Die Welt nach ihrem Untergang. Unter den Überlebenden ein todkranker Vater und sein kleiner Sohn. Durch Trümmerlandschaften und Aschewolken ziehen sie nach Süden, um dem Winter zu entkommen. Ihre wenigen Habseligkeiten trägt ein Einkaufswagen. Ansonsten haben sie nichts als ihre Kleider am Leib, einen Revolver mit zwei Patronen – und einander. "Die Straße" ist die hypnotisierende Geschichte einer hoffnungslosen Reise und eine düstere Parabel auf das Leben.
Nach "Brodecks Bericht" nimmt sich Manu Larcenet erneut eines bedeutenden literarischen Werks an. Entstanden ist ein opulenter Comic, der die dystopische Welt des Romans bildgewaltig einfängt. Aus einem modernen Klassiker hat Manu Larcenet ein kraftvolles und zugleich ergreifendes Werk von erhabener Schönheit gemacht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
17.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der absolute Hammer
Absolut irre gemacht.
Kommt mit sehr wenig Text aus.
Wunderbar.
Super Aufmachung, beklemmende Zeichnungen.
Inhaltlich sinnvoll und logisch.
Also ... ich bin begeistert.
Kann ich nur empfehlen.
Bewertung
aus Villach
5/5
23.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geht unter die Haut
Schon der Roman von Cormac McCarthy, den ich bereits vor einigen Jahren gelesen habe, ist wohl eines der traurigsten Bücher, die ich je las. Nun ist die Graphik Novel, basierend auf dem Roman des Autors, erschienen.
Ein Vater geht mit seinem kleinen Sohn durch eine zerstörte Landschaft Richtung Süden, immer einer Straße entlang, um dem Winter zu entkommen – weil das ihre einzige Chance auf Überleben ist. In einem Einkaufswagen schleppen sie ihr Hab und Gut mit. Was zuvor passiert ist, welches Unglück stattgefunden hat, wird nicht beschrieben,
Regen, Schnee, Kälte und abwechselnd Winde, die Asche vor sich hertreiben, erschweren zusätzlich den Kampf ums Überleben. Auf der Suche nach Nahrung und Wasser in verlassenen Häusern, nach trockenen, warmen Plätzen zum Schlafen, versucht der Vater seinen Sohn zu beschützen. Vorsichtig müssen sie sein, dürfen kaum Feuer machen, wegen der Überfälle anderer überlebender Menschen, die aufgrund des Nahrungsmangels Kanibal*innen geworden sind. Immer wieder hören sie Schreie und treffen auf Leichen. Sie verstecken sich daher vor entgegenkommenden Menschen. Beide leben sie in ständiger Angst.
Was der Roman mit wortgewaltiger Erzählung schafft, gelingt hier mit wenigen Worten, jedoch mit ausdrucksstarken Zeichnungen, die unter die Haut gehen. Die Atmosphäre von Düsternis und Einsamkeit, von Kälte und Entbehrungen, von Leichen am Straßenrand, und vor allem die Angst der beiden – all das wird so unglaublich gut dargestellt. Einzigartig!
Bücherhausen
aus Falkensee
4/5
10.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Zerstörung und Menschlichkeit
Ich habe "Die Straße" schon mehrfach auf Buchmessen am Stand des Verlags gesehen und war jedes Mal unschlüssig, ob ich es wirklich lesen möchte. Mir war bereits bekannt, dass die Geschichte besonders düster und belastend sei, was mich lange zögern ließ – bis ich meine Vorbehalte schließlich doch überwunden habe. Schon nach kurzer Zeit wurde mir klar, dass es wirklich keine leichte Lektüre ist und mich die schonungslose Darstellung an meine persönlichen Grenzen des Ertragbaren brachte.
Der Illustrator der Graphic Novel und der Autor des Romans:
Manu Larcenet (geboren 1969) studierte Grafik sowie Angewandte Kunst und veröffentlichte zunächst Zeichnungen in Musik-Fanzines, bevor er 1994 mit Kurzgeschichten im Magazin Fluide Glacial seine professionelle Comic-Karriere begann. Seitdem hat er über 30 Comic-Alben veröffentlicht und gilt mit seiner Produktivität und stilistischen Vielfalt als ein prägender Vertreter der modernen französischen Comicszene. Besonders bekannt ist seine Serie Der alltägliche Kampf, deren erster Band 2004 beim Internationales Comicfestival Angoulême als „Bestes Album“ ausgezeichnet wurde.
