Verheiratete Menschen sind glücklicher, gesünder und produktiver. Um den Bürgern des Vereinten Königreiches den Hafen der Ehe schmackhaft zu machen, erlässt die Regierung ein Gesetz, das Verheirateten Privilegien verschafft: bessere Schulen für die Kinder, bessere Kredite, bessere Gehälter, Häuser in besseren Wohngegenden. Alles, was man für das schöne Leben tun muss, ist einen Smart-Marriage-Vertrag zu unterschreiben. Doch was bedeutet es, wenn man seine Beziehung einem Algorithmus anvertraut? Ein Witwer versucht verzweifelt, den Tod seiner Frau zu vertuschen, weil er nicht zwangsverheiratet werden will. Eine Hausfrau und Mutter macht Karriere als Vloggerin, bringt dabei aber ihre Familie an den Rand des Ruins. Ein Serienmörder wird zum Paartherapeuten, und ein queeres Paar gerät wegen seiner smarten Ehe in tödliche Gefahr ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bianca Magens
3/5
29.11.2024
Hörbuch-Download
Gute Idee, leider einige Schwächen
Heyne Verlag, Roman, 560 Seiten, E-Book
Inhalt
Verheiratete Menschen sind glücklicher, gesünder und produktiver. Um den Bürgern des Vereinten Königreiches den Hafen der Ehe schmackhaft zu machen, erlässt die Regierung ein Gesetz, das Verheirateten Privilegien verschafft: bessere Schulen für die Kinder, bessere Kredite, bessere Gehälter, Häuser in besseren Wohngegenden. Alles, was man für das schöne Leben tun muss, ist einen Smart-Marriage-Vertrag zu unterschreiben. Doch was bedeutet es, wenn man seine Beziehung einem Algorithmus anvertraut? Ein Witwer versucht verzweifelt, den Tod seiner Frau zu vertuschen, weil er nicht zwangsverheiratet werden will. Eine Hausfrau und Mutter macht Karriere als Vloggerin, bringt dabei aber ihre Familie an den Rand des Ruins. Ein Serienmörder wird zum Paartherapeuten, und ein queeres Paar gerät wegen seiner smarten Ehe in tödliche Gefahr…
Meinung
Eine imposante Mischung aus Roman, Dystopie und ein bisschen Science-Fiction – so würde ich das Buch von John Marrs spontan beschreiben. Ich habe es als Hörbuch gehört. Vorab: Ein Hörbuch von Uve Teschner eingesprochen ist eigentlich immer schon auf Erfolgskurs. Für mich ist und bleibt er einer der besten Sprecher überhaupt. Das hat er auch hier wieder unter Beweis gestellt.
Der Einstieg in das Buch war durchaus gelungen. Es gab einige Stellen, wo ich tief Luft holen musste, weil sie so abgedreht und doch irgendwie grausam-realistisch waren. Was kann die Technologie vielleicht wirklich noch mit uns machen? Wo führt das alles hin? John Marrs entführt uns hier über verschiedene Erzählstränge der Antwort auf diese Fragen immer näher. Und das ist einem wirklich brillanten, bildlichen und Page-Turner-würdigem Schreibstil. Die erste Hälfte habe ich wegen einiger richtig guter Plottwists nur so inhaliert.
Leider hatte das Buch später einige Längen, die es teilweise etwas schwer gemacht haben, der Story zu folgen. Vielleicht wurde es mir dann doch etwas zu sehr konstruiert, zu stockend. Die Figuren haben irgendwie etwas an Farbe verloren. Trotz all der Technologie in diesem Buch, die das Leben der Charaktere bestimmt, hätte ich mir an einigen Stellen doch noch etwas mehr Eigenleben gewünscht. Manche Themen entstanden wirklich aus Nicht-Nachdenken heraus.
Nichtsdestotrotz ein richtig gutes, gut durchdachtes Buch, das mir viel Freude bereitet hat und das sich auf jeden Fall lohnt. Vor allem, wenn man auf dystopische, aber doch irgendwie in naher Zukunft liegende Themen steht.
