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Sehr geehrte Frau Ministerin Roman | Georg-Büchner-Preis 2025

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.01.2025

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

20,8/13,3/3,4 cm

Gewicht

452 g

Farbe

Dunkelrot

Auflage

5. Druckaufl. 2025

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-96653-4

Beschreibung

Rezension

»Ursula Krechels Buch [ist] zwar vordergründig ein Roman über Mütter und Söhne. Aber es ist auch ein Buch über das Erzählen. Als solches ist es raffiniert, virtuos und intelligent.« Anna Kardos, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 30. November 2025 ("NZZ am Sonntag")
»Kühn stellt sich diese Form der Geschichtsschreibung den klassischen Vorbildern des männlichen Kanons entgegen. Eine Summe ist der Roman jedoch nicht nur wegen dem Vielen, das er vereint, sondern auch im Hinblick auf die Kunst einer der bedeutendsten Autorinnen unserer Tage.« Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung, 15. Juli 2025 ("Stuttgarter Zeitung")
»Mit ihr zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung eine Autorin aus, die in ihren Gedichten, Theaterstücken, Hörspielen, Romanen und Essays den Verheerungen der deutschen Geschichte und Verhärtungen der Gegenwart die Kraft ihrer Literatur entgegensetzt. […] Das Thema der Selbstbehauptung, Wiederentdeckung und Fortentwicklung weiblicher Autorschaft zieht sich als roter Faden durch ihr gesamtes Schaffen.« Jury des Georg-Büchner-Preises, 15. Juli 2025 ("Jury des Georg-Büchner-Preises")
»[Ursula Krechels Bücher bestechen] durch formale Finesse und gedankliche Präzision.« Denis Scheck, Das Erste Druckfrisch, 23. Februar 2025 ("Das Erste druckfrisch")
»›Sehr geehrte Frau Ministerin‹ [ist] so überraschend und geschickt, mitunter beinahe irritierend komponiert, dass es zu kurz gegriffen wäre, den Roman auf einen bloßen Thesenroman über strukturelle Gewalt gegen Frauen herunterzubrechen.« Wiebke Porombka, Deutschlandfunk, 21. Februar 2025 ("Deutschlandfunk")
»Krechels Buch ist gewaltig und es ist feministisch. Mit einer messerscharfen Sprache seziert sie den (männlichen) Blick auf die Frau; auf die fruchtbare und nicht (mehr) fruchtbare Frau, auf die ohnmächtige und die mächtige Frau, die leidende Frau und die Mutter, die am Anspruch der “optima mater”, der besten Mutter, scheitert. Ein kluges, lesenswertes Buch, das Lust auf Konzentration voraussetzt.« Andrea Zuleger, Aachener Zeitung, 17. Februar 2025 ("Aachener Zeitung")
»Sie ist eine unfassbar gute Erzählerin. Ihre Sprache ist wirklich messerscharf und passt immer genau zu den Dingen, die sie erzählt. […] [E]s macht total Spaß.« Andrea Zuleger, Aachener Zeitung “Auslese”, 14. Februar 2025 ("Aachener Zeitung "Auslese"")
»Ein komplexer, vielschichtiger Roman, der vor allem von einem lebt: der facettenreichen Erzählkunst seiner Autorin.« Herbert Schorn, Oberösterreichische Nachrichten, 03. Februar 2025 ("Oberösterreichische Nachrichten")
»Es ist eines jener ganz seltenen Bücher, die je länger man über sie nachdenkt, eigentlich immer besser werden. […] [L]iterarisch sehr, sehr beeindruckend.« Denis Scheck, WDR 3, 27. Januar 2025 ("WDR 3 Mosaik")
»Jedes Wort in Ursula Krechels Roman ›Sehr geehrte Frau Ministerin‹ ist wohlplatziert […] Die Autorin setzt eine hoch artifizielle verbindende Klammer vom blutgetränkten Lebensweg der machtbesessenen Agrippina bis hin zur zunehmenden Radikalisierung im Alltag der Gegenwart. Dies ist kompositorisch perfekt gelungen. Man folgt der Autorin bereitwillig durch die Jahrhunderte.« Peter Mohr, Augsburger Allgemeine, 19. Januar 2025 ("Augsburger Allgemeine")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.01.2025

