte", sagt Elias Raatz. "Alles war da: Jedes Protokoll der Vollversammlungen, jeder Leserbrief, jeder TAGBLATT-Artikel". Und viele Fotos, die die Zeitreise mit dem Buch ermöglichen.

("Über 50 Jahre besteht nun das Epple-Haus. Ein Buch dokumentiert seine rebellische Gründungsphase und seine Geschichte.")

[Das Buch] bietet eine wichtige und unterhaltsame historische Aufarbeitung über das bis heute selbstverwaltete Epplehaus.

("Eine gelebte Utopie")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

12 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

16.01.2025

Herausgeber

Verlag

Dichterwettstreit deluxe

Seitenzahl

140

Maße (L/B/H)

29,7/21/0,9 cm

Gewicht

428 g

Auflage

4. Auflage 2026; erschienen bei EDITION Analyse & Subkultur

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9880903-6-2

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  • I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

    INHALTSÜBERSICHT - KAPITEL 1: "Von Jugendzentrumsbewegung und Hausbesetzungen"

    „Lasst das Grundgesetz in Ruh, SPD und CDU!“ -
    1968: Notstandsgesetze, Antikapitalismus und ein Geldautomat
    (von Elias Raatz)

    „Bis zum Brand meine zweite Heimat“ -
    Seit 1900: Die Geschichte des Schwabenhaus
    (von Elias Raatz)

    „Dann aber Feuer frei!“ -
    1972: Richard Epple stirbt durch Schüsse aus einer Polizeiwaffe
    (von Elias Raatz)

    Hausbesetzung, Widerstand und Klassenkampf -
    Seit 1970: „Ton Steine Scherben“ und der Häuserkampf
    (von Barbara und Kai Sichtermann)

    Freiheit der Freizeit! -
    1970er: Gründung des Epplehaus im Schnittpunkt der Jugendzentrums- und Hausbesetzungsbewegung
    (von Marc Amann)

    „Wir hol’n jetzt unser Haus!“ -
    1972: Die Hausbesetzung der Karlstraße 13
    (von Elias Raatz)

    Ballettmeister, Hilfsbremser und Pfarrer -
    1863-1972: Das Epplehaus vor seiner Besetzung
    (von Lucius Teidelbaum)

    „Wir müssen den Schleier der Freundlichkeit zerreißen“ -
    1972-1978: Die ersten Jahre im Jugendzentrum
    (von Elias Raatz)

    „Die Häuser denen, die drin wohnen“ -
    Seit 1968: Chronologie Tübinger Hausbesetzungen
    (von Marc Amann und Elias Raatz)

    INHALTSÜBERSICHT - KAPITEL 2: "Das Epplehaus als Jugendzentrum"

    Der erste Tübinger Berufsjugendliche -
    1968-1975: Haus-Historie aus subjektiver Sicht
    (von Jürgen Hempel)

    Freiheitsstreben in der Selbstverwaltung -
    1972-1978: Haus-Historie aus subjektiver Sicht
    (von Michael Löffler)

    „Alles, was wir machen können, machen auch wir“ -
    1975-1985: Haus-Historie aus subjektiver Sicht
    (von Jürgen Hempel)

    Hierarchiefrei, locker und effektiv -
    1980er: Kampfsporttrainings im vierten Stock
    (von A. O. und F. S.)

    Besetzte Räume im besetzten Haus -
    1983-2003: Zwanzig Jahre Frauencafé und Frauenkultur im Epplehaus
    (von Christa Stengelin)

    „Jugendhaus mit vorbildlichem Ruf“ -
    1983-2004: Professionalisierung des Hausbetriebs
    (von Elias Raatz)

    Die Kleinen groß werden lassen -
    Seit 1991: Über 30 Jahre Kinderladen „Villa Kunterbunt“
    (von Gabi Erbis, Thomas Müller und Helga Geiger)

    Das Epplehaus lebt weiter -
    2001-2025: Das Epplehaus im 21. Jahrhundert
    (von Lucius Teidelbaum)

