Jordan B. Peterson, Autor von "12 Rules for Life", über Identität, Glaube und Verantwortung: Kulturelle und private Stabilität finden bei der Quelle des Lebens.
Jordan B. Peterson ist ein Experte menschlicher Seinszustände und deren kultureller Wirkung. Der Psychologe und Menschenkenner weiß um die Tragkraft und die Bruchstellen von menschlichem Zusammenleben. Im Mittelpunkt seiner vorliegenden Gedanken steht das Prinzip gegenseitiger Unterordnung von Identität und Verantwortung. Mit der ihm eigenen Würze beschreibt der Autor eine Vision von persönlicher und kollektiver Identität, die erst im Zusammenspiel entstehen und aufblühen kann. Damit skizziert er eine Art Matrix kultureller Stabilität. Im Nachspüren der verschiedenen Ebenen offenbart der Text eine überraschende Entdeckung: die Zusammengehörigkeit von mentaler Gesundheit, Krieg und Frieden, persönlicher Freiheit und dem Wunsch nach einem erfüllten Leben. Zusammen mit Co-Autor Jonathan Pageau fördert Jordan Peterson jahrtausendealte Wahrheiten zutage. Manches scheint aus der Zeit gefallen und ist vielleicht gerade darin schon wieder ein Signal für die Bedürfnisse kommender Zeiten. Gleichzeitig lotst Peterson den Leser immer näher an die Quelle des Lebens und zeigt, wie seine Schlüsselgedanken im Alltag fruchtbar gemacht werden können.
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19.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Seinen Weg weg von der Hölle…
Seinen Weg weg von der Hölle hin zum Himmel lenken, es ist für jeden in jeder Minute möglich, an jedem Tag. „Es ist der Aufruf zu einer göttlichen Verantwortung.“ Jordan B. Peterson vermittelt mit diesem ermutigenden Buch jene Essenz des Seins, die jeden von uns tragen und erweitern, die uns verzaubern kann. „Denken Sie darüber nach, was sie der Welt bieten könnten, wenn wir alles gäben, was wir haben.“ Für den Staat Israel gab es zunächst wenig mehr als Wüste, heute wird dort mit Tröpfchenbewässerung Land urbar gemacht und grün verzaubert. Jedem von uns ist das auch möglich, in fast allen Umgebungen, mögen sie auch noch so depressiv erscheinen. „Der Staat ist es nämlich, der sich ausdehnt, um all die Zwischenrollen und -verantwortlichkeiten zu übernehmen, die das zu sehr auf sich bezogene Individuum aufgibt.“ Um das zu erkennen, den kollektivistischen Drang des Staates zu ermessen, eignen sich viele Bilder aus der Bibel. Zum Beispiel die „H..e Babylon“ als Symbol für den Übergang vom Hedonismus der Weimarer Republik in das Totalitäre Dritte Reich. „Oder wenn aus dem Anarchismus der Französischen Revolution das zentralistische napoleonische Kaiserreich wird.“ Der Corona Dirigismus ist ähnlich zu sehen, „bei der sich im wahrsten Sinne des Wortes um eine Plage des Autoritarismus handelte…Alle, die sich dagegen aussprachen, wurden verteufelt, bestraft, geächtet und ausgegrenzt. Die Mehrheit machte jedoch begeistert mit und ergriff gerne die Möglichkeiten, einmal mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger die eigenen Nachbarn zu verpfeifen.“ Die Lösung aller Probleme durch Bürokratie, Vorschriften und Gängelung durch den Staat führt aber bei Individuen zu Anonymität, Angst und einsamer Hoffnungslosigkeit. Morgens um 6 kann der Laptop abgeholt werden. Der technische Fortschritt beschleunigt diesen Prozess weiter. Soziale Plattformen sammeln Daten und verwenden sie gegen das Individuum und Konzerne verhängen willkürliche Kommunikationsbeschränkungen, „die an Gefährlichkeit alles übertreffen, was sich selbst Pessimisten wie Aldos Huxley und George Orwell nur erträumen konnten.“ Der absolute Staat verdrängt die individuelle Identität, er macht ihr Angst und führt zu einer Radikalisierung von Personen und Maßnahmen. Wenn Trudeau sagt, sein Land sei post-national, ergibt sich das aus der Neigung, „über Begriffe wie Inklusion, Vielfalt und Gleichberechtigung eine neue soziale Identität zu schaffen.“ Peterson zeigt das Ergebnis dieser Ideologie auf: „Eine Nation auf Vielfalt und Offenheit zu reduzieren, bedeutet letzten Endes, sie zu zerstören, denn Vielfalt ohne Einheit kann nur Auflösung bedeuten.“ Ein so agierender Meta-Staat verlangt, dass alle konkurrierenden Identitäten sich in ihm auflösen, und nach Peterson mit ihm untergehen. “Multikultivielfalt” ist nach Peterson mithin eine gefährliche, nicht durchdachte Konzeption. Es ist ein ideologischer Begriff, eine Verkaufslackierung, die ethnischen Stress mit bunter Farbe übertünchen möchte. Demnach soll „jegliche Andersartigkeit und Marginalisierung an sich in den Himmel gelobt werden.“ Peterson erklärt dann weiter: „Damit einher geht die unmögliche Forderung, diese Vielfalt zu einer Art Maibaum zu machen, um den alle glücklichen Kinder der Gegenwart und Zukunft in Ewigkeit zu tanzen haben.“ (S. 95) Die Regenbogenflagge hat sich nach Peterson zu einem Abbild eines globalisierenden Totalitarismus gewandelt, gegen den sich der Wind der Geschichte aktuell dreht. Im Zentrum muss gestern wie heute die Familie stehen aus Vater, Mutter und Kindern, die ihr kulturelles Erbe wahrt, anerkennt und in gemeinsamen Feiern die Zukunft in Harmonie auch mit allen Minderheiten zu stehen, ohne diese als neuen Maibaum in die Mitte zu stellen.
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