Cormac McCarthy (1933–2023) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, der für seine düsteren, oft existenziellen Romane bekannt ist. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Die Straße, Kein Land für alte Männer und Die Abendröte im Westen, in denen er sich mit Gewalt, Moral und der Zerbrechlichkeit menschlicher Zivilisation auseinandersetzt. Für "Die Straße" erhielt er 2007 den Pulitzer-Preis für Belletristik.
Inhalt:
„Die Welt nach ihrem Untergang. Unter den Überlebenden ein todkranker Vater und sein kleiner Sohn. Durch Trümmerlandschaften und Aschewolken ziehen sie nach Süden, um dem Winter zu entkommen. Ihre wenigen Habseligkeiten trägt ein Einkaufswagen. Ansonsten haben sie nichts als ihre Kleider am Leib, einen Revolver mit zwei Patronen – und einander. „Die Straße“ ist die hypnotisierende Geschichte einer hoffnungslosen Reise und eine düstere Parabel auf das Leben.
Nach „Brodecks Bericht“ nimmt sich Manu Larcenet erneut eines bedeutenden literarischen Werks an. Entstanden ist ein opulenter Comic, der die dystopische Welt des Romans bildgewaltig einfängt. Aus einem modernen Klassiker hat Manu Larcenet ein kraftvolles und zugleich ergreifendes Werk von erhabener Schönheit gemacht.“
(Produktbeschreibung)
Gedanken zur Graphic Novel:
Das Cover vermittelt sofort die trostlose Stimmung der Geschichte. In dunklen, gedämpften Grautönen gehalten, zeigt es die Umrisse einer kargen, zerstörten Landschaft, durch die sich die beiden Hauptfiguren bewegen. Die Einsamkeit, Kälte und Bedrohung der postapokalyptischen Welt wird deutlich spürbar, während subtile Details – wie zerfallene Gebäude oder verstreute Überreste der alten Zivilisation – die Atmosphäre der Verzweiflung und des Überlebenskampfes noch verstärken.
Die Graphic Novel von Manu Larcenet basiert auf dem Roman The Road von Cormac McCarthy und ist keine leichte Lektüre – weder emotional noch visuell. Sie führt uns Leser:innen in eine Welt, die kaum noch lebendig erscheint: eine Dystopie, in der Zerstörung, Krankheit, Hunger und moralischer Verfall allgegenwärtig sind. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass diese Geschichte weniger eine klassische Handlung erzählt als vielmehr einen Überlebenskampf dokumentiert.
Im Zentrum stehen ein Vater und sein Sohn, die durch eine zerstörte Landschaft ziehen, immer auf der Suche nach etwas Essbarem, nach Schutz vor der Kälte und vor anderen Menschen, die längst jede Menschlichkeit verloren haben. Der Vater ist todkrank und weiß, dass seine Zeit begrenzt ist. Trotzdem klammert er sich an die Aufgabe, seinen Sohn am Leben zu halten.
Beim Lesen wird schnell deutlich, wie kräftezehrend diese Reise ist. Die Graphic Novel zwingt ihre Leser:innen beinahe dazu, sich dieselbe Frage zu stellen, die unausgesprochen über der Geschichte schwebt: Wozu noch weiterleben, wenn jeder Tag nur ein weiteres Hinauszögern des Todes ist? Gerade hier hätte ich mir eine noch stärkere Auseinandersetzung mit der Sinnhaftigkeit des Lebens unter solchen Umständen gewünscht. Sicherlich geschieht das im zu Grunde liegenden Roman, hier in der Graphic Novel aber eher nicht. Die Figur der Mutter, die diesen Zustand nicht ertragen konnte und sich das Leben genommen hat, deutet diese Frage zwar an, bleibt jedoch eher eine kurze Andeutung als eine tiefgehende Auseinandersetzung.
