Die Suche nach einem Ort, an dem wir verstanden werden. Eine Reise über die Sterne hinaus. Das Ziel ist der ferne Nadir.
Vier Novellen von Rüdiger Marmulla werden in diesem Band vereint. In »Raue Ufer« versucht ein Vater, die Verletzungen seiner Tochter zu heilen. In der »Rückkehr zu den Yosemite Falls« reist ein Großvater gemeinsam mit seiner Enkelin an einen Ort seiner Jugend. Mit »Das letzte Duett« erfüllt eine Krankenschwester einem Sterbenden einen letzten Wunsch. Der Band schließt mit der Novelle »Jenseits des Nadirs«, in der wir einen Jungen auf seiner metaphysischen Reise begleiten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Ilses Lesetipps
aus Wien
5/5
06.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Gefühle in knappen Worten ausgedrückt
Der Sammelband „Jenseits des Nadirs“ von Rüdiger Marmulla enthält Novellen, die zwar verschiedenste Themen ansprechen, aber alle eines gemeinsam haben: sie berühren. Denn seine kleinen Geschichten haben eine ganz eigene Ausstrahlung. Trotz seines extrem minimalistischen Schreibstils – die Charaktere sind nicht tiefschürfend ausgearbeitet -, vermag er Gefühle zu vermitteln. Man fühlt mit diesen Menschen. Die Themen, wenn auch eher nur oberflächlich angeschnittenen, regen zum Nachdenken an.
In „Raue Ufer“ wartet ein Vater auf seine jahrelang nicht gesehene Tochter. Berufliche Umstände zwangen ihn zu einem Auslandsaufenthalt, wodurch der Kontakt zu ihr abriss. Er sehnt sich nach einem Wiedersehen, doch die Tochter reagierte bislang nie auf seine Briefe. Sie fühlte sich als Kind von ihm verlassen, ist nach wie vor verletzt. Man spürt seine Sehnsucht, seine Trauer über verlorene gemeinsame Jahre, aber auch seine Hoffnung – und man hofft als Leser mit ihm -, dass sie ihm irgendwann einmal vergeben wird.
In „Rückkehr zu den Yosemite Falls“ besucht ein Großvater mit seiner Enkelin Plätze, wo er einst mit seiner Frau glückliche Stunden verbracht hat. Er plante diesen Ausflug mit dem Hintergedanken, dort zu sterben, doch die Enkelin sorgt für seine Rettung und gibt ihm zu verstehen, wie sehr er geliebt und noch gebraucht wird. Die positive Botschaft dieser Novelle ist für mich, wie wunderbar es für alte Menschen ist, wenn es Familie gibt, die sich um sie kümmert, sie liebt. Doch ein wenig schwingt auch die Überlegung mit, inwieweit man das Recht hat, seinen Tod zu bestimmen.
In „Das letzte Duett“ erfüllt eine Krankenschwester einem Sterbenden einen letzten Wunsch. Sie zeigt Empathie zu einem Patienten, den der Arzt bereits aufgegeben hat, weil er sich nur mehr für jene Menschen interessiert, denen er medizinisch helfen kann. Eine Geschichte, die einerseits durch die Handlungsweise der Schwester berührt, andererseits aber auch durch die distanzierte, unmenschlich wirkende Einstellung des Arztes betroffen macht.
Die letzte Geschichte „Jenseits des Nadirs“ ist die fantasievollste dieses Bandes. Es ist viel Sternenkunde in diesem Text mit hinein verwoben. Es ist eine metaphysische Reise. Ein Junge ist auf der Suche nach einem Freund, den er letztens in seinem Glauben findet.
„Jenseits des Nadirs“ ist ein Büchlein, das man gar nicht in einem Zug verschlingen, sondern dessen Geschichten man auf sich einwirken lassen sollte. Ich schätze die Novellen von Rüdiger Marmulla ob ihrer menschlichen Ausstrahlung. Man versinkt ein wenig in einer Atmosphäre von Ruhe und Beschaulichkeit, emotional berührt und nachdenklich gestimmt.
Bewertung
5/5
06.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Starke Novellen
In der ersten Novelle begleitet der Leser einen Vater, der seine Tochter seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hat und sie in ihr Lieblingscafe einlädt. Wird sie kommen? In dieser Geschichte steckt eine tiefgründige, sich selbst reflektierende Reise, die sich mit Fragen und Feststellungen beschäftigt. Liebe Menschen verlassen, Vertrauen, innere Bedrängnis und Vorwürfe, aber auch die Bereitschaft Fehler zuzugeben und um Vergebung zu bitten sind der Tenor dieser Novelle.
Die zweite Novelle beschäftigt sich mit einem Großvater und seiner Enkelin, die ihn an Orte in Kalifornien begleitet, wo er mit seiner Frau unendlich glücklich war. Hier begegnen wird Gedanken des "mich braucht niemand mehr", Verlust eines jahrelangen Ehepartners, aber auch einer innigen Liebe und Bereitschaft, den anderen zu schätzen, auch wenn er gebrechlich wird.
"Das letzte Duett" berührt sehr. Ein alter einsamer Mann liegt im Krankenhaus im Sterben. Eine Krankenschwester mit viel Herz nimmt sich seiner an und ist für ihn da.
In der letzten Novelle "Jenseits des Nadirs" sucht ein Junge seinen Freund, deren Stimme ihm sehr vertraut ist. Er begibt sich auf eine metaphysische Reise und lernt viele unterschiedliche Charaktere kennen, bis er den einen findet, der sein Leben ändern kann: Jesus Christus.
