Ein Nachwuchsmanager liegt mitten auf dem Marktplatz des beschaulichen Städtchens Bredstedt im Herzen Nordfrieslands. Ist der Tote vom Himmel gefallen? Das Kripoteam aus Husum hat alle Hände voll zu tun: Gemeinsam mit seinen Kollegen, dem Schnüffelschwein Große Jäger und dem Frauenschwarm Mommsen, ermittelt Hauptkommissar Christoph Johannes in der scheinbar ganz normalen bürgerlichen Welt, hinter deren Fassade jedoch Hass und Mobbing regieren.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
eskimo81
Book Circle Community
5/5
29.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Schnüffelschwein
Mitten auf dem Marktplatz des beschaulichen Städtchen Bredstedt, im Herzen Nordfrieslands, wird ein Nachwuchsmanager tot aufgefunden. Die ersten Eindrücke des Arztes, er ist von ca. 40 Metern abgestürzt. Nur befindet sich weit und breit kein Hochhaus, kein hohes Gebäude, nichts, dass dies rechtfertigen könnte. Ist er vom Himmel gefallen?
Das Kripoteam um Christoph Johannes ermittelt und muss feststellen, hinter den Kulissen der “grossen Familie” herrscht Hass, Mobbing und viel Neid…
Mobbing, ein viel angesprochenes Thema. Für mich kein geeignetes Thema für einen Krimi, meist wird es ein bisschen verharmlost, zu wenig darauf eingegangen. Logischerweise, denn ein Krimi muss sich nicht um Probleme der Gesellschaft kümmern, sondern spannend und fesselnd sein. Hannes Nygaard muss ich ein Kränzchen winden! Er hat es geschafft, ein heikles und brisantes Thema unserer Gesellschaft in einen spannenden Krimi zu verpacken und klein aber fein mit dem Finger auf die Menschen zu zeigen und zu sagen: Mobbing ist schädlich. Mobbing kann zu einem schlimmen Ende führen.
Fazit: Ein Krimi der ein aktuelles und schlimmes Problem der Gesellschaft verpackt und trotz allem spannend, fesselnd und einfach süchtig machend ist. Ein guter, sehr guter Krimi, der auch einen Fingerzeig beinhaltet welcher in der heutigen Zeit sinnvoll ist. Leider wird auch dieser Krimi nichts an dem Verhalten der Menschen ändern. Mobbing wird es leider weiterhin geben. Wer weiss, vielleicht hilft es aber, dass es ein paar weniger sind…
Bewertung
aus Syke
5/5
10.03.2020
eBook (ePUB)
Spannendes Lokalkolorit
Die Reihe um Kommissar Johannes ist spannend und besticht durch Lokalkolorit. Wer Schleswig Holstein mag, wird auch diese Krimis mögen. Ich wäre nie auf den Mörder gekommen.
sommerlese
5/5
12.11.2015
Buch (Taschenbuch)
Dieser Krimi hat es in sich.…
Dieser Krimi hat es in sich. Er ist logisch aufgebaut, besticht nicht durch große Action und blutige Szenen sondern durch tolle Protagonisten und deren Lösung des Falls. Hier gibt es eine Menge origineller Personen mit ordentlich Ecken und Kanten. So werden die Probleme des Managers Roth mit viel Feingefühl beschrieben, ebenso die Position des schrulligen Kripo-Bosses, der sich vor seine Kollegen stellt. Aber auch die Ermittler haben so ihre speziellen Eigenarten, die man beim Lesen amüsiert bemerkt. Der nordfriesische Lokalkolorit wird mit ein wenig Plattdeutsch eingeflochten, die dänischen Nachbarn treten als trinkfeste Leute in Erscheinung und es wird ordentlich Tee getrunken. Hier wird der Norden dem Leser näher gebracht wie die ländliche Weite und der von Gezeiten abhängige Hafen Husums. Doch auch die schlechte Arbeitsmarktlage in dieser Region wird nicht verschwiegen. Man bekommt einen Eindruck von der Gegend. Ein spannender Krimi mit Lokalkolorit und vielen potentiellen Tätern! Lesenswert und besonders wenn man gerade an der Nordsee ist! Ein lesenswerter Urlaubskrimi für den Strandkorb.
