Emilia, die Tochter eines Edelsteinschleifers, ist verliebt in den Lehrjungen Elias. Ihr von Geldnöten geplagter Vater jedoch verspricht seine Tochter Paul Gabler. Als Elias davon erfährt, verlässt er Waldkirch und begibt sich, wie auch Paul, auf die Walz. Während seine Wege ihn bis ins ferne Antwerpen führen, wo er bei einem jüdischen Diamantschleifer lernt, dreht sich in der Heimat alles um den Zusammenschluss der Steinschleiferbruderschaft mit den Freiburger Meistern. Nach einigen Schicksalsschlägen ehelicht Emilia schließlich Pauls Bruder. Doch dann kehren Elias und Paul zurück …
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Ben @Buchkomet
5/5
22.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Toller historischer Roman
Man hat bei historischen Romanen ja oft sofort die üblichen Bilder im Kopf: alte Berufe, ein bisschen Herzschmerz, ein bisschen Drama, weite Landschaften. Aber Johanna von Wild zeigt, dass da noch viel mehr geht. Sie nimmt einen in „Der Zauber der Edelsteine“ mit in eine Welt, die so detailreich und lebendig erzählt ist, dass man sich selbst dabei erwischt, wie man gern mal einen Blick in die Werkstatt eines Edelsteinschleifers werfen würde.
Im Mittelpunkt steht Emilia, Tochter eines Edelsteinschleifers aus Waldkirch. Verliebt in Elias, den Lehrjungen ihres Vaters, aber gefangen in den Plänen der Erwachsenen. Der Vater steckt in Geldnöten und verspricht sie kurzerhand Paul Gabler. Als Elias das erfährt, bricht er auf, weil er spürt, dass er seinen eigenen Weg gehen muss. Seine Reise führt ihn bis nach Antwerpen, wo er bei einem jüdischen Diamantschleifer lernt, eine Welt, die ganz anders funktioniert als die Heimat, in der sich inzwischen politisch und handwerklich vieles verändert. Der Zusammenschluss der Steinschleiferbruderschaft mit den Freiburger Meistern sorgt für neue Spannungen und Umbrüche.
Auch Emilia erlebt Schicksalsschläge, trifft Entscheidungen, die sie nie treffen wollte, und heiratet schließlich Pauls Bruder. Während sie versucht, ihr Leben in neue Bahnen zu lenken, holt sie die Vergangenheit wieder ein, als Elias und Paul zurückkehren.
Was mich besonders überzeugt hat: Die Figuren wirken absolut authentisch. Die Orte sind atmosphärisch beschrieben und die Einblicke in die Welt der Edelsteinschleiferei sind nicht nur gut recherchiert, sondern auch spannend erzählt. Der Schreibstil ist locker und leicht, genau so mag ich es.
Im Nachwort zeigt die Autorin außerdem, welche Figuren und Ereignisse historisch belegt sind und wo die Fiktion beginnt. Solche Einordnungen geben dem Ganzen noch einmal richtiges Gewicht und zeigen, wie viel Arbeit und Recherche hinter dem Roman steckt.
Besonders gelungen fand ich, wie vielschichtig die Geschichte von Emilia und Elias erzählt wird. Neben den persönlichen Wegen bekommt man auch politische Entwicklungen, soziale Spannungen und die Bedeutung des Handwerks mit. Sogar die Käserei, ein Thema, das man hier vielleicht nicht erwartet hätte, fügt sich erstaunlich gut ein.
Am Ende bleibt für mich vor allem eins: ein Roman, der historische Atmosphäre, menschliche Schicksale und faszinierendes Handwerkswissen zu einer stimmigen und faszinierenden Geschichte verbindet. „Der Zauber der Edelsteine“ ist für mich eine klare Empfehlung für alle, die historische Romane mögen.