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

20,8/13,3/3,4 cm

Gewicht

452 g

Farbe

Dunkelrot

Auflage

5. Druckaufl. 2025

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-96653-4

Herstelleradresse

Klett-Cotta Verlag
Rotebühlstr. 77
70178 Stuttgart
DE

Email: produktsicherheit@klett-cotta.de

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    Book Circle Community

    5/5

    10.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Mosaik aus Stimmen und Zeiten

    Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern. Mit einer Sprachkraft, die Staunen macht, erzählt die preisgekrönte Schriftstellerin Ursula Krechel von symbiotischer Mutterschaft, von existenziell gefährdeten Frauen und von politischer Gewalt. Mit seiner Mutter sprechen zu müssen, ist für den Sohn von Eva Patarak ein Staatsverbrechen. Für Eva hingegen ist es ein Verbrechen, dass ihr Sohn und sie offenbar ausspioniert werden. Welches Ziel verfolgt die Lateinlehrerin Silke Aschauer mit ihrer Observation? Will sie etwa einen Roman schreiben? Bieten die grausamen Familienverhältnisse der Antike, die sie für den Unterricht aufbereitet, nicht ausreichend Stoff für Faszination? Fest steht nur: Silke hält längst nicht alle Fäden in der Hand, denn ihr eigener Körper hat einen blutigen Aufstand gegen sie angezettelt, der sie in die Rolle der Patientin zwingt. In ihrer Ohnmacht wenden sich beide Frauen an die Justizministerin. Ursula Krechel schreibt in ihrem hochpolitischen und stilistisch herausragenden Roman eine Kulturgeschichte aller Frauen – von einer römischen Kaisermutter zu einer Studienrätin, von einer Verkäuferin in einem kleinen Kräuterimperium zu einer Ministerin. Es ist die Geschichte ihres Widerstands gegen die Gewalt, die ihnen physisch und psychisch zugemutet wird. Dieser Roman hat keinen klassischen Plot – am Ende erkennt man zwar einen roten Faden, aber er verläuft nicht linear von A nach B. Die Erzählung springt, schweift ab, Gedanken werden ohne Vorwarnung eingebracht und minutiös weitergedacht, bevor wieder ein neues Thema auftaucht. Das Buch ist in drei Kapitel aufgeteilt: Im ersten begegnen wir Eva Patarak, die in einem Kräuterladen arbeitet. Im zweiten steht Silke, eine Lateinlehrerin, im Mittelpunkt. Im dritten rückt die Ministerin ins Zentrum. Doch so klar, wie es hier klingt, ist es beim Lesen nicht – vieles vermischt sich, die Grenzen verschwimmen. Silke ist die Ich-Erzählerin und kündigt im Verlauf an, ein Buch über Eva Patarak und die Ministerin schreiben zu wollen. Doch beim Lesen bleibt unklar: Beschreibt sie wirkliche Ereignisse, die sie beobachtet? Oder erleben wir bereits die Geschichten, die sie sich für ihren eigenen Roman ausdenkt? Dieses Changieren zwischen vermeintlicher Realität und möglicher Fiktion ist ein reizvoller Schwebezustand, den Krechel bewusst offen lässt. Ein großer Teil des Romans kreist um die römische Geschichte in der Zeit von Nero und seiner Mutter Agrippina. Daneben tauchen viele andere Motive auf: der ältere Sohn, der zuhause am Computer isoliert lebt, der Flug der Kraniche, Menstruationsprobleme und eine Hysterektomie. Das klingt vielleicht nüchtern, doch Krechel gelingt es, all das mit Spannung, Präzision und in rasantem Tempo zu erzählen. Ihre Sprache ist hochliterarisch, sie ist eine Wortkünstlerin. Dies ist kein Buch, das man nebenbei lesen kann. Man muss dabei sein, konzentriert, bereit, mitzudenken. Krechel fordert ihre Leserinnen und Leser heraus. Wer lineare, leicht zugängliche Unterhaltung sucht, wird hier vermutlich scheitern. Wer sich aber gerne fordern lässt – wenigstens in der Literatur – findet hier ein anspruchsvolles, vielschichtiges Werk, das lange nachhallt. Für mich war es hervorragend. Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil

