"Wenn man aufhört, seine Freundin zum Flughafen zu bringen, kann dies drei Gründe haben: Erstens: Man ist einfach schon ewig zusammen. Zweitens: Man besitzt kein Auto. Drittens: Die Freundin ist Flugbegleiterin …"
Ein Pop-Roman über das Erwachsenwerden, die große Liebe, über die Sehnsucht, jemand anderer sein zu wollen, und die völlig unerreichbare Sehnsucht, ohne Sehnsucht zu leben. Ein Buch über Kabelfernsehen, die richtige Musik und die Geilheit von Boris Becker, Polyesterpullis, stillstehende Atomkraftwerke, eine Fototapete und den Sex, den man nie im Leben haben wird.
Es handelt sich um eine limitierte Neuausgabe mit Farbschnitt.
Kundinnen und Kunden meinen
3.6/5.0
Hornita
aus Augsburg
4/5
28.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Unterhaltsam mit nostalgischem…
Unterhaltsam mit nostalgischem Charme, gute Charaktere; Das Buch wurde bereits Ende der 1990er geschrieben und 2006 zum ersten Mal veröffentlicht. Mir war nicht klar ob und wie viel Autobiografisches in der Geschichte steckt. Der Erzähler David lässt sich ausführlich über sein Sexual- und Liebesleben aus, was zwar meistens interessant war, aber mir streckenweise rätselhaft blieb, wo die Geschichte hinführen sollte, da es auch häufig Wiederholungen gab. Es zeigt sich dann eine Obsession von einer Ex-Freundin, mit der er lange keinen Kontakt hatte. Dies ist für mich der beste und spannendste Teil des Buches und anhand dieser Geschichte wird gezeigt, dass Daniel im Laufe des Buches eine Entwicklung durchmacht. Der Reifeprozess ist überzeugend und war gleichzeitig unterhaltsam. Man merkt an kleinen Details, dass das Buch schon vor einigen Jahre geschrieben wurde, für mich hatte das Ganze aber einen ganz eigenen, nostalgischen Charme. Der Schreibstil ist gut, sehr angenehm zu lesen. Das Buch ist unterhaltsam, die Charaktere gut getroffen, deshalb gibt es von mir trotz der kleinen Schwächen vier Sterne.
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
4/5
28.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Von Beziehungen, Sehnsüchten, Ängsten und Humor
“Frühstück in Helsinki” von David Schalko erschien schon 2006. Jetzt ist der Poproman noch einmal in einer limitierten Neuausgabe mit exklusivem Farbschnitt herausgekommen. Aus der Ich-Perspektive erzählt David Schalko aus dem Leben des knapp 30-jährigen Daniel, der über seine Beziehungen und über sein emotionales Durcheinander resümiert. Immer wieder switcht er zurück in die Vergangenheit und verfolgt den Assoziationsketten seiner Gedanken. Dabei ist er permanent auf der Suche nach dem, was er nicht bekommen kann. Er erzählt vom Gefühlschaos, vom Weltschmerz und der Angst vor dem Älterwerden. Sehr treffend, aber stets mit einem Augenzwinkern beschreibt Schalko die Empfindungen einer Generation, die mit Ende 20 so langsam erwachsen wird. So ist “Frühstück in Helsinki” von David Schalko immer noch authentische Popliteratur, die durchaus zeitlos von Beziehungen, Sehnsüchten und Ängsten erzählt und dabei den Humor nicht vergisst.
Hornita
aus Augsburg
4/5
28.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Unterhaltsam mit nostalgischem Charme, gute Charaktere
Das Buch wurde bereits Ende der 1990er geschrieben und 2006 zum ersten Mal veröffentlicht. Mir war nicht klar ob und wie viel Autobiografisches in der Geschichte steckt. Der Erzähler David lässt sich ausführlich über sein Sexual- und Liebesleben aus, was zwar meistens interessant war, aber mir streckenweise rätselhaft blieb, wo die Geschichte hinführen sollte, da es auch häufig Wiederholungen gab. Es zeigt sich dann eine Obsession von einer Ex-Freundin, mit der er lange keinen Kontakt hatte. Dies ist für mich der beste und spannendste Teil des Buches und anhand dieser Geschichte wird gezeigt, dass Daniel im Laufe des Buches eine Entwicklung durchmacht. Der Reifeprozess ist überzeugend und war gleichzeitig unterhaltsam. Man merkt an kleinen Details, dass das Buch schon vor einigen Jahre geschrieben wurde, für mich hatte das Ganze aber einen ganz eigenen, nostalgischen Charme. Der Schreibstil ist gut, sehr angenehm zu lesen. Das Buch ist unterhaltsam, die Charaktere gut getroffen, deshalb gibt es von mir trotz der kleinen Schwächen vier Sterne.
Jürg K.
