Malaysia 1921: Lesley Hamlyn lebt das äußerlich angenehme und gleichförmige Leben einer Frau der britischen Kolonialgesellschaft. Mit dem Eintreffen von Willie Somerset Maugham, einem alten Freund ihres Ehemanns Robert, kehrt Lebendigkeit in das Haus zurück und Erlebnisse der Vergangenheit drängen an die Oberfläche. Somerset Maugham ist zu diesem Zeitpunkt ein berühmter Schriftsteller, jedoch getrieben von Sorgen und Ängsten. Je stärker sich Lesley und er anfreunden, desto mehr Geheimnisse vertraut sie ihm an: ihre frühere Unterstützung politischer Rebellen, die das alte China beenden wollten, ihre Affäre mit einem chinesischen Mann, der Niedergang ihrer Ehe. Am Beispiel einer Freundin begreift Lesley, wie aussichtslos ihre Liebe ist und wie verheerend die Folgen für sie wären: ohne finanzielle Mittel, gesellschaftlich geächtet, würde sie ohne ihre Kinder leben müssen.
Wie Somerset Maugham muss auch sie ihr wahres Ich verbergen und ihre unglückliche Ehe ertragen. Trost findet sie einzig in dem Gedanken, sie könne ihren Geliebten eines Tages wiedersehen. Doch Robert hat längst beschlossen, diesen Teil der Welt zu verlassen und nach Südafrika zu ziehen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
118 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
1 Sterne
(0)
Ein rundes, wunderbares Buch zum Geniessen
Bewertung aus Weil am Rhein am 04.04.2026
Bewertungsnummer: 3099200
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Zitat:
„Er [William Somerset Maugham] schlug seine Notizbücher auf und begann, die Anekdoten und Figurenskizzen zu lesen, die er während seiner monatelangen Reise durch die Federated Malay States eingetragen hatte, durchsuchte sie nach Goldklümpchen, die er, so seine Hoffnung, einschmelzen könnte, um Geschichten daraus zu hämmern.“
Plot und Geschichte:
Im Zentrum dieses vielseitigen Buches steht die Entstehungsgeschichte einer der berühmtesten Erzählungen William Somerset Maughams: Der Brief bzw. The Letter. Tan Twang Eng verwebt dabei sehr elegant historische und fiktive Charaktere und zeichnet ein farbenprächtiges Sittengemälde der Federated Malay States.
Penang 1921: Willie und sein Liebhaber besuchen Leslie und Robert Hamlyn in Penang. Nach anfänglichem Misstrauen vertraut Leslie ihm Geheimnisse aus ihrem eigenen Leben an und erzählt ihm von dem Mord, den ihre Freundin Ethel Proudlock an ihrem mutmaßlichen Liebhaber begangen hat. Daneben erfährt man viel aus dem Leben und Schreiben „Willies“, über die gesellschaftlichen Verhältnisse in Penang und die jüngere Geschichte Chinas.
„Der Brief“ und vier weitere Erzählungen aus „The Casuarina Tree“ sind im Erzählband „Honolulu“ auf deutsch erhältlich. Nach dem ich natürlich sofort „Der Brief“ gelesen habe, wuchs meine Begeisterung für „Das Haus der Türen“ noch zusätzlich. Der Mordfall Ethel Proudlock bzw. Ethels Motive wurden nie offiziell asufgedeckt. Sowohl Maugham wie auch Tan Twang Eng spinnen darum eine fiktive Geschichte. Maughams Version ist durchaus gut, aber was Eng daraus gemacht hat, hat mich noch deutlich mehr begeistert.
✨Themen, Beziehung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in den Federated Malay States, gesellschaftliche Zwänge, Homosexualität, Affären, Liebe, Ehe, Revolutionen in China, schreiben, befreiende Wirkung, wenn man sich jemanden anvertrauen kann
Sprache und Schreibstil: poetisch, atmosphärisch, leicht melancholisch.
positiv: Ein rundes, wunderbares Buch zum Geniessen, das ich ohne Wenn und Aber sehr gerne gelesen habe!
negativ: -
Handlungsort: Panang Island, Malaysia
Die Vergangenheit klopft…
kaffeeelse aus D am 15.12.2025
Bewertungsnummer: 2975414
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Vergangenheit klopft wieder an Das Haus der Türen. Schon der Titel ließ mich aufhorchen. Klingt irgendwie anziehend. Auch das Cover ist absolut gelungen. Und das Buch. Ja, das war ein Lesehighlight! Ich habs geliebt. Ich habs verschlungen. Im ersten Teil des Buches „Das Haus der Türen“ bekommt Lesley Hamlyn 1947 in Doornfontein in Südafrika Post. Ein Buch. Und mit diesem Buch kommen auch die Erinnerungen. Erinnerungen, die eigentlich immer da waren, die nie verschwunden sind. Erinnerungen an ihre Zeit in Penang Island im Cassowary House in Malaysia. Der zweite Teil des Buches führt dann in dieses vergangene Geschehen im Jahr 1921. Eine koloniale Welt entsteht vor den Augen der Lesenden. Flirrend, schwül und ungeheuer anziehend, absolut spannend. Lesley Hamlyn und ihr Mann Robert leben in Penang Island in eben jenem Cassowary House. Sie bekommen Besuch vom Schriftsteller Willie Somerset Maugham, einem alten Freund von Robert. Lesley und Willie freunden sich nach anfänglichen Ressentiments an und finden viele Gemeinsamkeiten, denn Lesley ist keine normale Dame der englischen Kolonialgesellschaft. Lesley hat Wünsche, Wichtigkeiten, Sichten und Geheimnisse, wie auch Willie nicht völlig ehrlich sein Leben leben kann. Beide müssen in ihrer damaligen Welt Stärke entwickeln und natürlich entbrennt mein Herz für beide Charaktere. Kolonialismus, Gleichstellung der Frau, Homosexualität und politischer Kampf sind Themen dieses Buches. Wer meine Lesevorlieben kennt, weiß, das ist genau meins. Ebenso bietet dieses Buch wichtige und interessante Blicke auf William Somerset Maugham. Diese Blicke erwecken eine Neugier in mir. Ebenso ist „Das Haus der Türen“ ein interessanter Blick auf die Einwohner von Penang Island, auf die koloniale Welt in Penang Island, in Malaysia. Das Buch eröffnet einen Blick auf die Chinesen in Penang Island, in Malaysia, zeigt mir bisher Unbekanntes, lässt mein ethnographisch tickendes Herz aufleuchten. Aber nicht nur für den Kopf bietet dieses Buch Nahrung. Auch fürs Herz ist hier viel dabei, Lesley und Robert, ihre Ehe, ihre Probleme, ihre Geheimnisse und auch Willie und seine versteckt auszulebende Liebe. Eine wirkliche wunderschöne Mischung! Lesley, eine Frau der Oberschicht, aber auch sie ist den Regeln der damaligen Welt verpflichtet. Denn ein Zuwiderhandeln bedeutet eine Ächtung, wie es eine Freundin von Lesley erfahren muss. Lesley ist der tragende Charakter des Buches, eine tolle Figur. Ich mag Lesley. Sehr! Genauso wie ich „Das Haus der Türen“ mag. Ein wunderschöner sirrender und flirrender Blick auf eine vergangene Welt. Unterhaltend und auch lehrreich. „Das Haus der Türen“ war für mich ein Lesehighlight. Ich empfehle es sehr! Unbedingt lesen!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.