- Die mitreißend erzählte Geschichte einer entschlossenen Frau, die sich von den Widrigkeiten ihres Daseins nicht unterkriegen lässt.
- Eine historisch verbürgte Figur neu interpretiert.
- Ein atmosphärisch dichtes, schillerndes Panorama des Spätmittelalters.
- Mit wertvollen Zusatzinformationen über das historische Personal, mit ausführlichem Glossar im Anhang.
Venedig, im Jahre des Herren 1414. Die siebzehnjährige Dirne Gabriella Cognati lebt im Rotlichtviertel der Stadt. Und obgleich sie schön ist, sogar zu lesen und zu schreiben versteht, kämpft sie täglich ums Überleben. Als sie vor das Hohe Inquisitionsgericht befohlen wird, flieht Gabriella. Mit Sofia und Guilia, ebenfalls Straßenhuren, schließt sie sich einem Händlertreck an und zieht über die Alpen. Ihr Ziel: die Stadt Konstanz, wo derzeit ein Kirchenkonzil stattfindet, wo die Mächtigen Europas zusammentreffen - und wo sich märchenhafte Verdienstmöglichkeiten bieten sollen für eine Hübschlerin.
Der Zufall spielt mit, und schon bald steigt Gabriella, die sich fortan "Imperia" nennt, in der Konzilsstadt zur gefragten Kurtisane auf. Zu ihren festen Freiern zählen der römisch-deutsche König Sigismund und der italienische Kardinal Oddo di Colonna, der zum rechtmäßigen Papst gewählt wird. Selbstbewusst mischt sich die kluge wie charmante Geliebte der hohen Herren in die Politik ein, hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Mit Sigismunds Gemahlin, Königin Barbara von Cilli, pflegt sie gar freundschaftlichen Umgang. Nach dem Ende des Konzils bricht Imperia auf in Richtung Rom. Unterwegs bemerkt sie, dass sie ein Kind erwartet. Doch wer ist der Vater: der König oder der neue Papst?
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hervorragend Mischung aus Roman und Geschichte
AtheneD aus Kaiserslautern am 07.09.2022
Bewertungsnummer: 1782255
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman "Das Lächeln der Imperia" beschreibt den Werdegang der fiktiven Hübschlerin Gabriella, genannt Imperia, während des Konstanzer Konzils. Ihr zu Ehren (und ihrer Kolleginnen) wurde die Kolossalstatue des Bildhauers Peter Lenk 1993 am Konstanzer Hafen aufgestellt.
Im Prolog schildert die Autorin auf amüsante Weise die näherern Umstände des Baus dieser Statue.
Der/die Leser:in befindet sich, auch durch den flüssigen Schreibstil, sofort "im Roman" und erfährt schon auf den ersten Seiten mehr über die Welt des 15. Jahrhunderts als in vielen Stunden Geschichtsunterricht. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch.
Den Werdegang Gabriella´s/Imperia´s und ihrer Freundinnen Sofia und Giulia von ihrem ersten Zusammentreffen im Hurenviertel Venedigs bis zum Ende des Konstanzer Konzils schildert Frau Windgassen in einer wohltuend unaufgeregten Weise, stets ergänzt durch eine Fülle an historischen Fakten.
Auch dass historische Persönlichkeiten in den Roman nahtlos integriert werden, hat mir gefallen,
Was ist das für ein Buch? zum einen eine wunderschöne Liebesgeschichte zum anderen eine sehr gelungene Dokumentation des Konstanzer Konsils und des ausgehenden Mittelalters.
Für jemanden wie mich, der eigentlich am Mittelalter weniger interessiert ist, die Erkenntnis, dass das Mittelalter wohl doch nicht so tröge war, wie ich dachte.
Auch Epilog und Anhang vermitteln wiederum ergänzende Informationen zur damaligen Zeit. Wer möchte nicht wissen, woher der Ausdruck "auf großem Fuß leben" stammt.
Für manche:n Leser:in mag der Roman zu unspektakulär sein, zu wenig erotische Szenen haben. Ich fand gerade diese Unaufgeregtheit sehr erfrischend.
