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Produktbild: Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift
Artikelbild von Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift
Friedrich Nietzsche

1. Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift

Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift Volltextlesung von Axel Grube.

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Axel Grube

Spieldauer

7 Stunden und 47 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

01.01.2012

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

78

Verlag

Onomato Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

4099995554380

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Axel Grube

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Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

01.01.2012

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Fassung

ungekürzt

Medium

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Onomato Verlag

Sprache

Deutsch

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4099995554380

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"Lieber will noch der Mensch das Nichts wollen, als nicht wollen"

Zitronenblau am 10.02.2010

Bewertungsnummer: 626081

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Genealogie ist hinlänglich rezeptiert und bekannt. Im Grunde handelt es sich hierbei nicht um eine Ethik, die fragt: was und wie - sondern warum? Nietzsche bildet eine Art soziologische und psychologische ("Jeder ist sich selbst der Fernste") Abhandlung aus, die auf die geschichtlichen Ursachen der Moral hinaus will: Am Anfang war der Wille - der Wille zur Macht! Nietzsche legt drei Unterhandlungen vor: im Wesentlichen werden in der ersten Unterhandlung Herrenmoral und Sklavenmoral (Ressentiment) besprochen, wobei derjenige, der sowohl Herr als auch Sklave SICH immer als gut und die ANDEREN als schlecht bezeichnet, sodass Gut und Böse zu relativen Begriffen (je nach Moral aktiv oder reaktiv) werden. In der zweiten Unterhandlung kristallisiert sich der Wille zur Macht heraus - durch die Korrelation mit den begriffen "Schuld aus dinglicher Schuld" und "schlechtes Gewissen". Jedoch fiel mir schwer, die Systematik zu erkennen: ist Moral eine Folge von Schuldgefühlen oder schlechtem Gewissen? Oder sind beide eine Folge einer Moral? Einen psychoanalytisch interessanten Satz sehe ich in: "[...] das Leiden des Menschen am Menschen, an sich: als die Folge einer gewaltsamen Abtrennung von der thierischen Vergangenheit, eines Sprunges und Sturzes gleichsam in neue Lagen und Daseins-Bedingungen, einer Kriegserklärung gegen die alten Instinkte, auf denen bis dahin seine Kraft, Lust und Furchtbarkeit beruhte." Das erinnert mich an Schellings notwendiger Bosheit des Menschen, der aus der Finsternis des Schoßes geboren wurde. Freilich sollte man hier sehr vorsichtig sein, wenn man auf der Suche nach Wahrheit ist. Die dritte Unterhandlung thematisiert das Ideal der Askese, das alle die "praktizieren" (wohl eher: "denken", denn "Ein verheiratheter Philosoph gehört in die Komödie"), die sich vom Machtwillen abwenden mit einem Nein. U.a. (teilweise ästhetischen Ausführungen ?) erklärt er dadurch auch den Nihilismus, denn da Nicht-Wollen schlechterdings unmöglich ist, Wille immer ist, entschließt der Mensch sich kurzerhand zum Nichts-Wollen. Letztlich wird - anders noch als m.E. bei Schopenhauer - das asketische Ideal als verderbend eingeschätzt. Dessen eingedenk nun bleibt (für mich jedenfalls) das Fazit offen. Sollen wir Zarathustra fragen? Wahrscheinlich... Irgendwo da muss die "neue Moral" zu finden sein.

"Lieber will noch der Mensch das Nichts wollen, als nicht wollen"

Zitronenblau am 10.02.2010
Bewertungsnummer: 626081
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Genealogie ist hinlänglich rezeptiert und bekannt. Im Grunde handelt es sich hierbei nicht um eine Ethik, die fragt: was und wie - sondern warum? Nietzsche bildet eine Art soziologische und psychologische ("Jeder ist sich selbst der Fernste") Abhandlung aus, die auf die geschichtlichen Ursachen der Moral hinaus will: Am Anfang war der Wille - der Wille zur Macht! Nietzsche legt drei Unterhandlungen vor: im Wesentlichen werden in der ersten Unterhandlung Herrenmoral und Sklavenmoral (Ressentiment) besprochen, wobei derjenige, der sowohl Herr als auch Sklave SICH immer als gut und die ANDEREN als schlecht bezeichnet, sodass Gut und Böse zu relativen Begriffen (je nach Moral aktiv oder reaktiv) werden. In der zweiten Unterhandlung kristallisiert sich der Wille zur Macht heraus - durch die Korrelation mit den begriffen "Schuld aus dinglicher Schuld" und "schlechtes Gewissen". Jedoch fiel mir schwer, die Systematik zu erkennen: ist Moral eine Folge von Schuldgefühlen oder schlechtem Gewissen? Oder sind beide eine Folge einer Moral? Einen psychoanalytisch interessanten Satz sehe ich in: "[...] das Leiden des Menschen am Menschen, an sich: als die Folge einer gewaltsamen Abtrennung von der thierischen Vergangenheit, eines Sprunges und Sturzes gleichsam in neue Lagen und Daseins-Bedingungen, einer Kriegserklärung gegen die alten Instinkte, auf denen bis dahin seine Kraft, Lust und Furchtbarkeit beruhte." Das erinnert mich an Schellings notwendiger Bosheit des Menschen, der aus der Finsternis des Schoßes geboren wurde. Freilich sollte man hier sehr vorsichtig sein, wenn man auf der Suche nach Wahrheit ist. Die dritte Unterhandlung thematisiert das Ideal der Askese, das alle die "praktizieren" (wohl eher: "denken", denn "Ein verheiratheter Philosoph gehört in die Komödie"), die sich vom Machtwillen abwenden mit einem Nein. U.a. (teilweise ästhetischen Ausführungen ?) erklärt er dadurch auch den Nihilismus, denn da Nicht-Wollen schlechterdings unmöglich ist, Wille immer ist, entschließt der Mensch sich kurzerhand zum Nichts-Wollen. Letztlich wird - anders noch als m.E. bei Schopenhauer - das asketische Ideal als verderbend eingeschätzt. Dessen eingedenk nun bleibt (für mich jedenfalls) das Fazit offen. Sollen wir Zarathustra fragen? Wahrscheinlich... Irgendwo da muss die "neue Moral" zu finden sein.

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