Produktbild: Die Wortlosen

Die Wortlosen Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.10.2024

Verlag

Volk Verlag

Seitenzahl

300

Maße (L/B/H)

20,3/12,9/2,6 cm

Gewicht

420 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86222-512-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.10.2024

Verlag

Volk Verlag

Seitenzahl

300

Maße (L/B/H)

20,3/12,9/2,6 cm

Gewicht

420 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86222-512-5

Herstelleradresse

Volk München
Neumarkter Str. 23
81673 München
DE
info@volkverlag.de

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  • Bewertung

    aus Marl

    5/5

    24.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Geschichte eines unverarbe…

    Die Geschichte eines unverarbeiteten Todes, wortlos gemacht von der eigenen Familie und dann eine Freundin, die 'hilft' Es sind die 1970er Jahre, Vater, Mutter, zwei gesunde Kinder, ein Sohn und eine jüngere Tochter, eine Vorzeigefamilie, die alle Klischees der damaligen Zeit erfüllt. Sonja, von ihrem bewunderten Bruder Uli nach einer nächtlichen Mutprobe nach dem Durchwaten der Isar zu Moon umbenannt, sie ist diese Geschichte. Sie beschreibt ihr Leben, der ultimative Einschnitt, als ihr Bruder als 11-jähriger ertrinkt. Es soll ein Badeunfall gewesen sein. Die Familie trotzt dem Unfassbaren mit einem Neufang, der Umzug aufs Dorf. Doch was wir als Leser dann an Moons Seite erleben, ist das pure Davonlaufen, vor allem, was geschah. Zweigen, gar Verleugnung, die Familie, sie zerbricht an ihrer Wortlosigkeit. Die Mutter beginnt zu trinken, der Vater stürzt sich in die Arbeit und sein Weg führt zu anderen Frauen. Und Moon, sie bleibt zurück. Da ist niemand, der ihre stummen Schreie hören will, bis auf die Nachbarstochter, die sie fast schon rettet, ihr zuhört, zu einer wirklichen Freundin wird. Moon fängt sich, scheinbar, erst einmal, doch dann kommen die Erinnerungen wieder. Flashbacks, Szenen, die sie sich nicht erklären kann, was konstruiert ihr Hirn da, aus der Not heraus. Diese Geschichte, deren Schreibstil, er ist sehr authentisch und präsent, um das alles kundzutun. Ob real oder dem Inneren dieses leidenden Mädchens entstanden, viel Schwere, Traurigkeit, Verzweiflung, Not liegt darin und das Konkrete, das, was wirklich als tatsächlich geschehen zu benennen ist, kommt ein wenig abhanden. Das ermöglicht zwar eigene Gedanken, aber dieses Unwägbare geht schon sehr weit. Manchmal erscheint es einem zu viel, denn man sehnt sich, sucht für Moon nach Lösungen, die wirklich sind. Ein Buch, unerwartet und besonders in seinem Leseerlebnis, zum Durchatmen gibt es nicht viel, aber die Schwere auszuhalten, es lohnt sich und es begleitet einen noch lange danach.

  • ullap64

    aus Kleve

    5/5

    14.03.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wahrnehmungsstörungen?

    Wir schreiben die 70er Jahre in Deutschland. Sonja, genannt Moon, ist noch sehr jung, als ihr älterer Bruder mit 11 Jahren in der Isar ertrinkt. Ein Badeunfall. So wird es zumindest dargestellt. Die Familie lebt mit dem Unglück weiter, aber auch nach Jahren hat Moon immer wieder schreckliche Bilder im Kopf, die sie nicht recht greifen kann... Diese sehr unter die Haut gehende Geschichte konnte ich nicht in einem Zug weglesen, zu sehr gingen mir die Bilder unter die Haut. Sprachlosigkeit, Gleichgültigkeit, Verdrängung, Angst oder Wahrnehmungssstörungen sind hier die Stichworte, die die Geschichte tragen. Dabei habe ich mich als Leser des öfteren gefragt, was Wahrheit ist und was Einbildung. Was hält eine Familie nach solch einem Geschehen noch zusammen, oder entfremdet es sie gar? Das Ende des Romans war folgerichtig, aber schwer zu ertragen. Große Erzählkunst der Autorin!

  • Desiree

    aus Wanne-Eickel

    5/5

    26.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Moon ist klein, als ihr…

    Moon ist klein, als ihr Bruder Ulli stirbt und das Schweigen um seinen Tod wird noch durch einen Umzug verstärkt. Als Teenager versucht sie die verlorene Verbindung zu ihm wiederzuerwecken, doch ihre Mutter ertränkt ihren Kummer und ihr Vater geht lieber arbeiten, was wohl auch besser so ist. Dann kommt es zu komischen Aussetzern, welche die lang verdrängten Bilder heraufbeschwören und Moon muss sich der Vergangenheit stellen. Nur Freundin und Nachbarin Tessa steht ihr bei, was wirklich nicht immer leicht ist. „Die Wortlosen“ von Marion Haass-Pennings ist mein Überraschungshighlight diesen Jahres und keine leichte Kost. Schon ab dem Prolog merkt man, dass das etwas ganz schön im Argen liegt. Schnell hatte ich das Gefühl, dass da etwas in der Familie passiert ist und Ullis Tod kein Badeunfall war. Moon ist die einzige Erzählerin und keinesfalls zuverlässig, was umso authentischer ist, da sie stark traumatisiert zu sein scheint - sie weiß es einfach nicht besser, kann Erinnerungen nicht richtig abrufen und verliert später sogar Zeit. Doch irgendwann wird ihr klar, dass etwas schrecklich passiert sein muss und das es totgeschwiegen wird. Marion Haass-Pennings versteht es, Lücken zu lassen und einem beim Lesen genau den richtigen Raum zu geben. Sie deutet an, zeigt, aber erklärt nichts. Sie beherrscht „Show don’t tell“ und zieht einen so in eine Geschichte, die verwirrend und schmerzhaft ist und mich noch länger nicht loslassen wird. Auch sprachlich hat es mich tief beeindruckt. Ich freue mich sehr, dieses Debüt entdeckt zu haben und auf zahlreiche weitere Romane aus Marion Haass-Pennings Feder.

