Virginia Woolfs "Mrs Dalloway" ist ein meisterhaftes Werk der modernen Literatur, das sich durch seinen impressionistischen Stil und die innovative Erzählweise auszeichnet. Die Geschichte entfaltet sich an einem einzigen Tag im London der 1920er Jahre und folgt Clarissa Dalloway, einer wohlhabenden Frau, die Vorbereitungen für eine Party trifft. Woolf verwendet den inneren Monolog, um die Gedanken und Gefühle ihrer Charaktere eindringlich darzustellen und thematisiert damit Fragen der Identität, der Vergänglichkeit und der psychischen Belastungen, die durch den Ersten Weltkrieg hervorgerufen wurden. Diese vielschichtige Erzählung spiegelt nicht nur das individuelle Erleben wider, sondern beleuchtet auch gesellschaftliche Normen und geschlechtsspezifische Erwartungen der damaligen Zeit. Virginia Woolf, eine zentrale Figur der literarischen Moderne, war nicht nur Schriftstellerin, sondern auch eine bedeutende Feministin und Intellektuelle. Ihr eigenes Leben, geprägt von psychischem Stress, familiären Verlusten und dem Streben nach künstlerischer Freiheit, fließt in ihre Werke ein und verleiht ihnen eine tiefe emotionale Resonanz. Woolfs Leben in London und ihre Verbindungen zur Bloomsbury-Gruppe beeinflussten ihre Ansichten über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und ihre literarischen Techniken. "Mrs Dalloway" ist nicht nur ein Klassiker der englischen Literatur, sondern auch eine tiefgründige Untersuchung des menschlichen Bewusstseins. Leser, die an psychologischen Porträts und der Erforschung komplexer sozialer Themen interessiert sind, finden in diesem Roman eine fesselnde und berührende Lektüre. Woolfs innovative Erzählweise macht es zu einem unverzichtbaren Werk für jeden, der sich mit den Nuancen der menschlichen Erfahrung auseinandersetzen möchte. Diese Übersetzung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
aus St.Margarethen a.d.Sierning
5/5
16.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Gedankenreise
Während Mrs. Dalloway ihren täglichen Beschäftigungen nachgeht, zieht sie Bilanz über ihr Leben. Was wäre wenn? Wie wäre ihr Leben verlaufen, wenn sie früher woanders abgebogen wäre? Kann sie ihre Ziele und Ideen noch erreichen und verwirklichen? Eine Gedankenreise einer priviligierten jungen Frau bei den Vorbereitungen zu einer Abendveranstaltungen im Herzen von London. Was banal beginnt, hat mich im Laufe der Geschichte hineingezogen und mitgerissen. Die ruhige und sachliche Schreibweise lässt Entscheidungen von Mrs. Dalloway noch radikaler und bewusster erscheinen. Hat mir gut gefallen.
www.susanne-eichholz.de
aus Frankfurt
5/5
05.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Insgesamt haben wir es mit 20…
Insgesamt haben wir es mit 20 verschiedenen Perspektiven zu tun, aus denen der Tag gesehen wird und die sich zu einem Panorama Londons von vor 100 Jahren verdichten. Dabei blickt Woolf ins Innere ihrer Figuren und stellt bruchstückhaft völlig verschiedene Gedanken und Eindrücke nebeneinander. Die Erzählsplitter und die vielen unterschiedlichen Themen wie beispielsweise die Spanische Grippe machen das Buch interessant und lassen den Leser den Gang durch die Stadt fortsetzen. Es entsteht dabei das Bild einer Gesellschaft im Wandel, die vielen Erschütterungen ausgesetzt ist. Dieser experimentelle, noch heute sehr modern wirkende Roman hat das Romanschreiben im 20. Jahrhundert maßgeblich mit verändert und lohnt sich allein deshalb schon.
