»Das ist ein Schlachtfeld. Unser Schwert ist Liebe.« – So rappt Toomaj Salehi und gibt damit den Sound der Revolution im Iran wieder. Seit dem Tod von Jina Mahsa Amini, die von der Sittenpolizei verhaftet wurde, wachsen die Proteste. Und die Solidarität ist groß – sie zieht sich durch alle Altersgruppen, Schichten und Geschlechter. Zusammen kämpfen die Menschen für Frauen, Leben, Freiheit.
Die Journalistin und Autorin Gilda Sahebi, die mit vielen Menschen im Iran in engem Kontakt steht, beleuchtet die unterschiedlichen Aspekte der Revolte: die Rolle der Musik, die feministische Perspektive, die lange Geschichte der gewaltvollen Unterdrückung. Sie zeigt, wie die Iraner*innen der furchtbaren Brutalität des Regimes die größte Kraft entgegensetzen: Liebe.
»Was im Iran geschieht, ist feministische Weltgeschichte.« Gilda Sahebi
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So wichtig und es sollte nie vergessen werden!
Melanie Schöllnhammer aus Steiermark am 24.10.2024
Bewertungsnummer: 2324587
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Uff.
Das ist das erste, was mir zu diesem Buch einfällt. Es ist unglaublich schwer zu lesen, weil es so unglaublich schwer auszuhalten ist, was den Menschen im Iran passiert (ist) und seit 1979 passiert.
Ich meine damit Massenmorde, Folter, Vergewaltigung, systematischer Psychoterror seitens der Regierung, Einschüchterungen, Mord.. und das sind nur wenige Dinge, die in diesem Buch erzählt werden.
Denn das ist es, es ist die Erzählung der Menschen, die dort leben, die Familienmitglieder, Kinder und Freunde verloren haben. Es sind die Geschichten von Menschen, die wahnsinnig mutig sind, die alles riskieren und dennoch auf die Straße gegangen sind. Sie haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt für ihre Freiheit.
Ich glaube, das können wir uns hier im "gemütlichen" Westen nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie das sein muss. Wieviel Mut es kosten muss einfach die Haare zu zeigen. Oder zu tanzen. Oder singen. Oder zu sagen, dass die Regierung scheiße ist. Alles Dinge, die für uns so selbstverständlich sind wie das Atmen und für die Menschen im Iran einen furchtbaren Tod bedeuten können.
Gilda Sahebi hat mit diesem Buch genau das richtige gemacht, sie hat ihre Geschichten, die Geschichten dieser Helden, öffentlich gemacht. Denn nur die Öffentlichkeit kann verhindern, dass sie in Vergessenheit geraten. Diese Menschen und ihr Kampf.
Der Iran hat aktuell mit noch wesentlich mehr Dingen zu kämpfen als der Revolution, die ausschlaggebend für dieses Buch war. Und genau deshalb sollte es weitergegeben und weiter erzählt werden. Damit die Menschen und deren Schicksale nicht umsonst waren, weil wir mit unseren privilegierten, weißen Hintern wegschauen. Weil wir denken, es geht uns nichts an.
Die Menschen haben in ihrem Kampf dort eines Verstanden: zusammen sind sie stark und wenn einer angegriffen wird, werden alle angegriffen. Eine extrem wichtige Botschaft, die in diesem Buch durchklingt. Und etwas, was wir uns annehmen sollten, in jeglicher Hinsicht.
Auch wenn der Iran für uns weit weg scheint, es sind Menschen die dort leben, Menschen, die so sind wie wir mit allen Hoffnungen, Träumen, mit all der Liebe für ihre Familien. Wenn dort nur ein Mensch angegriffen wird (und das gilt im Prinzip für alle Menschen in jeder Region dieser Erde), werden wir alle angegriffen, denn wir alle leben auf dieser Welt. Zusammen. Und nur zusammen können wir es schaffen, diese Welt zu verbessern, indem wir uns genau das bewusst machen, was die Menschen dort bereits erkannt haben: es ist niemals einer gegen alle. Es ist immer alle gegen den Hass.
Dieses Buch muss gelesen werden
SmilingKatinka aus Finningen am 08.09.2024
Bewertungsnummer: 2287244
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch beschäftigt seine Leser:innen noch lange nach der Lektüre. Ja, die Situation für Frauen im Iran ist nicht unbekannt und man denkt, man ist informiert, aber wenn man dann dieses Buch gelesen hat, merkt man, dass man eigentlich nichts weiß und es entsteht eine Fassungslosigkeit, eine Wut und eine Ohnmacht, wie ich sie selten erlebt habe. Und ich bin nur Leserin ohne persönlichen Bezug.
Gilda Sahebi packt den Leser:in am Kragen und zwingt uns, hinzuschauen. Man spürt nicht nur ihren persönlichen Bezug, sondern auch die Gefühle, die sie beim Schreiben durchlitt und auch die Gefühle all jener, die sie interviewt hat. Das führt dazu, dass dieses Buch wirklich etwas mit dem Leser macht und ich hoffe, dass möglichst viele Menschen dieses Buch lesen werden.
Dieses Buch ist eine aufwühlende Lektüre. Auf jeder einzelnen Seite wurde mir bewusst, was für ein Glück ich habe, hier geboren und aufgewachsen zu sein. Deswegen ist es umso wichtiger, über die Frauenrechte im Iran zu sprechen und sich zu informieren, denn uns Leser:innen wühlt das nur auf. Die Frauen, die sich in diesem Buch zu Wort melden, riskieren ihr Leben.
Die Liste der Opfer am Ende des Buches ist unsagbar erschreckend. Ich lese jeden Tag einen Namen und denke an die Person dahinter, damit es nicht nur ein Name bleibt, den ich lese, sondern ein Mensch wird, der sein Leben verloren hat.
Bitte lest dieses Buch.
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