Das Ende der Geschichte bleibt offen und verweigert eine klare Auflösung. Stattdessen bleibt ein Gefühl der Unsicherheit. Besonders berührend ist, dass der Sohn trotz all der Grausamkeiten seine Mitmenschlichkeit bewahrt hat. Seine Freundlichkeit und Nächstenliebe wirken fast wie ein Aufbegehren zur Brutalität der Welt um ihn herum. Gerade in dieser kleinen moralischen Standhaftigkeit scheint die Geschichte anzudeuten, dass Menschlichkeit selbst im Angesicht des völligen Zusammenbruchs bestehen kann.
Visuell ist die Graphic Novel beeindruckend und verstörend zugleich. Larcenets Illustrationen sind geprägt von Dunkelheit, Ruinen, Leichen und einer allgegenwärtigen Trostlosigkeit. Die Bilder zeigen schonungslos, welche Abgründe eine Gesellschaft erreichen kann, wenn der Kampf ums nackte Überleben beginnt. Gleichzeitig streut der Zeichner kleine, fast sarkastische Details ein, die eine bittere Ironie erzeugen. Ein verblasstes Werbeplakat für einen „Beach Body“ hängt in einer Welt, in der Menschen nur noch Haut und Knochen sind. Oder eine religiöse Werbung mit der Aufschrift „Only one way to heaven: Jesus“, während die Menschen verzweifelt versuchen, überhaupt den nächsten Tag zu erleben. Diese Momente wirken makaber und verdeutlichen gerade dadurch den krassen Gegensatz zwischen der einstigen Welt und der zerstörten Gegenwart.
Fazit:
"Die Straße" als Graphic Novel ist eine intensive, düstere und emotional fordernde Erfahrung. Sie erzählt weniger von Hoffnung als vom Durchhalten – und davon, wie zerbrechlich Menschlichkeit wird, wenn alles andere verloren geht. Gerade weil die Geschichte so trostlos ist, hinterlässt sie einen bleibenden Eindruck. Und vielleicht liegt ihre eigentliche Stärke genau darin, dass sie keine abschließenden Antworten gibt. Den Roman kann ich mir als Lektüre allerdings nicht vorstellen, da es mich emotional zu sehr belasten würde.
Bewertung
2/5
21.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gnadenlose Depression in Reinform
"Manche Dinge, die man in den Kopf bekommt, bekommt man nie wieder heraus" (frei nacherzähltes Zitat) So oder so ähnlich passt das auch auf "Die Straße" in Graphic Novel Version von Manu Larcanet (wobei Cormac McCarthy hier die Originalgeschichte in Romanform vorgelegt hat). Ein alter Mann und sein Sohn wandern in einer postapokalyptischen Welt voller Müll, Dreck und verschmutzter Luft umher und kämpfen sich durch's Leben. Gerade so. Wer mehr erwartet, wird hier enttäuscht werden.
Ich denke meine Erwartungen an die Geschichte waren zu viel. Was ich toll fand passt in einen Absatz: Die Zeichnungen von Manu Larcanet sind unglaublich eindrucks- und stimmungsvoll und lassen mich sehr gut in die düstere und hoffnungslose Welt der beiden abtauchen. Ich hatte Schwierigkeiten all die unterschiedlich dreckigen männlichen Gestalten auseinander zu halten, so gruselig sahen sie aus.
Den Bechteltest besteht dieser Graphic Novel jedenfalls nicht, es taucht keine einzige Frau namentlich auf. Man erlebt die Geschichte sehr aus der subjektiven Welt des Vaters, der dem Sohn etwas von gut und böse erzählt und immer wieder fragte ich mich, wieso ich mir das überhaupt antue - ich bin der Meinung die Welt braucht solche Geschichten nicht. Denn weder wird hier eine Botschaft vermittelt, die man sich zu Herzen nehmen sollte, noch gibt es irgendeinen Charakter der einem ans Herz wächst. Man erfährt auch sehr wenig über die beiden.
Die finster-atmosphärischen Zeichnungen können den Roman leider nicht besser machen, sie passen hervorragend zum Milieu aber reichen nicht aus um Gefühle zu transportieren die über gnadenlose Depression hinaus gehen. Ich denke das Werk ist an mir verloren gegangen.
2 Sterne gibts für mich für die Zeichnungen.
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