Der Sammelband enthält die gesamte Tetralogie der großen Fahrten des LZ 127 Graf Zeppelin: Das Himmelsschiff auf Weltfahrt. Das Himmelsschiff auf Orientfahrt. Das Himmelsschiff auf Polarfahrt. Das Himmelsschiff. Der Sammelband ist eine entzückende zeitgeschichtliche Dokumentation vom Feinsten. Wer eine zu Herzen gehende Lektüre lesen will, ist mit dem Buch gut bedient.
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Auf Reisen mit dem Zeppelin
gerdys_buecher.reich am 11.01.2025
Bewertungsnummer: 2383703
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Gut. Ich erzähle von der Weltfahrt des LZ 127 Graf Zeppelin im Sommer 1929. Ich erzähle die Geschichte aus der Sicht eines Kabinenjungen, der kaum älter ist als ihr. Und ich möchte euch bitten, genau darauf zu achten, wie Herr Eckener in der Erzählung agiert und reagiert. Da lernt ihr gleich etwas über seine Führungsqualitäten, während ich erzähle.“ (S.15)
Rüdiger Marmulla nimmt uns in „Das Himmelsschiff auf großer Fahrt“ in die Welt der Zeppeline mit.
In vier verschiedenen Erzählungen begleiten wir LZ 127 Graf Zeppelin auf unterschiedlichen Fahrten. Doch geht es nicht nur um die Beschreibung der Expeditionen oder Flüge, sondern die Thematik geht jedes Mal weiter und widmet sich tiefgründigen Fragen.
Dr. Eckener war damals der Kommandant des Luftschiffes und wäre fast der Gegenkandidat Hitlers geworden. In der ersten Geschichte begleiten wir also den Kabinenjungen Emil auf der Weltfahrt.
Gekonnt gibt der Autor Einblicke in die Funktionsweise des Zeppelins. Für mich, die sich noch nie mit diesen Luftschiffen beschäftigt hat, außer dass ich sie regelmäßig über meine Wohnung habe hinwegschweben sehen, war es eine ganz neue Welt, die sich mir da eröffnet hat.
Ich hatte nämlich das Gefühl mitzufahren. Der Blick aus dem Fenster auf die Welt unter einem wurde so klar gezeichnet und beschrieben, dass ich sogar die Schaulustigen vor meinem inneren Auge habe winken sehen.
Genauso den Blick auf Ägypten oder Israel, wie auch die Kälte und Eindrücklichkeit des Eises Richtung Nordpol.
Unglaublich lebendige Dialoge und Unterhaltungen zwischen den verschiedenen Personen in den Geschichten haben nicht nur Hintergrundwissen zur damaligen Zeit geliefert, sondern auch in die neuesten Ereignisse mit hineingenommen.
Ich habe mich herausgefordert gefühlt, mir Gedanken zu machen und bin so z.B. auf S.132 bei der Ringparabel hängen geblieben.
Der Austausch zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen und Weltanschauungen ist in meinen Augen sehr gelungen und hat interessante geschichtliche Erkenntnisse geliefert. Die Freundschaften, die über die Religionsgrenzen hinweg entstanden, ermutigen auch heute zum Austausch.
Die Sprache des Autors ist nicht unbedingt aufregend, und doch zieht er einen in seinen Bann. Dadurch, dass die Figuren, die Zeppeline, die verschiedenen Reiseziele zum Leben erweckt werden und durch einige unerwartete Begebenheiten, entsteht die nötige Spannung.
Dieses Buch schafft es, Wissen zu vermitteln – zu historischen Themen wie auch technischen. Regt zum Nachdenken an und zeigt auf, welche Macht der christliche Glaube hat.
Im Vorwort von Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin findet sich z.B. eine kleine Anmerkung zum Schutzpatron auf der LZ 127, das als glückliches Schiff in die Geschichte einging, und zu dem auf der LZ 129 Hindenburg.
Denn mal mehr oder weniger begegnet man in jeder Geschichte dem christlichen Glauben und seiner Kraft. Auch bei diesem Buch hatte ich das Gefühl, dass die Geschichten immer mehr mit der Botschaft zunahmen, bis dann in der letzten Jesus den vollen Raum einnehmen durfte. Mir gefällt das sehr gut.
Ich lade alle ein, sich doch mal auf die Spuren der Zeppelinfahrt zu begeben. Interessanten Personen (real oder fiktiv) zu begegnen, die einen mehr als einmal zum Nachdenken bringen und die Augen für das wirklich Wichtige öffnen.