Silke - Buchgespür -
5/5
09.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Eine Reise ins Mittelalter mit romantischer Liebesgeschichte
Manchmal liest man ein Buch und merkt plötzlich: Moment mal, das fühlt sich gar nicht wie ein historischer Roman an. Das lebt, atmet, riecht nach Alltag, nach echtem Leben. Genau so ging es mir mit „Der Zauber der Edelsteine“. Ich bin eigentlich nicht die klassische Mittelalter-Leserin, aber hier hat mich alles gepackt. Und das liegt vor allem daran, wie beiläufig und natürlich Geschichte hier erzählt wird.
Da tauchen Themen auf wie Zünfte, Marktordnungen, Handwerkskunst, Bruderschaften, sogar Hauswirtschaft und Landwirtschaft, aber nicht trocken oder schulbuchartig, sondern wie nebenbei. Es passiert einfach, weil es zum Leben der Figuren gehört. Für mich als Lehrerin ist das ein kleines Highlight, denn genau so wünsche ich mir Geschichte im Unterricht: nicht als Faktenliste, sondern als Erlebnis.
Emilia, Elias, Rupert sind mir sofort ans Herz gewachsen. Besonders Rupert, der still so viel Gutes tut. Selbst Paul, der erst der “andere” ist, wird irgendwann nachvollziehbar und überraschend greifbar. Die Nebenfiguren sind keine Statisten, sondern echte Menschen mit Eigenheiten und Tiefe. Man spürt in jeder Szene, wie viel Liebe die Autorin in ihre Figuren gesteckt hat.
Die Sprache ist klar, schnörkellos und angenehm zu lesen. Es gibt keine Längen. Und obwohl sich die Liebesgeschichte Zeit lässt, wartet man nicht darauf, dass endlich etwas passiert. Im Gegenteil, man genießt den Weg dorthin, weil jeder Schritt davon spannend, gefühlvoll und atmosphärisch ist.
Und als Edelstein-Fan? War ich natürlich sofort Feuer und Flamme. Die Beschreibungen des Schleiferhandwerks sind so faszinierend, authentisch und detailliert recherchiert, dass ich am liebsten selbst eine alte Schleifscheibe angefasst hätte.
„Der Zauber der Edelsteine“ ist nicht nur ein historischer Liebesroman. Es ist ein gefühlvolles und spannendes Werk mit Herz und Verstand. Und ganz nebenbei lernt man auch noch was, ohne dass es sich so anfühlt. Fantastisch!!!
Bettina Hertz Lesehertzen
aus Brandenburg
5/5
07.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Sehr mitreißend, habe es sehr genossen
Johanna von Wild nimmt uns mit ins 16. Jahrhundert, nach Waldkirch und Freiburg, die seinerzeit Hochburgen der Edelsteinschleiferei waren. Die Edelsteine bzw. deren Herstellung bilden hier ein zentrales Thema, welches unglaublich interessant ist. Das Cover sieht richtig edel aus, genau passend zum Thema. Die vielen, kleinen Details fielen mir erst später auf (die Werkstatt im Hintergrund), absolut gelungen.
Emilia, Tochter einer Edelsteinschleiferei, ist in Elias, einem Lehrjungen, verliebt. Eine eine gemeinsame Zukunft ist beiden nicht verwehrt. Elias verlässt Waldkirch genau wie Paul Gabler, der Emilia heiraten soll. Doch für Emilia werden die Karten noch einmal neu gemischt, sehr zum Verdruss von Paul und auch für Elias…
Der Schreibstil hat mich von Beginn an mitgerissen, Johanna v. Wild lässt uns das 16. Jahrhundert überaus lebendig erscheinen. Vor allem macht sie uns mit der Edelsteinschleiferei vertraut, welches ein unglaublich schweres Handwerk war. Die Beschreibungen dazu sind detailliert und authentisch beschrieben, manches war kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen gearbeitet wurde.
Mit wechselnden Perspektiven zwischen Emilia und Elias, erleben wir beider Lebenswege über mehrere Jahre - Emilia zuhause, Elias auf seinen Weg bis nach Antwerpen, wo er bei einem Diamantschleifer lernt. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben, man bekommt ein Gespür, wie damals der Alltag für die unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten aussah.
