Die Neapolitaner feiern ihren Heiligen San Gennaro. Während in den engen Gässchen das Leben tobt, wird Commissario Salvatore Gaetano an den Schauplatz eines brutalen Mordes gerufen. In einem Appartamento mitten im Centro Storico sitzt ein Mann ohne Kopf – enthauptet wie Neapels Stadtpatron. Was steckt dahinter: Mafiafehde, Beziehungstat oder doch ein Ritualmord? Statt sich von vorgefertigten Meinungen lenken zu lassen, vertraut Gaetano lieber auf sein sensibles Gespür für die Bewohner und die Geheimnisse der Stadt. Doch der Mörder bleibt ihm immer einen Schritt voraus.
Lesen Sie auch die anderen Neapel-Krimis von Fabio Nola!
Alle Bände der Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden.
Band 1: Commissario Gaetano und der lügende Fisch
Band 2: Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
Band 3: Commissario Gaetano und die Tränen des Vesuvs
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Mord in Neapel
Bewertung am 21.07.2025
Bewertungsnummer: 2545172
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mit dem „lügenden Fisch“ präsentiert Fabio Nola den Auftakt einer neuen italienischen Krimi-Reihe. Mit Neapel hat der Autor zudem einen höchst interessanten und spannenden Schauplatz gewählt.
Die Neapolitaner feiern zu Beginn der Handlung ihren Stadtheiligen San Gennaro. Während in den engen Gässchen und Straßen der Stadt das Leben tobt, wird Commissario Salvatore Gaetano an den Schauplatz eines brutalen Mordes gerufen. In einer Wohnung mitten in der historischen Innenstadt sitzt ein Mann ohne Kopf – enthauptet wie Neapels Stadtpatron. Klar, dass Gaetano vor einem Rätsel steht, denn warum sollte jemand in Neapel einen reichen Turiner ermorden?
Hinter dem Pseudonym Fabio Nola verbirgt sich ein junger deutscher Historiker. Ein Studienaufenthalt in Neapel inspirierte ihn zu dieser neuen Reihe – und wie sehr er ein Kenner Neapels und seiner Bewohner/innen ist, zeigt sich eindrucksvoll auf gefühlt jeder Seite. Die zahlreichen Widersprüche dieser Stadt werden dem Leser/der Leserin eindrucksvoll vor Augen geführt. So liest man am Ende nicht nur einen spannenden Kriminalroman, sondern erfährt zugleich vieles über Stadt, Land und Leute. Beides zusammengenommen ergibt eine höchst lesenswerte Kombo. Und auch die familiären Herausforderungen Gaetanos, die immer wieder in die Handlung eingebaut werden, sowie sein illustres Ermittlerteam sorgen für kurzweilige Lektüre.
In Kürze erscheint mit „Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ der zweite Band dieser neuen Reihe. Auf dieses zweite Abenteuer Gaetanos darf man schon jetzt gespannt sein.
Ein ausdrucksstarker Mix aus Kriminalfall und packendem Lokalkolorit
MoMe am 15.06.2025
Bewertungsnummer: 2516337
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
So bunt, vielfältig und intensiv wie die italienische Stadt Neapel ist auch der Kriminalroman Commissario Gaetano und der lügende Fisch. Ich werde direkt hineingeworfen in das pulsierende Leben einer einzigartigen Stadt, die ständig zwischen Himmel und Hölle pendelt. Neapel betet, heißt es zu Beginn und mir wird sofort eine Stadt im Ausnahmezustand präsentiert. Denn es ist der Tag, an dem die Neapolitaner ihren Heiligen San Gennaro feiern.
Fabio Nola gelingt es hervorragend, den Mythos um San Gennaro nicht nur zu erzählen, sondern ihn für mich erlebbar und verständlich zu machen. Die religiöse Verehrung der Neapolitaner wird dabei weder belächelt noch romantisiert, sondern Teil dieses vielschichtigen Kriminalromans. Die sozialpsychologische Urgewalt von San Gennaro verwebt sich eng mit einem sehr brutalen Mordfall, den Commissario Gaetano aufklären soll.
Commissario Gaetano und der lügende Fisch ist geprägt von einer Überfülle an Informationen und Emotionen. Es prasseln gleich zu Beginn verschiedenste Eindrücke auf mich ein, die aus Gerüchen, Farben, Geräuschen und Napulitano bestehen. Das macht den Kriminalroman zu Beginn herausfordernd, aber auch gleichzeitig so faszinierend. So taumele ich durch die ersten Seiten von Commissario Gaetano und der lügende Fisch und versuche Fuß zu fassen, in dieser aufgeheizten Atmosphäre.
Fabio Nolas Schreibstil besticht durch eine sprachliche Intensität. Rasante Wechsel zwischen Erzähl- und Wahrnehmungsperspektiven erzeugten eine eindringliche sowie mitreißende Atmosphäre. Dazu kommen verschiedenste Handlungsstränge, die nicht parallel zu einander laufen, sondern eng miteinander verknüpft sind. So wirft mich Fabio Nola in den sprichwörtlichen Hexenkessel, in dem ein Mord und sein unbekannter Täter, ein heiliges Wunder und eine Stadt am Rand des Wahnsinns, ein Commissario zwischen polizeilicher Ermittlungsarbeit und privaten Probleme schwimmen.