Fazit
Am Ende gibt es 3 von 5 Buchherzen für ein gutes Buch mit einigen kleinen Schwächen in der zweiten Hälfte. ❤️❤️❤️
Bewertung
5/5
02.06.2024
eBook (ePUB)
EHE 2.0
Ein weiterer dystopischer Roman aus der Feder von John Marrs ist erschienen und ist genau wie seine Vorgänger wieder ein Pageturner.
In einer nicht allzu fernen Zukunft möchte die amtierende britische Regierung seine Bürger davon überzeugen, dass die Ehe nicht nur der Schlüssel zum Glück ist, sondern auch ein Garant für ein längeres und gesünderes Leben. Belohnt wird der, der seiner Ehe ein Upgrade verpasst und einen Vertrag für eine Smart Ehe unterzeichnet mit finanziellen Vorteilen, wie z.B günstigeren Kreditzinsen, Steuererleichterungen und einer wesentlich besseren Krankenversorgung.
Man gibt dem Staat mit seiner Unterschrift allerdings auch das Recht jederzeit private Gespräche aufzuzeichnen, natürlich „nur“ um bei Eheproblemen frühzeitig Hilfe anbieten zu können.
Da der Staat die Ehe und insbesondere die smarte Ehe als die beste aller Lebensformen propagiert und massiv fördert, geht dies natürlich zu Lasten von Singles, Geschiedenen und Verwitweten.
Der neue Roman von John Marrs nimmt auch Bezug auf das bekanntestes Werk des Autors „ The One“, wo die Partnersuche durch DNA Abgleich revolutioniert wurde. Natürlich gibt es eine Menge Paare, die ihren Perfect Match auf diese Weise gefunden haben. Das Buch ist ohne Vorkenntnis der vorherigen Bücher gut verständlich.
Auch in diesem Roman wird die Geschichte aus der Perspektive verschiedener Personen, meist Ehepartnern erzählt. Eine besondere Perspektive ist die von Jeffrey. Er ist Beziehungsberater und nutzt seine Stellung aber auf besonders perfide Art aus.
booksurfer
aus Ludwigshafen
5/5
09.01.2024
Buch (Taschenbuch)
EHE 2.0
John Marrs ist inzwischen zu einem meine liebsten Autoren geworden und für The Marriage Act hat er sich wieder eine besonders spannende Prämisse ausgedacht:
Die Ehe hat positive Auswirkungen auf die Menschen, weshalb im Vereinigten Königreich die Smart Ehe eingeführt wird. Man verpflichtet sich zur Ehe und bekommt dafür sehr viele Privilegien. Diese Ehen werden durch eine KI überwacht, um Probleme frühzeitig zu erkennen. Doch das System bietet nicht nur positive Effekte, sondern birgt auch tödliche Gefahr...
The Marriage Act spielt im gleichen Universum wie The One, The Passengers oder The Wachers, das Buch kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. John Marrs bleibt seinem Schema treu und so verfolgen wir wieder eine Vielzahl an Charakteren mit denen der Autor die verschiedenen Perspektiven auf die Smart Ehe näher beleuchtet. Die Charaktere und deren Entwicklung haben mir dabei sehr gut gefallen, ob man sie liebt oder hasst, spielt dabei keine Rolle denn sie erfüllen ihre Rollen perfekt. Es zeigt wie der Staat versucht Einfluss auf die Bürger zu nehmen und wie leicht wir ihm dabei dir Tür öffnen. Diese wieder zu schließen ist danach gar nicht mehr so leicht.
Der Schreibstil war wieder richtig toll und durch die kleinen Cliffhanger am Ende der Kapitel entsteht ein richtiger Sog der einen nicht loslässt und die Spannungskurve konstant oben hält. Auch die Gesellschaftskritik, die hier rund um die Charaktere mitschwingt, hat mir gut gefallen und am Ende verknüpfen sich die einzelnen Geschichten wieder zu einem großen Ganzen.
The Marriage Act ist ein weiterer Volltreffer von John Marrs der wie eine Folge von Black Mirror daher kommt und mich durch die tollen Charaktere und der spannenden Story überzeugen konnte.
