"Rosa" widmet sich den großen Fragen des Lebens - tiefgründig, lebensklug und wunderbar leicht
Vigga, Ende zwanzig, lebt in ihrem eigenen kleinen Kosmos. Einzig ihre lebenslustige, aufgeschlossene Freundin Maiken schafft es immer wieder, sie aus ihrer Komfortzone zu locken. Als diese schwanger wird, fürchtet Vigga, dass nun alles anders wird, und zieht sich zurück. Zur selben Zeit begegnet sie in einem Aquarium in Kopenhagen dem Oktopus Rosa. Fasziniert von dem intelligenten, einzelgängerischen Wesen hinter Glas, beginnt sie, Rosa täglich zu besuchen, und ein zartes Band zwischen Mensch und Tier entsteht. Durch Rosa erkennt Vigga: Ohne Strömung und Bewegung ist es unmöglich zu leben. Und so beschließt sie, ihr Leben neu anzugehen.
Ein mitreißend erzählter, tiefgründiger Roman, in dem sich Anne Cathrine Bomann wie in ihrem Bestseller Agathe den großen Fragen des Lebens widmet.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
15.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rosa
Eine berührende Geschicht, die mitten ins Herz geht. Tiefgründig über eine aussergewöhnliche Freundschaft und die zeigt, das Selbstreflektion durchaus sinnvoll sein kann.
Ein absolutes Lesevergnügen.
mimitatis_buecherkiste
aus Krefeld
5/5
21.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Faszinierend und berührend
Vigga ist eine Einzelgängerin, einzig ihre beste Freundin Maiken ist ihr ganzes Glück. Als Maiken schwanger wird, zieht sich Vigga zurück. Während eines Praktikums im Kopenhagener Aquarium begegnet sie Rosa, einem Oktopus, und ist fortan in jeder möglichen Minute bei ihr, so begeistert ist sie von dem achtarmigen Tintenfisch. Bald muss sie aber erkennen, dass nichts von Dauer ist.
»Kann sie sich an die wogenden Wellen erinnern, an wirbelnde Tänze über dem Meeresgrund? Weiß sie noch, wie es war, im nächtlichen Meer auf die Jagd zu gehen, kann sie etwas vermissen, was sie längst vergessen hat?« (Seite 92)
Ich bin von der ersten Seite an gebannt, werde angezogen von Victoria alias Vigga, aber auch oder in erster Linie von Rosa, diesem faszinierenden Geschöpf, über das ich fast gar nichts wusste, was sich nun geändert hat. Gemeinsam haben beide ihre Einsamkeit, ihr Bedürfnis nach Ruhe, ihre Suche nach einem Ort, an dem sie in Frieden gelassen werden. Und dennoch: Ohne Strömung und Bewegung, wie es bereits im Klappentext steht, funktioniert es nicht.
Es war spannend, dabei zuzusehen, welche Entwicklung Vigga durchgemacht hat. Ihre Gedanken, Gefühle und gewonnenen Einsichten berührten mich. Mir gefiel ihre Reflexion, und dass sie nicht im Stillstand verharrte. Die unfassbar interessanten Informationen über Oktopusse vervollständigten das Bild. Es gab viele schöne Momente, dramatische Szenen und auch traurige Episoden fehlten nicht. Ein wunderbares Buch, das ich gerne empfehle.
Ingrid
aus Erkelenz
5/5
11.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Veränderungen jenseits selbstgesetzter Grenzen sind möglich
Der Titel „Rosa“ auf dem orangefarbigen Cover des gleichnamigen Buchs von Anne Cathrine Bomann überrascht. Es ist der Name des Oktopus, dessen Pflege die Protagonistin Vigga bei ihrem Beschäftigungsverhältnis im Ozeaneum in Kastrup, einem Stadtteil einer Vorstadt von Kopenhagen, übernimmt. Dementsprechend ziert ein blauer Krake den Buchdeckel.
