ZURÜCK IN DIE DÜSTERE ZUKUNFT
Während Wilson Fisk über das finstere New York der Zukunft herrscht, ist Peter Parker in virtuellen Träumen von seiner toten Frau Mary Jane gefangen. Schließlich muss er sich als langbärtiger Spider-Man jedoch der Realität stellen. Auf einer Zeitreise in die Vergangenheit erhält er sogar die Chance, das düstere Morgen zu verhindern. Doch selbst wenn MJ in dieser Zeitlinie noch lebt, ist vieles verstörend anders.
Zwischen Frank Miller, Todd McFarlane und den Spider- Verse-Filmen: die Fortsetzung zur visionären Spidey-Dystopie von Comic-Meister Kaare Andrews (Amazing Fantasy) als deutschsprachige Erstveröffentlichung.
ENTHÄLT: SPIDER-MAN: REIGN 2 (2024) 1-5
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Es verdient mehr als ich ihm geben kann! ;-)
MiraBellenbaum aus Biberach an der Riß am 09.06.2025
Bewertungsnummer: 2511502
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Liebe Leserinnen und Leser,
hiermit möchte ich ihnen meine Rezension zum Band Spider-Man Reign (Band 2) zur Verfügung stellen.
Peter Parker und MJ – eine Liebesgeschichte! Wenn er doch nur alles ungeschehen machen könnte...und genau das kann er. Peter Parker wird von KittyKat “entführt“ und zu Green Goblin aka Osborn gebracht. Dieser bringt ihn zurück in die Vergangenheit. Nun kann er ungeschehen machen, was passiert ist...doch wird es dann am Ende so sein?
Ohne zu spoilern, verwirrt mich die Geschichte mehr als das Sie mir „für mich“ gute Antworten gibt. Es gibt Treffen mit alten Charakteren, neue kommen hinzu, aber die Geschichte gibt einem zu viel Tempo vor. Der Humor kommt auch nicht zu kurz (Goblins) aber eigentlich ist die Stimmung selbstredend eher gedrückt, was ja dem Thema geschuldet ist.
Die Fortsetzung des 1. Bands aus dem Jahr 2007 startet im Gegensatz zum alten Band optisch höherwertiger. Alleine die Farben zeigen, was sich von damals bis heute verändert hat. Insgesamt wirkt das Buch viel intensiver, wenngleich die Zeichnungen vom Stil her fast identisch, aber eben detaillierter sind.
In der Summe gefällt mir der 2. Band befriedigend bis gut. Das Setting mit Postapokalypse sagt mir durchaus zu, aber die Geschichte verwirrt mich mehr als das ich eben am Ende ein sehr gutes Gefühl habe bzw. hatte. Die Auflösung am Ende ist einerseits befriedigend, aber ich frage mich, ob das tatsächlich ein richtiges Ende darstellt? Da bin ich mir nicht so sicher. Ich gebe dem Buch noch 4 Sterne, aber meine Tendenz geht eher in Richtung 3, da es für mich einfach nicht befriedigend und flüssig lesbar war. 3 Sterne werden aber dem Projekt nicht gerecht, auch wenn ich es so eher virtuell sehe.
Old Man Peter...
Hemeraner am 09.06.2025
Bewertungsnummer: 2511526
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Old Man Peter...
I.
In etwas über 30 Jahren...
Helden sind nicht mehr, sie haben die Stadt verlassen. Schurken aber auch. Die Stadt ist sicher. Dies verdanken die Bürger einen Mann, Bürgermeister Waters. Die Medien, sein Sender, verkündigen durch dauergrinsende, die Zähne nicht auseinander bekommende Parteisoldaten Lobhuldigungen wie sicher die Stadt demnächst noch werden wird. Denn Waters beabsichtigt das System Webb einzusetzen. Superterroristen können dann der Stadt und ihren Einwohnern nichts mehr ab haben. Für dieses System des ultimativen Schutzes zahlen die Bürger gerne einen kleinen Preis. Wie die persönlichen Freiheit. Niemand wird rein- oder rauskommen. Oder den notwendigen Abbau sämtlicher Glocken, Statuen oder anderen größeren metallischen Objekten. Die könnten das System stören. Verbrechen gibt es sowieso kaum noch - auch sonst niemanden, der aufmuckt. Maskierte Schlägertruppen, Reign, ausgerüstet mit Tasern aber auch mit Schusswaffen mischen alle Schwerverbrecher auf - Mörder, Diebesbanden, Kids, die Graffiti auf Wände sprühen oder renitente Opas, die ihren Rollator auf fremde Autos donnern, Leute, die es wagen, dem Beschallungsverbot zu widersprechen. Oder der Ausgangssperre. Oder dem Versammlungsverbot. Oder der Meinungsäußerung. Schöne neue Welt. Für Gold verkauft von den ewig nickenden Dauergrinsern aus den Nachrichten. Dafür ist man dann sicher. Nur nicht vor jenen, die dieses faschistoide System im ganzen Land betreiben wollen.
