Was uns unvorstellbar erscheint - Sabine Kuegler hat es erlebt. Unter archaischen Bedingungen wuchs sie im Dschungel West-Papuas auf. Heute lebt sie in Deutschland. "Angst habe ich erst hier kennen gelernt", sagt sie. Und sie weiß, dass sie zurückkehren wird.Sabine Kueglers Geschichte beginnt, als sie mit fünf Jahren als Tochter deutscher Sprachforscher und Missionare nach West Papua kommt. Mitten im Urwald lebt die Familie mit dem Fayu-Stamm, der für Kannibalismus und unvorstellbare Brutalität steht und dessen Menschen erst langsam lernen, zu lieben statt zu hassen, zu vergeben statt zu töten. Für die heranwachsende Sabine wird der Stamm jedoch zum Teil ihrer selbst, der Dschungel zur Liebe ihres Lebens: Sie ist keine Deutsche mehr, kein weißes Mädchen aus Europa, sie wird eine Eingeborene, die schwimmt und jagt, fühlt und handelt wie eine Fayu.Mit 17 Jahren wird Sabine auf ein Schweizer Internat geschickt, um ihren Schulabschluss zu machen - ein katastrophaler Einschnitt für sie. "Angst habe ich erst hier gelernt", sagt sie. Und immer spürt sie Heimweh, eine Sehnsucht, die ständig in ihr brennt. Sie wird zurückkehren in den Dschungel, um für sich herauszufinden: Wo gehöre ich hin? Wer bin ich eigentlich, Fayu oder Europäerin?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Cora Lein
aus Berlin
2/5
02.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
da stimmt einiges nicht
Inhalt:
Sabine Kuegler lebt mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern in unterschiedlichen Teilen der Welt. Den Großteil ihrer Kindheit verbringt sie dabei in Westpapua, im Urwald, bei den Fayu-Stämmen.
Meinung:
Als ich das Buch 2005 das erste Mal gelesen hatte, war ich fasziniert von den vielen Eindrücken, welche Sabine Kuegler aus ihrem Leben schildert. 21 Jahre später, mit mehr Lebenserfahrung, kann ich mich dem nur noch teilweise anschließen. Der zeitliche Ablauf springt sehr stark und tatsächlich widerspricht sie sich auch in einigen Bereichen. Bspw. der Aufenthalt in Deutschland, Kindergartenbesuche, das Leben und die Ausbildung bei den Fayu, die Rolle ihrer Eltern.
Beim jetzigen Hören hatte ich daher ein sehr durchwachsenes Gefühl. Zudem bin ich auch mit der Stimme und den Emotionen von Elena Puszta (als Sprecherin) nicht ganz zurechtgekommen, es war mir zu distanziert.
Die Geschichte wirkt nicht ehrlich, sondern aufgehübscht, um Sachen zu verbergen, nur welche? Ich mag mich evtl. auch täuschen, aber wäre alles so gelaufen, wie die Autorin schreibt, dann war doch alles gut. Wenn aber alles gut war, warum ist die Familie so oft umgezogen? Warum verbringen Sprachforscher, auch Jahre nachdem sie die Sprache erfolgreich erforscht haben, noch Zeit mit den Fayu und lehren sie rechnen, schreiben und eine fremde Sprache? Ging es nicht doch eher darum, den wilden Stamm zu missionieren? Schließlich haben sich die Fayu von einigen ihrer Traditionen (bspw. Begräbnisse) abgewandt und verhielten sich eher christlich. Ein paar Anspielungen und Bibelzitate erwähnt Kuegler, aber kann es in einer Familie mit missionierender Tätigkeit wirklich nur so wenig gewesen sein? Warum sind so viele Details in der Handlung wässrig beschrieben?
Das Einzige, was wirklich ausführlich aufgeführt ist, ist die Angst und die Panik, welche Sabine außerhalb des Urwaldes hat. Sie versteht so wenig und ritzt sich aus Verzweiflung – kein Wort über Hilfe, welche sie erhalten hat, kein Wort, warum sie scheinbar immer allein dasteht – und das, obwohl sie auch schreibt, dass sie Menschen hat, die ihr nachstehen. Wo sind die denn hin?
