Elly aus Schwenningen reist 1938 nach Wien, um ihre Tante zu unterstützen, und lernt dort die Jüdin Lea Grünfeld kennen, mit der sie sich befreundet. Über sie kommt Elly in Kontakt mit der Theologin Margarete Hoffer, die ihr einen ganz neuen Zugang zur Bibel eröffnet. Als die Nazis an die Macht kommen, unterstützt Elly Margarete dabei, Juden zur Flucht zu verhelfen. Zurück in Schwenningen wird Elly in den Kirchenkampf verwickelt und verliebt sich in den Uhrmacher Jochen. 1941 kommt es zu einem überraschenden Wiedersehen mit Margarete Hoffer, die als "Vikarin auf Kriegsdauer" nach Schwenningen versetzt wird. Gemeinsam mit Jochen versuchen die beiden Frauen, Juden über die Schweizer Grenze zu schmuggeln und gewähren den Verfolgten als Teil der sogenannten "Württembergischen Pfarrhauskette" Unterschlupf im Pfarrhaus. Brigitte Liebelt erzählt in diesem biografischen Roman von Margarete Hoffers mutigem Glauben und Wirken und vermittelt ein lebendiges Bild jener herausfordernden Zeit.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Daniela Heinen
aus Sankt Augustin
5/5
09.08.2024
eBook (ePUB 3)
Ein gutes Buch
Dieser historische Roman hat mir wirklich gut gefallen!
Die Geschichte handelt von der jungen Elly, die während des Nationalsozialismus noch als junges Mädchen die Theologin Margarete Hoffer kennenlernt. Diese ist eine reale historische Persönlichkeit, die viele Juden vor der Vernichtung gerettet und sich gegen die Nazis gestellt hat. Damit hat sie ihr eigenes Leben riskiert. Während es Margarete Hoffer wirklich gegeben hat, ist Elly nur eine fiktive Person. Anfangs fand ich das verwirrend, weil sie wie die Hauptperson dieses Buches wirkt, doch im Laufe der Geschichte hat es mir unheimlich gut gefallen, dass die Autorin diesen Weg gewählt hat, um vom Leben und Wirken Frau Hoffers zu erzählen. Es gelingt ihr wirklich gut, Emotionen und Spannung aufzubauen.
Der Schreistil ist toll zu lesen. Jedes Kapitel beginnt mit einem passenden, christlichen Zitat. Das ganze Buch hat mich sehr berührt und dazu veranlasst, noch mehr über Margarete Hoffer in Erfahrung zu bringen.
Allerdings habe ich es als E-Book gelesen, und das ist voller Fehler im Buchsatz. Vor allem immer wieder Leerzeichen, wo sie nicht hingehören. Das hat den Lesefluss gestört, und ich hoffe, dass der Verlag das noch einmal überarbeitet.
Shilo
aus Ulm
4/5
10.08.2024
eBook (ePUB 3)
Gegen das Vergessen
Dieser biografische Roman ist eine Hommage an Margarete Hoffer (1906-1991), einer Frau, die im zweiten Weltkrieg vielen Juden das Leben rettete. Selbst auf die Gefahr hin, denunziert, entdeckt und in ein KZ gebracht zu werden.
Die 17jährige Elly reist im Jahr 1938 von Schwenningen nach Wien, um hier ihre Tante, die sich den Arm gebrochen hat, im Haushalt zu unterstützen. Durch ihre neue Freundin Lea lernt sie die junge Theologin Margarete Hoffer kennen, die ihr den christlichen Glauben näher bringt. Da sich die Nazis immer weiter ausbreiten, hilft Elly der Theologin dabei, Juden in Sicherheit zu bringen. Als Elly wieder zuhause in Schwenningen ist, trifft sie drei Jahre später wieder auf Margarete, die jetzt als "Vikarin auf Kriegsdauer" in Schwenningen tätig ist. Gemeinsam versuchen sie Juden zu retten.
Dieser Roman, der auf historischen Tatsachen beruht und neben fiktiven Charakteren auch realhistorische Protagonisten beinhaltet, ist ein Stück erschütternde Zeitgeschichte. Er beschreibt die Haltung der evangelischen Kirche gegenüber dem Naziregime, sowie Margarete Hoffers Widerstand als Mitglied der Bekennenden Kirche.
In diesem Buch steht der christliche Aspekt sehr im Vordergrund und ist an manchen Stellen langatmig. Zwar ist es sorgfältig recherchiert, doch verwirrten mich so manches Mal die vielen Daten, Sachverhalte und Namen.
Mein Fazit:
Ein lesenswertes Buch über eine Frau, die nicht vergessen werden sollte. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Alrik Gerlach
Thalia Book Circle Community
5/5
23.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Frau, ein Glaube und ein Mut, der Leben rettet
Zwischen Angst, Glaube und leiser Hoffnung erzählt Die Vikarin eine Geschichte, die nicht laut sein muss, um tief unter die Haut zu gehen. Brigitte Liebelt nimmt mich mit in eine Zeit, in der jedes falsche Wort gefährlich werden konnte und Mut oft ganz still hinter verschlossenen Türen begann.
Elly hat mich sofort berührt. Ihre Reise nach Wien wirkt zuerst wie ein familiärer Pflichtbesuch, doch daraus wird ein Weg, der ihr Herz, ihren Glauben und ihr ganzes Leben verändert. Margarete Hoffer steht dabei wie ein ruhiger, fester Lichtpunkt inmitten einer immer dunkler werdenden Welt. Kein überzeichneter Heldenglanz, sondern ein mutiger Glaube, der handelt, wo andere wegsehen.