  • Magnolia

    4/5

    30.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Toxische Beziehungen von der Antike bis in die Gegenwart

    „Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern.“ So lese ich es vorab, meine Neugier ist geweckt. „Beste Mutter, optima mater, nannte Kaiser Nero seine Mutter Agrippina in seiner Thronrede.“ Später spielt er seine Macht aus, er sieht in ihr zunehmend eine Bedrohung und lässt sie schließlich umbringen. Dieser geschichtliche Hintergrund zieht sich durch das Buch, was mich anfangs irritiert hat. Eben war noch die Rede von dem brutalen römischen Kaiser… …im nächsten Satz bin ich im Jugendzimmer von Eva Pataraks Sohn Philipp, der sich hinter seinen digitalen Spielen verschanzt. Er redet nicht, zumindest beschränkt er sich auf das Allernotwendigste, verbarrikadiert sich hinter der Tür seines Zimmers. Seine Mutter schafft das Geld ran, sie arbeitet in einem Kräuterladen, dessen Produkte sie sich nicht leisten kann. Irgendwann dann wird sie wegrationalisiert. Eine Frau mit einer roten Mütze scheint eine Stammkundin zu sein… …sie ist Lateinlehrerin, Silke Aschauer ihr Name. Allerdings bleibt sie bei der Beschreibung „Frau mit roter Mütze“, denn so hat sie sich nun mal eingeführt in diese Erzählung. Sie wird in Teil II ab ovo noch mehr sichtbar. Bleibt noch die Frau Ministerin, an die sie sich wenden, sie ist hier namenlos. Begegnet sind wir ihr schon durch die an sie geschriebenen Briefe, die zwischendurch zu lesen sind. Es sind drei Frauen, die – jede auf ihre Weise – mit dem Patriarchat zu tun haben. Es geht um Gewalt in der Antike, um Unterdrückung, um spezifische weibliche Leiden, um Gewalt im politischen und gesellschaftlichen Sinne, um das Böse, das der grausame Kaiser Nero verkörpert, das sich durch die Zeiten bewegt bis hin zur Gegenwart. Es sind drei Teile – I Eva, II ab ovo und III als ob - und viele Themen, die Ursula Krechel aufmacht, dabei ist sie trotz des nüchternen Erzähltons ganz nah bei ihren Figuren wie etwa beim Kranichzählen im Moor oder einem Hörtest und noch so einigem mehr. Das Buch ist anspruchsvoll, es fordert ein konzentriertes Lesen. Den Zeitsprüngen, die mich anfangs irritiert, ja sehr gestört und den Lesefluss stark beeinträchtigt haben, kann ich jetzt, nachdem ich den Roman beendet und ihn nochmal habe Revue passieren lassen, doch so einiges abgewinnen.

  • Barbara T.

    aus Hagen

    3/5

    13.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nicht nur über die Mütter und Frauen - zum Nachdenken

