Mailand 1882: Als Gaspare Campari, der Erfinder des berühmten Bitterlikörs, völlig unerwartet stirbt, übernimmt seine Frau Letizia erfolgreich die Leitung des Unternehmens und des berühmten Künstler-Cafés in der Galleria Vittorio Emanuele. Wenige Jahre später schickt die mutige Witwe ihren Sohn Davide nach Bordeaux, wo er bei einem Likörhersteller in die Lehre gehen soll. Anstatt sich seiner Ausbildung zu widmen, lässt sich der junge Heißsporn jedoch lieber zu einer Reise nach Paris überreden, wo er sich Hals über Kopf in die Soubrette Leda verliebt. Nach einem Jahr Bohème-Leben kehrt Davide schweren Herzens nach Mailand zurück. Fortan möchte er sich ganz auf seine Familie und die Leitung der Likörfabrik konzentrieren. Doch dann steht Leda vor seiner Tür - mit der Bitte, ihr in einer schrecklichen Lage zu helfen ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
31.05.2025
eBook (ePUB)
Ein fesselnder Cocktail aus Fakt und Fiktion
Worum geht’s?
Nachdem Gaspare, der Erfinder des berühmten Bitterlikörs verstorben ist, übernimmt seine Frau Letizia das Familienunternehmen. Damit ihr Sohn Davide schon bald an die Stelle seines Vaters treten kann, schickt sie ihn zur Ausbildung zu einem Liquorista nach Frankreich. Doch dort lernt er das wilde Bohéme-Leben und Leda kennen.
Meine Meinung:
In dem historischen Roman „Bittersüße Träume“ erzählt Silvia Cinelli die fesselnde Geschichte der Familie Campari. Das Getränk kennt wohl jeder, aber zumindest mir war die Geschichte hinter dem Namen bis dato absolut unbekannt. Da ich ein absoluter Fan von Romanbiografien bin, musste ich das Buch sofort lesen und was soll ich sagen? Der lebendige Schreibstil, die Atmosphäre des Buches, die Menschen im Italien des 19. und 20. Jahrhunderts haben mich einfach gefesselt.
Am besten gefallen hat mir wohl Letizia, von ihr hätte ich zu gerne noch mehr gelesen und über die Zeit, in der sie Chefin im Unternehmen war. Aber wir haben vorwiegend Davide begleitet, auch er eine spannende Persönlichkeit, seinem Vater ähnlicher, als er es sich wohl gewünscht hätte. Ein Mann mit Ziel, aber auch ein Mann, der auf der einen Seite alles hat und der erfolgreich ist, der dafür aber auch viel aufgegeben und verloren hat. Und wir dürfen den kleinen Gaspare kennenlernen, auch ihn eher am Rande aber auch er ein wirklich spannender Charakter, von dem ich zu gerne wüsste, wie sein Leben weiterverlaufen ist!
In dem Buch selbst lesen wir dann viel über die Familie Campari selbst. Über Zusammenhalt und Zerrüttung. Über Kämpfe und Erfolge. Und darüber, wie aus der Familie eine Industriellenfamilie wurde. Das alles abgerundet mit dem geschichtlichen Hintergrund Italiens zu jener Zeit, der mir überhaupt gar nicht bekannt war. Vieles ähnelt der deutschen Geschichte – die Arbeiterbewegung, die ersten Streiks. Und doch ist es anders. Die Autorin hat die Fakten und die Fiktion dabei so perfekt vermischt, dass beim Lesen Bilder wie in einem Film an mir vorübergezogen sind. Teilweise hätte ich zwar gerne mehr gelesen über die Camparis und die Entwicklung der Liköre selbst, aber es hat auch nicht gestört, dass es dazu keine tieferen Infos gab. So lebendig und mitreißend war die Geschichte um das Leben der Camparis herum. Insbesondere auch Davides Zeit mit Leda und dem kleinen Gaspare. Davide hat mir teils wirklich leidgetan. Ein Mann zum Bewundern aber auch zum Bemitleiden. Und ich muss sagen, das Buch ist zurecht ein Bestseller in Italien, es war einfach nur genial geschrieben und konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Wir hatten tolle Charaktere, tolle Szenen und das alles vor der herrlichen Kulisse Mailands um das Jahr 1900 – es war fast ein kleiner Urlaub, bei dem wir in der Zeit zurückgereist sind. Von mir auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung!
