Ein gestrandeter Wal, eine tote Frau und das kalte Schweigen des Nordpolarmeers - dieser Thriller, der in der rauen Natur Spitzbergens und der Lofoten spielt, entfaltet einen unentrinnbaren Sog. Longyearbyen auf Spitzbergen, die nördlichste Siedlung der Welt: In einer entlegenen Bucht wird neben einem gestrandeten Pottwal die Leiche einer Studentin der Meeresbiologie gefunden. Ist die junge Frau einem Eisbären zum Opfer gefallen? Die ermittelnde Polizistin Lottie hat immer stärkere Zweifel. Dann wird auf dem norwegischen Festland die Leiche einer Journalistin geborgen, auch sie an einem einsamen Strand. Ihr ausgeprägtes Interesse an den großen Meeressäugern verbindet die beiden Toten. Lottie und ein Freund der Journalistin machen sich daran, die Tode aufzuklären - und kommen einer erschreckenden Wahrheit auf die Spur.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Elke
aus Vaihingen an der Enz
5/5
13.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannender Ausflug in Norwegens Norden
Belugas, Orcas und Eisbären. Schneidende Kälte, Schnee und Dunkelheit. Polarnacht in dieser menschenleeren Weite im Norden Norwegens. Ein tödlicher Eisbärangriff, ein Selbstmord. Verstümmelte Wal-Kadaver und zwei Todesfälle, tausend Kilometer voneinander entfernt.
In Longyearbyen wird neben einem gestrandeten Pottwal, dessen massiger Körper mit Runensymbolen übersät ist, die grässlich zugerichtete Leiche einer Studentin der arktischen Biologie gefunden. Ihr Körper zerfetzt, übersät von Biss- und Kratzspuren. Offenbar Opfer eines Bärenangriffs. Früher eher unüblich auf Spitzbergen. Aber durch den Rückgang der Robbenpopulation suchen die Bären nach alternativen Futterquellen. Warum hat sie sich nicht an die Vorschriften gehalten und war ohne Gewehr unterwegs? Und warum beschleicht die mit der Untersuchung beauftragte Polizistin Lottie Sandvik, ehemals bei der Osloer Polizei tätig, aber nach einer Versetzung wieder zurück und zuständig für Spitzbergen und die Lofoten, ein solch unbehagliches Gefühl?
Fast zeitgleich trifft auf den Nils Madsen auf den Lofoten ein, da dessen Ex-Freundin und ehemalige Kollegin Åsa angeblich Selbstmord begangen haben soll. Die beiden haben eine gemeinsame Vergangenheit, beruflich und privat, waren Kriegsreporter, jahrelang in Krisengebieten unterwegs. Madsen kennt sie als psychisch stabile Persönlichkeit, bezweifelt die Selbstmord-Theorie. Hat die engagierte Umweltaktivistin Åsa, die mit ihren Walbeobachtungstouren Touristen sensibilisieren wollte, diejenigen verärgert, die noch immer skrupellos Wale abschlachten? Musste sie deshalb sterben?
Außerordentlich gut gelungen sind dem Autor die Beschreibung dieser außergewöhnlichen Natur, der bereits nicht nur durch den professionellen Walfang sondern auch durch die (mittlerweile eingestellte) Ausbeutung der Bodenschätze in der Vergangenheit irreversible Schäden zugefügt wurden. Und natürlich werden auch die Interessen der verschiedenen Nationen thematisiert, die sich in diesem Landstrich nicht nur aus wirtschaftlichen sondern auch aus militärischen Gründen tummeln.
Zwei Todesfälle, die Audic sauber getrennt auffächert, die aber ihre Ursachen in einem gemeinsamen Nenner haben, nämlich dem verantwortungslosen Umgang mit den Meeressäugern. Über Dreiviertel der Handlung begleiten wir sowohl Lottie Sandvik als auch Nils Madsen, jede/r für sich bemüht, Licht ins Dunkel der beiden Todesfälle zu bringen. Und das, obwohl beide mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben, was aber glücklicherweise nicht sonderlich viel Raum einnimmt.
Im letzten Viertel wird es noch einmal richtig hektisch, denn hier laufen die beiden Handlungsstränge zusammen und verschränken sich. Die Kapitel werden kürzer, das Tempo zieht merklich an, peu à peu werden die offenen Fragen beantwortet, die beiden Todesfälle aufgeklärt, die Schuldigen entlarvt und zumindest teilweise bestraft. Es endet wie in der Realität, denn hier wie dort bleiben die Hintermänner im Dunkeln.
Ein gelungener Thriller zu einem wichtigen Thema, spannend und atmosphärisch aufbereitet, dessen Botschaft auch ohne den erhobenen Zeigefinger ankommt. Ohne Einschränkung Daumen hoch. Lesen!
