Die Ansprüche an die moderne Mama Eine gute Mutter zu sein, ist heutzutage gar nicht so einfach. Jedenfalls dann nicht, wenn man sich dem modernen Mutteridealbild unterwirft. Der Spagat zwischen Perfektion und Realität Das moderne Muttersein verlangt einiges: Der Nachwuchs muss von Anfang an gefördert, gefordert, belustigt und aufgehübscht werden. Die Kleinen brauchen Grenzen genauso wie ausreichend Selbstbestimmung, Bindung und Bio-Essen. Ein bisschen Bullerbü-Feeling zum Glücklichsein darf natürlich auch nicht fehlen – schließlich sollen sie die perfekte Kindheit erleben, die uns verwehrt geblieben ist. Den Druck rausnehmen Aber letztlich müssen die Kinder schon auch höflich, witzig und schlau sein, denn sonst fällt es ja auf die Mutter zurück. Dieser Anspruch verlangt Müttern (und Vätern) ganz schön viel ab. Die ständige Sorge um das Wohl der Kinder, das Jonglieren von Aufgaben und der allgegenwärtige Mental Load können schnell zu einem Burnout führen. Doch muss das wirklich so sein? Der Weg zu einem entspannten Erziehungsalltag Was, wenn wir aufhören, es perfekt machen zu wollen? Die Autorin beschreibt ihren eigenen Weg durch den Erziehungsdschungel, angefangen mit rosaroten Visionen bis knapp vorbei an einem fetten Burnout, begleitet von viel Geschrei und Verzweiflung. Am Ende steht sie vor vielen alltagstauglichen Kompromissen, die Eltern ansprechen, denen es ähnlich geht. Von Mutter zu Mutter teilt sie ihre Erfahrungen und gibt wertvolle Tipps weiter. Ein Erfahrungsbericht mit Herz und Humor Dieses Buch ist ein ehrlicher und humorvoller Ratgeber und Erfahrungsbericht, der zeigt, dass der Weg zur Gelassenheit und zum Familienglück nicht über Perfektionismus führt. Ein Muss für alle Eltern, die sich in dem modernen Erziehungsdschungel oft verloren fühlen.
Mama werden...klingt einfach und passiert ja auch einigen von uns, jedoch geht jeder anders damit um. Seit einigen Jahren beziehungsweise Jahrzehnten öffnet sich unser Welt-Horizont immer mehr, denn durch das Internet und ganz besonders durch Social Media bekommt man immer mehr Input und Eindrücke anderer Leben.
Der Stress geht eigentlich bereits vor der Geburt los, denn zig unterschiedliche Kurse werden angeboten, egal ob zum Baby-Wickeln oder Stillen, man findet einen Experten dazu. Zudem gibt es spezielle Sportkurse und Ernährungsweisen, die alle dem Kind besonders gut tun sollen. Dann einmal auf der Welt dreht sich natürlich alles ums Kind und man möchte eigentlich nur das Beste für dieses kleine Wesen, doch was ist das eigentlich genau?
Die Autorin erzählt so wunderbar von ihren Erlebnissen als Mama und ihre jeweiligen Gedanken dazu. Ich muss leider sagen, dass ich mich dabei oft wiedergefunden habe, denn meine Ansprüche an mich und meine Fähigkeiten bei der Kinderpflege und -erziehung habe ich mir auch oftmals sehr hoch gesteckt. Das Buch liest sich hierzu sehr witzig und man muss an vielen Stellen schmunzeln, doch ich fühlte mich auch ertappt und das eher im negativen Sinne.
Im Nachhinein ist man immer schlauer, oder? Leider trifft das in Bezug auf dieses Thema eben auch oftmals zu. Man ist übermotiviert und setzt sich selbst unter Druck, informiert sich um 3 Uhr nachts intensivst über die ideale Fördermöglichkeit für mein wunderbares Kind. Als Außenstehender schüttelt man hierzu wohl nur den Kopf, doch in diesem Moment ist man der Meinung, dass genau das die Aufgabe einer guten Mutter ist.Immer wieder rafft man sich zu Neuem auf und macht sich für das Kind auch oftmals regelrecht zum Affen, doch was tut man nicht alles für sein Kind?!
Toll, wie Jessika Severin ihren Weg beschreibt und ich fand, dass man die unterschiedlichsten Gefühle im Text richtig spüren kann. Stolz, sich so eingesetzt zu haben, Scham, dass man einiges mitgemacht hat, Liebe dem Kind gegenüber, Zweifel, ob es sich lohnt und so weiter.
Dementsprechend authentisch empfinde ich auch das ganze Buch und kann es jeder Schwangeren nur ans Herz legen. Man kann dem Druck von außen und auch dem inneren nicht immer nachgeben, denn nicht immer ist jede angepriesene Methode genau das Richtige und zum anderen kann man irgendwann gar nicht mehr die Power dafür aufbringen. Ausgebrannt kann man weder mit seinem Kind kreativ sein, noch es emotional gut begleiten.
Das Buch ist für mich ein Mittelding zwischen Ratgeber und Erzählung. Man lernt eher durch Jessikas Tun und sieht auch immer mehr und offensichtlicher die enormen Einflüsse von Außen, denen viele Mütter ausgesetzt sind.
Tolle Impulse
VierHummeln am 08.09.2024
Bewertungsnummer: 2287636
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Vermutlich kennen es alle Mamas (und Papas): Organisieren und Planen, volle Tage und kurze Abende. Wir alle wollen es allen recht machen und verlieren uns dabei mit großer Wahrscheinlichkeit… „Der Supermutti Burnout“ ist ein authentischer Erfahrungsbericht der Autorin und nimmt den Leser mit auf die Reise: von der perfektionistischen Mutter zur entspannteren mittelmäßigen Mama die ihr eigenes Bullerbü lebt. Der Schreibstil ist nahbar und leicht lesbar - man fühlt sich der Autorin direkt verbunden. Insbesondere auch weil die ein oder andere Situation im eigenen Haushalt genauso abläuft…
Besonders die Gedankenanstöße und die darauf folgende Selbstreflektion habe ich als sehr wertvoll empfunden. Ein Ratgeber der nah an der aktuellen Lebenswirklichkeit vieler Mütter ist und tolle Impulse gibt.
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