Fazit:
Mit „Bittersüße Träume“ konnte mich Silvia Cinelli wirklich fesseln. Die spannenden Charaktere, der perfekte Mix aus Fakt und Fiktion, dazu die Familiengeschichte der Camparis und die geschichtlichen Hintergründe Italiens – das Buch hat mich gefesselt und die Bilder zogen beim Lesen gleich einem Film an mir vorbei. Ich konnte komplett abtauchen in die wundervolle Welt, welche die Autorin uns erschaffen hat und bin immer noch absolut hingerissen von den Leben, die wir begleiten durften.
5 Sterne von mir!
Bücher in meiner Hand
4/5
04.06.2025
eBook (ePUB)
Salute und Cin Cin mit Campari
Obwohl inzwischen hierzulande wohl öfters ein anderes rotes Getränk der Konkurrenz getrunken wird, kommt man um Campari nicht vorbei. Das berühmte Getränk wird auch besungen, 1977 zum ersten Mal. Seither wurde "Campari Soda" oft gecovert, zuletzt erreichte der Song 2006 die Schweizer-Single-Hitparade und schaffte es sogar auf Platz 3. Campari Soda oder Campari Orange ist Standardgetränk einer jeder Bar. Und auch ich bestelle in einem meiner Lieblingsrestaurants gerne einen Campari zum Aperitif. Als Erfinder des Aperitifs gilt die Familie Campari, die dieses Ritual in ihrem Café am Ende des 19. Jahrhundert in Mailand einführte.
Als ich sah, dass deren Firmengeschichte in einem Roman behandelt wird, war klar, dass ich diesen Roman lesen muss. Das Cover, das mit Orangenblüten, Orangenscheiben und zwei Gläsern Campari verziert ist, gefällt mir gut. Besser als das Cover des italienischen Originals, das wohl ein Bild aus einer Campari-Reklame zeigt. Davide Caspari, der zweitälteste Sohn des Gründers, hatte sich als einer der ersten in Italien zu Text- und später zu Bildreklame in Zeitungen entschieden. Doch bis dies soweit war, verging einige Zeit.
Der Roman beginnt viele Jahre früher, als Davides Vater Gaspare starb und erzählt zudem in Rückblicken die Gaspares Geschichte bis zu dessen Tod. Gaspare hatte klare Ansichten, und entschied wo der Platz seiner Kinder, vor allem jener der Söhne ist. Egal, ob sie das auch so sahen oder gar den Talenten desjenigen entsprach oder nicht. Die beiden ältesten Söhne fühlten sich nicht wohl an der Stelle, an der ihr Vater sie sah. Ob es ihnen gelang ihre Träume zu verwirklichen oder ob sie für die Familie und die Firma alles aufgaben, erzählt Silvia Cinelli in "Bittersüsse Träume".
Bittersüss kann man das Leben von Davide bezeichnen, zumindest so wie es die Autorin geschildert hat. Sie erzählt, wie Davide das Leben entdeckt, jung wie er ist, manchmal forsch und manchmal zu scheu, sein Frankreichaufenthalt, wie er zurück nach Mailand kommt und die Leitung der Firma übernimmt, manchmal egoistisch - wie sein jüngerer Bruder Guido es wohl empfunden hat - aber immer mit guten und für seine Zeit fortschrittlichen Ideen, wie bei der Werbung, die er schalten liess.
Es war interessant, das Buch aus der Sicht von Davide zu lesen. Männer als Protagonisten kommen gerade bei Firmengeschichten sehr wenig vor, oft sind es die Frauen, damals eher im Hintergrund aktiv, obwohl sie die Fäden in der Hand hatten, die nun in vielen Büchern vorgestellt werden. Dies ist in "Bittersüsse Träume" anders, auch weil Gaspares Frau Letizia zu wenig hergibt und die eine Frau, die Davide seit Kindertagen geliebt hat, für ihn unerreichbar blieb.
Über die tatsächliche Familie Campari selbst ist gar nicht so viel bekannt, weshalb sich die Autorin Freiheiten herausgenommen hat und mit dem, was bekannt ist und ihrer Fantasie einen unterhaltenden und informativen Roman zu schreiben. Im Nachwort schreibt Silvia Cinelli, welche Figuren und Szenen sie dazu erfunden hat.
Neben der Familiengeschichte greift die Autorin auch das Zeitgefühl der 1900er auf. Die Industrialisierung, die italienische Politik und die vielen Demonstrationen, die mit beidem verbunden war. Unterschiedliche Ansichten und Streitereien dazu gab es auch innerhalb der Familie. Erlebnisse der Gäste im Café runden den Roman ab.