Vigga hat bisher nur in Jobs gearbeitet, die das Jobcenter ihr zugewiesen hat. Diesmal ist es eine halbjährige Tätigkeit im Aquarium, die ihr angeboten wird. Bereits zu Beginn ihrer Arbeit stellt sie sich die Frage, wie lange es dauert, bis sie kündigt oder gekündigt wird. Schnell ist sie gelangweilt, findet aber nicht aus dem Kokon, den sie selbst um sich herum gesponnen hat. Sie sucht das Alleinsein, denn dann kann niemand sie mit Worten verletzten. Inzwischen kommt sie besser mit dem Gefühl emotionaler Taubheit zurecht, das sie seit ihrer Kindheit begleitet.
Erst vor wenigen Jahren hat sie Freundschaft mit der etwa gleichaltrigen Maiken geschlossen. Die beiden sind nicht immer einer Meinung, aber sie respektieren sich in besonderem Maße. Sie lachen gemeinsam, gehen zusammen auf Reisen und sie besuchen verschiedene Aktivitäten. Während sie im Ozeaneum arbeitet, wird ihre beste Freundin schwanger. Vigga muss sich auf zukünftige neue Verhältnisse in der vertrauensvollen Beziehung einstellen. Gleichzeitig wird ihr an ihrer Arbeitsstelle die Betreuung des Oktopus Rosa übertragen. Feinfühlig beschäftigt sie sich mit der Lebensform der Kraken und versucht sich in Rosa einzudenken. Sie hinterfragt die Art und Weise der Unterbringung im Aqauarium hinter Schaugläsern. Durch Viggas Recherchen zu Tintenfischen erfuhr auch ich als Leserin einige interessante Details über Oktopusse.
Anne Cathrine Bomann gelingt es auf sensible Weise die Eigenwilligkeit ihrer Hauptfigur herauszustellen. Vigga ist immer wieder zurückgewiesen worden und war zahlreichen Konflikten ausgesetzt. Daher beobachtet sie andere Menschen, um sich deren Verhalten anzueignen und es selbst in ähnlichen Situationen zu zeigen. Kraken sind Einzelgänger, daher glaubt sie in Rosa etwas von ihrem eigenen Charakter wiederzufinden. Statt sich anzupassen, zeigt der Kraken seinen eigenen Willen bis zum Schluss und lässt sich von außen nicht beeinflussen. Für Vigga wird Rosa zum Antrieb, Neues auszuprobieren.
Mit dem einfühlsam geschriebenen Roman „Rosa“ zeigt Anne Cathrine Bomann, dass eine Veränderung jenseits der selbst gesetzten Grenzen gelingen kann. Gerne empfehle ich das Buch weiter.
Niko
aus Austria
5/5
27.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine tiefgründige und inspirierende Geschichte
"Rosa" von Anne Cathrine Bomann ist ein tiefgründiger und bewegender Roman, der viele Themen anspricht und zum Nachdenken anregt.
Die Hauptprotagonistin Vigga ist eine junge Frau Ende ihrer zwanziger Jahren. Sie ist introvertiert und hat Schwierigkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen. Ihre beste und einzige Freundin ist Maiken, die lebenslustig und aufgeschlossen ist. Maiken wird schwanger und wir sind Zeuge der Entfremdung zwischen Wigga und Maiken, ein Prozess, der etwas schneller geht, als sich Vigga gedacht hat.
Zur selben Zeit fängt Vigga die Arbeit im Aquarium in Kopenhagen. Auch hier ist Vigga sehr zurückhaltend und macht sich keine neuen Freunde. Sie macht ihre Arbeit, ist aber nicht besonders interessiert, bis sie eines Tages den Oktopus Rosa trifft. Zwischen Rosa und Vigga entsteht eine zarte Verbindung und Vigga fängt an, sich auf die Arbeitstage zu freuen.
Der Schreibstil der Autorin Anne Cathrine Bomann ist flüssig, emotional und bildhaft. Die Autorin wechselt Passagen, in denen die Handlung voranschreitet und wir etwas über die Entfremdung zwischen Vigga und Maiken erfahren, mit Passagen ab, in denen wir mehr über die Oktopus und die Nähe zwischen Vigga und Rosa erfahren. In den Passagen über Rosa stellt die Autorin viele rhetorische Fragen, die nachdenklich machen.