Ich habe noch keine Novellen bisher gelesen, fand sie aber sehr interessant, zumal der Leser viele Inputs zum Nachdenken bekommt.
Ein schönes Büchlein, was den Horizont erweitert.
haberlei
aus Wien
5/5
06.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Gefühle in knappen Worten…
Gefühle in knappen Worten ausgedrückt Der Sammelband „Jenseits des Nadirs“ von Rüdiger Marmulla enthält Novellen, die zwar verschiedenste Themen ansprechen, aber alle eines gemeinsam haben: sie berühren. Denn seine kleinen Geschichten haben eine ganz eigene Ausstrahlung. Trotz seines extrem minimalistischen Schreibstils – die Charaktere sind nicht tiefschürfend ausgearbeitet -, vermag er Gefühle zu vermitteln. Man fühlt mit diesen Menschen. Die Themen, wenn auch eher nur oberflächlich angeschnittenen, regen zum Nachdenken an. In „Raue Ufer“ wartet ein Vater auf seine jahrelang nicht gesehene Tochter. Berufliche Umstände zwangen ihn zu einem Auslandsaufenthalt, wodurch der Kontakt zu ihr abriss. Er sehnt sich nach einem Wiedersehen, doch die Tochter reagierte bislang nie auf seine Briefe. Sie fühlte sich als Kind von ihm verlassen, ist nach wie vor verletzt. Man spürt seine Sehnsucht, seine Trauer über verlorene gemeinsame Jahre, aber auch seine Hoffnung – und man hofft als Leser mit ihm -, dass sie ihm irgendwann einmal vergeben wird. In „Rückkehr zu den Yosemite Falls“ besucht ein Großvater mit seiner Enkelin Plätze, wo er einst mit seiner Frau glückliche Stunden verbracht hat. Er plante diesen Ausflug mit dem Hintergedanken, dort zu sterben, doch die Enkelin sorgt für seine Rettung und gibt ihm zu verstehen, wie sehr er geliebt und noch gebraucht wird. Die positive Botschaft dieser Novelle ist für mich, wie wunderbar es für alte Menschen ist, wenn es Familie gibt, die sich um sie kümmert, sie liebt. Doch ein wenig schwingt auch die Überlegung mit, inwieweit man das Recht hat, seinen Tod zu bestimmen. In „Das letzte Duett“ erfüllt eine Krankenschwester einem Sterbenden einen letzten Wunsch. Sie zeigt Empathie zu einem Patienten, den der Arzt bereits aufgegeben hat, weil er sich nur mehr für jene Menschen interessiert, denen er medizinisch helfen kann. Eine Geschichte, die einerseits durch die Handlungsweise der Schwester berührt, andererseits aber auch durch die distanzierte, unmenschlich wirkende Einstellung des Arztes betroffen macht. Die letzte Geschichte „Jenseits des Nadirs“ ist die fantasievollste dieses Bandes. Es ist viel Sternenkunde in diesem Text mit hinein verwoben. Es ist eine metaphysische Reise. Ein Junge ist auf der Suche nach einem Freund, den er letztens in seinem Glauben findet. „Jenseits des Nadirs“ ist ein Büchlein, das man gar nicht in einem Zug verschlingen, sondern dessen Geschichten man auf sich einwirken lassen sollte. Ich schätze die Novellen von Rüdiger Marmulla ob ihrer menschlichen Ausstrahlung. Man versinkt ein wenig in einer Atmosphäre von Ruhe und Beschaulichkeit, emotional berührt und nachdenklich gestimmt.
Bewertung
5/5
13.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Bewegende Literatur
So schnell wie die kurzen Texte gelesen sind, sind mir die Geschichten definitiv nicht mehr aus dem Kopf gegangen.
Es sind Ausschnitte aus bewegten Leben, kurze Momente und doch erzählen sie so viel mehr, von lebensverändernden Entscheidungen, die jeder Protagonist für sein Leben getroffen hat und die nicht immer den gewünschten Effekt erziehlt haben.
So ambivalent wie das Leben sein kann, sind auch diese kurzen Begegnungen, treffen einen dabei ganz tief in der Seele und lassen einen über das eigene Leben und seine Ereignisse nachsinnen.
Die letzte Geschichte bildet einen schönen Abschluss und lässt einen mit seiner bildhaften Sprache wie ein Kind in ein Märchen abtauchen.
Ein herrliches Lesevergnügen, dass bittersüß im Herzen nachhallt.
Bewertung
aus Beucha
5/5
29.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Vier Novellen, die zum Nachdenken anregen
Diese vier sehr tiefgreifenden Novellen handeln von Sehnsucht, Liebe, Hoffnung, Verletzungen seelischer Natur und der Ungeduld mancher Menschen. Diese Kurzgeschichten waren alle sehr emotional erzählt und sie regen zum intensiveren Nachdenken an. Ich ziehe Vergleiche zu meinen Leben und entdecke verschiedene Parallelen. Das Vertrauen auf Gott macht das Leben etwas leichter und ich suche nach einem zufriedenen Dasein. Mit diesem Werk ist es dem Autor erneut gelungen, die Leser in seinen Bann zu ziehen. Einfach wunderbar, sehr beeindruckend und sehr empfehlenswert. Ich freue mich auf weitere dieser Bücher.
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