    Auf der Rückseite des Buchcovers ist der folgende Satz zu lesen: „Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern.“ Mein Interesse an dem Roman wurde sofort geweckt. Ich wollte mehr darüber lesen, über das Gelesene nachdenken und mit den eigenen Erfahrungen als Mutter vergleichen. In dem Roman gibt es eigentlich nur zwei solche Beziehungen, davon nur eine, die in der Gegenwart spielt. Über Philipp, den Sohn von Eva Patarak, lese ich im ersten Teil des Buches, mit dem Titel „Eva“. Philipp hat sein Studium abgebrochen, lebt auf Kosten seiner Mutter, die als Verkäuferin in einem Kräuterladen angestellt ist. Der arbeitslose Sohn verbringt ganze Tage vor dem PC in seinem Zimmer. Er hat keine Zeit für seine Mutter und will nicht mit ihr sprechen. Gleichzeitig lenkt die Autorin die Aufmerksamkeit des Lesers auf einen anderen Sohn und seine Mutter. Es sind der römische Kaiser Nero und seine Mutter Agrippina, beide kommen in dieses Buch aus der Antike. Agrippina spielte eine bedeutende Rolle in dem Römischen Reich, verhalf ihrem Sohn Nero an die Macht zu kommen, und hat zum Schluss einen hohen Preis dafür bezahlt. In dem zweiten Teil mit dem Titel „ab ovo“ übernimmt die Rolle der Hauptfigur die Altphilologin Silke Aschauer, eine Latein-Lehrerin, die sich stark für Tacitus „Annalen“ interessiert. Silke kann aufgrund seiner schweren Krankheit keine Kinder bekommen. Womöglich deswegen interessiert sie sich brennend für das Leben von Mutter und Sohn Patarak und, wie Eva Patarak behauptet, spioniert sie die beiden aus. In dem drittel Teil „als ob“ wurde der arbeitsreiche Tag der Justizministerin geschildert, über ihren steilen Karriereweg und über ihre Familie gesprochen. Der Mann der Justizministerin, ihre Tochter und Sohn freuten sich jedes Mal auf einen gemeinsamen Tag mit der Frau und Mutter. So viel zu dem literarischen Inhalt des Buches, das von seinem Leser höchste Konzentration verlangt. Denn die Geschichten wurden weder chronologisch noch linear erzählt. Das mehrsträngige Erzählen, in dem ein ständiger Wechsel zwischen Personen und den Zeitebenen stattfindet, macht diese anspruchsvolle Lektüre nicht gerade leseleicht. Dabei geht es in dem Buch nicht nur um verhängnisvolle Mütter-Sohn-Beziehungen. Drei unterschiedliche Frauenschicksale in der Gegenwart, realistisch dargestellt, machen auf die Rechte der Frau in unserer Gesellschaft aufmerksam. Die Autorin spricht viele brisante politische Themen an, erwähnt Probleme, die von der Antike bis aktuell existieren. Es sind Probleme, die uns alle beschäftigen und die gelöst werden wollen. Ein Buch mit solch brisanten Thematik dürfte m. E. nicht nur dem ausgewählten Kreis der Liebhaber des „schweren Kosten“ zugänglich sein, es sollte auch gerne und mit größtem Interesse von allen Lesern gelesen werden. Ich fand das Buch interessant, aber insgesamt sehr schwer zu lesen. Der anspruchsvolle Schreibstil empfand ich an vielen Stellen des Buches als zu kompliziert. Auch der Wechsel zwischen den Personen und Zeitebenen war sehr oft verwirrend. Fazit: interessant, jedoch schwer zugänglich.

  • Bories vom Berg

    aus München

    2/5

    13.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Narrativ unausgewogen Nach…