Besonders stark fand ich, wie der Roman historische Wahrheit und menschliche Nähe verbindet. Die Württembergische Pfarrhauskette bekommt hier ein Gesicht, einen Herzschlag und eine beklemmende Dringlichkeit. Beim Lesen hatte ich oft diesen Kloß im Hals, weil klar wird, wie viel Zivilcourage kosten kann und wie kostbar ein einzelner Mensch sein kann, der nicht schweigt.
Der christliche Glaube ist deutlich spürbar, aber für mich passend zum Thema und zur Person Margarete Hoffer. Manchmal verlangt die Fülle an Namen und historischen Zusammenhängen etwas Konzentration, doch genau das macht die Geschichte auch glaubwürdig und wertvoll.
Ein bewegender, würdevoller und mutmachender Roman über Glauben, Widerstand und Menschlichkeit in einer Zeit, in der beides lebensgefährlich war.
Bewertung
aus Straubenhardt
5/5
03.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mutige Christin im Nazideutschland
Die Geschichte des Buches ist eine Mischung aus fiktiven Personen sowie historischen Personen und Ereignissen. Daraus ist ein einfühlsamer, interessanter Roman geworden.
Die 17jährige Elly aus dem schwäbischen Schwenningen kommt im Jahr 1938 nach Wien, um ihrer Tante im Haushalt zu helfen Dort lernt sie die Theologin Margarete Hoffer, die historische Hauptperson dieses Buches kennen. Durch Fräulein Hoffer kommt Elly zum lebendigen, persönlichen Glauben an Jesus Christus.
Drei Jahre später wird Margarete Hoffer als Vikarin nach Schwenningen in die Evangelische Kirche berufen. Viele Pfarrer sind in den Krieg eingezogen worden und so ist es nun Frauen gestattet, auf der Kanzel zu stehen und in den Gemeinden auszuhelfen. Bald schon sind Fräulein Hoffer, Elly und andere aus der Kirchengemeinde aktiv dabei, Juden bei ihrer Flucht zu helfen und sie für einige Zeit im Pfarrhaus unterzubringen, was natürlich sehr gefährlich ist. Mutig setzen sich viele mit der Vikarin der Gefahr aus, entdeckt zu werden und Gefängnis oder Schlimmeres erleiden zu müssen. Ich finde es gut, dass man im Buch etliches über den Widerstand in den schwäbischen Pfarrhäusern und die Vernetzung untereinander erfährt. Davon war mir vieles neu. Auch die Schicksale der versteckten Juden sind real und gut recherchiert.
Durch die fiktive Geschichte um Elly, ihre Familie und ihre Beziehungen ist der Roman unterhaltsam und gleichzeitig spannend geschrieben. Die Verknüpfung mit den tatsächlichen Ereignissen um die Vikarin Margarete Hoffer ist gut gelungen.
Schneiderlein
5/5
26.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein biografischer Roman gegen das Vergessen
„Die Vikarin“ erzählt die Lebensgeschichte der Theologin Margarete Hoffer, die während der nationalistischen Tyrannei hilft Juden in der sogenannten „Württembergischen Pfarrhauskette“ zu verstecken. Dabei riskiert sie selbst denunziert, eingesperrt und getötet zu werden.
Brigitte Liebelt ist es gelungen die Geschichte von Margarete Hoffer gut recherchiert nachzuerzählen und damit ein lebendiges Bild dieser dunklen Zeit Deutschlands zu vermitteln. Die Lebensgeschichte dieser realen, mutigen Frau ist eingebettet in einen Roman, dessen Protagonistin, die fiktive Elly aus Schwenningen, man gleich am Anfang des Buches kennenlernen darf, als diese ihre kranke Tante in Wien unterstützen soll. Dort in Wien lernt die junge Elly Margarete Hoffer kennen und ihr Lebensweg kreuzt sich dann drei Jahre später wieder in Schwenningen, wohin die Theologin als „Vikarin auf Kriegsdauer“ hin versetzt wird. Im Hauptteil der Geschichte wird erzählt, wie Margarete, Elly und ihre Freunde im Ort Teil einer Organisation sind, die Juden verstecken oder bei der Flucht unterstützen. Dabei lernt der Leser einige reale Juden näher kennen und begleitet ihre Zeit des „Verstecktseins“ oder ihren Fluchtweg.
Mir hat dieser Mix aus Realität und Roman sehr gut gefallen. Der Autorin ist es dadurch super gelungen Emotionen und Spannung aufzubauen. Ich fand es sehr bereichernd Margaret Hoffers Glauben und ihr mutiges Wirken kennenzulernen und nebenbei auch noch einiges über den damaligen Kirchenkampf zu erfahren. Diese Biografie hilft diese schreckliche Zeit nicht zu vergessen, macht aber auch Mut fest auf Gott zu vertrauen und als Christ echt zu sein und Glaube, Hoffnung und Liebe gegenüber jedem Menschen zu leben.
Sehr stimmig ist auch am Anfang eines jeden Kapitels ein christliches Zitat oder die Jahreslosung dieser Kriegsjahre vorangestellt.
Alles in allem eine sehr bewegende Biografie, die sehr lesenswert ist und die ich auf alle Fälle weiterempfehle.
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