Schnick
aus Arcisses
5/5
20.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unglaublich fesselnd!
"Das kalte Schweigen der See" von Morgan Audic ist ein Thriller, wie es ihn selten gibt.
Zum einen ist "Das kalte der Schweigen der See" schlicht und ergreifend super geschrieben. Der Thriller kommt ohne Effekthascherei aus, entwickelt aber schnell einen Lesesog. So fiel es mir echt schwer, Pausen einzulegen. Am liebsten hätte ich das Buch komplett am Stück gelesen. Dabei fiel mir am Anfang gar nicht auf, wie mitreißend das Buch ist, denn der Schreibstil ist weitestgehend unaufgeregt und es ist auch nicht so, dass die Kapitel mit Cliffhangern enden. Es ist einfach so, dass ich mitten im Geschehen war und wissen wollte, wie es weitergeht.
Mir hat außerdem gut gefallen, wie Audic aktuelle Ereignisse wie zum Beispiel den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine eingeflochten hat. Angesichts der Orte, an denen "Das kalte Schweigen der See" spielt, ginge es auch gar nicht ohne diese Bezüge. Auch die Darstellungen der Wal- bzw. Fischjagd sind einerseits deutlich, andererseits notwendig. Vor meinem geistigen Auge wurden so nicht nur die Kälte, die Natur und die Orte lebendig, sondern auch die Menschen, die in diesem Roman eine Rolle spielen.
Für mich hat sich alles echt angefühlt, was sicherlich dazu beigetragen hat, dass ich diesen Thriller geradezu verschlungen habe. Morgan Audic hat es geschafft, eine spannende Geschichte zu erzählen, die eine gelungene Mischung aus Öko-, Polit- und herkömmlichem Thriller bietet. Das klingt nach einem Zuviel, ist aber so stimmig, dass ich selbst das (im Vergleich zum Rest des Thrillers) eher konstruiert wirkende Ende verzeihe.
4,5 Sterne.
Bewertung
aus München
5/5
10.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
spannendes Setting
Diesen eiskalten Krimi kann ich nur allen wärmstens ans Herz legen. Die Mischung hat mir ausnehmend gut gefallen.
Das Setting ist Spitzbergen und die Lofoten. Das passt hervorragend in diese Winterzeit. Eisbären und Wale spielen eine wichtige Rolle in dieser Story. Das hat man so doch höchst selten. Und die Polizisten und der Feund eines Opfers, das ist ein interessantes Team. Beide haben unterschiedliche Ansatzpunkte und Ideen bei den Ermittlungen und das belebt immer wieder den Plot.
Gerade die wissenschaftlichen, ökologischen und politischen Hintergrundinfos haben mich voll und ganz überzeugt und ich würde gerne mehr von dieser Autorin lesen. 4,5 Sterne von mir.
Bewertung
aus Hoyerswerda
5/5
16.11.2024
eBook (ePUB 3)
frostig und am besten mit Kuscheldecke und Glühwein genießen
Eisige Kälte spürte ich beim Lesen nicht nur aufgrund der absolut bildhaften Beschreibung der Umgebung, sondern auch durch die Geschichte ansich. Spannend und fesselnd war dieses Buch und man hat auf jeder Seite das Gefühl, man ist mitten in der Arktis und ein Eisbär schaut einem gleich über die Schulter.
Sabine Keck
aus Paderborn
5/5
29.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannender Thriller
Das Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und als ich den Klappentext las, wollte ich in die Geschichte eintauchen. Der Autor versteht es wirklich gut, die Spannung aufzubauen und zu halten. Es geht um die Polizistin Lottie die einen Mord an einer Meeresbiologin aufklären muss. Die Leiche wurde neben einem gestrandeten Pottwal gefunden. Als sie zu ermitteln anfängt, kommt sie nach und nach hinter das Rätsel der Ermordeten. Dieser Thriller hat mich sehr gefesselt sowie der Schreibstil. Manche Längen hatte die Geschichte meiner Meinung nach, aber es war trotzdem sehr spannend. Ich bin auf weitere Bücher gespannt und kann hier für Thrillerfans eine klare Leseempfehlung geben.
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5/5
07.02.2025
eBook (ePUB 3)
Eisiges Verbrechen
Spitzbergen und die Lofoten dienen diesem Thriller als Schauplatz, was für mich ein Novum ist. Eine Geschichte, in der es um Spionage, Umweltverschmutzung, Tierquälerei und politische Spannungen geht hat der Autor eine außergewöhnliche Story konstruiert. Der Thriller hält die Spannung kontinuierlich hoch und bis zum Schluss rätselt man, wer nun die armen Tiere verstümmelt und Leichen auf seinem Weg hinterlassen hat..
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