Die Figuren sind so ausdrucksstark und authentisch dargestellt. Elias war meine Lieblingsfigur, ich mochte ihn vom ersten Augenblick. Auch Emilia ist eine sympathische junge Frau, die in der damaligen Zeit sehr selbstbewusst erscheint und dadurch oft aneckt.
Es gibt einige tolle Nebenfiguren, ein Personenverzeichnis ist gleich zu Beginn vorhanden, dabei gibt es fiktive und reelle Persönlichkeiten.
Johanna von Wild hat einen rundherum gelungenen Roman geschaffen, der mich von der ersten Seite an begeistert hat. Er punktet mit einem hohen Unterhaltungswert und perfekter Verknüpfung von Fiction und Historie. Im Nachwort gibt es nochmal aufschlussreiche Informationen. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung.
Sabine
aus Köln
5/5
28.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Der Zauber der Edelsteine
Waldkirch im 16. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht Emilia, die Tochter eines Edelsteinschleifers. Ihr Vater, von finanziellen Sorgen geplagt, hat eine Ehe mit dem wohlhabenden Paul Gabler arrangiert – sehr zum Missfallen Emilias, denn ihr Herz gehört Elias, dem jungen Lehrling ihres Vaters. Als Elias von den Plänen erfährt, verlässt er enttäuscht das Dorf und begibt sich auf die Walz. Auch Paul verlässt Waldkirch, um seine Fertigkeiten als Edelsteinschleifer zu verfeinern. Zurück bleibt Emilia, die sich mit den Zwängen ihrer Zeit auseinandersetzen muss – und schließlich nimmt das Schicksal einen unerwarteten Lauf.
Die Handlung ist auf zwei Erzählstränge verteilt, die beide in Waldkirch beginnen und dort auch wieder zueinanderfinden. Während man Emilia durch ihren Alltag begleitet und viel über das Leben in der Stadt sowie die Kunst der Käseherstellung erfährt, folgt man Elias auf seiner Reise durch verschiedene Regionen – bis hin ins ferne Antwerpen. Dort sammelt er nicht nur handwerkliche Erfahrung, sondern wächst auch persönlich an den Herausforderungen, denen er begegnet. Mit der Zeit entwickelt er eine beeindruckende innere Stärke und macht sich zugleich als Edelsteinschleifer einen Namen. Und ganz nebenbei vermittelt der Roman faszinierende Einblicke in dieses traditionsreiche Handwerk – lebendig, informativ und sehr anschaulich erzählt.
Besonders gelungen ist die Figurengestaltung. Emilia ist herzensgut und liebenswert, ohne dabei naiv zu wirken. Sie besitzt eine klare eigene Meinung, die sie – ungewöhnlich für eine Frau ihrer Zeit – auch kundtut. Dabei ist sie keineswegs überzeichnet emanzipiert, sondern bleibt glaubwürdig in ihren Möglichkeiten und Grenzen. Mich hat beeindruckt, wie sie sich in einer männlich dominierten Welt behauptet, auch wenn sie nicht immer gegen die gesellschaftlichen Konventionen ankommt. Elias wiederum überzeugt mit seiner ruhigen Entschlossenheit. Er weiß, was er will, wirkt dabei aber nie herrisch oder dominant, sondern bleibt stets sympathisch. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll und differenziert ausgearbeitet, so dass ich mir schnell ein Bild von jedem Charakter machen konnte.
Der Aufbau des Romans mit den zwei Erzählsträngen sorgt für Abwechslung und Tiefe. Während in Waldkirch das Leben mit seinen familiären Konflikten und gesellschaftlichen Entwicklungen geschildert wird und man Einblicke bekommt in die von Emilia geführte und vor allem weiterentwickelte Käseherstellung, führt Elias' Weg durch verschiedenste Regionen Europas – inklusive spannender Stationen bei zum Beispiel einem jüdischen Diamantschleifer in Antwerpen. Man merkt (und kann es im Nachwort dann auch noch mal lesen), dass die Autorin sehr gut recherchiert hat und vor allem aber die vielen Informationen wunderbar in die Handlung eingewoben hat, so dass es zum einen trotz einiger Beschreibungen niemals langweilig war, zum anderen aber der Alltag der damaligen Zeit lebendig und greifbar wurde. Nie wirkt das Wissen aufgesetzt oder belehrend, sondern stets unterhaltsam und informativ.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und locker zu lesen, dabei aber keineswegs oberflächlich. Im Gegenteil: Die Sprache vermittelt das historische Flair der Zeit, ohne dabei antiquiert zu wirken. Die Handlung bleibt stets in Bewegung, keine Szene zieht sich unnötig in die Länge. Man merkt, wie viel Herzblut in diesem Roman steckt – wie schade, dass er bislang so wenig Beachtung gefunden hat!
