Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens. Roman
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Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens. Roman

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Beschreibung

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Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

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Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

19.07.2024

Verlag

Reclam Verlag

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ePUB 3

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Erscheinungsdatum

19.07.2024

Verlag

Reclam Verlag

Seitenzahl

270 (Printausgabe)

Dateigröße

1573 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783159622958

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Den Konventionen genügen wollen und doch daran zerbrechen

Buch_und_Schule am 15.07.2024

Bewertungsnummer: 2245409

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Agathe Heidling sollte das Buch von Gabriele Reuter ursprünglich heißen, schlicht nach seiner Protagonistin benannt. Agathes Leben wird von Gabriele Reuter von ihrer Konfirmation an erzählt, wie sie versucht, den Erwartungen der Familie und Gesellschaft zu genügen und dabei ständig das Gefühl hat, diesen nicht entsprechen zu können. Die Tochter aus guter Familie begleiten wir zu ersten Bällen, die wie eine Fleischbeschau wirken, erfahren von ihren Gefühlen der Verliebtheit, die sie doch nie auslebt. Bestrebungen, eigenständig zu denken, sich intellektuell weiterzubilden oder einen eigenen Weg im Leben zu finden, werden beständig unterdrückt, die Femme Fragile zerbricht unweigerlich an dem tatsächlichen und selbst empfundenen Erwartungsdruck und den Konventionen. Scharf kritisiert die Autorin gesellschaftliche Missstände ihrer Zeit, die Erfahrungen ihrer Agathe sind denen von Fontanes Effi Briests nicht unähnlich und doch ist die Perspektive unverkennbar eine weibliche, aus heutiger Sicht nachvollziehbar und wütend machend, ihr Weg in die Depression überzeugend dargelegt. "Reclams Klassikerinnen" holen völlig zurecht eine erfolgreiche Autorin des Realismus zurück in den Fokus, die neben anderen ein Stück weit in Vergessenheit geraten war. Literatur, die uns zeigt, dass sich zwar einiges für Frauen gewandelt haben mag, dabei aber doch erschreckend viel Identifikationspotenzial erhalten geblieben ist.
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Den Konventionen genügen wollen und doch daran zerbrechen

Buch_und_Schule am 15.07.2024
Bewertungsnummer: 2245409
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Agathe Heidling sollte das Buch von Gabriele Reuter ursprünglich heißen, schlicht nach seiner Protagonistin benannt. Agathes Leben wird von Gabriele Reuter von ihrer Konfirmation an erzählt, wie sie versucht, den Erwartungen der Familie und Gesellschaft zu genügen und dabei ständig das Gefühl hat, diesen nicht entsprechen zu können. Die Tochter aus guter Familie begleiten wir zu ersten Bällen, die wie eine Fleischbeschau wirken, erfahren von ihren Gefühlen der Verliebtheit, die sie doch nie auslebt. Bestrebungen, eigenständig zu denken, sich intellektuell weiterzubilden oder einen eigenen Weg im Leben zu finden, werden beständig unterdrückt, die Femme Fragile zerbricht unweigerlich an dem tatsächlichen und selbst empfundenen Erwartungsdruck und den Konventionen. Scharf kritisiert die Autorin gesellschaftliche Missstände ihrer Zeit, die Erfahrungen ihrer Agathe sind denen von Fontanes Effi Briests nicht unähnlich und doch ist die Perspektive unverkennbar eine weibliche, aus heutiger Sicht nachvollziehbar und wütend machend, ihr Weg in die Depression überzeugend dargelegt. "Reclams Klassikerinnen" holen völlig zurecht eine erfolgreiche Autorin des Realismus zurück in den Fokus, die neben anderen ein Stück weit in Vergessenheit geraten war. Literatur, die uns zeigt, dass sich zwar einiges für Frauen gewandelt haben mag, dabei aber doch erschreckend viel Identifikationspotenzial erhalten geblieben ist.

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Ein Mädchen verzweifelt an der Gesellschaft und an sich selbst