MaWiOr
aus Halle
5/5
27.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Der Roman „Mrs Dalloway“ der…
Der Roman „Mrs Dalloway“ der englischen Schriftstellerin Virginia Woolf (1882-1941) ist eines der wichtigsten Werke der literarischen Moderne. Das ganze Buch spielt sich an einem einzigen Tag im Juni des Jahres 1923 ab. Die 52-jährige Clarissa Dalloway, eine feine Dame der Londoner Gesellschaft, bereitet eine ihrer berühmten Partys vor. Die Vorbereitungen werden nur unterbrochen von dem unerwarteten Besuch von Peter Walsh, einem alten Verehrer, der gerade aus Indien zurückgekehrt war. Seit der Ablehnung seines Heiratsantrags vor mehr als 30 Jahren hatte Clarissa ihn nicht mehr gesehen. Die neuerliche Begegnung bringt Mrs Dalloway an diesem Tag dazu, ihr Leben zu reflektieren; selbst über das Altern und den Tod denkt sie nach. Ein besonderer Tag wird es auch für den Kriegsheimkehrer Septimus Warren Smith, der von Wahnvorstellungen geplagt wird. Er ist mit seiner Ehefrau Lucrezia auf dem Weg zu dem Psychiater Sir William Bradshaw. Als Smith von seinem alten Arzt aufgesucht wird, stürzt er sich aus dem Fenster. Nachdem Mrs. Dalloway davon erfährt, missfällt es ihr, dass in ihrer Party über den Tod geredet wird, obwohl sie sich selbst mit Selbstmordgedanken trägt. Meisterhaft und mit inneren Monologen zieht Virginia Woolf die Leser immer tiefer in die Gedanken ihrer Figuren hinein und stellt damit zugleich deren Leben in Frage. Die Ausgabe des Fischer Verlages wird durch Anmerkungen und eine Nachbemerkung ergänzt, die Hilfestellungen bei der Lektüre geben.
Leni
aus Hinterposemuckel
5/5
23.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Ich liebe dieses Buch!…
Ich liebe dieses Buch! Virginia Woolf zeichnet die Innenwelt ihrer Protagonist*innen überaus lebendig und facettenreich. Dadurch war die erste Lektüre die reinste Freude und beim zweiten Mal staunte ich, wie dicht und üppig dieser Text gewebt ist. Also: echte Literatur in ihrer schönsten Form! Und ich liebe diese Ausgabe! Denn dass sich die Schönheit dieses Werks auch dem deutschsprachigen Leser erschließt, verdanken wir Hans-Christian Oesers Übersetzung. Wie gut diese tatsächlich ist, habe ich schätzen gelernt, nachdem ich sie, teilweise auch unter Zuhilfenahme des englischen Textes, mit anderen Übersetzungen verglichen habe. Als ich den Roman das erste Mal lesen wollte, las ich drei Ausgaben an, und Oesers Übersetzung setzte sich gegen die von Walter Boehlich (Fischer) und gegen die von Kai Kilian (Anaconda) durch. Ich weiß nicht genau warum das so war, und ich weiß erstrecht nicht, welche Übersetzung letztendlich ‚objektiv‘ die beste ist. Ich weiß nur: Oesers Übersetzung war es, die mich letztlich in das Buch hineingezogen hat. Ich kam in einen guten Lesefluss – was, da es sich ja nun mal nicht um konventionelle und leichte Lektüre handelt, doch eindeutig zu ihren Gunsten spricht. Wozu diese Übersetzung jedoch den größten Kontrast bildet, ist die bei Manesse verlegte – und aus mir absolut unerfindlichen Gründen von der Kritik gefeierte – Übersetzung von Melanie Walz (siehe meine Rezension dort) Gegen diese hebt sich Oeser sowohl mit einer schönen Sprache als auch mit einer angemessen wortgetreuen Übersetzung deutlich ab. Er kommt, wie ich finde, dem Original sehr nahe und wirkt dennoch modern genug, um uns den 100 Jahre alten Klassiker nahezubringen. Etwas schade finde ich nur, dass bei allen drei Augaben von Reclam ein Anmerkungsapparat fehlt. Er ist zwar meiner Erfahrung nach nicht nötig, um das Buch mit Genuss zu lesen, aber doch hilfreich, um Einzelheiten besser einordnen zu können. (Ich konnte mich trotzdem nicht zu 4 Sternen durchringen, aber der fünfte glänzt etwas matter) Hier greife man ergänzend zu einer der englischsprachigen Ausgaben: ich finde z.B. die 67 Anmerkungen von Penguin Classics vollkommen ausreichend, aber wenn man es gaaanz genau wissen will, ist die International Student Edition der Norton Library mit ausführlichem Begleittext und 155 detaillierten Anmerkungen eine überaus reichhaltige Quelle.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
25.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
An (old) new favourite
I’m currently reading all of the classics on my reading List. This book is a masterful exploration of the ordinary turned extraordinary. With poetic prose and deep character insights, it delves into the minds of its characters, revealing the fluidity of time and the complexity of human experience. Through the stories of Clarissa Dalloway and Septimus Warren Smith, Woolf encourages reflection on life’s small moments and the impact of the past on our present. It’s a must-read for those who appreciate literature that touches the soul and lingers in the mind.