    Trouble in Paradise -
    Seit 1972: Konflikte und Probleme in der Selbstverwaltung
    (von Lucius Teidelbaum)

    Braucht’s das eigentlich noch? -
    1972 vs. 2025: Berechtigung von Jugendhäusern
    (von Elias Raatz und Ulrike „Rika“ Seibert)

    INHALTSÜBERSICHT - KAPITEL 3: "Zwischen Politik und Interna"

    Eine Schule der Basisdemokratie -
    Seit 1972: Station in der Sozialisierung junger Menschen
    (von Lucius Teidelbaum)

    Das Epplehaus als Feindbild -
    Seit 1972: Rechte Angriffe und Anfeindungen gegen linkes Zentrum
    (von Lucius Teidelbaum)

    „Ein Raum voller queerer Menschen“ -
    Seit 1972: Queeres Leben im Epplehaus
    (von Helene Merz)

    Radikaler als der saturierte Bio-Mainstream -
    1996-2000: Der Arbeitskreis für Anarchie & Subkultur
    (von Kai Herrmann)

    „Reclaim the Streets“ -
    Seit 2006: Graffiti und die künstlerische Außenwirkung am Epplehaus
    (von Peter „Pete“ Püschel)

    „Auch mal ohne seitenlange Marxzitate“ -
    Seit 2007: Linke Bildungsarbeit von „Input“
    (von Larissa Roth und Lucius Teidelbaum)

    Von Kollektiv und Konsens -
    2012-2018: Entscheidungsfindung und -struktur im Epplehaus
    (von Udo Nonner)

    Ein sicherer Raum für alle? -
    Seit 2017: Besondere Awareness im Epplehaus
    (von Lena Pinto)

    Alerta, alerta, antifascista! -
    Antifaschismus und das Epplehaus
    (von Lucius Teidelbaum)

    INHALTSÜBERSICHT - KAPITEL 4: "Über Musik und Events im Haus"

    „Mekka verschiedener Szene-Gruppen“ -
    Seit 1972: Musik als wichtige Säule im Epplehaus
    (von Elias Raatz)

    „Schneller, lauter, härter!“ -
    1980er: Punkrock-Konzerte in Saal und Keller-Disco
    (von Rick Newton)

    Schampus über Schallplatten -
    Seit 1985: Disco-Abende im Gewölbekeller des Epplehaus
    (von Gernot „Gerri“ Rothhaar)

    „Du musst selbst was machen, sonst macht’s keiner“ -
    1994-2002: Umsonst & Drinnen Mittwochskonzerte
    (von Marc Amann)

    Bassment for the Basement -
    Seit 1994: Breakbeat, Jungle und eine Prise Drum & Bass
    (von Oliver „Lightwood“ Lichtwald)

    Von Magic Mushrooms und Psytrance -
    2000er: Eine Anekdote zur Eventreihe „Afterwork Trance“
    (von Elias Raatz)

    Open-Mic, Street Art und Pakete in den Knast -
    Seit 2000: Interview zur Tübinger Graffiti- und Hip-Hop-Szene
    (von Peter „Pete“ Püschel)

    Zwischen Punk, Party und Politik -
    Seit 2003: Hardcore Punk, SubZine und Artverwandtes
    (von Freddi Hrůsa und Tobias Weckenmann)

    Draußen war es kühl, drinnen tropfte der Schweiß -
    Seit 2004: Die Metalnight im Epplehaus
    (von Uwe „Crazy“ Frank)

    „Wir passen in alle Schubladen“ -
    2005-2015: Musikalische Subkultur bei „Tübingen Underground“
    (von Jochen Braun)

    How to do „more than music“ -
    Ein 31-Schritte-Programm, zusammengestellt aus dem Repertoire von zwei Tübinger d.i.y.-HardcorePunk-Konzertgruppen
    (von Marc Amann, Dirk Neges, Anke Gasser und Kai Heneka)