Russland um 1900:
Die Vampire Christo und Drago sind in großer Sorge. Zar Nikolaus herrscht mit fester Hand und scheint keinen Blick für die Nöte seines Volkes zu haben. Vielmehr gilt seine Sorge der Familie, da Sohn Alexei die Bluterkrankheit hat. Auch der mysteriöse Tod seines Onkels Sergeis und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges bringen kein Umdenken. Als der vermeintliche Magier Rasputin an den Hof kommt, schließen Christo und Drago Freundschaft mit den Zarentöchtern. Die anfangs zarte Verbindung wird immer stärker. Doch plötzlich sucht Nikolaus das Haus der Vampire auf und bietet ihnen einen Pakt an, der alles verändert. Können sie die Familie retten und die drohende Katastrophe abwenden?
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endlich wieder normale Vampire ohne Glitzer
phantastische_fluchten aus Walzbachtal am 26.10.2024
Bewertungsnummer: 2325648
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die beiden Vampire Christo und Drago kehren nach langer Abwesenheit wieder in ihre Heimat Russland zurück. Russland befindet sich im Wandel, der alte Zar ist unter mysteriösen Umständen gestorben und sein Sohn Nikolaus übernimmt das Zepter. Die beiden Vampire setzen viele Hoffnungen in den jungen Zaren. Doch dieser ist nicht wirklich bereit für die Bürde und lässt sich von zu vielen Menschen beeinflussen. Jeder in seinem Umfeld denkt nur an seinen persönlichen Vorteil und Nikolaus schafft es nicht, sich gegen seine Familie durchzusetzen. So nimmt das Unheil seinen Lauf. Das Volk leidet Not und Hunger und es begehrt auf. Aufstände werden brutal niedergeschlagen und wie Marie Antoinette schon sagte: „Wenn das Volk kein Brot hat soll es Kuchen essen“. Zar Nikolaus verweigert sich jeder politischen Reform hin zur Demokratie.
Nur was seine Familie betrifft, lässt er sein Herz sprechen. Er heiratet seine Liebe Alexandra, trotz aller Widerstände seitens der Familie und er liebt seine vier Töchter Tatjana, Olga, Maria und Anastasia abgöttisch. Und als endlich sein Sohn Alexej geboren wird, kennt sein Glück kein Ende. Doch der drohende Schatten der Revolution hängt wie ein Damoklesschwert über der Familie und Nikolaus beschreitet einen verbotenen Weg, um seine Familie zu schützen.
Kommentar:
In erster Linie handelt der Roman von den jüngeren Töchtern Maria und Anastasia. Die beiden Vampire Christo und Drago haben sich geschworen, die Romanovs zu beschützen. Sie nehmen kaum merklich Einfluss auf einige Ereignisse, allerdings haben sie nicht damit gerechnet, dass Nikolaus sich gegen jegliche Reformen sträubt. Drago nimmt Kontakt zu Maria auf, ohne ihr zu offenbaren, dass er ein Vampir ist. Und Christo nähert sich später Anastasia, die ein kleiner Wildfang ist und die Menschen zum lachen bringt. Christo schließt das Mädchen in sein Herz und schwört sich, sie vor allem Unheil zu schützen.
Die politischen Hintergründe dieses Romans sind gut recherchiert, auch wenn alles andere reine Fiktion ist. Aber die Geschichte ist gut konstruiert und wirkt glaubhaft. Die beiden „dunklen Freunde“ begleiten die Mädchen durch ihre Kindheits- und Jugendjahre und die Vampire erfahren so viele Interna des Zarenhofes.
Historischer Fakt ist auch, dass der Thronfolger Alexej an einer seltenen Blutkrankheit litt. In ihrer Verzweiflung wendet sich die Zarin an den Wunderheiler und Magier Rasputin. Dieser verspricht, dem Jungen zu helfen und schleicht sich langsam aber sicher in den Leben der Familie ein. Hier bedient sich die Autorin dann wieder der Fiktion, erneut sind es Christo und Drago, die in das Geschehen eingreifen.
Gefallen hat mir auch der innere Zwiespalt des Zaren. Da sein Vater noch sehr jung war, hatte Nikolaus nie damit gerechnet, so früh die Regentschaft übernehmen zu müssen. Er war in viele politische Entscheidungen seines Vaters nicht eingebunden und somit auf die Herrschaft nicht vorbereitet. So wurde er leichtes Ziel von Beeinflussungen, gerade sein Onkel Sergej fällt Nikolaus immer wieder in den Rücken und macht jeder reformpolitischen Idee den Garaus. Die Autorin lässt den Zaren immer oft seine Entscheidungen rekapitulieren, und dadurch bekommt der Leser diesen inneren Zwiespalt mit. Das entspricht zwar nicht der Geschichtsschreibung aber es macht uns den Zaren etwas menschlicher.
Christo und Drago sind Vampire einer neuen Art. Asmodina Tear ist hier nicht den gängigen Klischees gefolgt. Knoblauch. Kreuze, Weihwasser, Pflock durch das Herz, all dies funktioniert hier nicht so wie es der Leser in anderen Romanen gewohnt ist. Und das ist gut so. Christo und Drago handeln weit menschlicher als viele Menschen und es macht sie ungemein symphytisch.
Maria, Anastasia, Drago und Christo wachsen dem Leser ans Herz und man hofft auf ein glückliches Ende. Ob diese Hoffnung berechtigt ist, müsst ihr selber lesen.
Das Cover des Buches hat mir gut gefallen und passt zu der Geschichte. Mit 394 Seiten ist sie nicht zu lang, trotzdem gibt es einige Redundanzen, die mich aber nicht so gestört haben.
Fazit:
Mir hat der Roman gut gefallen. Eine schöne Verbindung von historischen Ereignissen und Fantasie. Und Vampire, die einmal nicht dem üblichen Klischee entsprechen.
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