Herbert Grönemeyer – die erste umfassende Gesamtdarstellung über den Künstler und sein Werk
Zum ersten Mal sah ihn die halbe Nation in dem Film »Das Boot«. Dann kam der große Erfolg als Musiker mit »4630 Bochum«, das zusammen mit »Mensch« bis heute zu den zehn meistverkauften Musikalben in Deutschland gehört. Mit Versen wie »Gib mir mein Herz zurück / Bevor es auseinanderbricht« hat Grönemeyer deutsche Popgeschichte geschrieben. Wer aber ist dieser Herbert Grönemeyer? Wie lässt sich die Wucht und Energie, auch das Tröstliche seiner Musik erklären? Wie gelang es ihm über Jahrzehnte hinweg, sich selbst treu zu bleiben? Und warum sieht man in ihm wie bei keinem anderen Star in Deutschland einen von uns?
Auf der Grundlage zahlreicher Gespräche mit dem langjährigen Freund erzählt Michael Lentz von der Herkunft und Familie des Ausnahmekünstlers und beschreibt ein faszinierendes Leben im Zeichen von Musik und Literatur, Pop und Politik.
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Wer bei dem Buch „Grönemeyer“…
sleepwalker am 19.11.2024
Bewertungsnummer: 3012144
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wer bei dem Buch „Grönemeyer“ von Michael Lentz eine Biografie erwartet, wird enttäuscht sein. Der Professor für Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt setzt vielmehr die Texte des Musikers in Relation zu dessen Biografie und ordnet sie ein. Dabei ist der Lebenslauf Grönemeyers nebensächlich, aber nicht unwichtig. Ich gebe zu, ich bin mit etwas anderen Erwartungen an das Buch herangegangen, trotzdem wurde ich nicht enttäuscht. Das Buch ist eine beeindruckende Einordnung von Grönemeyers Werk in sein musikalisches Werden, wobei mir der sprachliche Duktus von Michael Lentz manchmal zu theoretisch, distanziert und professionell war. Eines ist klar: das Buch ist keine Unterhaltungslektüre. Dem Buch liegt eine beeindruckend umfassende Recherche zugrunde, der Autor zeigt eine profunde Kenntnis dessen, worüber er schreibt. Er zeichnet Herbert Grönemeyers Lebens- und Karriereweg nach. Von einer von Musik und Literatur geprägten bürgerlichen Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet, über ein abgebrochenes Jura- und Musikwissenschaftsstudium, eine aufstrebende Schauspielkarriere (umfassende Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle in „Das Boot“) bis zu dem, womit er im Endeffekt Musikgeschichte geschrieben hat. Eng mit allem verknüpft war immer Grönemeyers politische Einstellung, „er entwickelte ein Sensorium für politisch brisante Atmosphären, das er in seinen Liedern produktiv machen sollte.“ Insgesamt ist das Buch eher eine 385-seitige Werkbiografie als eine Musiker-Biografie. Um daran Freude zu haben, muss man schon ein großes Interesse an Musiktheorie, Kompositionslehre und Literatur mitbringen, besser noch eine gewisse Grundkenntnis der Materie. Beides glaubte ich zu haben, dennoch empfand ich persönlich das Buch zugegebenermaßen als etwas zu anspruchsvoll für mich. Die Fülle an Analysen hat mich mehr oder weniger erschlagen und auch die Sprache des Autors lag mir nicht wirklich. Alle, die aber Lust darauf haben, hinter die Songs von Herbert Grönemeyer zu schauen, zu erfahren, wie er komponiert, wie seine Texte entstehen und warum er so singt, wie er singt, sind mit dem Buch sehr gut bedient. Michael Lentz beschreibt und analysiert Texte und Harmonien und verliert dabei die Person Grönemeyer nie aus den Augen. Interessant fand ich persönlich, wie seine Songs entstehen. Er „vertont keine Texte, sondern vertextet Musik“, heißt: die Musik kommt als erstes und hat den höheren Stellenwert. Der Text ist dazu eher eine Ergänzung, ein „ein Gewürz, ein weiteres Instrument, das sich unterordnet, oder eine Interpretationshilfe der musikalischen Atmosphäre.“ Man kann Herbert Grönemeyer und seine Musik mögen oder nicht. „Grönemeyer“ von Michael Lentz analysiert den Künstler und sein Werk unabhängig voneinander und doch als Einheit, minutiös, fast pedantisch detailreich und neutral, auf rein professioneller Ebene. Durch das Buch habe ich eine neue Sichtweise auf Musik und Person Herbert Grönemeyer gewonnen und deshalb habe ich die Lektüre trotz allem genossen und als lohnend empfunden. Von mir daher fünf Sterne.
Sehr tiefgründige Biografie
Bewertung aus Heyerode am 03.11.2024
Bewertungsnummer: 2332291
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich lese Biografien immer wieder sehr gern. Sehr gern auch Romanbiografien. Diese von Michael Lentz über Herbert Grönemeyer hat mich beeindruckt muss ich sagen. Nicht nur vom äußeren Erscheinungsbild ein gelungenes Werk mit dem genialen Farbschnitt, sondern auch vom Inhalt sehr hochwertig, topp recherchiert und angenehm informativ zu lesen. 14 Kapitel erzählen aus dem Leben Grönemeyers begonnen mit der Herkunft und Familie, dem Willkommen im Ruhgebiet, dem Vater, der Mutter, über Abitur, Studium ... die Welt des Films ... erste Schallplatten ... usw. bis hin zu politischen Positionierungen
Man erhält einen tiefgründigen Einblick in das Leben des Musikers und Menschen Herbert Grönemeyer.
Leseprobe:
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Es lohnt sich vielleicht, einmal genauer zu betrachten, was mit diesen beiden Zeilen stimmlich passiert, welche Interrelationen zwischen Metrum, Prosodie und Rhytmus in beziehungsweise an ihnen zu beobachten sind und wie eine vorgegebene Melodie eine Zeile moduliert.
Man merkt, es geht auch musikalisch sehr in die Tiefe, aber keine Angst, das Buch ist auch verständlich für Nichtmusiker/innen *g*
Es gibt sogar Liedtexte, die es nie in die Öffentlichkeit geschafft haben. Man merkt, dass der Autor lange und tief recherchiert und auch mit Herbert Grönemeyer gesprochen hat, weil das Buch wirklich sehr real, echt und lebendig lesbar ist.
Es wird auf Alben eingegangen, auf Texte, auf die Zeit in England usw. usw. - es bleibt kaum eine Frage offen.
Sehr gute Biografie !!!
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