Produktbild: Erste Töchter

Erste Töchter Roman

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16,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

43823

Erscheinungsdatum

19.08.2024

Verlag

Paul Zsolnay Verlag

Seitenzahl

160 (Printausgabe)

Dateigröße

2502 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783552075337

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Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • entspricht der Vorgabe EPUB Barrierefreiheit 1.0 AA
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert

Verkaufsrang

43823

Erscheinungsdatum

19.08.2024

Verlag

Paul Zsolnay Verlag

Seitenzahl

160 (Printausgabe)

Dateigröße

2502 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783552075337

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    05.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Traumatische Kindheit und Jugend...

    Karl kehrt nach zwölf Jahren Gulag mit russischer Ehefrau und zwei Töchtern nach Wien zurück. Von dem, was ihm passiert ist, will man im Nachkriegsösterreich nichts wissen. Den „Russen“ begegnet man bestenfalls mit Misstrauen. So rasch wie nur möglich und mit allen Mitteln muss deshalb der gesellschaftliche Aufstieg gelingen. Karl lässt sich scheiden, heiratet eine junge Medizinstudentin, zieht nach Deutschland, knüpft zweifelhafte Verbindungen nach Moskau – und trennt seine Töchter. Lara und Luna wachsen fortan in verschiedenen Welten auf: die eine in einfachen Verhältnissen bei der Mutter in Wien, die andere beim Vater und seiner neuen bürgerlichen Familie in München. (Verlagsbeschreibung) Autofiktion - unter dieser Prämisse werden derzeit viele Romane geschrieben. Wie viel Fiktion hier in diesem kurzen Buch beinhaltet ist, weiß man nicht. Viel Autobiografisches ist jedoch eingeflossen - und “Erste Töchter” ist offenbar ein Folgeband von “Junischnee”, den ich aber noch nicht gelesen habe. Luna scheint das Alter Ego der Autorin Ljuba Arnautovic zu sein, die Erzählung widmet sich jedoch auch anderen Charakteren, vor allem ihrer Schwester Lara und dem Vater. Der Vater Karl dominiert das Geschehen, er schiebt die Figuren in seinem Umfeld wie beim Schach hin und her, Bauernopfer werden achselzuckend in Kauf genommen. Ehefrauen werden sitzen gelassen, wenn sich etwas Besseres ergibt, die Kinder immer wieder aus ihrer Umgebung gerissen und, wenn es den Zwecken Karls dient, auch ins Kinderheim abgeschoben. Seine Gerissenheit setzt Karl ein für endlose Manipulationen, kalt, hartherzig, egozentrisch, hochstaplerisch, rücksichtslos, narzisstisch. Seine eigene Zeit in Russland (zwölf Jahre Gulag!) hat ihn natürlich geprägt - aber wie immer gilt: das ist eine Erklärung, keine Entschuldigung.  Die intensive Beschäftigung der Autorin mit der Geschichte ihres Vaters bietet ihr womöglich ein Verstehen, macht die erlittenen eigenen Traumata dagegen kein bisschen weniger schlimm. Die Trennung von der Mutter, die Heimaufenthalte, sie als die Ältere mit Verantwortungsgefühl der Jüngeren gegenüber und gleichzeitig die Ohnmacht, doch nichts ausrichten zu können, die Stiefmutter und die erneute Trennung, der Leistungsdruck des Vaters ohne dass sie den Erwartungen entsprechen konnte (gymnasialer Zweig), immer wieder verfrachtet in neue Lebenssituationen ohne eine wirklich konstante verlässliche Bezugsperson. Urvertrauen, Bindungssicherheit, Selbstbewusstsein - sicherlich Fremdwörter für Luna.  Ergänzt wird die Familiengeschichte durch Anmerkungen zum jeweiligen politisch-gesellschaftliche Geschehen, was bei der zeitlichen Einordnung der Handlung hilft. So sind nicht alle “Erziehungsbesonderheiten” des Vaters ausschließlich auf seine Persönlichkeit und seine seelischen Narben zurückzuführen, vieles passt einfach auch ins damalige Zeitbild. Die Literatur und später die eigene Politisierung (auch hier sind die Querverweise auf das damalige politsch-gesellschaftliche Geschehen hilfreich) sind bedeutsame Anker für Luna, die ihr helfen, nicht zusammenzubrechen.  Die Autorin hat einen sehr distanzierten, nahezu berichthaften Schreibstil gewählt, der Emotionen vollkommen außen vor lässt - vielleicht eine Möglichkeit, beim Schreiben selbst die notwendige Distanz zu den vielen traumatischen Erlebnissen einhalten zu können? Einzelne Sätze lassen aber doch anklingen, was die jeweiligen Ereignisse ausgelöst haben. Und manchmal war es, als wallten bei mir stellvertretend die Emotionen auf, die die Autorin im Text selbst verweigert.  Ein kurzes Buch - ich mag hier nicht “Roman” schreiben - das gegen Ende doch irgendwie unfertig wirkt. Im letzten Drittel wirken die Szenen arg zusammengestückelt, Episoden, die wohl unbedingt noch geschildert werden sollten ohne dass sich mir immer ein Bezug erklärte. Manches bleibt im Unklaren, was ich gerne aufgelöst gewusst hätte, eine klare Linie fehlt letztendlich. Alle in allem: sehr komprimiert, sehr distanziert - und dennoch… Es hat auch was!   © Parden