Obwohl Rüdiger Marmulla auch in die unschönen Entwicklungen der deutschen Geschichte mit hineinnimmt, verpasst er es doch nicht, Hoffnung durchscheinen zu lassen.
Deshalb gibt es auch hier wieder eine Leseempfehlung von mir.
Spannende Reisebeschreibung mit Tiefgang
Bewertung aus Glauchau am 25.11.2024
Bewertungsnummer: 2349798
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„...Dr. Hugo Eckener, der Nachfolger von Ferdinand Graf Zeppelin, war ein guter Führer. In größer Verantwortung und Hingabe hat er seinen Dienst getan...“
Dieses Zitat stammt aus der ersten Geschichte. Hier beantwortet ein Vater seinem Sohn die Frage, was ein guter Führer ist.
Insgesamt beinhaltet das Buch vier Erzählungen über Reisen mit dem Zeppelin. Jede Geschichte beginnt mit einer Rahmenhandlung, in deren Verlauf der Vater dann seinen Kindern die historischen Ereignisse schildert. Außerdem ist jeder Geschichte ein Vorwort vorangestellt. Eines davon stammt von Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin.
Die Reisen werden sehr detailliert wiedergegeben. Sie zeigen von intensiver Recherche des Autors. Mit Hilfe entsprechenden Karten kann ich als Leser die Fahrt des Zeppelins verfolgen.
Bei der ersten Geschichte handelt es sich um die Weltfahrt des LZ 126 im Jahre 1929. Sie wird aus Sicht des Kabinenjungen Emil geschildert. Vom Koch wird er Piccolo genannt. Seine Mutter hat ihm das Bildnis des Heiligen Christophorus mitgegeben. Eigentlich fühlt er sich dafür zu alt. Als der Koch es zufällig sieht, sagt er zu ihm:
„...Piccolo, das ist nichts, wofür du dich schämen müsstest. Zeige deinen heiligen Christophorus Herrn Dr. Eckener und du wirst auf der Brücke eine schöne Überraschung erleben...“
Die zweite Reise findet 1931 statt und geht nach Gaza, Jerusalem und Kairo. An Bord sind zwei Journalisten, Fritz, der Deutsche, und der Ägypter Abul. Beim gemeinsamen Essen treffen sie auf den Juden Jakob Rubinstein, einen Banker aus Zürich, und Christian Müller, einen evangelischen Pastor. Bei ihren tiefgründigen Gesprächen steht die Geschichte Palästinas im Mittelpunkt. Dabei geht es auch um die Stellung von Jerusalem. Abul formuliert das so:
„...Hier ist der heilige Ort, an dem wir unseren Glauben mit den Juden teilen. Doch manche wollen diese heilige Stätte nicht mit anderen teilen. Ich möchte betonen, dass in Jerusalem nie so lange Frieden herrschte, wie unter muslimische Führung...“
Die dritte Reise geht 1931 zum Nordpol. Sie wird von Wilhelm, einem Fotografen, beschrieben. Bei dieser wissenschaftlichen Expedition musste das Luftschiff den Erfordernissen der Kälte angepasst werden. Es galt vor allem, Gewicht zu reduzieren. Hier erfahre ich einiges über die Versuche, den Nordpol zu erreichen und die dabei auftretenden Schwierigkeiten.
„...Luftschiffe sind geeigneter als Flugzeuge, um die Polarregion fotografisch und magnetisch zu vermessen. Flugzeuge können zwar schneller von Pol zu Pol fliegen, aber ein Luftschiff kann langsam fahren und bei Bedarf auch in der Luft anhalten, um Aufnahmen zu machen...“
Die letzte Reise im Buch findet 1935 statt und geht nach Rio. Auch diese Geschichte deckt unterschiedliche Themen ab. Einerseits ist es eine exzellente Reisebeschreibung, zum zweiten erfahre ich eine Menge über die Geschichte und die technischen Details eines Luftschiffs, zum dritten nehme ich am Leben an Bord teil und nicht zuletzt werden auf kindlich feine Art Glaubensfragen berührt. Frederik, der Sohn eines Pastors unterhält sich mit Elisabeth darüber.
„...Ja, dein Atlas ist für dich irgendwie so, wie für mich meine Bibel. Wir beide haben ein Buch dabei, mit dem wir uns orientieren...“
Diesen Teil gibt es als Einzelausgabe. Dafür liegt von mir eine ausführliche Rezension vor.
Das buch hat mir sehr gut gefallen. Hier werden geschichtliche Sachverhalte mit Reiseerlebnissen verknüpft.
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