Igelmanu66
aus Mülheim
4/5
02.05.2019
Buch (Taschenbuch)
Ruhiger Krimi mit interessanten psychologischen Einblicken
»Das ist eine harte Nuss. Wie soll jemand hier, mitten auf dem Platz, aus dieser Höhe abstürzen? Der muss wirklich vom Himmel gefallen sein.«
Ein kleines Städtchen in Nordfriesland, mitten auf dem Marktplatz liegt ein Toter. Die Todesursache ist schnell klar: Ein Sturz aus einer Höhe, wie sie ungefähr der 4. Etage eines Wohnhauses entspricht. Nur, dass es weit und breit kein höheres Gebäude gibt. Und bewegt wurde die Leiche auch nicht. Wirklich eine harte Nuss. Das Team der Kripo Husum nimmt sich des Rätsels an – obwohl es mal wieder eigentlich gar nicht zuständig ist…
Diesen Küstenkrimi fand ich sehr unterhaltsam. Die Ausgangslage ist herrlich knifflig, denn hier eine logische Erklärung zu finden, ist nicht leicht. Was mir besonders gefiel, waren die umfangreichen Ermittlungsarbeiten und Verhöre, die gut beschrieben werden. Nachdem das Ermittlerteam das persönliche Umfeld des Opfers ins Auge gefasst hatte, wurde schnell klar, dass auf dessen Arbeitsstelle nichts so läuft, wie es nach außen dargestellt wird. Eine ganze Reihe Verdächtiger kommen zusammen, viele Motive, Alibis und Verstrickungen. Und dann geschieht auch noch ein zweiter Mord im gleichen Umfeld, da liegt natürlich ein Zusammenhang nah.
Was dem Autor sehr gut gelungen ist, ist der Blick hinter die Kulissen einer offenbar sauberen Gesellschaft. Da wird so einiges aufgedeckt, was krampfhaft verborgen bleiben sollte und da wird so manchem der Spiegel vorgehalten.
Auch bei seinem Ermittlerteam lohnt ein Blick hinter die Fassade, die Charaktere erscheinen mir deutlich vielschichtiger, als es zunächst aussieht.
Die regionalen Besonderheiten kommen ebenfalls sehr schön rüber, häufig werden Landschaft und Wetter beschrieben, auf die charakterlichen Eigenarten der „Ureinwohner“ eingegangen und Sätze und Ausdrücke der dortigen Mundart eingestreut. Das alles sorgt für eine stimmige Atmosphäre, die Freunden der norddeutschen Küstenregionen gefallen sollte.
Was man bei diesem Krimi nicht erwarten darf, sind große Spannungsmomente. Alles ist recht ruhig, die Fälle werden nicht durch Verfolgungsjagden oder Schießereien gelöst, sondern durch Befragungen und Recherche. Das wirkt so im Grunde recht realistisch. Allerdings ist es mit dem Realismus wieder vorbei, wenn man bedenkt, dass die Beamten in Husum eigentlich gar nicht für Mordermittlungen zuständig sind, auch ständig aufgefordert werden, sich nicht einzumischen. Trotzdem agieren sie munter, machen Verhöre und sogar Dienstreisen. Parallel dazu scheinen die eigentlichen Ermittler der Mordkommission in Flensburg außer meckern nichts zu tun, bei parallelen Tätigkeiten müsste man sich doch normalerweise ständig über den Weg laufen. Außerdem ist es, bei aller Anerkennung für die Leistungen der Husumer, völlig unlogisch, dass die Flensburger nicht zu den gleichen Ergebnissen kommen würden.
Fazit: Ruhiger Krimi mit interessanten psychologischen Einblicken, guten Charakteren und toller Atmosphäre. Ein wenig mehr Realismus fehlt mir noch zum völligen Krimiglück.
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