  • Bories vom Berg

    aus München

    1/5

    20.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lakonisch knapp erzähltes…

    Lakonisch knapp erzähltes Seelenchaos In ihrem dritten Roman mit dem Titel «Erste Töchter» setzt die in Russland geborene und in Wien lebende Schriftstellerin Ljuba Arnautović die autobiografisch geprägten Erzählungen aus ihrer Familiengeschichte fort. Der schmale Band handelt von zwei Töchtern, deren Leben ganz entscheidend durch die wechselvolle Nachkriegszeit geprägt ist. Deren Vater Karl kehrt nach zwölf Jahren im Gulag nach Wien zurück, er hat in Russland geheiratet und in zähen Kämpfen die Ausreise-Erlaubnis für sich, seine russische Frau Nina und die zwei kleinen Töchter Lara und Luna erhalten. Aus der Danksagung im Roman ergibt sich, dass die zwei Jahre jüngere Luna in Manchem der Schwester der Autorin gleicht, während die Figur der Lara wohl der Autorin selbst nachempfunden ist. Es beginnt im ersten Kapitel mit einer konventionell erzählten Szene in einem Café in München, in dem die 23jährige Medizinstudentin Dörte nach einem ihrer Museumsbesuche auf einen attraktiven Mann aufmerksam wird, ein «Frank-Sinatra-Typ», wie es heißt, der sie wegen der ausliegenden Zeitungen anspricht. Nicht lange danach werden Karl und Dörte heiraten. In den 38 folgenden Kapiteln berichtet die Autorin in wechselnden Rückblenden, nun sehr distanziert und betont sachlich, von den Schwierigkeiten, die sich dem traumatisierten Karl bei seiner beherzt angegangenen, beruflichen Kariere in den Weg stellen, sowie von deren Auswirkungen auf seine beiden erstgeborenen Töchter. Der als Neunjähriger von seinen kommunistisch gesinnten Eltern während der politischen Kämpfe in faschistischen Österreich vorsichtshalber ins Exil nach Russland geschickte Karl bringt als 21jähriger Heimkehrer nur sein exzellentes Russisch ins Berufsleben mit, er hat keinerlei Ausbildung. Mit eisernem Willen, es zu etwas zu bringen in seinem verpfuschten Leben, macht er Karriere als Dolmetscher, begleitet Geschäftsleute bei Besuchen in Russland. Er gründet schließlich sogar eine eigene Firma, die in einer monatlichen Zeitschrift über wissenschaftliche Veröffentlichungen in Russland berichtet und gut bezahlte Aufträge für Übersetzungen dieser Artikel ins Deutsche übernimmt. Nach der Scheidung von Nina, bei der er durch einen fiesen Trick das alleinige Sorgerecht für die beiden Töchter bekommt, heiratet er Dörte und zieht mit ihr nach München. Schon bald aber trennt er die Töchter und schickt Luna zurück zur Mutter nach Wien. Fortan verkehren die Beiden in Briefen miteinander und sehen sich persönlich nur sehr selten. Geschickt baut die Autorin sämtliche relevanten gesellschaftlichen Ereignisse und Entwicklungen im post-faschistischen Österreich und Deutschland mit ein in ihre Familiengeschichte, eine politische Tour d’Horizon durch die 1970er und 1980er Jahre. Sie tut das zielgerichtet in einer protokollartig knappen, einfachen Sprache, wobei deren Nüchternheit geradezu verstörend wirkt in Anbetracht der seelischen Verheerungen, die der egoistische und autoritäre Vater rücksichtslos bei seinen «Ersten Töchtern» anrichtet. Am Ende des Romans ist er zum vierten Mal verheiratet und hat seinen Frauen allesamt übel mitgespielt, den Müttern wie den Töchtern. Es fällt auf, dass die Autorin scheinbar gezielt vermeidet, näher auf die seelischen Schäden einzugehen, die Karl da anrichtet. Der Roman wird lakonisch knapp aus der Distanz heraus in einer an amtliche Protokolle erinnernden, zielgerichteten Sprache erzählt. Für Emotionen oder poetische Ausschmückungen ist darin keinerlei Platz, alles bleibt geradezu stocknüchtern sachlich. Ljuba Arnautović beleuchtet das Seelenchaos ihrer weiblichen Figuren und auch den Charakter von Karl in keiner Weise, klammert also psychische Wirkungen und Schäden weitgehend aus. Genau solche vom Leser erwarteten emotionalen Einblicke wären aber bei dem gewählten Thema unbedingt erforderlich für eine unterhaltsame oder gar bereichernde Lektüre, ein unverzeihliches Manko also dieses von so tief berührenden Schicksalen geprägten Romans!

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