  • Rebecca Beer

    5/5

    20.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wundervolle, berührende Geschichte

    Kurzrezi "Die Wortlosen" von Marion Haass- Pennings.Gelesen als Hardcover Ausgabe (264 Seiten) mit Schutzumschlag vom Volk Verlag Darum geht es: Sonja und Ulli Brandt sind ganz normale Geschwister. Mal lieben sie sich, mal streiten sie. Sonja, die von ihren Eltern Ilse und Hermann, eigentlich nur Sonny genannt wird, schaut zu ihrem großen Bruder auf. Der hat eigentlich immer ein Abenteuer und Flausen im Kopf. So durchwatet er beispielsweise in der Nacht mit seiner Schwester die Isar, als Mutprobe. Seither nennt er sie Moon. Die Familie scheint wie aus der Werbung der 70er zu sein. Dann stirbt Ulli mit 11 Jahren, bei einen Badeunfall an der Isar und ab dahin ist alles anders. Die Familie zieht aus ihrem alten Haus in ein neues, die Eltern entfremdet sich, die Mutter beginnt zu trinken. Allein und ohne "Stimme" bleibt Moon, die all diese Veränderungen nicht einordnen kann. Allein ihre neue Freundin Tessa ist für sie da. Zusammen versuchen sie die unbearbeitet Trauer aufzuarbeiten, bevor sie Moon tötet. Meine Meinung: Ich glaube jeder kennt diese Familien. Selbst eine Affäre wird weggelächelt. Die wohlerzogenen Kinder, die adrette Mutter und Hausfrau und den Familienvorstand, der nach harter Arbeit in den Schoß der Familie heimkehrt, um seinen gebadeten Sprösslingen einen "gute Nacht" Kuss auf den Scheitel zu drücken. Da ist kein Platz für intensive Gespräche, das Familienleben läuft in geregelten Bahnen. "Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise." So schrieb es Lew Tolstoi in Anna Karenina. So habe ich auch dieses Buch empfunden. Die Familie Brandt zerbricht an ihrer nicht bewältigten Trauer, um ihren Sohn/ Bruder Ulli. Schon durch den Schreibstil, aus der Sicht von Moon, wird klar, dass niemand in der Familie den Tod thematisiert. Es wird weggezogen, weggetrunken und sich aus dem Weg gegangen. Moon Versuch den Tod auf Fotos zu bannen, zerbricht aber fast daran. Im Verlauf des Buches und der Jahre wird der Stil immer abstrakter, wie Moons Gedanken. Sah man am Anfang noch das kleine Mädchen, sieht man irgendwann die psychisch kranke Moon. Erst auf den letzten Seiten, beruhigt sich der Schreibstil wieder. Persönlich fand ich dieses Buch sowohl von der Story, aber auch vom Stil her, sehr kongruent und interessant. Es wird sicherlich ein paar Menschen triggern, aber dieses Thema ist gut und feinfühlig verarbeitet worden. Von mir bekommt die Geschichte eine Leseempfehlung und ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️/5 Sternen

  • Lisa

    5/5

    18.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sehr treffender Titel für eine sprachlos machende Geschichte

    Wie Titel und Inhaltsbeschreibung bereits nahelegen ist „Die Wortlosen“ der Autorin Marion Haass-Pennings keine leichte Lektüre. Schon im Prolog schaffte es Marion Haass-Pennings für ungeteilte Aufmerksamkeit zu sorgen. Im gesamten Buch begleiten wir Protagonistin Moon von ihrer Kindheit an bis in die frühen Erwachsenenjahre. Durchgehend macht die Autorin dabei Andeutungen, vieles löst Unbehagen aus ohne das sofort klar ist warum. Moon durchlebt viel Schwieriges, war für mich selbst aber nicht immer ein einfacher Charakter. Letztlich kam bei mir aber vor allem Mitleid für sie auf. Abgesehen von der bewegenden Familiengeschichte, muss auch die Zeit in welcher die Handlung spielt beachtet werden. Denn in den 1970er Jahren war wohl noch ein ganz anderer Umgang mit Kindern normal. Insgesamt nimmt die Geschichte gefangen und bewegte mich emotional sehr. Gerade das Ende konnte mich nochmal stark überraschen und liest sich unglaublich krass. Aber auch in vorherigen Kapiteln kommt es etwa durchs Moon Faszination für tote Tiere zu teils morbiden Szenen. In nur ein Genre lässt sich der Roman finde ich kaum fassen. Sprachgewaltig und doch subtil reißt die Geschichte einfach mit. In der Gesamtheit eine runde Sache, auch wenn mich die Lektüre aufgewühlt zurück lässt.

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