5 von 5 Sternen
mimitatis_buecherkiste
aus Krefeld
5/5
29.12.2023
Buch (Taschenbuch)
In guten wie in schlechten Zeiten
Großbritannien in der Zukunft. Nachdem es vor geraumer Zeit gelungen ist, durch die Hilfe eines Unternehmens mittels eines DNA-Matches seine wahre Liebe zu finden, geht die britische Regierung einen Schritt weiter und erlässt ein Gesetz, das Ehepartnern viele Vorteile verschafft, um ihre Bürger dazu zu animieren, dass sie heiraten und einen sogenannten Smart-Marriage-Vertrag unterschreiben, der daraufhin den Behörden unter anderem erlaubt, bei allen Gesprächen mitzuhören und einzugreifen, falls Gründe vorliegen sollten, die auf Unstimmigkeiten zwischen den Eheleuten hinweisen. Eine KI entscheidet dann über das weitere Vorgehen, das, in mehrere Stufen gegliedert, zuletzt in der Fortführung der Ehe oder einer Scheidung, auch gegen den Willen der Beteiligten, münden kann. Nicht alle Bürger sind damit einverstanden, allerdings erwartet die Gegner dieser Maßnahmen die volle Härte der Unterstützer dieses Gesetzes, die nicht immer legal operieren.
Nach den beiden Büchern The One: Finde dein perfektes Match und The Passengers: Du entscheidest über Leben und Tod, die sich bereits mit der Künstlichen Intelligenz, selbstfahrenden Autos und natürlich der Liebe beschäftigt haben, folgt nun folgerichtig eines über eine mögliche Zukunft, in der es mit Privilegien verbunden ist, zu heiraten und im Zuge dessen dem Staat gegenüber jede Privatsphäre aufzugeben. Der gläserne Mensch im Kampf mit der KI und einer handvoll Mächtiger, die ihre Stellung nicht immer im Sinne der Bürger ausnutzen. Kann dieses Thema funktionieren? Es kann und ergibt einen großartigen Science-Fiction-Roman, der spannender und erschreckender nicht sein könnte, den ich an zwei Nachmittagen ausgelesen und nicht mehr aus der Hand gelegt habe.
Aus verschiedenen Blickwinkeln konnte ich der Geschichte folgen, der Autor hat hierfür diverse Charaktere geschaffen mit unterschiedlichen Motiven und Hintergründen. Natürlich waren darunter nicht nur gute Menschen und ganz typisch für ihn hat er den Personen Prüfungen auferlegt, die nicht ohne waren, damit es nicht langweilig wird. Hierbei hat er so manchen Charakter etwas erleben lassen, das ich diesem gerne erspart hätte. Wie üblich machte John Marrs vor fiesen Aktionen bei keiner seiner Buchfiguren halt, so unfair und böse diese auch sein könnten. Dies machte einen großen Reiz aus, denn nie konnte ich sicher sein, welche der Personen ein Fiasko unbeschadet überstehen würde und welche nicht. Die Auflösung war stimmig, der Abschluss hat mich mitgenommen und tatsächlich noch einmal überrascht. Wieder ein Buch des Autors, das vor Einfallsreichtum nur so strotzte und mich sehr gut unterhalten konnte. Gerne vergebe ich dafür die volle Punktzahl und empfehle es weiter.
Die Welt der Bücher-Maus
aus Damme
5/5
26.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Zukunftsaussichten die Angst machen
Die Bücher von John Marrs sind immer etwas speziell, zeigen sie doch Ausblicke in die Zukunft die uns tatsächlich bevorstehen könnte.
Klar kann man sagen, es sind Bücher und alles ist erfunden. Stimmt, aber autonom fahrende Autos gibt es inzwischen. Daher kann es gut sein, das irgendwann unsere Welt so aussieht wie in diesem Buch. Das wäre krass und sehr traurig. Ich möchte mir nicht vorstellen in einr Welt zu leben in der Ehepaare besser gestellt sind, als alle anderen. Obwohl mir selbst auffällt, das man als Single bedauert wird, weil man ja soooo alleine ist. Allerdings fragt keiner ein Paar ob es glücklich ist. Nur wem geht es jetzt besser? Diese Frage stellt sich niemand.
Die Geschichte von Arthur fand ich am traurigsten und doch konnte ich ihn am besten von allen handelten Personen verstehen.
Die Bücher von John Marrs entführen mich jedesmal in eine ganz andere Welt, man muss sich darauf einlassen, aber dann packen einen die Geschichten soviel mehr als manch andere.
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