Abgerundet wird das Ganze durch eine gelungene Dialoginszenierung. Der beiläufige Witz, gepaart mit Kulturkritik und einer guten Portion Sozialrealismus, macht die Dialoge zu etwas Lebendigen. Besonders die hitzigen Gespräche zwischen den Neapolitanern begeistern mich.
Auch das Figurenensemble kann sich sehenlassen.
Die Hauptfigur Commissario Salvatore Gaetano schließe ich direkt ins Herz. In ihm steckt noch immer der Weinbauer von früher und doch hat er den Ehrgeiz, die richtige Wahrheit herauszufinden. Er ist kein Superheld und oft schwankt er durch sein eigenes Leben genauso wie durch seine Ermittlungen. Aber er bleibt fokussiert auf das Ziel, nämlich den Mord an Capuano zu lösen und vielleicht auch seine familiären Probleme in den Griff zu bekommen.
Die namenlose Figur, die scheinbar Capuano ermordet hat, führt mich auf falsche Fährten und gewährt mir doch intime Einblicke in ihr Innerstes. Es fasziniert mich und macht mich neugierig, wer es nun sein wird.
Die Nebencharaktere und das Ermittlerteam treten pointiert auf und runden das Ganze gekonnt ab. Sehr begeistert bin ich von Beppa „Monica“ Bellucci, die eine kleine Perle in diesem Chaos ist. Sie ist frech, starrsinnig und bei der Ermittlungsarbeit erfrischend fehl am Platz, aber Gaetano bindet sie immer wieder mit ein. Es zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht, wenn die Carabiniere mit Aufgaben betraut wird, die am Ende nicht so ausgeführt werden, wie sie sollten.
Die Polizeiarbeit hat etwas Entmystifiziertes. Das Team hat mit allerlei Problemen zu kämpfen, sei es Personalknappheit, politischen Ränkespielchen oder juristischem Gegenwind. Diese Eigenschaften verleihen dem Kriminalroman eine hohe Authentizität, weshalb ich Gaetano mit großer Freude begleite.
Der Kriminalfall selbst steht nicht ständig um Fokus, aber das muss er auch gar nicht. Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken, dass ich mich einfach mitreißen lasse. Hier vermischen sich religiöse Motive mit kriminalistischer Düsternis und soziale Satire mit psychologischem Tiefgang.
Gespannt verfolge ich die Aufklärung und komme von selbst nicht auf die Lösung. Besonders das Finale reißt mich mit, ich bin erstaunt und obwohl das Ende doch unerwartet ist, sehr zufrieden damit.
Wer sich jetzt denkt, dies ist mir alles zu bunt, zu laut, zu wild, dem lege ich das Hörbuch ans Herz. Peter Lontzek veredelt mit seiner brillanten Interpretation das Werk Commissario Gaetano und der lügende Fisch. Er liest so mitreißend, lebendig und voller Nuancen, dass es ein wahrer Hörgenuss ist.
Peter Lontzek überzeugt mich mit seiner ausdrucksstarken Stimme, die perfekt zur Atmosphäre des Buches passt. Jede Emotion ist spürbar und jede Szene gewinnt an Tiefe. Besonders herausragend ist seine Umsetzung der Dialoge. Jeder Charakter erhält seine eigene stimmliche Färbung, sodass die Gespräche nicht nur echt, sondern auch dynamisch wirken. Peter Lontzek versteht es gekonnt mit dem Tempo der Geschichte zu spielen und ein wahres Kopfkino zu entfachen. Zu gern vergesse ich, dass nur eine Person das Buch spricht, so authentisch wird der Kriminalroman vermittelt.
Und es passiert dabei noch etwas Wunderbares. Fabio Nola hat nicht nur viele italienische Begriffe in sein Werk einfließen lassen, sondern auch ausgewählte neapolitanische Ausdrücke. Im Zusammenspiel mit Peter Lontzek als Hörbuchsprecher habe ich auf einmal das Gefühl, mittendrin und ein Teil von dieser Geschichte zu sein. Besonders in den Dialogen scheint es, als lausche ich waschechten Italienern bei ihren Gesprächen.
Das Hörbuch ist ein echtes Hörerlebnis und macht das Gesamtgeschehen absolut greifbar.
Und wer jetzt Angst vor den italienischen Begriffen hat, die Sorge ist unbegründet. Im Kontext ist der Kern zu verstehen und teilweise werden sie auch im Text noch mal erklärt. Am Ende des Buches gibt es zudem noch ein ausführliches Glossar mit der entsprechenden Übersetzung.
Fazit:
Ein Kriminalroman mit einer explosiven Atmosphäre und einem gelungen mythologischen Unterbau, der gleichzeitig eine feurige Hommage an die Stadt Neapel ist. Absolut lesens- und hörenswert.
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