Schmiesen am 14.07.2024

Bewertungsnummer: 2244246

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Mit einem unerträglichen Zittern in den Knien begab das Mädchen sich an ihren Platz zurück." Die junge Agathe wächst in einem gutbürgerlichen Zuhause im deutschen Kaiserreich auf und versucht, den Gepflogenheiten und Konventionen Folge zu leisten. Doch dabei steht ihr nicht nur die Gesellschaft immer wieder im Weg, sondern auch sie selbst: Ihr unbestimmter Wunsch nach Freiheit, nach Liebe und Zuneigung, und nicht zuletzt nach Unabhängigkeit und sinnvoller Beschäftigung führt sie immer tiefer in die Verzweiflung. Gabriele Reuters Roman war bei Erscheinen ein großer Erfolg - und war, wie so viele erfolgreiche Romane weiblicher Autorinnen, lange Zeit vergessen. Der Reclam-Verlag hat sich in seiner "Klassikerinnen"-Reihe nun auch dieses Werks angenommen und in einer sehr ansprechenden Hardcover-Version neu aufgelegt. So hübsch das ist - ich muss auch an dieser Stelle, wie schon bei Jenny, wieder kritisieren, dass hier ein stolzer Preis von 25€ abgerufen wird, während die Herren der Schöpfung als gelbe Heftchen für 2,50€ über die Theke wandern. Schulklassen wird man so nicht zur Lektüre animieren. Aber sei's drum - widmen wir uns dem Inhalt dieses lesenswerten Romans. Erstmals veröffentlicht 1895, ist Reuters Roman sprachlich nicht direkt leicht zugänglich. Man muss sich durch Anspielungen der unterschwelligsten Art arbeiten, durch komplizierte Syntax und etwas gestelzt wirkendes Vokabular. Hat man sich dann aber einmal daran gewöhnt, liest sich Agathes Leidensgeschichte spannend und mitreißend. Durch die blumigen Beschreibungen blitzen immer wieder kristallklare, messerscharfe Gedanken, die die Protagonistin sich zur Gesellschaft und zu ihrer eigenen Lebenssituation macht. Trotz auktorialer Erzählstimme sind wir Agathe sehr nah, durchleben mit ihr die Zeiten auf dem Land, im Internat, in der elterlichen Wohnung. Von Anfang an ist klar: Sie denkt, liest und sagt Dinge, mit denen sie in ihrer Welt aneckt, wenn nicht Schlimmeres. Und Agathe ist sich dessen sehr wohl bewusst. Nichts hätte sie lieber, als ohne Aufhebens so gefügig und folgsam zu sein, wie es Eltern und Umfeld von ihr erwarten. An der Oberfläche gelingt es ihr oft, doch in ihr brodelt es unaufhörlich. Und wenn es nicht brodelt, dann ist es düster, ohne Freude und ohne Antrieb. Immer wieder muss sie sich gut zureden, muss sich aufraffen, das Gute im Leben zu sehen. Wie gerne wäre sie wie ihre einstige Freundin und Schwägerin Eugenie, die ein gutbürgerliches Familienleben erreicht hat, deren Freude es ist, Gesellschaften zu organisieren und mit den Männern zu kokettieren. Doch auf ihre Weise durchblickt Agathe die Heuchelei dieser Welt, stellt sie in Frage, sucht nach Auswegen - ist aber nie mutig genug, diese auch zu beschreiten, weil auch dort nur Enttäuschungen auf sie zu warten scheinen. Sie ist keine Rebellin - sie ist schlichtweg ein sehr reflektiertes Mädchen, das mit der ihr zugedachten Rolle hadert und darin kein Glück finden kann. Nichts hätte sie allerdings lieber, als sich in ihrer Rolle fügen zu können - ihr größter Wunsch wäre es, sich in der Konformität wohlzufühlen, nicht, dieser wirklich zu entfliehen oder gar auf größeren Schlachtfeldern dagegen anzukämpfen. So zeichnet Reuter das Porträt eines "ganz gewöhnlichen Mädchens" aus der Kaiserzeit - und es ist sehr naheliegend, dass es wirklich etlichen Mädchen genauso ging. Von Vätern und Brüdern spöttisch belächelt und um die eigene Zukunft gebracht, von möglichen Ehemännern gemieden aufgrund der Fehler männlicher Verwandter, von Freundinnen und weiblichen Angehörigen nur für eine bestimmte Zeit und zu bestimmten Zielen unterstützt. Agathes wachsende Verzweiflung, ihre tiefe Einsamkeit und Langeweile dringen aus jeder Pore des Textes. Jeder Hoffnungsschimmer ist versetzt mit Schwermut, denn wir wissen, dass nichts sie letztlich aus ihrer misslichen Lage befreien wird. Da sie eben auch nicht zur Rebellin taugt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich "abzuschalten" und schlichtweg zu funktionieren. Ein düsteres und hoffnungsloses Bild bleibt am Ende bei der Leserin haften. Auf diese Weise stellt der Roman auch ganz moderne Fragen, nach der Sinnhaftigkeit unserer Beschäftigungen, nach den Machtdynamiken unserer Beziehungen, nach den Grenzen unseres Willens, uns wirklich zu befreien. Vielleicht ist es nicht unbedingt ein feministischer Roman, auch wenn allgemeine emanzipatorische Themen wie das Frauenwahlrecht und das Recht auf Selbstbestimmung anklingen, doch es ist sicherlich ein nicht zu unterschätzender literarischer Beitrag einer einstigen Starautorin, die es mehr als wert ist, wiederentdeckt und auch heute gelesen zu werden.
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Ein Mädchen verzweifelt an der Gesellschaft und an sich selbst