An einem Tag im Juni des Jahres 1923 bereitet Clarissa Dalloway eine Dinnerparty, eine Abendgesellschaft vor. Nachdem sie selbst Blumen kaufen war, bekommt sie unerwarteten Besuch von Peter Walsh, einem Freund aus Jugendtagen der erst kürzlich aus Indien nach London zurückgekehrt war. Im Verlauf des Tages, lässt sie ihre Gedanken und Erinnerungen immer wieder schweifen, immer wieder von Big Ben unterbrochen, der sie an den fortschreitenden Tag erinnert.
Mrs. Dalloway sagte, sie werde die Blumen selbst kaufen. So beginnt wohl einer der Romane, um die ich mich immer ein bisschen gedrückt habe, aber auf die ich immer wieder mit der Nase gestoßen worden bin. So ist im Roman, Das Salz von Jean-Baptiste Del Amo, eine Ausgabe von Mrs. Dalloway, im Wohnzimmer von Louise, auf einer bestimmten Seite aufgeschlagen. Im Film The Hours Von Ewigkeit zu Ewigkeit, eine Verfilmung des Romans Die Stunden von Michael Cunningham, ein Roman der nun auch auf meine Wunschliste gelandet ist, spielt der Roman Mrs. Dalloway eine entscheidende Rolle und erzählt von schicksalshaften Leben dreier Frauen. Und zu guter Letzt, hat mich nun eine Freundin gebeten, diesen Roman zu lesen und ihr meine Meinung darüber kundzutun. Das mach ich natürlich gerne.
Das Augenmerk richtet sich in diesem Roman nicht auf die äußeren Ereignisse, sondern auf das Innenleben der Hauptprotagonisten, wobei die äußeren Ereignisse sozusagen der Motor für die inneren Gedanken und Erinnerungen sind. Über inneren Monologe und Erinnerungen wiederrum, erfährt der Leser mehr um Mrs. Dalloway und ihre Umgebung. Durch diese Gedankenerzählung geschaffenen, verschachtelten und ellenlangen Sätze, sollte der Roman mit einer gewissen Aufmerksamkeit gelesen werden. Spätestens wenn man diesen Roman ein zweites Mal gelesen hat, wird sich die eigentliche Schönheit der Geschichte voll entfalten. Die Rahmenhandlung ist auf einen einzigen Tag, dem Tag der Dinnerparty, der Abendgesellschaft beschränkt, was aber der Geschichte keineswegs schadet. Viele Schriftsteller haben dieses Element des Geschichtenerzählens übernommen und spontan fallen mir Joey Goebels Ich gegen Osborne, Replay von Benjamin Stein, hier bleibt der Protagonist während des ganzen Romans im Bett, oder auch eben oben bereits erwähnten Roman von Jean-Baptiste Del Amo ein. Wahrscheinlich könnte ich hier die Liste noch unendlich fortsetzen, aber ich will natürlich die Leser meiner Rezensionen nicht zu sehr langweilen. Der Titel meiner Rezension ist ein Zitat aus diesem Roman, das mir sehr gut gefallen hat. Unbestritten ist, dass Virginia Woolf einen ausgezeichneten Roman geschrieben hat und im Jahr 1925 mit der Veröffentlichung ihres vierten Romans, Geschichte geschrieben hat.
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