Es ist ein Roman zum Wohlfühlen und gleichzeitig Geschichtsunterricht ( ohne dass man es merkt ) und nebenbei macht er Lust, mal nach Konstanz zu fahren und sich die Imperia und andere historische Gebäude anzuschauen.
Es ist ein Buch, das vordergründig für Frauen geschrieben wurde, die erfahren, dass es schon immer "starke Frauen" gab, die ihren Weg gingen aber auch für Männer , die neben einer Liebesgeschichte eine Fülle an historischen Fakten erhalten und ein Roman für alle Altersklassen.
Großartiger historischer Roman, in der eine Prostituierte im Mittelpunkt steht
ice_flower aus Aschersleben am 05.09.2022
Bewertungsnummer: 1780471
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Venedig, 1414: Gabriella ist wunderschön, doch sie kämpft täglich neu ums Überleben auf den Straßen von Venedig, denn sie ist eine Hure. Als sie sich als Ketzerin schuldig macht und nach ihr gesucht wird, beschließt sie die Stadt zu verlassen. Gemeinsam mit Sofia und Guilia, ebenfalls 2 Huren, macht sie sich auf nach Konstanz, wo ein wichtiges Konzil stattfinden soll. Die Frauen wittern gute Verdienstmöglichkeiten und wollen dort ihr Glück finden. Es dauert nicht lange, bis Gabriella, mittlerweile nennt sie sich Imperia, zu einer gefragten Kurtisane aufsteigt und sogar den König und Papst bedient. Durch ihre Schönheit aber auch Direktheit und Cleverness, ist sie bei beiden eine begehrte Gefährtin und hält ebenfalls nicht mit ihrer Meinung zur Politik hinter dem Berg. Doch als das Konzil sich dem Ende neigt und Imperia Richtung Rom reist, merkt sie, dass sie schwanger ist. Was wird wohl die Zukunft für Imperia bringen und wer ist der Vater des Kindes?
Das Buch „Das Lächeln der Imperia“ stammt von Antje Windgassen. Die Autorin war mir bis dato noch nicht bekannt. Das Cover des Buches finde ich sehr schön, auch wenn es historisch nicht korrekt ist, da hier die „Geburt der Venus“ gezeigt wird. Trotzdem ist es passend für eine besondere Persönlichkeit in einem historischen Roman. Die Geschichte rund um Imperia hat mich jedenfalls sehr neugierig gemacht. Die Autorin hat einer sehr erfrischenden und lebendigen Schreibstil und es macht richtig Spaß in Erfahrung zu bringen, was die Frauen auf ihren Weg nach Konstanz erleben. Die Sprache ist gut verständlich, dennoch passend zur damaligen Zeitepoche. Es ist außergewöhnlich, dass Prostituierte in den Mittelpunkt einer Erzählung gerückt werden, und man mag die Frauen auch auf Anhieb, besonders Imperia ist sofort sympathisch und nimmt natürlich den größten Teil der Geschichte ein. Weiterhin sehr gut erklärt ist, dass die Imperia tatsächlich eine historische Persönlichkeit war und was die daraus geschaffene Figur, die in Konstanz am Bodensee steht, letztendlich beschreibt und damit zu tun hat. Man konnte in diesem Buch also neben dem sehr guten Roman ebenfalls viel Neues lernen. Ab und an hat man den Eindruck, dass die Frauen in Konstanz es recht einfach haben und ihnen der Zufall ein bisschen zu oft in die Hände spielt – das macht aber dem guten Buch insgesamt keinen Abbruch.
Mein Fazit: Das Lächeln der Imperia ist eines meiner Highlights für das Jahr 2022. Gute Geschichte mit tollem Setting, eine außergewöhnliche Hauptprotagonistin, interessante historische Fakten verwoben zu einer einzigartigen Erzählung. Ich kann das Buch daher nur jedem ans Herz legen, der historische Romane liebt und vergebe klare 5 von 5 Sternen.
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