Mein Fazit
Ein rundum gelungener historischer Roman! Er erzählt mit viel Gefühl, aber ohne Kitsch, von Menschen, die ihren Platz in der Welt suchen – und dabei mit ihrer Zeit, ihren Träumen und ihrem Herzen ringen. Auch wenn man mit Edelsteinen nicht viel zu tun hat, machen die liebevoll ausgearbeiteten Figuren, die kluge Handlung und die gelungene Verbindung von Geschichte und Alltag dieses Buch zu einem echten Leseerlebnis. Ein Highlight, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient!
Eliza
5/5
12.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Diamonds are forever
Diamonds are forever heißt der Anfang des James Bond-Titels Diamantenfieber und nach diesem Roman kann man etwas mehr verstehen, was die Faszination dieser Edelsteine ausmacht.
Die Handlung entführt die Leser in die Mitte des 16. Jahrhunderts nach Waldkirch. Die junge Emilia, Tochter eines Edelsteinschleifers ist verliebt in den Lehrjungen Elias. Doch ihre Eltern sind mit ihrer Wahl nicht einverstanden und Elias verlässt Waldkirch und begibt sich auf die Walz. Ein schwerer Schicksalsschlag lässt Emilia eine Entscheidung treffen. Elias hingegen versucht sein Handwerk zu verbessern und erlebt auf seiner Reise so einiges. Doch Emilia geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Die Zeit vergeht und die Dinge nehmen ihren Lauf.
Emilia und Elias sind beides sehr ausgeprägte Persönlichkeiten. Emilia ist eine für die damalige Zeit sehr selbstbewusste Frau. Auch wenn ihre Rechte in der damaligen Zeit sehr eingeschränkt sind, agiert sie sehr selbständig und hat ihren eigenen Kopf. Elias ist ein offenherziger und lernwilliger Mensch, der keine Mühen und auch Konfrontationen scheut, um seinen Herzensberuf ausüben zu können. Dabei beweist er viel empathisches Mitgefühl was ihn sehr sympatisch erscheinen lässt. Überhaupt sind die vielzähligen Charaktere in dem Roman sehr gut ausgearbeitet worden. Mein persönlichen Lieblingsnebencharakter war der Diamantschleifer Ezra Abner dabei gewesen.
Die Handlung des Romans erstreckt sich über mehrere Jahre, denen man als lesende Person aber sehr gut folgen kann. Die Atmosphäre in Europa zu dieser Zeit transportiert die Autorin in der Erzählung gut und ich konnte mir die Handlungsorte sehr lebendig vorstellen. Die Spannung in dem Roman ist gut, wobei ich mir ein zwei mehr dramatische Wendungen, wie in den vergangenen Geschichten der Autorin noch gewünscht hätte. Trotz dieser kleinen Einschränkung ist die Spannung des Romans gut und man kann der Geschichte sehr gut folgen.
Die Erzählung ist mit einer guten Sprachfärbung für die damalige Zeit versehen und man taucht sehr gut in die Geschichte ein. Mit einem sehr detailreichen und interessanten Faktenwissen über das Handwerk der Edelsteinschleiferei zeigt die Autorin wie viel Details in der Arbeit in der Herstellung der Diamanten bereits in der früheren Zeit gesteckt haben. Dies ist neben den Figuren die absolute Stärke dieses Buches.
Ein gut recherchierter und erzählter Roman über das Handwerk der Edelsteinschleiferei den ich gerne empfehlen möchte.
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