Schmiesen am 14.07.2024
Bewertungsnummer: 2244246
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Mit einem unerträglichen Zittern in den Knien begab das Mädchen sich an ihren Platz zurück." Die junge Agathe wächst in einem gutbürgerlichen Zuhause im deutschen Kaiserreich auf und versucht, den Gepflogenheiten und Konventionen Folge zu leisten. Doch dabei steht ihr nicht nur die Gesellschaft immer wieder im Weg, sondern auch sie selbst: Ihr unbestimmter Wunsch nach Freiheit, nach Liebe und Zuneigung, und nicht zuletzt nach Unabhängigkeit und sinnvoller Beschäftigung führt sie immer tiefer in die Verzweiflung. Gabriele Reuters Roman war bei Erscheinen ein großer Erfolg - und war, wie so viele erfolgreiche Romane weiblicher Autorinnen, lange Zeit vergessen. Der Reclam-Verlag hat sich in seiner "Klassikerinnen"-Reihe nun auch dieses Werks angenommen und in einer sehr ansprechenden Hardcover-Version neu aufgelegt. So hübsch das ist - ich muss auch an dieser Stelle, wie schon bei Jenny, wieder kritisieren, dass hier ein stolzer Preis von 25€ abgerufen wird, während die Herren der Schöpfung als gelbe Heftchen für 2,50€ über die Theke wandern. Schulklassen wird man so nicht zur Lektüre animieren. Aber sei's drum - widmen wir uns dem Inhalt dieses lesenswerten Romans. Erstmals veröffentlicht 1895, ist Reuters Roman sprachlich nicht direkt leicht zugänglich. Man muss sich durch Anspielungen der unterschwelligsten Art arbeiten, durch komplizierte Syntax und etwas gestelzt wirkendes Vokabular. Hat man sich dann aber einmal daran gewöhnt, liest sich Agathes Leidensgeschichte spannend und mitreißend. Durch die blumigen Beschreibungen blitzen immer wieder kristallklare, messerscharfe Gedanken, die die Protagonistin sich zur Gesellschaft und zu ihrer eigenen Lebenssituation macht. Trotz auktorialer Erzählstimme sind wir Agathe sehr nah, durchleben mit ihr die Zeiten auf dem Land, im Internat, in der elterlichen Wohnung. Von Anfang an ist klar: Sie denkt, liest und sagt Dinge, mit denen sie in ihrer Welt aneckt, wenn nicht Schlimmeres. Und Agathe ist sich dessen sehr wohl bewusst. Nichts hätte sie lieber, als ohne Aufhebens so gefügig und folgsam zu sein, wie es Eltern und Umfeld von ihr erwarten. An der Oberfläche gelingt es ihr oft, doch in ihr brodelt es unaufhörlich. Und wenn es nicht brodelt, dann ist es düster, ohne Freude und ohne Antrieb. Immer wieder muss sie sich gut zureden, muss sich aufraffen, das Gute im Leben zu sehen. Wie gerne wäre sie wie ihre einstige Freundin und Schwägerin Eugenie, die ein gutbürgerliches Familienleben erreicht hat, deren Freude es ist, Gesellschaften zu organisieren und mit den Männern zu kokettieren. Doch auf ihre Weise durchblickt Agathe die Heuchelei dieser Welt, stellt sie in Frage, sucht nach Auswegen - ist aber nie mutig genug, diese auch zu beschreiten, weil auch dort nur Enttäuschungen auf sie zu warten scheinen. Sie ist keine Rebellin - sie ist schlichtweg ein sehr reflektiertes Mädchen, das mit der ihr zugedachten Rolle hadert und darin kein Glück finden kann. Nichts hätte sie allerdings lieber, als sich in ihrer Rolle fügen zu können - ihr größter Wunsch wäre es, sich in der Konformität wohlzufühlen, nicht, dieser wirklich zu entfliehen oder gar auf größeren Schlachtfeldern dagegen anzukämpfen. So zeichnet Reuter das Porträt eines "ganz gewöhnlichen Mädchens" aus der Kaiserzeit - und es ist sehr naheliegend, dass es wirklich etlichen Mädchen genauso ging. Von Vätern und Brüdern spöttisch belächelt und um die eigene Zukunft gebracht, von möglichen Ehemännern gemieden aufgrund der Fehler männlicher Verwandter, von Freundinnen und weiblichen Angehörigen nur für eine bestimmte Zeit und zu bestimmten Zielen unterstützt. Agathes wachsende Verzweiflung, ihre tiefe Einsamkeit und Langeweile dringen aus jeder Pore des Textes. Jeder Hoffnungsschimmer ist versetzt mit Schwermut, denn wir wissen, dass nichts sie letztlich aus ihrer misslichen Lage befreien wird. Da sie eben auch nicht zur Rebellin taugt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich "abzuschalten" und schlichtweg zu funktionieren. Ein düsteres und hoffnungsloses Bild bleibt am Ende bei der Leserin haften. Auf diese Weise stellt der Roman auch ganz moderne Fragen, nach der Sinnhaftigkeit unserer Beschäftigungen, nach den Machtdynamiken unserer Beziehungen, nach den Grenzen unseres Willens, uns wirklich zu befreien. Vielleicht ist es nicht unbedingt ein feministischer Roman, auch wenn allgemeine emanzipatorische Themen wie das Frauenwahlrecht und das Recht auf Selbstbestimmung anklingen, doch es ist sicherlich ein nicht zu unterschätzender literarischer Beitrag einer einstigen Starautorin, die es mehr als wert ist, wiederentdeckt und auch heute gelesen zu werden.

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von Gabriele Reuter

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