4/5
19.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Zum Mit- und Nachdenken
Ein fast nicht beachtetes Cover. Doch das Cover passt perfekt zum Inhalt dieses Buches. Es gibt verschiedene Gründe, dass man seine Freundin nicht mehr zum Flughafen bringt. Man ist ewig zusammen, man hat ein Auto, oder die Freundin arbeitet bei einer Fluggesellschaft. Diese Geschichte behandelt das Thema erwachsen werden, die grosse Liebe und die Sehnsucht jemand anderes zu sein. Daniel ist Mitte dreissig ist Sexkolumnisten und hat eine Freundin, Lisa, die Flugbegleiterin ist. Die Geschichte zwingt den Leser zum Nachdenken. Es kommt der Wendepunkt für Daniel als er beschliesst nach Nina seiner Jugendliebe zu suchen. Der Leser wird mit ihm auf eine Reise mitgenommen, die nach London und Amsterdam führt. Er muss sich seiner Vergangenheit und Gefühlen stellen. In diesem Buch werden Themen wie Liebe, Verlust behandelt. Dieses Buch fand ich eine fesselnd und es wird ein Einblick in das Leben der Protagonisten vermittelt. Nach Ende des Buches bleibt einiges das zum Nachdenken anregt. Ein Buch das ich empfehlen kann.
seitenmusik
2/5
25.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Schalkos Stil: experimentell, aber nicht für mich
„Frühstück in Helsinki“ ist ein Roman über Sehnsucht, Erwachsenwerden und die Suche nach Erfüllung, erzählt aus der Perspektive eines Mannes, der sein Leben zu ordnen versucht. Der österreichische Autor David Schalko, bekannt als kreativer Kopf hinter preisgekrönten Fernsehformaten wie „Braunschlag“ und „Altes Geld“, veröffentlichte das Buch 2006. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller ist Schalko auch Regisseur und Werbetexter und ist bekannt für seinen schwarzen Humor und seine ungewöhnlichen Perspektiven.
Worum geht’s genau?
Der Roman erzählt die Geschichte von Daniel, einem Mann in seinen Dreißigern, der sich in einer Phase des Umbruchs befindet. Erzählt aus seiner Perspektive, erleben wir einen inneren Monolog, der geprägt ist von Selbstzweifeln, Sehnsüchten und Erinnerungen an frühere Beziehungen. Daniel scheint immer auf der Suche nach etwas zu sein, das ihm in seinem Leben fehlt, sei es Liebe, Erfolg oder der Wunsch, jemand anderes zu sein. Dabei wird der Leser mit Anspielungen auf Popkultur, alltäglichen Beobachtungen und einem eigensinnigen Blick auf die Welt konfrontiert.
Meine Meinung
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar (danke dafür an den Verlag) gelesen, weil mich der Klappentext neugierig gemacht hat. Leider hat sich das Buch für mich überhaupt nicht so entwickelt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Protagonist Daniel, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, wirkt wie ein rastloser Mann in seinen Dreißigern, der nicht über eine seiner frühere Liebschaften und Affären hinwegkommt. Seine melancholische Selbstwahrnehmung und die ständig präsente Sehnsucht nach etwas Unbestimmtem ziehen sich durch den gesamten Roman. Obwohl ich das Thema des Buches interessant fand (vor allem den zweiten Teil), konnte mich die Art und Weise, wie es umgesetzt wurde, nicht überzeugen.
Schalkos eigensinniger Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig. Die oft fragmentarischen Gedanken des Protagonisten, die ungewöhnliche Darstellung der Dialoge und die zahlreichen Erwähnungen verschiedener Frauen machten es mir schwer, dem roten Faden der Geschichte zu folgen. Auch die Popkulturreferenzen und die Idee mit den Städtenamen als Kapitelüberschriften, die sicherlich dazu gedacht waren, den Roman zeitgenössisch und leichtfüßig wirken zu lassen, konnten mich nicht fesseln.
Erschwerend kam hinzu, dass ich mich mit dem Protagonisten kaum identifizieren konnte. Seine Perspektive, die von Selbstmitleid und einer scheinbaren Unfähigkeit, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen, geprägt war, ließ mich eher genervt als empathisch zurück. Statt mich emotional in die Geschichte hineinziehen zu lassen, empfand ich sie als distanziert und manchmal schwer nachvollziehbar.
Trotz dieser Kritikpunkte muss ich anmerken, dass das Buch eine gewisse literarische Qualität hat, die sich in seiner sprachlichen Präzision und den philosophischen Anklängen zeigt. Leser:innen, die sich für introspektive und fragmentarische Erzählstile begeistern können, könnten hier mehr finden als ich.
Fazit
„Frühstück in Helsinki“ konnte mich leider nicht überzeugen. Trotz eines vielversprechenden Themas und eines interessanten Ansatzes empfand ich den Roman als zu distanziert und verwirrend. Der eigensinnige Stil des Autors und der schwer greifbare Protagonist machten es mir schwer, Zugang zur Geschichte zu finden. Für mich war es kein Buch, das ich weiterempfehlen würde. Deshalb gebe ich 2 von 5 Sternen.
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