Die Handlung wirkt damit nicht nach einem Buch, was über das Leben bei den Fayu aufklären soll, sondern nach einem ernsten Hilfeschrei (mit Geld-Druck-Charakter).
Cover:
Das Cover wäre mit einem Fayu authentischer.
Fazit:
Zahlreiche Ungereimtheiten, Zeitsprünge und vieles nur oberflächlich. Statt eines tiefen Einblicks in das Leben der Fayu stehen Sabines persönliche Ängste und ihre Schwierigkeiten außerhalb des Urwalds im Mittelpunkt – ein Aspekt, der zwar berührt, aber gleichzeitig unvollständig erzählt wirkt. Insgesamt bleibt für mich der Eindruck, dass viel Potenzial verschenkt wurde, daher nur 2 Sterne für eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Eine Empfehlung gibt es nicht wirklich – Leseproble anschauen und selbst entscheiden.
Bewertung
5/5
30.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Eine Flut an interessanten Ereignissen...
Eine Flut an interessanten Ereignissen aus dem Leben von Sabine Kuegler und eine wahre Geschichte zum mitfiebern, trauern und lernen!
Bewertung
aus Dübendorf
5/5
01.02.2024
eBook (ePUB 3)
Super-interessant
Ich als absoluter "Dschungel-Fan" habe viel dazugelernt über die indigene Lebensweise und es war wahnsinnig interessant zu lesen, wie es jemandem ergeht, der die Zivilisation nie richtig kennengelernt hat und auf einmal als junge Frau dort leben soll. Hätte gerne noch länger und ausführlicher sein können, aber ich habe bereits gesehen, dass die Autorin noch mehr Bücher über ihr Leben geschrieben hat.
lissi91
aus Cottbus
5/5
27.01.2015
Buch (Taschenbuch)
Sabine Kuegler wächst im…
Sabine Kuegler wächst im Dschungel von West-Papua auf und meistert das Leben mit dem ältesten Ureinwohnerstamm der Welt. Sie kennt nur ein Leben wie in der Steinzeit. Deutschland kennt sie nur aus Erzählungen ihrer Eltern und von einem kurzen Jahresurlaub. Das ist ihr Leben und dort fühlt sie sich wohl. Sie eignet sich einen anderen Bezug zu Liebe, Vertrauen und Eigentum an. Als sie mit 19 Jahren in ein Internat in der Schweiz kommt, muss sie ihr Leben vollkommen neu ordnen. Sie kennt keine Supermärkte, keine festen Preise, keine Ironie oder Sarkasmus. Sie wird ihr ganzes Leben mit diesem Kulturschock kämpfen müssen und merkt das nur der Dschungel ihr wahres Zuhause ist. Wunderbar authentisch und anrührend geschrieben. Sabine Kuegler war mir von der ersten Seite an sympathisch. Man konnte oft schmunzeln oder nur ungläubig das Buch anstarren. Man überdenkt seinen eigenen Bezug zu Besitztümern oder was man in der heutigen Zeit WIRKLICH alles benötigt. Aufgrund der zahlreichen Bilder konnte man sich alles lebhaft vorstellen.
Andrea Giczi
aus Tulln
5/5
13.02.2011
Buch (Taschenbuch)
Leben pur
Die Geschichte der 5 jährigen Sabine die mit ihren Eltern (Sprachforscher) im indonesischen Dschungel bei dem unbekannten Volk der Fayu ihre Kindheit verbringt.Hier lernt sie mit den Kindern des Urvolkes alles was man zum Überleben im Dschungel braucht - fühlt und denkt wie sie.Nach einigen Jahren jedoch sollte sie in der Schweiz in die Schule gehen und erfährt einen Kulturschock, der sich später nochmals wiederholen sollte, als sie wieder in ihre alte Heimat den Dschungel zurückkehrt (Ruf des Dschungels).Faszinierende authentische Erzählung
Man taucht in eine andere Welt und versucht sie zu verstehen. Eindrücklich auch wie sie dem Fayu Stamm begegnete und dieser sie dann nicht mehr bekämpft hat. Fesselnd und spannend zugleich.
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