Fazit: Ein eher ruhiger und sachlicher Roman über die Familie Campari, dennoch höchst informativ und unterhaltend erzählt. Wie wärs, ihn bei einem oder mehreren Gläsern "Bitter nach holländischer Art", wie man den Campari zuerst nannte, zu lesen?
4 Sterne.
friederickes Bücherblog
aus Berlin
5/5
26.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein bemerkenswerter Aperitif
Die Geschichte:
Die Geschichte beginnt 1882 in Mailand: Der Erfinder des berühmten Bitterlikörs stirbt unerwartet. Seine Frau Letizia übernimmt die Leitung des Unternehmens und des Cafés in der Galleria. Einige Jahre später schickt sie ihren Sohn Davide nach Bordeaux – er soll eine Lehre absolvieren. Der aber lässt sich überreden, nach Paris zu reisen, wo er sich in die Soubrette Leda verliebt. Nach einem Jahr kehrt er schweren Herzens nach Mailand zurück, um sich auf die Familie, den Betrieb und die Verantwortung zu konzentrieren. Doch dann ist Leda plötzlich wieder da….
Das Cover:
Das Cover ist schlicht und dennoch eindrucksvoll, wie ein Werbeplakat, des berühmten Bitterlikörs. Es passt perfekt zu Campari und bildet zusammen mit dem Klappentext eine perfekte Buchpräsentation.
Meine Meinung:
Campari kennt so gut wie jeder. Ich auch. Also wurde ich neugierig auf das Buch. Und es hat mich sofort in seinen Bann gezogen, zumal ich gerade erst letztes Jahr in Mailand war und die Atmosphäre der Stadt geschnuppert habe. Beeindruckende Protagonisten haben mich auf die Reise durch ein Stück ihres Lebens mitgenommen. Allen voran Davide, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Die Zeitgeschichte und das wenige, was über die Familie bekannt ist, wurden gut recherchiert in die Erzählung eingebunden. Auch die Schauplätze finde ich bildhaft stark beschrieben. Der Spannungsbogen bleibt von Anfang bis Ende hoch.
Mein Fazit: Die Geschichte der berühmten Mailänder Familie Campari hat mich lehrreich vereinnahmt, begeistert und überzeugt. Ich kann sie wärmstens empfehlen.
Heidelinde von Friederickes-Bücherblog
Azyria Sun
5/5
31.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein fesselnder Cocktail aus…
Ein fesselnder Cocktail aus Fakt und Fiktion Worum geht’s? Nachdem Gaspare, der Erfinder des berühmten Bitterlikörs verstorben ist, übernimmt seine Frau Letizia das Familienunternehmen. Damit ihr Sohn Davide schon bald an die Stelle seines Vaters treten kann, schickt sie ihn zur Ausbildung zu einem Liquorista nach Frankreich. Doch dort lernt er das wilde Bohéme-Leben und Leda kennen. Meine Meinung: In dem historischen Roman „Bittersüße Träume“ erzählt Silvia Cinelli die fesselnde Geschichte der Familie Campari. Das Getränk kennt wohl jeder, aber zumindest mir war die Geschichte hinter dem Namen bis dato absolut unbekannt. Da ich ein absoluter Fan von Romanbiografien bin, musste ich das Buch sofort lesen und was soll ich sagen? Der lebendige Schreibstil, die Atmosphäre des Buches, die Menschen im Italien des 19. und 20. Jahrhunderts haben mich einfach gefesselt. Am besten gefallen hat mir wohl Letizia, von ihr hätte ich zu gerne noch mehr gelesen und über die Zeit, in der sie Chefin im Unternehmen war. Aber wir haben vorwiegend Davide begleitet, auch er eine spannende Persönlichkeit, seinem Vater ähnlicher, als er es sich wohl gewünscht hätte. Ein Mann mit Ziel, aber auch ein Mann, der auf der einen Seite alles hat und der erfolgreich ist, der dafür aber auch viel aufgegeben und verloren hat. Und wir dürfen den kleinen Gaspare kennenlernen, auch ihn eher am Rande aber auch er ein wirklich spannender Charakter, von dem ich zu gerne wüsste, wie sein Leben weiterverlaufen ist! In dem Buch selbst lesen wir dann viel über die Familie Campari selbst. Über Zusammenhalt und Zerrüttung. Über Kämpfe und Erfolge. Und darüber, wie aus der Familie eine Industriellenfamilie wurde. Das alles abgerundet mit dem geschichtlichen Hintergrund Italiens zu jener Zeit, der mir überhaupt gar nicht bekannt war. Vieles ähnelt der deutschen Geschichte – die