J. Jonah Jameson, weitaus älter als man ihn kennt (aber dafür weitaus fluchender) hat das System durchschaut. Zwar hat er mit dem Verkauf des Bugle an Saubermann Waters einen Beitrag zu den Missständen beigetragen, doch nun verspürt er Reue und will alles zum Besseren wenden. Dafür braucht es nur einen Helden.
So sucht er Peter Parker auf. Der ist jedoch kaum noch wiederzuerkennen. Alt, gebrechlich, verbittert und des Lebens müde. Schon wieder hat er dank kleinerer Demenzanfällen seinen Job verloren, lebt aufgrund des schweren Verlustes, den er selbst verursacht hat, wie ein Schatten seiner selbst in einer schäbigen Unterkunft, einsam und auf das Ende wartend.
Als Jameson auf seine unnachahmliche Art und Jameson-Weise Rabatz macht und zwei Reign-Soldaten mit seinem Rollator eins überzieht und dafür fast totgeprügelt wird, gibt's für Parker jedoch kein Halten mehr...
Der Comic (kann man ihn überhaupt noch so nennen?) ist wie man unschwer erkennen kann eine Dystopie. Alles an der Story rennt geradezu auf ein düsteres Ende hinaus aber offiziell verkauft man dies als strahlende Zukunft. Nach und nach erschließen sich Bemerkungen, die zunächst wie Nebensächlichkeiten, aber für die Handlung eigentlich so wichtig sind, dass man - je näher man der Auflösung kommt - einen Aha-Effekt auslösen. Das einzige, was mir jedoch nicht so richtig gefallen hat, waren ausgerechnet die Zeichnungen. Es gibt Zeichner, die kriegen Charaktere fast fotorealistisch hin. Die Gesichtszüge wirken hier teilweise auf eine groteske Art und Weise verzerrt. Mit der Zeit hatte ich mich dann daran gewöhnt. Insbesondere da es oft Einschübe durch Nachrichten gibt. Denn hierfür eignen sich dann der Fotorealismus als Stilmittel nicht um seelenlose Fratzen darzustellen, die den eigenen Untergang glorifizieren...
II.
Unter großen Verlusten hat sich der alte Peter Parker gegen den Schutzschild Webb gestellt, nur um damals festzustellen, dass es letztlich die Menschen als Beute für den außerirdischen Symbionten Venom innerhalb New Yorks festhalten soll. Nun wacht er im Beisein seiner nach wie vor junggebliebenen Frau MJ auf. Bis er sich verheddert - und zwar wortwörtlich. MJ ist wie alles um ihn herum in einer virtuellen Realität existent. Er ist wie bei Matrix an diversen Kabeln angeschlossen. Wilson Fisk alias Kingpin hat kurz nach der Zerstörung des Empire State Buildings von dem Webb ausging zunächst den schwer verletzten Waters getötet, der als Marionettenbürgermeister Venom diente und sich dann zum König ausgerufen und mit Supermodels als Security und Beraterinnen umgeben. Peter wird von der jungen Kitty-Kat gerettet. Verwirrt und überrascht muss er feststellen, dass Webb aktiv ist. Offenbar befand sich Parker mehrere Jahre nach der Zerstörung des Systems in der Simulation. An der Peripherie sieht er draußen Leichenberge. Ihm wird mitgeteilt, dass es eine Art Apokalypse gab. Alles, was sich außerhalb NYC befindet, ist tot. Die Unglücklichen draußen haben es nicht mehr hinein geschafft. Aber auch die Bewohner NY sind dem Untergang geweiht. Der Reaktor, der die Stadt versorgt, hat Risse und wird bald den Geist aufgeben. Das wäre das Ende für die Menschheit. Aber Fisk hat eine Lösung. Zwar kann man das Fleisch nicht retten, aber die Seele sozusagen uploaden. Hilfe wartet auf Peter von unerwarteter Seite. Norman Osborn schickt Parker und Kitty-Kat sowie drei seiner Goblins für 48 Stunden in eine nicht näher genannte Vergangenheit. Es wäre Peter daher möglich die Zukunft zu verändern. Der hat aber nur ein Ziel: die Rettung MJs - vor seinem jüngeren Ich. In der Vergangenheit wartet auf ihn eine unliebsame Überraschung...
- Der fast 20 Jahre später erschienene zweite Teil zu Reign liegt in deutscher Erstveröffentlichung vor und war der Anlass für die Neueröffentlichung des ersten Teils in gleicher Optik. Dieser Teil ist noch düsterer und hoffnungsloser als der erste, weist aber mit einem unerwarteten Twist gegen Ende vor. Man muss aber aufmerksam lesen, da die Geschichte aufgrund virtueller Realität, (offensichtlich diverser) Zeitreise(n) und dann noch das Ende ziemlich verkopft geraten ist. Laut einschlägiger Seiten spielt die alternative Zukunft auf Erde-70237.
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