Wer ein Ritter wird, entscheidet die Herkunft.
Wer ein Ritter ist, entscheidet das Herz.
Idalir, die Stadt aus Stein und Schnee, ist seit tausend Jahren in einen Krieg mit den Drachen verstrickt. Flores, der junge Adelige mit der falschen Herkunft, wünscht sich nichts mehr, als seiner Familie Ehre zu machen. Inmitten eines Drachenangriffs taucht plötzlich ein Fremder auf: Raban, ein Arzt aus dem fernen Abrantes, den die Wissenschaft ins ewige Eis gelockt hat. Kaum angekommen, findet Raban sich in der Rolle des Lichtbringers wieder, eines göttlichen Gesandten, der den Drachenkrieg beenden soll. Flores ist bereit, für den Lichtbringer zu sterben. Doch der will das um keinen Preis zulassen.
Ein queeres Fantasy-Epos vor einer Kulisse aus Eis und Schnee, Schlittenhunden und ritterlicher Ehre, voll großer Gefühle und diverser Lebensentwürfe.
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Lesenswert aber...
Doro aus Rösrath am 19.12.2024
Bewertungsnummer: 2367850
Bewertet: eBook (ePUB)
Ich habe lange auf ein neues Buch gewartet und mich sehr gefreut es endlich kaufen zu können.
Im Gegensatz zu allen anderen Büchern, war dieser neue Roman eine Herausforderung. Erst nach dreiviertel des Roman kam Spannung auf und ergab Sinn. Soviel Geplänkel um das Geschehen und die Protagonisten konnte ich im gesamten nicht nachvollziehen. Deswegen ein lesenswert aber....
7 Sorten Schnee
Manuela Hahn am 13.12.2024
Bewertungsnummer: 2363077
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich habe mich sehr auf den neuen Roman von Juri Pavlovic gefreut, da ich die vorherigen Bücher geliebt habe. Endlich war es so weit, und wir reisen nach Idalir, einer Stadt im hohen Norden, die aus Schnee und Stein besteht. Pavlovic entwirft eine eindrucksvolle Welt, die durch ihre raue Atmosphäre und die detaillierten Beschreibungen des Lebens in der eiskalten Umgebung sofort fesselt.
In Idalir lernen wir Flores Tempeste kennen, den unehelichen Sohn eines Adligen, der in der Gesellschaft nicht wirklich akzeptiert wird. Im Haus seines Vaters arbeitet er als Haushofmeister und sorgt dafür, dass alles reibungslos abläuft und die Finanzen stimmen – eine schwierige Aufgabe, besonders angesichts der finanziellen Schwierigkeiten der Familie. Trotz dieser Herausforderungen ist Flores mit seinem Leben zufrieden, denn seine Religion, die Verehrung der Göttin Skadi, lehrt ihn, dass jeder Mensch seinen vorbestimmten Platz im Leben hat. Dieses Weltbild spiegelt sich auch in der Haltung der Bewohner von Idalir wider, die die Ärmsten der Stadt – jene, die vor den Toren auf den Treppen leben – kaum beachten, obwohl sie an Hunger und Krankheit leiden.
Während eines dramatischen Drachenangriffs rettet Flores einen Fremden, der vor den Stadttoren zu erfrieren droht. Dieser Fremde, Raban, ist ein Arzt aus Abrantes, der auf Studienreise in den hohen Norden gekommen ist. Schnell zeigt sich, dass Raban über außergewöhnliche Heilfähigkeiten verfügt. Gerüchte machen die Runde, dass er der Lichtbringer sei, ein Gesandter Gottes. Entsetzt von den Lebensbedingungen der Menschen auf den Treppen und der Gleichgültigkeit der Stadtbewohner, beschließt Raban, seine Stellung als vermeintlicher Lichtbringer zu nutzen, um das Leben in Idalir grundlegend zu verändern.
Ein zentrales Thema des Romans sind die Drachenkriege, die die Stadt seit tausend Jahren in Atem halten. Die Feindschaft zwischen Menschen und Drachen hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Kultur und Gesellschaft von Idalir. Diese langanhaltende Auseinandersetzung verleiht der Handlung eine epische Dimension und dient zugleich als Spiegel für die Konflikte innerhalb der menschlichen Gemeinschaft.
Flores ist ein einprägsamer Charakter, der durch seine Hilfsbereitschaft und seinen unerschütterlichen Glauben an das Gute beeindruckt. Trotz seiner eigenen Schwierigkeiten bleibt er freundlich und optimistisch. Sein größter Wunsch ist es, seiner Familie Ehre zu machen und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Diese Sehnsucht wird durch einen Schicksalsspruch verstärkt, der ihm einen heldenhaften Tod als Beschützer des Lichtbringers prophezeit. Die Beziehung zwischen Flores und Raban ist emotional vielschichtig und von tiefem Vertrauen geprägt, was der Geschichte eine persönliche Note verleiht.
In „7 Sorten Schnee“ behandelt Juri Pavlovic viele soziale Themen, die eng mit der Handlung und den Charakteren verbunden sind. Die Geschichte spielt in einer streng hierarchischen Gesellschaft, in der soziale Ungerechtigkeiten und Diskriminierung allgegenwärtig sind. Flores kämpft um Anerkennung und Ehre in einem System, das ihn trotz seiner Bemühungen ausgrenzt. Die Religion um die Göttin Skadi dient dabei als Mittel, bestehende Privilegien zu rechtfertigen und die sozialen Strukturen zu zementieren. Raban hingegen stellt diese Glaubenssätze infrage und zeigt, wie sie die Probleme der Gesellschaft eher verschärfen als lösen.
Darüber hinaus thematisiert der Roman queere Beziehungen und Geschlechteridentitäten, was eine moderne und inklusive Perspektive auf Diversität bietet. Nicht-binäre Charaktere sind selbstverständlich in die Geschichte integriert und bereichern die Erzählung mit ihren individuellen Perspektiven. Pavlovic fordert Leser:innen dazu auf, eigene Vorurteile zu hinterfragen, während die Figuren lernen, sich mit ihren Überzeugungen auseinanderzusetzen. Besonders Flores' Mitgefühl und sein Einsatz für die Schwächsten der Gesellschaft stehen im starken Kontrast zur Selbstsucht anderer Adelsfamilien und verdeutlichen die moralischen Dilemmata, die die Handlung antreiben.
Insgesamt ist „7 Sorten Schnee“, eine faszinierende Mischung aus Fantasy und sozialkritischem Roman zu schaffen. Die Verbindung aus eindringlicher Weltgestaltung, komplexen Charakteren und relevanten Themen macht das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Allerdings fiel mir auf, dass die Liebesgeschichte zwischen Flores und Raban stellenweise sehr stark im Vordergrund steht. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, dass die Liebesgeschichte die Aufmerksamkeit von anderen Aspekten der Handlung ablenkte und dann dachte ich "Nicht schon wieder"
Trotzdem überzeugt der Roman durch seine Tiefe, seine Botschaft und seine erzählerische Kraft. Pavlovic beweist einmal mehr, zu den herausragenden Stimmen der modernen Fantasy-Literatur zu gehören.
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