Arbeiterbewegung, die ersten Streiks. Und doch ist es anders. Die Autorin hat die Fakten und die Fiktion dabei so perfekt vermischt, dass beim Lesen Bilder wie in einem Film an mir vorübergezogen sind. Teilweise hätte ich zwar gerne mehr gelesen über die Camparis und die Entwicklung der Liköre selbst, aber es hat auch nicht gestört, dass es dazu keine tieferen Infos gab. So lebendig und mitreißend war die Geschichte um das Leben der Camparis herum. Insbesondere auch Davides Zeit mit Leda und dem kleinen Gaspare. Davide hat mir teils wirklich leidgetan. Ein Mann zum Bewundern aber auch zum Bemitleiden. Und ich muss sagen, das Buch ist zurecht ein Bestseller in Italien, es war einfach nur genial geschrieben und konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Wir hatten tolle Charaktere, tolle Szenen und das alles vor der herrlichen Kulisse Mailands um das Jahr 1900 – es war fast ein kleiner Urlaub, bei dem wir in der Zeit zurückgereist sind. Von mir auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung! Fazit: Mit „Bittersüße Träume“ konnte mich Silvia Cinelli wirklich fesseln. Die spannenden Charaktere, der perfekte Mix aus Fakt und Fiktion, dazu die Familiengeschichte der Camparis und die geschichtlichen Hintergründe Italiens – das Buch hat mich gefesselt und die Bilder zogen beim Lesen gleich einem Film an mir vorbei. Ich konnte komplett abtauchen in die wundervolle Welt, welche die Autorin uns erschaffen hat und bin immer noch absolut hingerissen von den Leben, die wir begleiten durften. 5 Sterne von mir!
Kyra112
aus Sachsen-Anhalt
3/5
02.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Innere und äußere Kämpfe
Davide Campari träumt schon immer davon, Likörist zu werden und damit seinem Vater im Familienunternehmen nachzufolgen. Doch der hat andere Pläne für ihn. Als Gaspare Campari überraschend stirbt, übernimmt seine Frau das Unternehmen und damit ergeben sich auch innerhalb der Familie neue Wege.
„Bittersüße Träume - Die Geschichte der Familie Campari“ von Silvia Cinelli erzählt in ihrem Buch, wie Gaspare Campari begann und Davide Campari das Unternehmen später immer weiterentwickelte.
Auffällig ist dieses Buch vor allem durch sein Cover, dass sommerlich frisch aufwartet und den bittersüßen Titel aufgreift.
Es gibt zwei Handlungsstränge - Der eine handelt von Gaspare Camparis Anfänge als Sohn in einer Großfamilie, der sich von unten hocharbeitet und der andere handelt von Davide, dem Sohn, der alles wollte, es nicht bekommen sollte und sich dann doch hart die Unternehmensführung erarbeitet hat.
Ich muss zugeben, die Erzählperspektive Gaspares nahm mir oftmals den Lesefluss, weil dieser Teil der Geschichte nach meinem Empfinden völlig anders geschrieben war, als der Anteil Davides. Mir fehlte da auch eine Verbindung bzw. Struktur zwischen den beiden Handlungssträngen.
Davides Handlungsstrang war ein Auf und Ab. Emotionen folgten purer Nüchternheit, gepaart mit Pragmatismus. Er wird als eine m.E. sehr faszinierende Persönlichkeit dargestellt, die ihre persönlichen Belange denen der Firma zurückstellt. Für mich hatte er eine Art Vorbildcharakter und gleichzeitig eine negativ und mahnende Persönlichkeitsentwicklung, speziell, was sein Privatleben betraf. Die Konflikte, die er innerhalb der Familie auszutragen hatte, waren auch anschaulich dargestellt, vom inneren Brodeln bis zur Explosion.
Meine Erwartung lag auch darin, etwas über die Herstellung der berühmten Campari-Liköre zu erfahren, doch das war eher eine Randnotiz im Geschehen.
Als historische Randnotiz, aber wirklich sehr interessant, habe ich die Erzählungen um die Arbeiteraufstände im Italien des beginnenden 20. Jahrhunderts empfunden.
Alles in allem ein interessanter historischer Roman, von dem ich mir jedoch etwas mehr bzw. etwas anderes erwartet hatte. Im Vergleich zu verschiedenen anderen Romanen über die Entwicklung berühmter Unternehmen hinkt dieser Roman etwas hinterher.
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