    Narrativ unausgewogen Nach sieben Jahren hat Ursula Krechel mit «Sehr geehrte Frau Ministerin» gerade ihren vierten Roman veröffentlicht, der auch wieder eine dezidiert feministische Thematik aufgreift. Es geht um drei Frauen der Jetztzeit, die mit ihren spezifisch weiblichen Problemen im Roman gespiegelt werden am Schicksal von Agrippina minor, der Mutter des römischen Kaisers Nero. Die in den Feuilletons ziemlich einhellig als eine der sprachmächtigsten deutschen Schriftstellerinnen gefeierte Autorin hat für ihr neues Buch ein hoch kompliziertes narratives Konstrukt gewählt, das in Anbetracht der Komplexität ihrer extrem verschachtelten Geschichte höchste Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert. Der dreiteilige Roman beginnt im ersten, mit «Eva» betitelten Teil mit der Geschichte der Verkäuferin Eva, die in der Essener Filiale einer auf Kräuter spezialisierten Ladenkette arbeitet. Trotz ihrer geradezu symbiotischen Beziehung hat sie als allein erziehende Mutter Probleme mit ihrem Sohn. Philipp hat sein Studium abgebrochen, verbringt antriebslos die meiste Zeit vor seinem Computer, hat nie Zeit für seine Mutter. In permanentem Wechsel zu diesem Erzählstrang springt der Plot in die Antike und erzählt häppchenweise die Geschichte von Nero in der Überlieferung von Tacitus. «Ab ovo», so der Titel des zweiten Teils, ‹von Beginn an› also, wird die Geschichte der Lateinlehrerin Silke erzählt, die als Kundin mit auffällig roter Mütze gelegentlich in Evas Kräuterladen auftaucht. Sie interessiert sich sehr für die «Annalen» von Tacitus und baut sie in ihren Unterricht mit ein, was ihr Schwierigkeiten mit den Eltern einbringt, die den Stoff für unangemessen halten als Schullektüre. Silke kann nach einer Operation keine Kinder mehr bekommen und interessiert sich ziemlich auffallend für Eva und ihren Sohn. Sie spioniere ihnen nach und wolle ein Buch über sie schreiben, mutmaßt Eva. Ein verstecktes Alter Ego der Autorin mithin, die den Schreibprozess und ihre Absichten häufig offen darlegt, den Leser in Wortfindungen und Überlegungen zur Thematik gezielt mit einbindet. Im dritten Teil dieses metafiktionalen Romans, listig mit «als ob» betitelt, steht die Ministerin im Blickpunkt. Schon der Buchtitel weist auf die vielen Briefe hin, die an sie gerichtet sind und Alltagsprobleme aufzeigen, für die es keine politischen Patentrezepte gibt. Auch hier wird die Erzählung, wie schon in den anderen Teilen, häufig durch Zitate von Tacitus unterbrochen. Die Karriere dieser dritten Protagonistin wird ebenso geschildert wie ihr arbeitsreicher Alltag, unter dem ihre Familie häufig zu leiden hat. Als Kulturgeschichte der Frauen beschäftigt sich dieser Roman mit problematischen Beziehungen zwischen Müttern und Söhnen heutzutage ebenso wie in der Antike. Die realistisch dargestellten Schicksale der drei Protagonistinnen stehen exemplarisch für die Defizite in der heutigen Gesellschaft, denen Frauen trotz aller Fortschritte bei der Emanzipation nach wie vor ausgesetzt sind. Vielleicht als Trost gedacht, werden diese Probleme vor dem antiken Hintergrund aus der Kaiserzeit vor zweitausend Jahren geschildert, wo Mord und Totschlag unter den Regenten und ihren Neidern alltäglich waren, business as usefull! Aber auch eine so hochgestellte Person wie eine veritable Bundesministerin der Justiz ist heutzutage ihres Lebens nicht sicher, lehrt uns der Roman. Geradezu gewalttätig wirkt aber auch dieser Roman selbst, wenn nämlich mitten im Satz plötzlich aus einer anderen Perspektive weitererzählt wird, und schwer zugänglich wird er neben den verwirrenden Perspektiv-Wechseln zudem durch die vielen wilden Zeitsprünge. Ein weiteres Manko sind die allzu ausufernden Schilderungen der geschlechts-spezifischen Rolle von Frauen, die sich gegen tradierte Ungerechtigkeiten wehren. Stilistisch topp, aber erzählerisch hochgradig konfus und als Lektüre quälend langweilig, ein narrativ unausgewogener Roman wie selten!

  • Bewertung

    3/5

    31.01.2025

    eBook (ePUB 3)

    gesellschaftspolitischer Roman

    Wegen des sehr interessanten Themas und dem Umstand, das diese Autorin das Buch geschrieben hat, habe ich es gelesen. Es braucht etwas Zeit, bis man sich in den verschlungene Konstruktionen des Buches so richtig zurechtfindet. Die verschiedenen, anfangs miteinander verknüpften Geschichten laufen im dritten Teil gekonnt zusammen. So richtig warm geworden bin ich nicht mit dem Buch. Jeder der sich mit der Politik beschäftigt wird dieses Buch sicher gern lesen

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