Die Protagonistin Vigga ist eine introvertierte und menschenscheue junge Frau, die es nicht leicht hat, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Sie hat Schwierigkeiten sich Arbeit selbst zu suchen. In der Arbeitsstellen, die ihr angeboten werden, findet sie keinen Sinn, deshalb wechselt sie oft die Arbeitsstellen. Sie ist distanziert und macht sich nicht leicht Freunde. Auch mit den anderen Mitgliedern ihrer Familie hat sie nicht die besten Beziehungen.
Das Treffen mit dem Oktopus Rosa ist ein Wendepunkt in Viggas Leben. Vielleicht entsteht die besondere Verbindung zwischen Rose und Vigga, weil Rosa Vigga sehr ähnlich ist, intelligent, ein einzelgängerisches Wesen, mit viel Sehnsucht nach Verbindung. Durch die tägliche Interaktion mit Rosa lernt Vigga, dass es ohne Veränderung und Bewegung unmöglich ist zu leben. Durch die Begegnungen mit Rosa beginnt Vigga, ihr Leben neu zu gestalten. Sie öffnet sich für neue Erfahrungen und Beziehungen und lernt mit den Veränderungen in ihrem Leben umzugehen.
Insgesamt ist "Rosa" von Anne Cathrine Bomann ein tiefgründiger Roman. Die Geschichte von Rosa und Vigga ist nicht nur die Geschichte einer Beziehung Mensch - Tier, sondern eine berührende und inspirierende Geschichte, die viele Themen anspricht, wie Isolation, Freiheit, die Suche nach Sinn im Leben, der Wunsch nach Verbindung und Zugehörigkeit, Veränderungen im Leben zu akzeptieren und das eigene Leben bewusst zu gestalten.
Wer ein kleines und sehr feines, tiefgründiges Buch, das zum Nachdenken anregt, sucht, ist hier genau richtig. Sehr zu empfehlen.
Cebra
5/5
22.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend und verzaubernd
Vigga ist jung, introvertiert, einsam, nicht besonders umgänglich. Als Maiken, ihre einzige Freundin, schwanger wird, stürzt für Vigga eine Welt ein. Zur gleichen Zeit vermittelt ihr das Jobcenter eine Stelle im Kopenhagener Aquarium, wo sie dem Octopus Rosa begegnet.
Das geschmack- und niveauvolle Cover, auf dem sich die Arme eines Octopus´ von der Seite ins Bild kringeln, weckt hohe Erwartungen. Denen wird Autorin Anne Cathrine Bomann spielend gerecht.
Sicher fällt es nicht jedem leicht, sich mit der Ich-Erzählerin zu identifizieren. Die legt es keineswegs darauf an, zu gefallen oder anderen in irgendeiner Weise entgegen zu kommen. Das muss auch ihr Mentor Johannes erfahren, der zunächst trotz seiner einfühlsamen Art auf Granit beißt.
Doch ganz langsam öffnet sie sich während der Stunden, die sie mit Rosa verbringt und die eigene Situation in ihrer gespiegelt sieht. „Rosas Realität: … Gegen durchsichtige Wände stoßen und eine Welt dahinter erahnen … Meine Realität: … Gegen durchsichtige Wände stoßen und eine Welt dahinter erahnen … Jeden Morgen aufstehen und etwas in der Welt vermissen, das mir in Wahrheit innerlich fehlt.“
Zwischendurch gibt es kursiv gedruckte Absätze, es sind Recherchen, Gedanken, die Vigga zusammenträgt. Erst gegen Ende erschließt sich der Grund. Bis dahin lässt man sich verzaubern von der sensiblen Verschmelzung von erstaunlichen und beeindruckenden Fakten und ihrer persönlichen Betroffenheit.
Im Laufe des Romans begleiten wir Viggas Entwicklung, von der nicht ganz sicher ist, wohin sie führt. Gewiss ist, dass sie am Ende eine Einsicht gewonnen hat: dass ohne die Strömung „alles Wasser trüb und sauerstoffarm wird, und kein Leben darin möglich ist.“
Dieses sowohl äußerlich als auch inhaltlich wunderschöne Buch wird hoffentlich noch viele Leserinnen und Leser glücklich machen.
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